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Zeitgeist/Popkultur

Gah, ich hasse Kritiken..

10.28.07 | 7 Comments

In letzter Zeit habe ich meine Nächte oftmals damit verbracht, Filme zu gucken. Da das zumeist alleine passiert ist, haben sich viele Meinungen und Ansichten über besagte Filme entwickelt, die bisher noch nicht an die Öffentlichkeit getreten sind. Deshalb mache ich mir jetzt die Mühe und gebe mein Fazit ab. Ich bin, wie schon oftmals erwähnt, ein wirklich grottenschlechter Kritikenschreiber, also werde ich versuchen, mich kurz zu fassen und keine großartige Sache daraus zu machen. Ich muss es nur mal loswerden.

Ein Gutes Jahr
Oh je. Russel Crowe. Gehört zu den wenigen Schauspielern,die ich fürchte; da reihen sich Will Ferrel, Adam Sandler und Jack Black mit ein. Fragt mich jetzt nicht, wie der da reinpasst (aber wo ich schon dabei bin: NICOLE KIDMAN gehört definitiv auch dazu), aber er passt rein. Ich mag ihn einfach nicht.
Ich hatte den Film in der Vorschau gesehen und empfand sofort tiefe Befriedigung. Ich mag Filme, in denen es darum geht, sein Herz zu öffnen, sein altes, materielles Leben zu vergessen und ein neues Leben voller Liebe anzufangen. Das ist für andere sowas wie Science Fiction, glaube ich, jedenfalls in Anbetracht des Realitätsgehalt..
Egal. Der Film war okay. Ich fand es gut, dass die obligatorische Liebesgeschichte nicht den größten Teil des Filmes eingenommen hat; nur wer es dann doch seltsam, dass die kaum beleuchtete Affäre, die der Protagonist hatte, auf einmal so viel Einfluss auf den Verlauf der Geschichte hatte. H. Aber ich entschuldigte dieses Konzept für die atemberaubende Marion Cotillard, die leider auf Fotos nicht ganz so viel Ausstrahlung hat wie im Film. Hallo holde Weiblichkeit! Wo-hoo! So macht Filmgucken Spaß! (Hab ich schon erwähnt, dass ich viel mehr Wert auf das Aussehen der Frauen an den Seiten der Männer lege als andersherum? Ich habe dafür keine Erklärung). Also, Russel Crowe, im Endeffekt, ist ein guter Schauspieler. Aber ich mag ihn nicht.

Populärmusik aus Vitulla
Ein Indie-Film aus Schweden, der mich wirklich fasziniert hat. Die Story war ziemlich einfach gestrickt: Ein abgelegens Dorf, das irgendwie zu Schweden und Finnland gleichzeitig gehört, und zwei Jungs, beste Freunde, die dort aufwachsen und sich beide verlieben- in die Rockmusik der 70er Jahre (oder so). Ein absout umwerfender Film, in dem so viele Themen beleuchtet werden, ohne einen moralischen Unterton zu entwickeln.. dazu gehört Nationalität, Freundschaft, Integration in eine Gemeinschaft, Pubertät, Familie, aber wm Wichtigsten sind immer die Träume, die man hat und diem an verfolgen soll, etc. pp. Hört sich an als wäre es eine Ausgeburt des Filmklischees, ist aber ziemlich schön und subtil dargestellt. Vor allem einige Szenen zeigen unkonventionell, aber brutal den harten Alltag in einem 200 Mann Kaff und wie man es bitte schön darin aushalten will. Auf jeden Fall ein sehenswerter Film, der ungewöhnlichen Humor beweist und gut zum Nachdenken, aber auch zur Unterhaltung anregen kann.

Oceans 12
Zu diesem FIlm würde ich am liebsten Schweigen. Ich habe noch nie so etwas abgrundtief Schlechtes gesehen. Das macht zwar Oceans 11 nicht weniger gut, aber dieser Teil ist UNLOGISCH. Es entstehen seltsame Verstrickungen und man versucht, die ganze Zeit, hinter das Geheimnis der Planung zu kommen- nach Oceans 11 Manier eben - aber der Film löst den Plan nie auf! Zumindest wird es ziemlich leicht gemacht. Für mich gab es einfach keinerlei Logik, weshalb ich das Kotzen gekriegt habe. Unnötig verwirrend, und das Ende, als ob es in 4 Minuten mal so hingeklatscht werden musste.

Oceans 13
Ahja! Oceans 13 hab ich mir trotz Oceans 12 angetan. Ich steh genug auf Soderbergh, um ihm verzeihen zu können. Und ich habe ihm tatsächlich, wenn auch nicht vollständig, für die Schandtat beim letzten Mal verziehen. Oceans 13 ist unterhaltsam, und obwohl auch er nicht mal annähernd an den 1. Teil der Trilogie herankommt, hat er Spaß gemacht, ohne in verrückte, unlogische Verstrickungen abzudriften. Ich ahbe ehrlich gesagt aber Catherine Zeta-Jones vermisst, der einzige gute Teil an Oceans 12. In meinen Augen ist sie nämlich das Ebenbild der Person, die ich gerne wäre. Äußerlich, meine ich natürlich. Es gibt zwar eindeutig noch schönere Frauen, aber seit Verlockende Falle wäre ich einfach gerne in ihrem Körper und hätte sehr gerne ihre Ausstrahlung und naja… äh. Wie auch immer. Oceans 13- kann man sich angucken.

