Posted: January 22nd, 2007 | Author: septemberRAVEr | Filed under: Sperrmüll | 16 Comments »
Seit zwei Wochen habe ich unglaubliche Zahnschmerzen. Schlafen ging nur noch auf ‘nem Stück eiskaltem Rindersteak und unter starkem Drogeneinfluss (Tylenol, Aleve, Paracetamol, Aspirin, nichts, was ich mir nicht eingeschmissen habe). Dann noch das abendliche Michglas mit Bienenkotze, um wenigstens den Schein von Frieden zu wahren. Natürlich hat es nichts gebracht. Meine Augen sind verquollen und mein Kiefer fühlt sich an wie von einem Gehsteigpanzer durchgenommen.
Anyway- ich habe diese Schmerzen prinzipiell auf meine sich langsam ausbreitenden Weisheitszähne geschoben. Immerhin wachsen die jetzt schon seit einigen Monaten und üben tierischen Druck auf meine Fresshöhle aus. Der Schmerz und die Pein hat sich bis hin in mein Gehirn gebohrt, sodass ich mittlerweile auch noch von behinderten Kopfschmerzen geplagt bin. Und heute war dann alles vorbei: Zu Hause angekommen wurde mir schlecht und gleichzeitig verlor ich unter großem Schmerzeinfluss mein Bewusstsein. Kotzen und Ohnmacht, olé! Stellt euch den geilsten Orgasmus der Welt vor inklusive Tittenspritzen, und das jetzt negativ.
Ich schwör so war’s.
Als meine Eltern endlich nach Hause kamen (wirklich, hängen jeden Tag wie die letzten Penner zu Hause rum aber wenn ich am abnippeln bin haben sie natürlich besseres zu tun), bettelte ich sie an mich zum Mundfriseur zu kutschieren, der mich ansah und direkt wusste, dass ich sterben würde. Mein Zahnarzt ist nämlich ziemlich sadistisch veranlagt; sein Lieblingsspruch ist “Betäubung? Du bist doch keine 12 mehr!”
(Fallen euch auch die ganzen tollen Jugendslangworte auf, die ich neu gelernt habe? Hehehe. Wollte darauf hinweisen. Shit, die Arschkordel zwickt in meiner Nougatspalte.)
Er bohrte ein bisschen rum und eröffnete mir dass es nicht an meinem Kiefer läge, sondern am vorletzten oberen Backenzahn, der anscheinend bis in die letzte Pore verfault ist. Also tot, quasi. Mein Zahnfleisch wandert mittlerweile gen Süden und der Nerv hat sich so entzündet, dass der Doc sich gewundert hat, wie ich überhaupt noch klar denken kann (was ich generell nicht tu. Alles Einbildung.). Aber anstatt dass ich direkt behandelt werde klebt der mir das Teil provisorisch zu, drückt mir ein Antibiotika Rezept und weitere Schmerzmittel in die Hand und sagt “Wir sehen uns am Donnerstag!”.
Ich meine, es ist eine Sache, wenn man zum Arzt geht, weil es einfach nicht mehr erträglich ist und man endlich die Erleichterung spüren will. Aber diese Hürde dann auch ein ZWEITES Mal zu überwinden, mit dem genauen Wissen, dass man den Ort nicht bei Bewusstsein und schon gar nicht in guter Stimmung verlassen (von betreten ganz zu schweigen) wird, ist schon ‘ne psychische Belastung.
Karius und Baktus, alter.
Posted: January 15th, 2007 | Author: septemberRAVEr | Filed under: Weltkulturerbe | 17 Comments »
Eine der (mich persönlich) am meisten faszinierenden Städte der Welt ist ausnahmslos Dubai. Die ganze wirtschaftliche Boomphase scheint nie aufhören zu wollen, und der stetig anwachsende Drang nach Expansion und die verlockenden Angebote an Luxus und insgesamt für jeden Touristen durchaus erschwingliche Lebensweise der dortigen Locations wie auch Events ist SO enorm, dass man eigentlich gar nicht weiß, wo man anfangen sollte zu sabbern.
Ja, es fehlt dieser Stadt an der nötigen Kultur, die andere (bedeutend ältere) historische Metropolen bieten können. Paris, Rom, sogar New York tragen so viel Geschichte in sich, dass sie für mich wie Filme sind- Der Pate, Casablanca und Vom Winde Verweht. Klassiker. Und Dubai? Das ist sowas wie Crank. Modern, schnell, flippig und absolut der Zeit angepasst. Das alles gemischt mit einem (für europäische Maßstäbe, nicht für meine) exotisch-orientalischen Hintergrund, sodass diese Stadt noch weiter hervorragt.
Ohne großartig auf die ganzen geschichtlichen und wirtschaftlichen Aspekte ansprechen zu wollen – dafür müsste ich mich selbst erst mal schlau machen bzw. zum Nachdenken kommen, und dafür habe ich gerade keinen Nerv – aber Dubai stellt für mich die Zukunft dar. Eine Stadt, die nicht stillsteht, und eine Stadt, die niemals schläft, vor allem nicht wenn es darum geht, neue, obskure Pläne zu entwickeln und – hier liegt der Knackpunkt – auch umzusetzen. Neu- wie fremdartige Gebäude ragen Monat für Monat, Jahr für Jahr neu empor, Konstruktionen vor denen sich die westliche Architekturwelt anscheinend scheut. Vielleicht liegt es an den staatlichen Subventionen – so wie der steuerfreie Bereich (es ist wirklich ein geographischer Bereich) in den Emiraten, der es neuen Firmen und Startups erlaubt, fast ohne Hindernisse eine Existenz, ein Unternehmen oder ein großartiges Werk aufzubauen. Vielleicht liegt es aber auch an dem arabischen Temperament, oder sogar doch an dem so gemischten? Immerhin sind die meisten Einwohner Dubais Gastarbeiter, Inder, Pakistaner und auch viele Europäer.
