Hm, also weil ich erst kürzlich was über das neue Radiohead Album “In Rainbows” geschrieben habe, wollte ich noch neueste Informationen anfügen… vor allem weil ich mich ja eine Sekunde lang “schäbig” gefühlt habe, weil ich (noch) nichts bezahlt hatte. Allerdings werde ich mir die Disc-Special-Version holen, ich seh’s tatsächlich nicht ein für etwas, dass ich nicht anfassen kann, Geld zu blechen… ich möcht dann doch wenigstens den Bonus haben.. und ‘ne Kreditkarte hab ich eh nicht.. eeh… egal keine Lust auf dumme Rechtfertigungen…
Anyway. Wer die Story noch nicht kennt: Radiohead haben letzte Woche ihr Album veröffentlicht, und zwar digital downloadbar. Dort hieß es, und das ist wohl das wichtigste an der ganzen Meldung, dass die Fans selbst entscheiden können, wie viel sie dafür bezahlen möchten. Sprich: Entweder ich gebe viel, oder ich gebe wenig, oder ich gebe gut, oder ich gebe gar nichts. Viele waren sehr skeptisch dieser Methode gegenüber und hielten es für eine Schnapsidee, frei nach dem Motto: Die Künstler rennen gegen eine Wand der Naivität, indem sie ihren Fans (und sonstigen) blind vertrauen.
Eh eh, falsch gedacht. Nach neuesten Nachrichten haben Radiohead angeblich 1.2 Millionen Alben “verkauft”. Das ist jetzt, in der ersten Woche, schon mehr als sie die letzten 3 Alben zusammen verkauft haben. An dieser Stelle kann man noch nachlesen, dass der durchschnittliche Preis für das Album bei 8$ lag. Wir kommen also bei ungefähr 10 Millionen Öcken an. Hallo?!
Und das auch noch unverschnitten! Der Profit kommt fast ohne Umwege bei der Band an, anders bei einem Standardvertrag mit einer Plattenfirma, die erst mal ihre Produktionskosten einbringen möchte. Und mal was anderes: Ihre Musik hat mehr Leute erreicht, da bin ich mir sicher. Radiohead ist nicht die erste Band, die dieses Format nutzt, aber sicherlich die einzige, die so viel Eindruck und Publicity erzeugen konnte. Und was ist schon bessere Publicity als “hey, ihr könnt unseren Scheiss haben für … öhm.. egal!”.
Sollten die Zahlen für In Rainbows also stimmen, so hat die Band wohl mehr erreicht, als sie hätte erwarten können. Ein neues Zeitalter ist angebrochen, haha! Die Plattenfirmen danken ab, Internet is the new master. Hoffe ich doch zumindest. Denn es ist doch tatsächlich so, dass Werbung für Musik praktisch umsonst gewesen ist. Ein MySpace Profil, ein paar gute Aufnahmen (die kosten zwar noch Geld, aber vergleichsweise lohnt es sich schon), und nun heisst es: Erfolgreich und berühmt werden. DANN können wir über große Touren reden, sowieso das, was das meiste Geld einbringt. Ich hab gar nicht mehr im Kopf, wie viele Bands erst durch das Internet erfolgreich wurden- Arctic Monkeys, Lilly Allen, um ein paar Britische zu nennen- und meine Favoriten natürlich, Justice und Uffie..
Ich sag nur: Gut gemacht, Internet. Dafür gibt’s nen Cookie.
Tags: musik, news



last.fm Top Ten: http://www.last.fm/music/+charts/track/
Aber was mir immer noch fehlt: Ein Medium, dass mich passiv mit Musikempfehlungen füttert. Okay, es gibt da so eine Mailadresse, aber das war’s dann ja auch schon…^^
Ernsthaft: Was nutzt es mir, dass jeder Hans und Franz heutzutage seine MySpace-Seite hat? Ich will mich da einfach nicht durchklicken und hoffen, dass da was Gutes bei ist - ich will, dass mir jemand Empfehlungen ausspricht und die kann ich mir anhören. Bock auf zuviele Musikblogs habe ich aber auch nicht, das ist dann auch wieder zu anstrengend. Ihr merkt also: Ich mag die Industrie, denn sie nimmt mir Denken und Initiative ab. So soll es sein, so war es gedacht!
Es gibt doch sowas wie Opinion Clouds, ich glaube sogar bei last.fm, wo Du dann 3 Bands einträgst und daraus erkennt man dann, was zu einem passt. Auch wenn das andererseits vielleicht den Blick ein wenig einschränkt.
Ja, aber ich weiß nicht - last.fm nutze ich irgendwie ungern. Obwohl das genau das ist, was ich will: Das Nachbarn-Radio. Und dazu vielleicht noch einen Raritäten-Blog, wo man nur wirklich krudes Zeug vorgestellt bekommt. Ingeborg Schnabel, Kelly, Fresh Dumbledore, sowas in der Art. Vielleicht auch Weltmusik im Sinne von internationaler Popmusik. Also Pop aus Bolivien, HipHop aus Malaysia, Punk aus Togo, Elektro mit Elementen traditioneller Volksmusik von den Fiji-Inseln. Horizont erweitern eben. Und das gibt es alles; ich bin eben nur zu faul, mich regelmäßig hinzusetzen und zu sagen: Jetzt hör ich mir mal mein Empfehlungsradio bei last.fm an um Neues zu finden und such gleichzeitig ein paar Musikblogs, die meinen Vorlieben entsprechen.