Lieben & Lassen
Kommen wir also zu einer weiteren bewundernswerten Frau, die in meinen Top 10 residiert: Jennifer Garner. Der Film war so lala, vollgepackt mit Liebesdramagedöhns, aber die Story war dafür relativ originiell, auch wenn man sicherlich mehr hätte rausholen können. Überzeugt hat mich der FIlm lediglich wegen seinem Humor, nicht so sehr der REst, der, wie gesagt, ziemlich klischeegefüllt und damit quasi transparent war. Von Spannung jedenfalls keine Rede. Aber dafür gucke ich solche Filme auch nicht. Im Gegenteil. Meiner Meinung nach sind solche Filme wie Blogs. Keine großartige Literatur, sondern die Möglichkeit, wie ein Voyeur das Leben oder die Träume eines anderen auszuspannen. Vielleicht ist dieses Leben nur so interessant, weil man sich identifizieren kann. Vielleicht auch nicht- man erkundigt eine neue Welt. Doch egal wie, eigentlich ist es nur eine Ablenkung, damit man sich nicht an seinen eigenen Scheiss erinnern muss- auch wenn es zwanghaft so sit, dass man ugnewohllt auch in Filmen (oder Blogs) nach Lösungen oder Parallelen zu sich selbst sucht.
Tja, und genau so ein Film war das eben- ich spanne das Leben von jemand anderem aus, weil ich gerade ziemlich ideenlos meinem eigenen gegenüber stehe (nicht um zu sagen, dass es danach besser war, aber immerhin bin ich friedlich mit Happy End im Kopf eingeschlafen).

Stomp The Yard
Oh GOTT. Okay, eines Vorweg: Ich bin ein Tanzfilmfan. Aber warum zur Hölle müssen die immer die Arschkartenstory ziehen? Bei You Got Served haben wir einen Tiefpunkt in der Geschichte von MTV produzierten Filmen erreicht. Dagegen war Save The Last Dance ja Oscaranwärter. Step Up war nur bedingt besser, was meiner Meinung nach aber an den Schauspielern lag. Aber Stomp The Yard.. da haben die Macher wohl echt versucht, jemanden umzubringen. Mich zum Beispiel.
Es ist bestimmt schwierig, eien passende Story zum Thema “cooles Steppen für Schwarze Männer” zu finden, und das auch noch - obligatorisch- mit Hip Hop zu verbinden. Freilich fand ich die Tanzeinlagen an sich auch echt super, musste aber erkennen, dass es hauptsächlich um die so geliebte Verwertung von Klischees geht. Das war so übetrieben, dass ich bestimmt die Hälfte vergessen habe, aber ich versuche das mal zu rekonstruieren:
Schwarzer Typ, Tanzgang, Schiesserei, Bruder tot, Depression, komt zu reichen Verwandten um auf’s College zu gehen, muss dafür hart arbeiten, verliebt sich in die Freundin vom fiesesten Typen, Freundins Vater ist Direktor der Schule und will nicht, dass die beiden zusammen sind, er tritt in eine Bruderschaft ein um es dem Ex von ihr “zu zeigen” (indem er steppt), wird aber von der Schule geschmissen, weil dem Direktor damals das Herz von der Tante des Protagonisten gebrochen wurde; die Leute aus seiner Bruderschaft fühlen sich hängengelassen, doch im letzten Augenblick darf er doch tanzen und räumt den Nationaltitel ab, natürlich im Herzen für seinen verstorbenen Bruder.
Tja. Das und vieles mehr finden wir in Stomp The Yard. Für einen lustigen Abend, um einen Film zu zerreissen reicht es, aber das war’s dann auch.

Superbad
Ein KÖSTLICHER Film. Es war eine überaus gute Entscheidung, dafür auch ins Kino zu gehen. Superbad ist das, was American Pie nie sein konnte: Ein hammerlustiger Film, ohne ordinär zu wirken. Dabei behandelt er augenscheinlich dieselbe Thematik wie jeder behinderte High School Film. Ficken! Ja, und die Fick-Witze sind auch da. Aber neine, eigentlich geht es um viel mehr, wie uns die verrückte Story in manchen Szenen zeigt: Um Zukunftsängste und Männerfreundschaft, wie sie nur real ist (und ich als Frau kann das wohl sehr objektiv beurteilen, heh). Nein, ernsthaft: Alleine die Sprüche lohnen sich. Und weil keine großartige Moral dahinter steht, macht das Abenteuer der beiden Freunde umso mehr Spaß. Im Prinzip ist Superbad das Harold & Kumar der Nicht-Kiffer, und damit mein Favorit des High School Genre.

So. Das war’s für’s erste. Ich habe noch Streets of London (Kidulthood) geguckt, auch ein sehr guter Film, Vollidiot mit Oliver Pocher- ganz lustig, aber ich glaube, wer das Buch schon gelesen hat ist da anderer Meinung, außerdem mag ich Pocher ja schon, Nachts im Museum, ich hasse Ben Stiller für immer, .. und noch ungefähr eine Millionen anderer Filme, die ich vergessen habe. Aber ich hab jetzt keinen Bock mehr.

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