Es ist nicht vorbei, es klingt nur anders.

Sex/Fire

Posted: June 28th, 2009 | Author: septemberRAVEr | Filed under: Lärmforschung | 4 Comments »

Öhm. Wieso habe ich den Moment verpasst, als Caleb Followill, Lead Sänger der Kings of Leon, von dem hier (Bild hab ich rausgenommen, datt kann ich mir einfach nich jedes Mal angucken wenn ich aufn Blog gehe).

… zu dem hier wurde:

Caleb Followill, Sexsklave weiblicher Gedanken

Und viel wichtiger: Warum hat mir keiner Bescheid gesagt?!

Ich sollte wohl wieder öfter mal ein paar Musikvideos laufen lassen. Seit das M in MTV für Müll steht klappt das aber nicht so wirklich. Jedenfalls werde ich Caleb (und eigentlich hatten alle Bandmitglieder so eine männliche Ausstrahlung, ich bin total überwältigt und habe wieder Hoffnung für die Menschheit) nun eine Rolle als Hauptdarsteller in meinem nächtlichen Kopfkino zuteilen. Jetzt, wo MJ tot ist, haben wir sowieso wieder einen Platz frei.* Ich hab auch eben gerade diese außerordentlich amüsante Timeline seines Aussehens entdeckt. Hallo? Aus welcher Zeit kommt denn der Typ! Der sah im Jahre 2000 aus wie ein Pornodarsteller aus den Siebzigern! Das nenn ich mal Vintage.

… nehm ich natürlich trotzdem.

Das Konzert. Paradoxerweise war ich so gespannt und voller Vorfreude, dass ich mich auf eine kleine Enttäuschung einstellte. Kings Of Leon sind die größte musikalische Inspiration in meinem Leben seit Radiohead und The Knife; das kann live einfach nicht so gut sein wie in meinem Kopf. Dachte ich.

Tatsächlich jedoch ist während des Konzerts mein Schädel einige Male explodiert, weil so viel Zauber und Energie und Euphorie und Hysterie einfach nicht reinpassen wollte. Zeitweise lag ich breitbeinig auf dem Boden und ergab mich dem auditiven Orgasmus. Ich habe vergessen zu atmen und die Uhr ging scheinbar rückwärts. Ich war tot und wurde wiederbelebt. Mein Leben macht wieder Sinn. Es war großartig.

Ich bin ja kein traditioneller Konzertefan, vergleichen kann ich also nicht so gut. Ich weiß, dass die Red Hot Chilli Peppers Show größer und schöner war. Da waren ganz viele bunte Lichter und viel mehr Platz für “Spaß” auf der Bühne, was aber auch mit dem Image der Band zusammen hängt. Wenn Flea da im Skelettkostüm abkackt hat das einen ganz anderen Effekt als die bitterernsten Whiskey-Leons. Deshalb waren die regungslosen Posen und die ernsten Gesichter keineswegs langweilig oder trocken. Stattdessen gaben sie der Spannung und der Stärke der Musik nochmal eine abschließende Würze, die das Bild perfekt machte.

Völlig entsetzt und fast schon peinlich berührt war ich von Mew. Ich bin ja normalerweise nicht so der Fan und kenne nur wenige Tracks, aber JesusMaria, was war das bitte schön für eine Scheisse? War das Muse auf Crack? War das M83 im Autotune? Man weiß es nicht. Es hat irgendwann so in den Ohren wehgetan, dass wir unsere (ja, ich gebe es zu:) Sitzplätze auf den oberen Rängen verließen um einfach in der Ecke zu stehen, weil selbst das besser war, als da zuzuhören.

Ja, Kings Of Leon. Jeder Song berührte das Herz, die Mimik des Leadsängers perfekt, jeder Griff, jeder Ton einfach so, wie er sein sollte. Diese Stimme ist nicht von dieser Welt. Auch dass er sich während eines Songs mehrmals bekreuzigte werde ich ihm verzeihen, dem alten Säufer.

Noch eine kleine Enttäuschung gab es allerdings doch irgendwie. Ich hatte das Gefühl, von ungefähr 10.000 Besuchern, waren drei tatsächlich über Only By The Night hinaus gekommen. Ja, auch ich finde, dass es das stärkste Album der Kings Of Leon ist. Aber es ist nicht das einzige, und das schienen viele gar nicht zu wissen. Mit Fragezeichen in der Birne drehten sie sich jeweils zu aneinanderum, “hää?”. Das hat die Stimmung manchmal ein bisschen von “Ausrasten” auf “mittlere Freude” zurückgeschraubt, das macht bei so vielen Leuen auch was aus. Mitsingen konnte ich auch nicht ausnahmslos jeden Song, ich hab natürlich trotzdem aus Prinzip mitgegröhlt.
Schön war die heterogene Masse trotzdem. Von alten Menschen bis hin zu Eltern, die ihre Kinder im Schlepptau hatten, war alles dabei. Deshalb war es auch glaube ich extrem ruhig im Saal, als die Jungs ein paar agressivere Töne ansagten. Ich kann mir gut vorstellen dass das in einer kleineren Location mit dem Fokus auf “den gewohnten” Rockfans noch intensivere Auswirkungen auf das Publikum gehabt hätte. Vielleicht ist das aber auch schwer zu sagen, wenn man oben sitzt und auf gefühlte drei Millionen Leute runterblickt.

