Das Frauending
25/06/2007Frauenfreundschaften sind ein wahres Mysterium für mich. Erinnert mich bitte nicht daran, dass ich eine Frau bin- ich weiß es selber. Aber ich bin so eine von der Kumpelfrausorte. Obwohl es Tage gibt, an denen ich mir wünschte, es wäre nicht so - zum Beispiel beim Anblick meines Traumtypens mit der Super-Tussi schlechthin- finde ich das auch gar nicht so schlimm, vor allem bei Berücksichtigung dieser Frauenfreundschaften.
Ich hab natürlich auch Freundinnen. Klar. Wäre ja schrecklich ohne das Zicken, Lästern und dem Schönheitswahnsinn. Aber wenn ich mir mal so ansehe, wie Frauen unter sich sich eigentlich benehmen, macht mich das total bescheuert.
Mit Jungs ist das einfach: Man macht Witze, erzählt sich von seinem Stress, lacht drüber, geht Döner essen und vielleicht steigt man zum Abschluss des Tages in die Kiste, jedenfalls wenn man über das Kumpel-sein hinaus geht. Aber Frauen. Frauen.
Frauen können generell, wenn sie gut befreundet sind, alles gemeinsam machen. Ich meine, wirklich alles. Es stimmt! Frauen gehen zusammen auf’s Klo, und alleine der Gedanke daran macht mich total verrückt. Hey, ich geh auf öffentlichen Toiletten schon immer in die letzte Kabine, damit sich wirklich maximal nur eine Person in die Kabine neben mir gesellen kann. Und Freundinnen? Die kacken sogar zusammen! Ich würd komplett ausrasten wenn jemand meine Pissgeräusche analysiert. Ich weiß auch nicht, ob das an irgendeinem Kindheitstrauma und Komplexen in meinem Selbstbewusstsein liegt, aber nee, das könnte ich absolut nicht. Ich könnte auch niemals vor einer Freundin den größten Furz rausdrücken, egal wie gut wir uns kennen. PRIVATSPHÄRE. Ich hab’s nicht so mit Intimität. Ich würd ja auch nicht vor meiner Sexgesellschaft mal eben ‘ne Lehmstange aus dem Rücken drücken, oder?
Oder zusammen duschen. Kein Wunder, dass alle Typen glauben, jede Frau hätte schon mal ‘ne andere gebumst. “Hui, komm, wir gehen mal zusammen duschen! Darf ich dir den Rücken einschäumen? Hihi, guck mal, du hast drei Haare an der Muschi!”
… Äh. DAS IST MEINE MUSCHI UND DU HAST KEIN RECHT ÜBER SIE ZU URTEILEN.
Okay, ich find’s eigentlich gar nicht so schlimm- wenn ich selber so wäre, hätte ich ja absolut kein Problem damit. Ich hab anscheinend nur irgendwelche gravierenden Hemmungen, die mich davon abhalten, so meinen Freundinnen gegenüber zu sein. Ich finde, man muss in allen Bereichen des Lebens sein Profil bewahren, sich so representieren, wie man in Erinnerung behalten werden möchte. Wie wäre das denn, wenn ich mir in zehn Jahren überlege, “oh, ja ja, die eine da- die hat sich unter der Dusche immer die Arschhaare rasiert.” Ich find’s ja ganz lustig, über soetwas zu reden (und selbst da bin ich im Herzen nicht Spasti genug, um das komplett durchzuziehen). Aber das auch noch vor anderen zu tun? Da hört’s auf, das is echt nich mehr feierlich.
Wie gesagt. Es liegt definitiv an mir. Doch diese Klischeeartigkeit, die das ganze mit sich bringt, ist so, ja, abstoßend. Da sitzen sie nun auf dem Bett, glotzen irgendwelche Reportagen über Fettleibigkeit, lesen dabei strunzdumme Frauenmagazine und lackieren sich die Fingernägel. Zwischendurch gibt’s Kissenschlachten in Hotpants. Ja, der Traum von Männern, oder so. Oder auch nicht.
Hehehe. Wobei, letzteres hab ich auch schon gebracht. Und es ist ja auch nicht wirklich nervig, es wird mir nur langsam bewusst, dass ich gar nicht so der Typ dafür bin. Ich muss mich vielleicht einfach nur mal locker machen. Eventuell bin ich auch einfach nur so sehr Kumpel, und habe mich so von Jungs beeinflussen lassen, dass es für mich irgendwie strange erscheint. Jaja, Weiber. Ein unaufgedeckter Mythos.
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