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Lokales, Selbstanalyse

Warum ich blogge (ist eine lange Geschichte).

01.02.07 | 18 Comments

Torschtl hats mal wieder richtig dicke, meint, er müsse mir hier noch ans Bein pissen. Ich fang kein verdammtes Stöckchen; ich folge keinen dummen Bloggertrends die sich ausschließlich damit befassen, ein Linknetzwerk zu erstellen- wobei ausschlaggebend für meine Antipathie eher dieser pathetische Name ist. Stöckchenwerfen? Bin ich ein Dackel oder was?

Okay, es tut mir leid. Ich bin mordsangepisst, weil mein Buch irgendwie nicht das wird, was es werden soll und ich wahrscheinlich noch in 10 Jahren an “Tag 5″ sitze und nicht weiß, wie es mit der Story weitergeht. Und außerdem geht mein PC nicht, weil der Bildschirm kein Signal empfängt, und 15 Gigabyte komplett aussortierter Musik sind somit mehr oder weniger im Arsch. Ich habe in den Stunden der Einsamkeit voriger Woche Albumtitel hinzugefügt, neue und konkrete Wiedergabelisten erstellt, zig Millionen neue Sachen geladen… und was ist übrig? Nichts. Verdammt. Noch. Mal. NICHTS. Ja, ich bin tierisch angepisst. Und das ist auch mitunter einer der Gründe, warum ich blogge, wo wir auch wieder beim Thema wären. Ich will keine Spiele spielen, ich finde das Thema einfach nur mal gut. Und ich werde das behinderte Drecksstöckchen auch nicht weiterwerfen, jeder darf sich von allen Themen hier jederzeit bedienen.

Heute war eben ein scheiss Tag, und natürlich habe ich nie genügend zureichend Freundschaften gepflegt, um mich bei irgendwem auszuheulen- wie auch, wenn mein größtes Problem darin besteht, dass sich keiner, aber auch wirklich niemand bei mir meldet? Immer bin ich es, die sich irgendwo einhakt. Und deshalb muss ich bloggen, um wenigstens ein virtuelles Leben zu führen.

Dann gibt es diverse andere Gründe: Ich liebe es, zu schreiben. Allerdings ist meine Phantasie und Redebewandheit nur in kurzen Schüben vorhanden, weshalb es mir quasi unmöglich ist, eine zusammenhängende Geschichte zu erzählen, wie man an meinem neu-gestarteten Projekt leicht erkennt (EIN BUCH SCHREIBEN! WER KOMMT AUF SO EINE HIRNRISSIGE IDEE EIGENTLICH?!). Ich greife eher zu Kurzgeschichten oder eben Blogposts, wenn es darum geht, das Schreiben zu trainieren und gleichzeitig zu praktizieren. Learning by doing. Und die Resonanz (schreibe ich gut, schreibe ich schlecht), die Kritik sozusagen sehe ich dann an der Anzahl meiner Leser (und manchmal an den Suchbegriffen). Besser, als meinen nicht-vorhandenen Freunden mein geschriebenes Gedönse unter die Nase zu halten und ihren entnervten Gesichtern zuzusehen, wenn sie meinen Scheiss lesen und kommentieren müssen. So gehts leichter. Und einen Idioten, der nichts besseres zu tun hat als im Internet nach Pferdepornos zu suchen, gibt es eh immer (und mit all dem wollte ich eigentlich nur bestätigen, was jeder schon weiß: nein, es lohnt sich nicht, das alles zu lesen. Wirklich, das tut es nicht.)

Naja, und ein bisschen Geschichte kann ich dazu auch beitragen. Als ich anfing zu bloggen - so richtig - war ich gerade mal 11 Jahre alt. Das ist jetzt 7 Jahre her. Das müsst ihr euch vorstellen. Ich hatte das Internet gerade entdeckt, und eine richtige, eigene Website aufgebaut- ich war fasziniert. Die ersten Monate verbrachte ich im Giga-Chat und lernte irgendwelche seltsamen Freaks kennen, die nächsten Monate war ich schon so ein Nerd geworden dass mich sogar Drogen nur noch herzlich wenig interessierten (und sagt jetzt nichts; ich wusste mit 12 schon wie es ist, einen Turkey zu haben, honeyroasted, sozusagen). Und dann lernte ich durch meine Buffy und Charmedobsession auch Blogs kennen. Die sind nämlich fast ausschließlich von Teenagern in die Welt gesetzt worden, einsame, kleine Menschen die niemanden hatten, mit dem sie ihre Interessen (oder Fetische, je nach dem) teilen konnten. Naja, und ich war da genau so, und es ist auch bis heute noch so: Ich interessiere mich für Popkultur, für The L Word (ich meine, sprich mal jemanden auf dem Pausenhof an, am nächsten Tag krieg ich Heiratsanträge von Schlägerlesben) oder für irgendwelche Indie-Musik. Es ist quasi aus dem gleichen Grund wie alle, die zu MySpace gehen- nur wesentlich eleganter, würde ich behaupten.

Wo wir doch auch schon beim nächsten Faktotum wären- ich liebe es, mich wichtig zu machen. Weil mein soziales Umfeld mir das nicht erlaubt (ich erinnere: kein soziales Umfeld vorhanden, und ja, ich bin z.Z. ein kleines bisschen deprimiert deswegen, FALLS ES NOCH KEINER GEMERKT HAT) muss ich eben hier meine Meinung zum Besten geben, meinen Senf rauslassen, mein Gehirnschmal loswerden. Gut, mittlerweile kriegt man nicht mehr so viel Aufmerksamkeit geschenkt weil jeder 3. sich wichtig macht, manchmal besser als ich, weshalb es nicht wirklich produktiv ist. Meistens. Äh, egal.

Ich glaube, das waren 5 Gründe und noch mehr. Es ist neun Uhr, Dienstagabends. Es sind Ferien. Ich langweile mich zu Tode. Warte auf eine bestimmte Person, ein bestimmter Anruf.. der nicht kommen wird. Nee, in diesem Augenblick wäre es mir sogar egal, WER anruft. Ich bin gerade so schlecht drauf, dass ich an meinem Referat weiterarbeiten werde. Doch, das werde ich. Wirklich.

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