Paul… Paul, Paul, Paul. Du sagst so viele Dinge, die meinen Kopf durchrütteln. Paul, ich weiß nicht, ob eine Beziehung wie zwischen JD und Elliot funktioniert. Aber meine Erfahrung sagt mir:
Beziehungen aus Liebe/Emotionen: Geht schief.
Zweckbeziehungen: Hält ewig.
Zynisch, nicht wahr? Aber denkt mal darüber nach: Eine Zweckbeziehung hat einen handfesten Grund. Einen verdammt richtigen Grund. Und wenn dieser Zweck bestehen bleibt über einen langen Zeitraum hinweg, nämlich für beide Parteien - und sei es nur die Gesellschaft des Anderen zu genießen - dann reicht das schon, um für eine gutmütige, lange Beziehung zu garantieren. Arrangierte Ehen verlaufen doch auch so: Typ mit Kohle, Frau mit breitem Becken, passt. Alles andere MUSS später kommen, und ich rede hier nicht von der großen Liebe, sondern davon, sich an einen Menschen zu gewöhnen, ihn zu mögen und zu aktzeptieren, um sich sein Leben einfacher zu machen. Klar kann das nicht immer passieren, und wenn es eben überhaupt nicht passt- scheisse, aber dann muss man sich errechnen, was größer ist, die Abneigung oder der Zweck. Und da sieht man es doch: sobald Emotionen ins Spiel kommen, läuft alles den Bach runter. Also am besten sich am Grund festklammern, um das beste rauszuholen in einer Beziehung.
Nehmen wir aber an, dass man sich verliebt- eine chemische Reaktion, unterbewusst vielleicht teilweise die Ansprüche und die biologischen Forderungen erfüllt, scheisse, vielleicht sind’s die Pheromone, ist mir egal- aber auf jeden Fall ist, sagen wir mal, Ronny jetzt verliebt und will mit Mändy zusammen sein. Mändy! Du willst Friseuse werden in Hamburg, aber Ronny will nach Köln ziehen und mit seiner Punk Band erfolgreich sein. Und Ronny? Du willst deine Freiheit haben und saufen gehen können, und außerdem hast du gar keinen Bock zu arbeiten, aber du weisst ganz genau, dass Mändy ihre Kohle auch braucht.
Das sind in erster Linie überhaupt keine Hindernisse, es gibt Beziehungen, die haben schon schlimmeres durchgemacht. Aber was passiert dann? Stress, Probleme, Streit, Wut, und die Liebe verfliegt irgendwann.. weil sie sich in Hass umgewandelt hat. Das muss keine zwangsmäßige Folgerung von diesen Problemen sein, aber die Liebe ist als Maßstab für ein angenehmes Leben mit Freundschaft und Beziehungen einfach am stressigsten.
Und vergessen wir mal die Romantik: Die Freundschaft kommt bei dieser Theorie auch nicht zu kurz. Sobald man sich seinem Freund komplett widmet, wird man verletzt, wenn man dieselbe Zuneigung nicht zurückbekommt. Oder nein, noch schlimmer: Man teilt das Leid und ertrinkt in dem des anderen, und das ist ja nicht schlimm eigentlich- aber dass man sich selbst kaputt macht, merkt man erst hinterher. Dass man sich komplett verausgabt für etwas, was noch nicht mal garantiert für die Ewigkeit hält…
Meiner Meinung nach ist das auch der Grund für hohe Scheidungsraten. Ich bin kein Anthropologe, ich hab gar keine Ahnung, ich schwafele einfach nur meinen Scheiss zusammen, aber Liebe bezahlt dir dein Brot nicht, Liebe löst nicht die Interessensgegensätze und Liebe lässt dich nur am Anfang deinen Stress übergehen. Später kommt er dann mit voller Wucht, weil die Illusion so langsam aber sicher aufgehoben wird.
Genau das ist meine rationale Einstellung zum Thema.
Aber Ronny und Mändy können das doch gar nicht sehen. Sie sind verliebt. Sie sehen gar keinen Grund dafür, dass es irgendwann Stress geben könnte- kein Hindernis ist zu groß für sie. Sie schaffen das schon.
