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Behindertenverein, Im Internet

Disziplinarverfahren, oder: Mal sehen ob’s geklappt hat…

05.18.07 | 18 Comments

Aufgrund eurer regen Anteilnahme an meinen Grundregeln für besoffene Blogger erläutere ich kurz und knapp, wie meine mentale Vorarbeit angekommen ist und ob ich mich auch daran gehalten habe. Dabei bezieht sich das auf die letzten beiden Nächte, die beide in etwa gleich besoffen für mich ausgegagen sind.


1. Es wird nicht gekotzt. Das heisst: Es wird nicht gemischt getrunken.

Nunja, gekotzt habe ich kein einziges Mal. Mir war noch nicht mal annähernd schlecht. Gemischt getrunken habe ich trotzdem, und zwar so konsequent, dass es mich doch wundert, was mit meiner Leber passiert ist. Vielleicht bin ich tatsächlich zum Alkoholiker mutiert. Hier eine Liste der meinerseits konsumierten Spirituosen: Bier, Äppler, Wein, Vodka, Tequila, Berentzen, Sekt, Whiskey. Aber egal, alles hat nichts geholfen, ich durfte trotzdem mit Kotzegestank heimgehen, weil mir irgendein Penner auf die Jacke gereihert hatte. Hmm, Nettigkeiten am Abend.

2. Der Stripper gehört dem Geburtstagskind. Kommentare über Vorhaut sind nicht angebracht.

Ich habe liebend gerne auf den peinlichen Stripper verzichtet, der als Polizist verkleidet ankam und in 3 Minuten 200 Euro verdient hat (hallo?! TRAUMJOB?!). Kommentare über Vorhaut gab’s trotzdem.

3. Die Leute in meinem Telefonbuch brauchen KEINE neuen Namen. Ihre echten Namen eignen sich wunderbar zur Wiedererkennung.

Da die Namen in meinem Telefonbuch sowieso zur Unkenntlichkeit (vom letzten Mal) verändert sind, konnte ich sie gar nicht weiter behandeln… ich hab ja eh keinen Plan mehr.

4. Ich liebe NICHT die ganze Menschheit, genauso wenig möchte ich mit der ganzen Menschheit Sex haben.

Nun ja. Ich habe gestern nacht jeden umarmt und quasi-abgeknutscht, der mir über den Weg gelaufen ist. Ich habe jedem gesagt, wie sehr ich sie oder ihn liebe. Glücklicherweise war diese Zuneigung auf eine Art und Weise, wie man sie seinem Pony schenken würde. Ich habe niemanden dazu eingeladen, mit mir Sex zu haben.

5. Die ganze Menschheit hasst mich NICHT, aber die besonders Hässlichen möchten mit mir Sex haben.

Gut, gut… die Zuneigung traf auf Verständnis und Gegenseitigkeit. Es fanden sich allerdings noch nicht mal Hässliche, die mit mir Sex haben wollten. Einer, vielleicht, aber ich kann kaum noch beurteilen, ob der wirklich hässlich war oder nicht.

6. Besonders Hässliche sehen im Licht des Alkohols manchmal relativ gut aus. Nein, ich möchte auch mit den gutaussehenden keinen Sex haben, egal wie sehr sie Sex mit mir haben möchten.

Genau da ist das Problem: Zwei Typen an zwei Abenden sahen meiner Meinung nach NICHT SCHLECHT aus. Im alkoholisierten Zustand. Frage: War das jetzt unter- oder übertrieben? Man weiß es nicht. Von einem hab ich die Nummer, der andere hat meine. Unpraktisch. Mal sehen, was kommt (man muss dazu sagen, dass meine weiblichen Kameraden mir von beiden Typen jedesmal partout abgeraten haben. Ich weiß nicht, ob ich ihre Meinungen in Frage stellen sollte).

7. Frauenärsche turnen mich nicht an, wenn ich besoffen bin. Sollte das doch der Fall sein, SO MUSS ES JA KEINER WISSEN.

Ahem. Es gibt mindestens eine Person, die sich das mittlerweile ganz gut vorstellen kann, aber da macht es mir nicht so viel aus, die wusste das glaube ich auch schon vorher. Von daher.

8. Über folgende Themen wird nicht geredet: Vorhaut, Internet, die Größe meiner Titten, die Form meiner Vagina, die Form der Vagina von anderen Menschen, Fettleibigkeit bei anwesenden Gästen.

Bis auf die Fettleibigkeit war alles dabei. Besonders Vorhaut. Man, Vorhaut, ich glaube das ist das neue Holocaust in meinem Kopf.

9. Ich erzähle meinen besten Freunden NICHT, an wen ich denke, wenn ich masturbiere. Ich erzähle ihnen auch nicht, an wen andere Menschen beim masturbieren denken. Vor allem werde ich das nicht erzählen, wenn 10 andere Vollhorsts um uns herum stehen.

Ich habe zumindest erwähnt, dass ich das mache, wenn ich besoffen bin- Leuten erzähle, an wen ich beim masturbieren denke. Auf die Frage “an wen denn” habe ich dezent “an irgendwelche Stars, haha” geantwortet. Das war die Unwahrheit, natürlich. An dieser Stelle bin ich sehr stolz auf mich.

