Black Black Heart
25/02/2007Ich habe ein Geheimnis. Etwas, dass mich stundenlang beschäftigt, jede verdammte Minute meines Lebens. Mein Kopf kann über nichts anderes mehr nachdenken. Mein Herz weiß nicht mal mehr, in welchem Raum es sich befindet. Prinzipiell weiß ich gar nichts mehr. Ich bin komplett zerfressen.
Was daran so geheimnisvoll ist? Abgesehen von der Person, die es betrifft- eigentlich nichts. Eigentlich würde man es als ziemlich offensichtlich bezeichnen, wenn nicht… ein kleines Detail.. oder vielmehr, ein sehr großes Detail- aber wen kümmert es schon.
Es ist keine großartige Sache. Es ist normal. Es ist standard. Es ist tagtäglich. Trotzdem ist es gleichzeitig so viel mehr, weil: es ist geheim. Es gehört mir. Nur mir. Und niemandem sonst. Keine mysteriösen Leichen im Keller, heutzutage nicht mehr. Aber doch ist es viel. Nicht für mich. Für den Rest der Welt. Es wäre skandalös. Oder vielleicht zu erwarten gewesen. Egal wie: Meins.
Dieses Geheimnis beinhaltet so viel, dass ich auch überhaupt nicht wüsste, worum es geht wenn ich es auf den Tisch packen sollte. Im Gegenteil: Ich selbst weiß noch nicht einmal, wo es anfängt und wo es wieder aufhört. Wie immer eben. Problematisch wird jedoch mein Drang, die Wahrheit ans Licht zu bringen, es in die Welt hinaus zu schreien… und wenn nicht um zu prahlen oder um stolz zu sein (auf was auch schon?), dann wenigstens, um den Konflikt zu lösen, den ich leider aufgrunddessen in mir selber austragen muss.
Aber wenn ich jetzt wieder so darüber nachdenke… dann steigt mir der Geruch in die Nase. Diese einzigartige Geruch der mich im Schlaf lächeln lässt. Schmetterlinge im Bauch? Nur in Anbetracht der Tatsache, dass es meine Geschichte ist. Vielleicht bin ich ja zu cool, um irgendetwas zuzugeben. Vielleicht ist es deshalb so geheim. Andererseits: Wäre ich nicht so cool, wäre es dann auch jemals dazu gekommen? Ich weiß es nicht. Es ist alles kompliziert. Nicht darüber reden zu können ist kompliziert, denn manchmal ist es schwierig, es alleine fertig kriegen zu müssen. Oder zu wollen.
Ja, das Wollen. Darüber könnte ich mich jetzt auch noch auslassen. Warum sich nicht der Schönheit hingeben? Sich verzaubern lassen von sich selbst, von Illusionen? Scheiss auf rationales Denken! Go with the flow. Und so weiter. Sich treiben lassen, fallen lassen, scheiss egal woher es kommt und wohin es geht, einfach genießen.
Kann ich das? Kann ich mein Geheimnis genießen? Kann ich mich darin öffnen und winden während die ganze Welt die Augen verschließt, kann ich ICH sein und mich einfach darüber freuen, dass ich etwas gefunden habe…
… was habe ich gefunden?
Augen auf.
Ich sehe nur ein Wirrwar an seltsamen Hormonüberflutungen, gemischt mit einem pubertären Drang nach Liebe und Zuneigung und diese Geheimnistuerei- oh, sie wird mich umbringen. Komplizierte Tatsachen, Dinge, die mich ins Verderben stürzen werden. Schlechte Entscheidungen. Konsequenzen. Falsch kalkulierte Risiken. Veränderungen. Schmerz, viel Schmerz.
Augen zu.
Ich spüre… Zufriedenheit. Gelassenheit. Keinen Kopf mehr machen. Ich lass mich gehen. Ich höre, ich fühle, ich schmecke, ich rieche.. das Innere, das Wahre, vielleicht doch nicht wahr aber zumindest täuschend echt..
Ich weiß nicht, was ich machen soll.
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