Über Sitzplätze kann man jetzt auch noch sagen was man will, sie erlauben es einem wenigstens, die Musik richtig zu verinnerlichen. Wenn ich in der Crowd stehe, habe ich meistens das Problem, dass ich überhaupt nichts sehe und außerdem für mein Leben kämpfen muss. Ich wäre glaube ich tausend Tode gestorben, hätte ich auch nur einen Moment von der Bühne wegschauen müssen. Spätestens aber bei Sex On Fire, als einfach mal Ausnahmezustand in der Arena war, hatte ich nicht wenig Lust einfach komplett die Ränge runter zu springen und mit zu rocken. Kann man aber nicht alles haben, deshalb war es so schon ganz okay. Nach dem Konzert habe ich eine halbe Stunde überlegt, wo die Band wohl zum Feiern hingehen würde, um sie zu stalken; aber dann dachte ich fuck it und bin auf eine Party, wo ich jedem nochmal mein Ticket ins Gesicht gehalten und mich im Neid anderer gesuhlt habe.

Und weil es so schön ist, hier der Track, bei dem ich bis heute nicht verstehe, was der Typ eigentlich singt:


Kings of Leon – King Of The Rodeo (Official Music Video)

*immer diese Mediendramatik. Auch ich habe eine Vergangenheit, die MJ beeinflusst hat, auch ich habe als Kind dazu getanzt und auch ich habe mir Gedanken zu den Entwicklungen seiner Persönlichkeit und seines Aussehens gemacht. Fakt ist aber, dass er seit zehn Jahren keine gute Musik mehr gemacht hat. Für mich war er die ganze Zeit schon tot, nur dass jetzt die Wahrscheinlichkeit auf ein (erfolgreiches) Comeback nicht mehr gegeben sind.


King Of The Rodeo

Posted: June 23rd, 2009 | Author: septemberRAVEr | Filed under: Lärmforschung, Sperrmüll | 8 Comments »

Die Welt geht unter, mein Arsch tut weh vom Sitzen und bald gibt’s das Internet nicht mehr, IST ABER ALLES SCHEISS EGAL DENN ICH GEH AM SONNTAG AUF DAS KINGS OF LEON KONZERT!

SO LONG SUCKERS!


Zensursula

Posted: June 19th, 2009 | Author: septemberRAVEr | Filed under: Mitmachthemen | 6 Comments »

Ich hatte mir vor einigen Tagen überlegt, ob ich nicht – aus Solidarität mit den Protesten im Iran – mein Theme in Grün kleiden sollte. Ich war bisher nicht dazu gekommen und wollte das dieses Wochenende nachholen.

Das spar ich mir jetzt allerdings, weil ich feststellen musste, dass mein Heimatland – Deutschland – in Sache Regierungswillkür und Grundrechtsverletzungen auch kein Vorbild ist. Mit dem einzigen Unterschied, dass sich hier keine tausend Leute versammeln, um zu protestieren. Nicht, weil es das nicht wert wäre- sondern weil die Mehrheit überhaupt nicht versteht, worum es geht.

Andere Menschen haben schon viel besser ausgedrückt, als ich es je könnte, wieso Netzsperren im Internet lediglich ein Schritt in eine ungewisse, aber definitiv undemokratische Zukunft sind. Jetzt kann ich mit dem Finger auf alle Politiker zeigen und schreien: Du bist Deutschland. Ich nicht.

Die Dreizehn Lügen der Zensursula auf Netzpolitik
Der letzte Tag bei Anke Gröner

Vier Gründe gegen Netzsperren auf N-TV
Kommentierte Zensursula Linkliste auf Netzpolitik


Danke.

Posted: June 4th, 2009 | Author: septemberRAVEr | Filed under: Sperrmüll | 7 Comments »

Es fiel mir eben auf:  2.400 Kommentare, 250 Artikel (nach dem Großen Putz im Dezember 2008, wo mehr als 200 Artikel entfernt wurden). Danke für eure Hilfe, für eure Unterstützung, für eure Anmerkungen, für eure Kritik, für eure Aufmerksamkeit und für euren Humor.

Außerdem renn ich jetzt mit Titten raus und ner Dose Faxe über’n Berg und gröhl “Wir fahrn in Puff nach Barceloohhhna”, weil man sich ja sonst nichts gönnt.