Ein besserer Mensch

11/07/2007

Okay, kennt ihr das- ihr hört irgendeinen geilen Song, oder lest ein verdammt intelligentes Buch, oder seht eine superlustige Website oder guckt den besten Film allerzeiten, und ihr wollt jetzt, das die ganze Welt von diesem Kunstwerk erfährt- nur irgendwie scheint sich keiner so dafür zu faszinieren wie ihr?

Dabei müsste ich erstmal davon ausgehen, dass mir überhaupt jemand in erster Linie zuhört (ich meine, mein Blog, schön und gut, aber ich will auch nicht jeden Tag irgendeine Playlist raushauen). Aber wenn ich dann erst mal so weit und bin irgendein Idiot meldet sich freiwillig dazu, meinen Schwärmereien zuzuhören (die, by the way, es überflüssig machen überhaupt noch den Film zu gucken oder den Song zu hören, weil ja sowieso schon alles darüber gesagt wurde…), dann starre ich in apathische, ziemlich desinteressierte, nein fast bemitleidende Gesichter. Alle mit dem Furzausdruck “Oh, ja, ähh, klar, du debiler Fettsack.. natürlich ist das Lied gut… sicher… könntest du jetzt bitte das Messer auf Abstand zu meinem Gesicht bringen und deine Medikamente schlucken?”

Also, sagen wir es so: Wenn man es mal geschafft hat, jemanden zu finden, der genau auf die gleichen Dinge steht wie man selbst, der über die gleichen Witze lacht und sich für dieselben Klischees faszinieren kann, die so in der Welt herumschwirren, und dieser Mensch einen gleichzeitig auch noch mag und eine Augenweide ist, ja dann, aber auch nur dann, kann man sich tatsächlich glücklich schätzen. Denn plötzlich ist man ein ausgeglichener Mensch, selbst wenn man keinen Sex hatte oder immer noch Drogen nimmt oder fett und behaart ist.

Nicht um zu sagen, dass ich fett und behaart wäre (naja, von beidem ein bisschen, aber man kann ja auch nicht alles haben im Leben). Ich mein ja nur. Alles ist gut. Man kann sich selbst nur bis zu einem bestimmten Punkt alleine glücklich machen, den Rest macht der kommunikationswillige Volldepp, von dem man abhängig ist.

PS: Wenn das hier jetzt so ein Mitleidsbeitrag wäre, was nicht besonders verwundern würde in Anbetracht der Statistiken auf meinem Blog, was Mitleidsbeiträge angeht, dann würde am Ende noch stehen dass ich ja meinen eigenen Teil zum persönlichen Glück beigetragen hätte und jetzt nur noch auf den Menschen warte, der den Rest erledigt, oder was für ein bescheuertes Stück flüssiger Scheisse ich doch bin, dass ich diesen Menschen auf’s Spiel gesetzt habe weil ich irgendwelche Minderheitskomplexe habe und einen falschen Stolz in mir trage- aber nein, den Müll erspare ich euch heute. Erfreut euch an objektiver Analyse zwischenmenschlicher Funktionen. Yee-haa.

There are 8 comments in this article:

  1. 11/07/2007Paul say:

    Hab ich schon gesagt das ich seit einiger Zeit richtig glücklich bin?

  2. 11/07/2007Paul say:

    (Du darfst jetzt mit “Fieses Arschloch!!” antworten^^)

  3. 11/07/2007Alisa say:

    “Man kann sich selbst nur bis zu einem bestimmten Punkt alleine glücklich machen, den Rest macht der kommunikationswillige Volldepp, von dem man abhängig ist.”

    Wie Recht du damit hast!

  4. 11/07/2007Sebastian say:

    Popkulurblog oder Befindlichkeitsblog, Gretchenfrage, ick hör Dir trappsen.

  5. 12/07/2007Lucky#Slevin say:

    Ich weiß zwar nicht, was genau du damit sagen möchtest, aber richtig, du hast recht…

  6. 12/07/2007MuGo say:

    Definitiv Befindlichkeitsblog, würde ich mal sagen!

    @ Sara: Da du ja eh nicht weiß, worum es geht, kannst du dies auch getrost wieder vergessen…^^

  7. 12/07/2007Lucky#Slevin say:

    So viel hab ich noch verstanden. Und ich finde ja, dass sich mein Blog nicht einfach so kategorisieren lässt. Nur, damit wir uns da einig sind.

  8. 12/07/2007Sebastian say:

    Du sollst es ja auch nicht kategorisieren, sondern die Leser. Das brauchen wir!

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