In ernster Sache.
19/01/2007Da tritt man ein bisschen Schnee vom Schuh und erwartet nichts spektakuläres- und dann fängt es an zu donnern und eine Lawine von überragender Größe bröckelt herunter. Ziemlich bedrohend. Für eine klitzekleine Sekunde denkt man sich, “Oh Shit. Ich hätte meine Schuhe zu Hause sauber machen müssen.” Diese Gedanken verfliegen ganz schnell, denn das Bereuen hilft bekanntlich niemandem. Man nimmt die Beine in die Hand und rennt. Nicht, dass man entkommen könnte; nur sterben scheint einem auch irgendwie nicht sonderlich attraktiv.
Man rennt, und rennt, und rennt, und rennt, und rennt. Leben verkackt, aber renn trotzdem weiter. Es wird immer schlimmer, aber renn trotzdem weiter. Deine Zukunft ist im Arsch, renn weiter. Die Menschen, die du liebst, lieben dich nicht, renn weiter. Das, was du werden willst, wirst du nie werden, renn weiter. Deine Angst wird nicht verfliegen, renn weiter. Deine Narben werden nicht verblassen, renn weiter. Deine Tränen werden nicht trocknen, renn weiter. Deine Chancen werden auch nicht steigen, aber renn weiter, renn weiter, renn weiter.
Irgendwann begräbt dich deine eigene Schuld, die eigene Last. Nur, weil du nicht warten konntest. Weil deine neuen Schuhe, diese hart erarbeiteten Schuhe, einfach nicht voller Schnee - ich meine, SCHNEE! Wasser! Gefrorenes Wasser, es hinterlässt minimale Rückstände, wenn gar! - sein durften.
Wenn die Prioritäten nicht stimmen, dann stimmt gar nichts mehr. Hey Lawine. Du bist mir so nah, ich kann dich riechen. Und gut siehst du aus. Und irgendwie bin ich müde.
Und weiter.
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