Aufschiebungstaktiken für Anfänger
13/05/2007So oder so ungefähr sieht es aus, wenn ich mich hinsetze um zu lernen:
Hinsetzen. Schreibtisch aufräumen. Bleistifte spitzen. Ordner sortieren. Blätter lochen. Einheften. Ausheften. Notizen ordnen. Bücher bereithalten. Aufstehen. Wasser holen. Sandwiches machen. Aufstehen. Emails checken. Hinsetzen. Däumchen drehen. Wasser trinken. Telefonieren (”Was müssen wir noch mal lernen?”). Aufstehen. Zimmer aufräumen. Hinsetzen. Emails checken. Aufstehen. Aus dem Fenster gucken. Fenster putzen. Emails checken. Hinsetzen. Buch aufschlagen. Buch zuschlagen. Lernen, wie man aus Bleistiften schön verzierte Figuren schnitzt. Telefonieren (”Hast du schon was gemacht?”). Musik anmachen. Auf’s Klo gehen. Wasser auffüllen. Schokolade holen. Emails checken. Hinsetzen. Fingernägel lackieren. Aufstehen. Duschen. Anziehen. Umziehen. Blogs lesen. Emails checken. Eintrag schreiben. Magazine durchblättern. Lernen, wie man Sushi für 20 Personen zubereitet. Abendessen holen. Telefonieren (”Hast du schon gehört?!”). Emails checken. Hausaufgaben von anderen Menschen machen. Staubsaugen. An die Decke starren. Chatten. Emails checken. Nachrichten gucken. Radiostationen suchen. Handy aufladen. Rausgehen. Kippe rauchen. Beine vertreten. Masturbieren. Aspirin einschmeissen. Gucken, ob draußen irgendein Mann im Trenchcoat auflauert. Straßenkatzen füttern. Emails checken. Sit-Ups machen. Emails checken. Telefonieren (”Also, welche Seiten noch mal?”). Fernsehen gucken. Emails checken. Essen. Versuchen, Vogelgesang nachzumachen. Emails checken. Spät nachts endlich anfangen zu lernen und morgens um 4 Uhr für 2 Stunden einschlafen, verpennen und zur Klausur zu spät kommen.
Es ist jetzt erst 10 Uhr. Ich könnte also noch mein Zimmer aufräumen (noch mal), duschen, Kippe rauchen und sogar was essen. Moment, ich könnte auch erst mal Star Wars Episode II gucken. Produktivität ist mein A und O.
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