Der Schmerz meines Lebens
22/01/2007Seit zwei Wochen habe ich unglaubliche Zahnschmerzen. Schlafen ging nur noch auf ‘nem Stück eiskaltem Rindersteak und unter starkem Drogeneinfluss (Tylenol, Aleve, Paracetamol, Aspirin, nichts, was ich mir nicht eingeschmissen habe). Dann noch das abendliche Michglas mit Bienenkotze, um wenigstens den Schein von Frieden zu wahren. Natürlich hat es nichts gebracht. Meine Augen sind verquollen und mein Kiefer fühlt sich an wie von einem Gehsteigpanzer durchgenommen.
Anyway- ich habe diese Schmerzen prinzipiell auf meine sich langsam ausbreitenden Weisheitszähne geschoben. Immerhin wachsen die jetzt schon seit einigen Monaten und üben tierischen Druck auf meine Fresshöhle aus. Der Schmerz und die Pein hat sich bis hin in mein Gehirn gebohrt, sodass ich mittlerweile auch noch von behinderten Kopfschmerzen geplagt bin. Und heute war dann alles vorbei: Zu Hause angekommen wurde mir schlecht und gleichzeitig verlor ich unter großem Schmerzeinfluss mein Bewusstsein. Kotzen und Ohnmacht, olé! Stellt euch den geilsten Orgasmus der Welt vor inklusive Tittenspritzen, und das jetzt negativ.
Ich schwör so war’s.
Als meine Eltern endlich nach Hause kamen (wirklich, hängen jeden Tag wie die letzten Penner zu Hause rum aber wenn ich am abnippeln bin haben sie natürlich besseres zu tun), bettelte ich sie an mich zum Mundfriseur zu kutschieren, der mich ansah und direkt wusste, dass ich sterben würde. Mein Zahnarzt ist nämlich ziemlich sadistisch veranlagt; sein Lieblingsspruch ist “Betäubung? Du bist doch keine 12 mehr!”
(Fallen euch auch die ganzen tollen Jugendslangworte auf, die ich neu gelernt habe? Hehehe. Wollte darauf hinweisen. Shit, die Arschkordel zwickt in meiner Nougatspalte.)
Er bohrte ein bisschen rum und eröffnete mir dass es nicht an meinem Kiefer läge, sondern am vorletzten oberen Backenzahn, der anscheinend bis in die letzte Pore verfault ist. Also tot, quasi. Mein Zahnfleisch wandert mittlerweile gen Süden und der Nerv hat sich so entzündet, dass der Doc sich gewundert hat, wie ich überhaupt noch klar denken kann (was ich generell nicht tu. Alles Einbildung.). Aber anstatt dass ich direkt behandelt werde klebt der mir das Teil provisorisch zu, drückt mir ein Antibiotika Rezept und weitere Schmerzmittel in die Hand und sagt “Wir sehen uns am Donnerstag!”.
Ich meine, es ist eine Sache, wenn man zum Arzt geht, weil es einfach nicht mehr erträglich ist und man endlich die Erleichterung spüren will. Aber diese Hürde dann auch ein ZWEITES Mal zu überwinden, mit dem genauen Wissen, dass man den Ort nicht bei Bewusstsein und schon gar nicht in guter Stimmung verlassen (von betreten ganz zu schweigen) wird, ist schon ‘ne psychische Belastung.
Karius und Baktus, alter.
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