10. Die Kleidungsstücke dürfen ihren Platz nicht verlassen, selbst wenn es dabei um Geld geht (ab 100€ reden wir weiter).

Ich habe zumindest mehr als 2 Mal mein T-Shirt hochgezogen und ungefähr die ganze letzte Nacht hindurch mein Dekollté rausgestreckt, als ginge es um mein Leben. Naja, aber die Klamotten waren noch da.

Bonusparty:

11. Ich gehe mit niemandem nach Hause sondern nehme höchstens jemanden mit zu mir. Dies schließt aus: Männer und besonders besoffene Mädchen

Ich habe nur eine Person mit nach Hause genommen, und gestern bin ich selbst mit zu jemandem heim gegangen. Beides sehr platonische Abende, da keine Männer anwesend waren. Irgendwie hätte ich mir gerade bei dieser Regel einen Verstoß gewünscht, woher das wohl kommt…

12. Ich werde nicht per Anhalter nach Hause fahren.

Ironischerweise bin ich zwar nicht per Anhalter nach Hause gefahren, aber doch auf einer erschnorrten Art und Weise- und zwar an beiden Abenden. Am Mittwoch kannte ich die Person wenigstens, gestern jedoch waren es wildfremde Typen die aus einer ganz anderen Ecke Hessens kamen- egal, sie haben uns trotzdem nach Hause geschifft. Muss schon sagen, ich finde die Lücken im Gesetz, ich sollte Anwalt werden.

13. Ich werde nicht vor die Haustür, in den Garten, in mein Bett oder in andere unpassende Lokalitäten kotzen.

Da ich nicht kotzen musste erübrigt sich diese Regel. Wieder strahlt aus mir der Stolz.

14. Ich werde vorher eine Packung Kaugummis und eine Deodose mitnehmen, um meinen Eltern nicht die volle Härte zu präsentieren.

Äh, hab ich beides vergessen, aber der Stubenadolf hat eh schon gepennt, also whatever.

15. Ich werde mein Handy nicht verlieren.

Aye, aye, Sir! Dafür musste ich meine Jungfräulichkeit hergeben.
Haha, Spaß…
.. :((((

16. Ich werde mich nicht an den PC setzen und irgendwas im besoffenen Zustand bloggen.

So. Wie ihr sicherlich gemerkt habt, war das auch tatsächlich nicht der Fall. Noch stolzer ich bin. Allerdings muss ich gestehen, dass ich es gemacht hätte, wenn ich a) noch koordinative Fähigkeiten besessen hätte und b) mein Bruder nicht schon gepennt hätte (der PC steht in seinem Zimmer; er arbeitet morgens; aufwecken ist tödlich).

17. Ich werde keine SMS, Emails oder Forumeinträge schreiben, die sich an Menschen richten, mit denen ich nichts zu tun aber leider eine ausgesprochen unbewältigte Vergangenheit habe.

Also Internetmäßig brauche ich kein schlechtes Gewissen zu haben. In meinem SMS Ausgang hab ich nur einige verwirrte SMS gefunden, aber nichts schlimmes und schon gar nicht an irgendjemanden, der keine SMS verdient hätte. Yeeha. Keine peinlichen Situationen. Da fällt mir aber gerade ein, dass ich für ein Foto so getan habe, als würde ich mit einem Typen rummachen. Dieses Foto sieht hoffentlich nicht authentisch aus.

18. NEIN, HARRY POTTER IST NICHT SEXY WENN ICH BESOFFEN BIN.

Dafür aber anscheinend irgendwelche Typen mit trashigen Autos… die aussehen wie Harry Potter mit kurzen Haaren. Gott, ich schneide immer irgendwie scheisse ab.

19. Keine Karrotten, Gurken oder Zuccinis dürfen auf das Zimmer genommen werden.

Ich habe mich noch nicht einmal abgeschminkt, insofern brauchte ich auch keine großen Einschlafhilfen.

20. Wenn sich alles dreht, werde ich keinen Liter Milch und auch keine Banane essen, sondern bei Wasser und Brot bleiben.

Tadaaa! Mein Magen blieb standhaft (obwohl ich bei einigen Kotzgeräuschen gerne mitgemacht hätte, insbesondere nachdem ich an meiner Jacke gerochen habe. Boah, Todesgeruch der Hölle).

So, im Endeffekt muss ich sagen, ich bin gut weggekommen. Andererseits habe ich fast jede Regel gebrochen, wie immer. Ich sollte wirklich auf Alkohol verzichten. Mehr kiffen, oder so… da wird mein Faultier dasein einfach so gestärkt, dass ich gar nicht mehr in der Lage wäre, irgendwas anzustellen. Besonders den Leuten erzählen, wie sehr ich sie liebe, zum Beispiel. Da arbeitet man sechs, sieben Jahre lang an einer standhaften Fassade der Coolness, und was ist? In einer Nacht kehrt die weiche Seite aus einem hervor und die ganze Welt weiß, dass es alles nur Show ist.

Apropos Show, ich habe vor der Abiparty gestern noch ein paar Fotos gemacht. Enjoy the Posing:

Knut & I

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