Es ist nicht vorbei, es klingt nur anders.

Schildkröten

Posted: January 30th, 2009 | Author: septemberRAVEr | Filed under: Weltkulturerbe | 9 Comments »

Ich hab nicht viel zu sagen, weil alles, was ich sagen würde, mich und andere in tiefe Depressionen stürzen würde. Das, oder ich kann es einfach nur nicht formulieren, was irgendwie für mich das Gleiche ist.

Ich hab mir in meinem Leben eigentlich nicht viel gewünscht; tatsächlich habe ich nie irgendwas von irgendwem verlangt, materiell gesehen. Aufmerksamkeit, Musik und einige geringe Kalorien reichen, um meine Existenz abzusichern. Momentan keine wirklich besondere Existenz.

Aber wenn es eines gab, was ich mein Leben lang wollte, dann war das ein Begleiter, der mich mental festigt. Kein Hund, auch keine Katze- die würde ich sehr schnell wahrscheinlich töten.

Ich wollte schon immer eine Schildkröte. Einen Opa-Ersatz. Ein Tier, das mich mit Weisheit gegen die Wand klatscht. Eines, dass ich nicht auf seinen Knuddelwert reduziere, sondern in seiner ganzen Form wahrnehmen kann. Ich weiß nicht, wieso, ich weiß nicht, wie es kam. Ich weiß nur, wenn ich das sehe, muss ich weinen, und zwar ganz stark, und kann mich auf nichts mehr konzentrieren, und bin wieder ein kleines Mädchen mit unheimlich viel Liebe in mir.


RSS Feed kaputt

Posted: January 28th, 2009 | Author: septemberRAVEr | Filed under: Sperrmüll | 3 Comments »

Mein RSS Feed war/ist kaputt. Danke für alle, die mich darauf hingewiesen haben. Müsste jetzt wieder funktionieren, wenn nicht, solltet ihr einfach alle 3 Minute hierher surfen. Gahaha.

Ich geh wieder schaffen.


Hier ist nicht Kalifornien.

Posted: January 26th, 2009 | Author: septemberRAVEr | Filed under: Sperrmüll | 5 Comments »

Hach, irgendwie ist mir gerade alles wieder zu viel. Meine Augen brennen und meine T-Shirt-Kragen riechen nach Döner, und gestern hat auch noch die U-Bahn versucht, mich umzubringen. Denn es ist nicht immer alles Heiterkeit und Ponyhof, wenn die Technik versagt, und Berliner Schienenverkehr keine automatische “Fuß-in-der-Tür”-Erkennung haben. Dann gehen Dinge eben daneben.

Wenn man allerdings nicht mit dem Fuß, sondern fast dem ganzen Körper zwischen der Tür steckt, muss man mit der Blamage leben, ein ungebetener Gast in einem fahrenden Zug zu sein. Ich könnte die ganze Geschichte jetzt in eine einzige, riesengroße Metapher packen, aber das ändert leider nicht die Tatsache, dass ich nur in dieser peinlichen Situation gelandet bin, weil ich schon wieder irgendwo in Gedanken rumgetrödelt bin.

Das schönste an meiner letzten Woche, so kann man ja abschließend zusammenfassen, war das Fußballspiel mit meinen (überwiegend) männlichen Kollegen. Dieser Sport ist wunderbar, um seinen Penis auszupacken und auf den Tisch zu legen! Das fiel den Teilnehmern auch kaum schwer. Jeder durfte Mal das Leder als gefährliche Waffe gegen uns Mädchen benutzen. Währenddessen habe ich mich als 1,66 Meter großer Telefonmast mit gravierenden Koordinationsschwierigkeiten bewiesen. Wenn ich einen Funken Weiblichkeit in meinen Bewegungen hätte, wäre das vielleicht “süß” gewesen, aber ich glaube, es war mehr wie eine ganz bizarre Szene aus einer Hollywoodkomödie.. Alle coolen Leute spielen, bis die fette Oxana mit der Rotze in der Nase auch mal will, und man weiß nicht genau, ob Ekel oder Mitled bei den Zuschauern überwiegt.

Jedenfalls habe ich dabei die Erfahrung gemacht, dass man nach 6 Monaten nichts-tun tatsächlich auch mal von Sport kotzen kann. Damit wünsche ich euch einen schönen Feierabend und mir noch 5 weitere Stunden der Wortkotzerei.