Meine eigenen Erfahrungen sind größenteils mit Urlaub verbunden. Als Syrer ist Dubai gar nicht so weit weg, vor allem nicht, wenn dein Onkel dort als Straßenbauingenieur arbeitet (wobei nicht direkt in Dubai, sondern in Abu Dhabi, die Hauptstadt der Arabischen Emiraten). Und so ergibt es sich dann einfach, dass man 2 Wochen dort verbringt und sich die Haut in der brennenden Hitze versengt (bestes Wetter für Urlaub ist wohl in den Herbstwochen- das ist in etwa wie im Sommer bei uns, nur hundert Mal schöner. Im Sommer ist es dort jedoch fast nicht auszuhalten für den “normal-westlichen” Typ; für mich war es der Himmel). Wüstensafaris, Hotelbesuche (ja, man besucht Hotels. Ist irgendwie abnormal, aber ein Tag in einem Hotel dort, ob man dort residiert oder nicht, ist wie ein Tag in einer eigenen kleinen Stadt). Große amerikanisierte Malls zum Einkaufen, als Kontrast kleine Märkte- das Meer, selbstverständlich das Meer! Die Preise sind durchaus erschwinglich, wenn man weiß, was man will und wo man hinmuss, und sicherlich eine große Attraktion bleiben die ganzen, extra für Touristen erstellten Resorts.
Ich weiß gar nicht, wie ich darauf komme, so von Dubai zu schwärmen. Wahrscheinlich ist es mein Fernweh, wobei mich das meistens in ganz fremde Orte dirigieren möchte. Meine Lieblingsstadt ist und bleibt San Francisco, noch nie habe ich mich so in einen Ort verliebt wie dort. Dubai ist wunderbar, gut um zu wirtschaften auf jeden Fall, besser um Spaß zu haben. Obwohl ich damals zu jung war, habe ich auch viel vom Nachtleben mitbekommen- Clubs gibt es en Masse. Aber schön beim alten Araber bleiben, denn so ziemlich überall im Mittleren Osten verbringt man seinen Abnd mit gemütlichem Essen und einer kräftigen Shisha. Die Emiratis haben’s ganz praktisch gemacht: Dort gibt es Essen, Fernsehen, Shisha und Konsolen alles in einem, und zwar alles vom besten. Man kann sich auch in den meisten (eher “kulturellen”) Restaurants direkt nach dem Essen in eine Art privates Wohnzimmer legen und eindösen. Das macht man nämlich dort auch: Siesta.
Tja, und ich? Ich träume weiter. Denn so schnell komme ich dort auch nicht mehr hin. Hier ist noch ein sehr lustiger/interessanter Link zu einer schlecht gemachten Website, die allerdings genau mein Erstaunen ausdrückt und vor allem die neuen Pläne präsentiert, die die “verrückten” Dubaianer mal wieder in den Startkästen haben.
Ich weiß gar nicht, ob Startkasten ein Wort ist.
Startkasten?
Hä?
Posted: January 5th, 2007 | Author: septemberRAVEr | Filed under: Gedankengebäude | 6 Comments »
Seit 10 Minuten höre ich von draußen her Sirenen und Alarme und Autos, die vorbeirasen. Nicht direkt bei mir am Haus – selbst bei der größe dieses Kaffs wohn ich immer noch am Arsch der Welt – aber nah genug, um Gänsehaut zu kriegen. Ich stelle mir vor, wie es nächste Woche zu Schulanfang sein wird, wenn jeder betuschelt, was wohl passiert ist. Die Gerüchteküche wird brodeln, R-Town ist in Gefahr, Terroristenanschläge oder irgendwelche Pseudo-Amokläufe werdens wohl gewesen sein, ja ja! Sie tuscheln und jeder fügt der Story noch etwas hinzu, “jaja, diese Frau wurde von einer Horde pyromanischer Analvergewaltiger auseinandergenommen”, und im Radio wird dann berichtet, dass die Frau aussagt, es hätte “sich angefühlt wie rückwärts kacken!”.
Eltern werden sich weiterhin um ihren Ruf kümmern, abstreiten, dass sie jemals ihren Kindern erlauben würden, sich nachts rumzutreiben, sich Sorgen machen um ihre geliebte Brut- als ob Kinder nicht von alleine Superriesenarschlöcher werden könnten. Dann gibt es den Sündenbock, wie immer, der es angestellt hat, haben muss, irgendwer ist doch immer der Depp vom Dienst. Die Zeitungen drücken nur vage Vermutungen über das aus, was geschehen ist, die Polizei liefert kein Statement weil der Täter oder diese bluttrinkende Horde von Monstern noch nicht gefasst wurde.
Aber was erzähle ich da. Im besten Falle ist einfach eine Kuh aus der Herde entwischt, selbst die konnte die Langweile in dieser vereinsamten Stadt nicht mehr ertragen. Dies wird dann mit einem Sonderkommando a la SWAT Team begrüßt, gibt ja sonst nicht viel, was man machen könnte.
(Aber schön wärs gewesen.)