Und vielleicht schaffen sie es wirklich.

Danke. Das was du zur Zweckbeziehung gesagt hast, ist genau das was ich meine.
ich denke sie schaffen es. und wenn nicht, dann haben sie nach der Trennung jedenfalls das gefühl, ihre Zeit nicht mit einem Wertlosen menschen verschwendet zu haben! Denn wenn es richtige Liebe war, dann reicht schon dieses Gefühl aus, um die Beziehung nicht als völlige Fehlentscheidung anzusehen, egal was passiert ist! Zu wissen, das man richitg lieben kann und richtig geliebt hat… ist jede katastrophe wert! So sehe ich das
So jung und schon so zynisch abgeklärt -oder gerade deswegen?…Hey Spinner, denkst du wirklich so? oder ist das nur deine aufgesetzte Persona, zukunftsmüde(ohne sie erlebt zu haben, die Zukunft),anti-alles, voller Zynismus, pessimistisch, streckenweise depressiv….
Dabei so unglaublich talentiert!
Mich hast du dazu gebracht, selbst einen Blog zu schreiben….aber ich fange erst an, trau mich noch nicht richtig, den Worten ihren Lauf zu lassen. Du kannst das!
Aber manchmal tickst du echt nicht mehr richtig! Nicht böse gemeint, aber du jammerst auf verdammt hohem Niveau. Stell dich doch mal auf einen anderen Standpunkt und guck dir zu. Was siehst du? Du kannst alles machen was du willst!(Ich spiele hier auf deine Reihenhausangst an) Und die Liebe ist wunderschön. Und sie kann funktionieren! Aber man muss was dafür tun! Wenn du aber nicht dran glaubst, dann gibt es sie auch nicht. Das ist nämlich eine self fulfilling prophecy…
WORD ALTER!
sie hat gesprochen.. ja, is echt so..
@allesmögliche: Ich will dir gar nicht widersprechen, und du hast ja auch Recht. Mein Zynismus ist nur auf rationaler Ebene ausgeprägt, ich denk nur darüber nach, wie ich meine Erfahrungen gemacht habe und sie immer noch mache und so war es nunmal bis jetzt. Die Leute, die ich mag und die für mich einen bestimmten Zweck erfüllen, die sind immer noch sehr präsent in meinem Leben. Diejenigen, die nur emotional an mich gebunden waren und umgekehrt sind nicht mehr da. Statistisch gesehen habe ich auf mich selbst bezogen also recht.
Wo du recht hast ist die Tatsache, dass das gar nicht mein Charakter ist. Im Gegenteil, ich bin mit der emotionalste Mensch, den es gibt, und verliebe mich immer und immer wieder, fall in die gleichen Löcher rein und gebe mich immer wieder der Hoffnung hin, ja, ja, das ist es, das wird es sein, das MUSS es sein! Und drei Wochen später seh ich mich begraben, weil ich den Schmerz nicht mehr ertragen kann, weil ich schon wieder denselben Fehler gemacht habe, meine rationale Seite auszuschalten.
War es ein Fehler, war es keiner? Who cares, ich werd’s ja anscheinend immer wieder tun. Alles, was ich weiß, ist dass Liebe weh tut, wenn man sich zu sehr darauf einlässt und darauf hofft. Warum darf ich also nicht zynisch sein?
Ach, und ja, ich bade mich gerne im Selbstmitleid, das macht einem das Leben so schön einfach- aah, alles ist so schlimm, jammer jammer jammer. Und ich kann nix und dies und das. Aber deshalb schreib ich ja. Damit ich den Scheiss rauslassen kann und in meinem “echten” Leben funktioniere.
solange du dann im echten leben funktionierst .. mach weiter so wenns dir hilft! klar tut liebe weh.. immer! wenn du anfänst zu lieben hast du automatisch schmerzen eingehandelt.. die zwangsmäßig auf dich zukommen
aber du musst wissen was dich mehr festhält am ende .. die liebe .. oder der schmerz
Was macht ein Psychotherapeut, der selbst sein eigener ist? Er nennt sich Lucky#Slevin, setzt alles auf ein Pferd und weiss, dass morgen wieder ein “neues” Rennen beginnt