Wochenende

Posted: January 23rd, 2009 | Author: septemberRAVEr | Filed under: Sperrmüll | 4 Comments »

Da ich nun bald ins Wochenende entlassen werde, möchte ich mir eine nicht-ganz-so-mentale-Notiz machen, was es alles zu tun gäbe:

  • Essen
  • Schlafen
  • Duschen
  • Einkaufen
  • Fernsehen
  • Entspannen
  • Wäsche waschen
  • In den Himmel starren
  • Fusel aus dem Bauchnabel pulen
  • In den dunklen Ecken Wedding’s rumlungern

Es wurde sogar zu einer Pyramide. Olé Olé. Und damit: Rülps und guten Rutsch.


Lichtblicke

Posted: January 22nd, 2009 | Author: septemberRAVEr | Filed under: Sperrmüll | 11 Comments »

Olé olé! Nachdem der gute alte Hermes Versand ungefähr alles falsch gemacht hat, was falsch zu machen geht, habe ich endlich meine Schnäppchen-SRL Kameras (jawohl, Mehrzahl!) für korrekte 40 € erhalten. Bevor ihr euch jetzt vor Neid die Haare einzeln ausreisst bzw. von einer Brücke springt (weil das an dieser Stelle eigentlich ja angebracht wäre), sollte ich vielleicht erwähnen, dass diese Kameras leider keinen jungfräulichen Touch mehr haben und eher an Zeiten vor Jesu Geburt erinnern.

Ganz im Sinne der kapitalistischen Weltförderer (aber das hatten wir ja schon) werde ich kleine, lokale Fotoläden unterstützen, indem ich meine Filme dort entwickeln lasse (ja, es sind analoge Kameras). Das heisst für mich im Prinzip, dass ich ab sofort permanent pleite sein werde, was zu vorher auch keinen Unterschied macht, aber auch, dass ich Bilder zum Anfassen haben werde, so im Gegensatz zu allen anderen Leuten, die Bilder auch nur noch für StudiVZ & Co machen.

(Wo wir gerade beim Thema sind: Kennt ihr das, wenn ihr im Club seid, was wahrscheinlich bei meinen erwachsenen und kultivierten Lesern nicht oft passiert, die treiben sich eher in Theatern und auf Vernissagen rum– also kennt ihr das, ihr seid im Club, und JEDER Mensch, mit dem ihr unterwegs seid, packt seine kleine, hässliche, kompakte Digicam aus und will “diesen großartigen Abend festhalten”?! Das Schlimme daran ist ja eigentlich nicht, dass die Bilder dann am nächsten Tag online gestellt werden, das kann durchaus erheiternd sein, wenn man sich an den Vorabend nicht erinnert, das Schlimme ist ja wohl dass 1) alle Fotos komplett gleich aussehen, d.h. es ändert sich mal der Grad des Zerstört-seins oder die Klamotten, die die Porträtierten anhaben, und 2) eigentlich wird nur noch zu 20% sozialisiert oder getanzt, den Rest der Zeit möchte man doch bitte belegen, dass man auch tatsächlich da war, damit das jeder weiß, und deshalb muss man die ganze Zeit fotographieren als wäre es das letzte, was man tut. So eine scheiss Digitale ist schlimmer als Handylautsprecher, jawohl).

Ich habe die Ältere von beiden, die Canon 1000N, heute mal zur Arbeit mitgeschleppt (dabei ist “schleppen” mit Sicherheit das richtige Wort, das Teil hat ein unglaubliches Gewicht, man könnte es als Anker für die Queen Mary benutzen) und Fotos vom Gendarmenmarkt gemacht. Ich würde sie ja gerne mit euch teilen, aber die Problematik dahinter brauche ich wahrscheinlich nicht zu erläutern.

Also. Ich, mit meinem großartigen Talent, werde also viele Fotos schießen, damit unglaublich erfolgreich sein und mein Geld mit spaßigen Dingen verdienen. Das wollte ich nur sagen.


Männerlogik

Posted: January 19th, 2009 | Author: septemberRAVEr | Filed under: Mann/Frau | 8 Comments »

Vielleicht liegt es daran, dass ich zwei Brüder habe. Oder dass meine Eltern wesentliche Fehler in meiner Erziehung gemacht haben, wer weiß. Am Ende zählt nur eins: Ich bin im Herzen ein Mann.

Ja, es hat lange gedauert, bis ich endlich an den Punkt kam, wo ich jetzt bin. Sehr lange. Aber man wird ja langsam erwachsen und geht daher mehr auf das andere Geschlecht ein. Übrigens das logischere Geschlecht.

