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Im Internet, Selbstanalyse

Abos zu verschenken

06.16.07 | 16 Comments

So langsam wird mir klar, warum ich nicht mehr gerne blogge. Es liegt einfach an den anderen Bloggern.

Genau. DU bist vielleicht Deutschland, aber ‘ne großartige Hilfe bist du mir nicht gerade.

Verstehen wir uns nicht falsch, ich rede gar nicht von absichtlichen, hinterhältigen Attentaten auf meinen Blog oder davon, dass mir irgendjemand mein Talent klaut und es an kleine Asiaten in irgendwelchen Kellern verkauft, die dann neue Spammails schreiben oder so; und es gibt auch keine hundsgemeinen Hacker die sich hier mit Viren, Trojanern und “LOLZ I HAXX00red YOUZZ!” breitmachen. Was ich meine ist die Konkurrenz an sich.

Dabei geht es auch gar nicht so sehr um die Leserschaft. Ich meine, klar freu ich mich wenn jemand mein Gerülpse liest. Hey, ich dreh am Rad an guten Tagen, wenn ich so ungefähr 3 Besucher begrüßen darf (nebst den 3400 anderen, die nach trockenen Muschis oder fetten Vorhautschläuchen suchen (ich schwör’s euch, fette Vorhautschläuche… so wahr mir Gott helfe!)), ich flippe aus und mach Handstände und frag mich, wieviele Drogen im Umlauf sein müssen, dass auch irgendjemand diesen Scheiss wirklich interessant finden könnte und ob es nicht doch eher Bestechungsresultate sind von meinen lieben Freunden, die meinen, ich hätte ein bisschen Anerkennung verdient- auch wenn ich’s nicht tatsächlich verdient hätte. Aber, um mal auf den Punkt zurückzukommen, um die Leserschaft geht es mir dabei gar nicht so sehr. Ich schreibe halt doch in erster Linie für mich und das merkt man vor allem an den übermäßig vielen Emo-Einträgen, die kryptische Inhalte über mein emotionales Seelenleben beisteuern, die sowieso keiner versteht und wenn doch, dann höchstens zum Selbstmord animierend sein könnten.

Wirklich, es geht nur um meine eigene Auffassung davon, was Gut und was Schlecht ist. Und damit meine ich ganz klar die Qualität im Schreibstil. Denn wenn man mich fragt, ist es recht einfach, einen guten Blog (und ja, ich bleibe bei “der Blog”. “Das Blog” zu sagen verursacht bei mir Ohrenschmerzen, ich scheiss auf deutsche Grammatik. Ich hab gebloggt da gab’s den Kackbegriff noch nicht mal, also kann ich mir das Recht rausnehmen, den Scheiss so zu nennen wie ich will) zu führen, so lange man auch ein gutes Thema hat. Politik, Wirtschaft, Medienrummel, Popkultur, Musik- hach, egal was, und wenn’s Bananenzucht in der Antarktis wäre, ein Thema ist ein Thema. Da braucht man nicht zwangsweise mit Schreibstil oder Kreativität zu protzen. Man braucht höchstens noch eine Meinung. Die Interessenten finden sich schon.

Aber was ist, wenn man keine Marktlücke findet? Okay, dann muss man sich anstrengen. Aber dennoch hat man ein Thema und das ist schon mal Fundament für alles. Man hat ein Thema und jetzt muss man sich rausputzen- fettes Layout, viel Marketing, ein bisschen Mühe geben beim Schreiben und vor allem konsequent sein: nie darf man vom Wesentlichen ablenken. Niefuckingmals.

Ich derweil hab mich in die derbste Scheisse geritten: Ich hab nämlich gar kein Thema. Ich hab den Randomblog aller Wahllosblogs, die absolute Nullnummer. Ja, gut, es geht um mich, aber da ich weder A- noch B-Promi bin kann man nicht gerade von einem faszinierenden Leben reden, das man UNBEDINGT in den Medien verfolgen müsste. Weshalb es ja eigentlich Blogs gibt, nicht wahr, damit sich jeder mal ein bisschen berühmt fühlen darf…

Und jedenfalls, okay, ich schaff’s einfach nicht. Mein Schreibstil kotzt mich an. Wirklich. Ich schaffe es nicht eine einzige Pointe in einen einzigen Post zu bringen. Derweil lese ich viel von anderen und lache mich tot, muss schmunzeln, nachdenken und losheulen, weil es einfach so verdammt und umwerfend gut ist. Qualitativ, eben. Das ist wie wenn man durch ein Kaufhaus läuft und die besten und teuersten Klamotten sieht, aber man kann sie sich nicht leisten weil man den Status “Super-Behindert” schon überschritten hat und deshalb nicht mehr arbeiten kann und nur noch sabbern davor steht und alles, was jetzt übrig bleibt ist das Zeug zu klauen aber das fällt nach kurzer Zeit schon auf und zack boom shit sitzt man im Kittchen.

Ich kann zum Beispiel keine gescheiten Metaphern bilden. Keine lustigen oder besonders brauchbaren zumindest. Ich lese Dooce.com und falle um weil die Frau einfach die geilsten Sachen bringt. Zynische Kommentare entweichen mir höchstens in realen Situationen, hier kommen die Worte nicht gescheit zusammen- anders als bei Boobs, Injuries & Dr. Pepper. Die haut auch geile Teile raus. Ganz abgesehen von so vielen anderen, die alles so viel besser machen, die wirklich so trocken sind dass sie lustig wirken und aaaach, ich weiß auch nicht. Natürlich will ich in erster Linie schreiben, weil es mir auf dem Herzen liegt, und damit würde ich auch nie aufhören. Aber was das bloggen angeht - da fällt mir ein, wenn ich z.B. gerade nicht das passende Wort finde, ersetze ich es durch einen Fäkalausdruck - ist es nicht gerade motivierend, wenn man so vieles liest, was sich einfach besser anhört, zumal es meistens gar nicht so unterschiedliche Geschichten oder Meinungen sind. Nur die einen sind besser, die anderen schlechter verpackt. Und trotz allem geht es ja auch irgendwo um den Schreibstil, den ich gerne verbessern würde. Jetzt könnt ihr euch wahlweise noch entscheiden, ob ihr Geld für’s Melt! oder für einen Schreibkurs spenden möchtet- nur dass das nochmal zur Sprache kommt.

Pff. Das wollte ich nur mal rauslassen, weil ich schon wieder den ganzen Tag am Verzweifeln bin- so viele Dinge, so viele Gedanken und nicht ein einziger brauchbarer Beitrag. Scheisse mit der Scheisse hier.

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