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Opfergesellschaft

Amok: Du bist Amerika!

04.17.07 | 3 Comments

Tja, mal wieder ein Amoklauf. Diesmal trifft’s die Elite der Amerikaner: Die Super-Nerds und Geeks der Virginia Tech! Scheisse sowas.

Ich meine, abgesehen davon, dass wir die globale Klimaerwärmungskacke erst mal vergessen können, weil die Medien wahrscheinlich wieder von gewaltverherrlichen Spielen und Filmen anfangen werden und wir wahrscheinlich die nächsten 3 Jahre keine Ruhe vor irgendwelchen sinnenden Spastenpolitikern haben werden, muss ich sagen: Die Effizienz, mit der geschossen wird, hält sich in Grenzen.

Wie das zu verstehen ist? Nun ja, es ist doch so: Der Killer hat im ersten Augenblick kein Motiv, jedenfalls keines, dass wir zu verstehen gedenken, da wir ihn nicht kennen und er auch nicht mehr am Leben ist. Also geben wir ihm ein Motiv, sagen wir, es geht darum, dumme Menschen abzumetzeln. Er geht also an seine Lieblingsuniversität, zückt seine AK oder seine Uzi oder von mir aus seine Panzerfaust, ruft Parolen aus, sagen wir, “gegen Mehrwertsteuererhöhung!” und tötet wahllos Menschen, um ein Zeichen zu setzen. Dabei sucht er sich nicht die Menschen aus, die wirklich etwas damit zu tun haben, sondern verfolgt lediglich sein politisches Interesse, indem er die Aufmerksamkeit der verblödeten Welt auf sich und die Situation lenkt um damit sein Ziel zu vollenden.

Früher haben die Leute das noch in der High School gemacht, ich nehme an, das hatte auch noch was mit den Hormonen zu tun. Jetzt gehen wir also auf Colleges über, frei nach dem Motto: mehr erfolgreiche Spasten, schlimmere Verhältnisse in den sozialen Gruppen, freiere Auswahl an hässlichen Menschen die endlich sterben sollen.

So weit, so gut. Im Prinzip kann man auch ein Altersheim stürmen, nur dass da nicht die Elite dran glauben muss. Im ersten Augenblick hat der Killer da ja auch ganz gut gerechnet: Aha, wenn wir die Besten der Besten liquidieren, dann werden endlich die Minderheiten an die Macht kommen, stimmt’s? Ich sage: Falsch. Falsch! Absolut falsch. Das ist nicht der richtige Weg. Denn der gute Koreaner aus unserem Virginia Tech Beispiel, der hat total vergessen, dass seine Opfer schon geformte, gehirnverwaschene Menschen waren. Die hätten sowieso niemals etwas ausrichten können, jedenfalls nicht mehr als er. Nein, er sie kriegen, wenn sie frisch sind, ganz frisch.

Und so, anstatt sie da zu packen, wo sie am verwundbarsten sind, geht die Schießerei weiter, in High Schools und Colleges und Suppenküchen und Altersheimen. Wirklich effizient und damit auch politisch wichtig wird’s aber erst, wenn es um die Samen der Welt geht: Die Kinder.

Wer’s also richtig machen will, der krallt sich seinen Neffen des Vertrauens, drückt ihm eine zuverlässige Waffe in die Hand, zeigt ihm, wie man Cowboy spielt und tattöwiert ihm sein Motiv auf dem Rücken. Danach nur noch in den Kindergarten fahren und entsetzt in den Medien zusehen, wie die Welt zusammenbricht, weil Kleinkinder aus aller Welt sich die Pistole an die Stirn setzen und tatsächlich abdrücken.

So und nicht anders, sag ich euch. So kriegt man die Welt dazu, zuzuhören. Es mus schon schrecklich sein. Aber Amokläufe an Schulen und Unis? Die meisten schwänzen doch eh.

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