Wie oft musste ich mir die ewig gleichen Situationen zuführen- wie Männer unter den Erwartungen ihrer Frauen, Mütter, Schwestern und Tanten leiden mussten! FRAUEN DIESER WELT! Wenn man im Urlaub ist, und vier Tage Zeit hat, um zu entspannen, sollte man sich nicht stundenlang darum kümmern, den Kofferinhalt wohlbedacht in den Schrank zu räumen! Wenn man es doch tut, dann tut man es für sich, und zwingt nicht den (männlichen) Begleiter, es auch zu tun! Es nennt sich nicht umsonst Urlaub.

Männer können lange andiskutieren, verlieren letztendlich aber doch- nicht, weil sie nicht mehr können, sondern weil ihre Argumente keine Angriffsfläche haben. Um also den letzten Funken Entspannung zu wahren, gehen sie auf die schwachsinnigen Forderungen ein, setzen aber ihre testosteronhaltige Signatur drunter: Die Klamotten waren immer noch im Koffer. Aber der war jetzt im Schrank.

Aber das sind nur Lappalien, die man als Frau belächeln kann. Die wirklich nervenzerfetzenden Logikdefizite liegen in anderen Bereichen. Zum Beispiel bei Sexpannen. Wenn einer Frau etwas “gesellschaftlich unangebrachtes” zwischen den Laken passiert, ist es für sie das schrecklichste, dass jemals passiert ist. Die Situation war nie peinlich- man hätte sie bedenkenlos übergehen können. Das Gekreische und die Tränen hingegen können schon für einen Abbruch des Aktes sorgen. Männer hingegen- Männer wissen, dass solche Situationen erst peinlich werden, wenn man sie nicht sorgfältig überspielt. Wenn ein Mann nach einer langen Zeit der Abstinenz endlich wieder zum Zug kommt, ist die Gefahr eines zu frühen Endes relativ hoch. Der Mann kennt die Lösung: Unbemerkt die Ladung an der Bettkante abschmieren, so tun als wäre nichts passiert, drei Minuten weitermachen, ruckartig aufstehen, sich verabschieden und nie wieder darüber sinnieren. Gut, die Dame, die mitgespielt hatte, weiß natürlich nicht, worum es ging- aber peinlich war es schließlich niemandem.

Das mit dem Fußball ist natürlich auch so eine Sache. Frauen können einfach nicht verstehen, dass ein Mann in seiner Natur nur für seine Triebe lebt. Er muss jeden Tag mit der Wahrheit leben, dass er ein Sklave der Frau ist, und dass er über die Jahrhunderte hinweg domestiziert wurde. Wenn er dann etwas findet, dass ihn wieder an seine ursprünglichen Instinkte erinnert, möchte er nicht davon getrennt werden. Hier kommt der Fußball ins Spiel, das Symbol der Männlichkeit: Die Jagd in abgeschwächter Form, das Spiel, der Schweiß, manchmal die Homosexualität und vor allem die Kameradschaft. Der erfolgreiche Jäger ernährt die Familie, kriegt also mehr Frauen. Wer kein erfolgreicher Jäger ist, der feuert den erfolgreichen an, um von seinem Ruhm etwas abzuhaben. Deshalb gucken Männer Samstags die Sportschau und gröhlen in Stadien wie die Bestien: Sie SIND Bestien. Eine Frau kann einen Mann nicht von seiner Natur befreien, und damit muss sie im Laufe ihres Lebens klarkommen.

So könnte es Ewigkeiten weitergehen- dass der Bierkasten eben mehr ist als nur ein Bierkasten, sondern ein Zeichen der Gastfreundschaft bei Fußballspielen; dass Ordnung für einen Single Mann bedeutet, dass er sich an seine Mutter erinnert, die eine Frau ist, und dass er sich eigentlich nicht an Frauen erinnern möchte, weil er Single ist und nicht zum Schuss kommt, und deshalb lieber unordentlich lebt; dass eine ausgewogene Ernährung aus Pizza, Döner, Burger und Aufbackbrötchen mehr Geld und Zeit für Spielekonsolen oder lange Nächte lässt.

Aber ich breche an dieser Stelle ab, um mir selbst auf die Schulter zu klopfen, weil ich all diese Dinge für mich erkannt habe, und verleihe mir hiermit den “Mann Im Herz Ehrenaward”, der übrigens nur einmal im Leben vergeben wird, nämlich an mich.