Gefährlich, unsere Filmkultur.
5/01/2007Seit 10 Minuten höre ich von draußen her Sirenen und Alarme und Autos, die vorbeirasen. Nicht direkt bei mir am Haus - selbst bei der größe dieses Kaffs wohn ich immer noch am Arsch der Welt - aber nah genug, um Gänsehaut zu kriegen. Ich stelle mir vor, wie es nächste Woche zu Schulanfang sein wird, wenn jeder betuschelt, was wohl passiert ist. Die Gerüchteküche wird brodeln, R-Town ist in Gefahr, Terroristenanschläge oder irgendwelche Pseudo-Amokläufe werdens wohl gewesen sein, ja ja! Sie tuscheln und jeder fügt der Story noch etwas hinzu, “jaja, diese Frau wurde von einer Horde pyromanischer Analvergewaltiger auseinandergenommen”, und im Radio wird dann berichtet, dass die Frau aussagt, es hätte “sich angefühlt wie rückwärts kacken!”.
Eltern werden sich weiterhin um ihren Ruf kümmern, abstreiten, dass sie jemals ihren Kindern erlauben würden, sich nachts rumzutreiben, sich Sorgen machen um ihre geliebte Brut- als ob Kinder nicht von alleine Superriesenarschlöcher werden könnten. Dann gibt es den Sündenbock, wie immer, der es angestellt hat, haben muss, irgendwer ist doch immer der Depp vom Dienst. Die Zeitungen drücken nur vage Vermutungen über das aus, was geschehen ist, die Polizei liefert kein Statement weil der Täter oder diese bluttrinkende Horde von Monstern noch nicht gefasst wurde.
Aber was erzähle ich da. Im besten Falle ist einfach eine Kuh aus der Herde entwischt, selbst die konnte die Langweile in dieser vereinsamten Stadt nicht mehr ertragen. Dies wird dann mit einem Sonderkommando a la SWAT Team begrüßt, gibt ja sonst nicht viel, was man machen könnte.
(Aber schön wärs gewesen.)
There are 6 comments in this article: