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Selbstanalyse, Verwirrtes

Alkohol.. wie ein Testament für den Feiertag.

12.28.07 | 5 Comments

Und WIEDER EINMAL gehen mir Gedanken durch den Kopf. Obwohl ich diesmal viel (viel) mehr getrunken habe, bin ich kontrollierter, bewusster. Dennoch: Hinlegen, darstellen, absolut abschließen. Eigentlich mache ich hier Powerblogging, kompakt alles verbinden, was ich sowieso mal sagen wollte, wozu ich aber nie die Muse (oder die Zeit) hatte; praktischerweise. Unglück dabei: Es zählt nicht wirklich. Ich habe mir heute eine Utopie ausgedacht: Was, wenn die USA einen unabhängigen Staat auf einem Stück Land gründen würde mit gänzlich anderen Regeln (geforderten Regeln!), anderen Prinzipien, Gesetzen… sowas wie: Homosexuelle dürfen heiraten, Abtreibungen sind erlaubt, weniger Verkehrsregeln, wir erlauben Marijuana, naja, alle diese “liberalen” Forderungen eben. Nur so als Experiment. Ich hatte 2 Sekunden überlegt, ob ich eine passende Geschichte erfinden und dazu einen Roman schreiben sollte.

Dann war die Zigarette fertig geraucht und ich hab mir gedacht, scheiss drauf, dein eigener Scheiss, DAS ist das wahre. Das ist die Wahrheit. Ohne jetzt sagen zu wollen, der Mensch sei Egoist (Menschenbild). Nur um sagen zu wollen: Jeder tut das, was für IHN am besten ist, not the other way around. Scheiss auf Moral und so Gesocks. Braucht keiner. Aber dann hab ich mich gefragt, warum man überhaupt Bücher schreiben sollte. Die sind immer für jemand anderen. Der Erfolg bringt erst (ERST DANN) die Befriedigung. Warum also?

Und dann war die Arbeit vorbei, und ich ging auf die Party, und ich trank hemmungslos den Äppler, und jetzt ist es schon fast ein Uhr und ich muss um 8 (spätestens!) aufstehen. Gedanken wie ein Tinnitus.

  • Das ist das erste Mal in meinem Leben, dass ich nicht weiß, wo ich nächstes Jahr um diese Jahreszeit sein werde. Bei meinem Glück, Ehrgeiz, Motivation und anderen Faktoren, taktvollerweise auch bekannt als “Erfolgsangst”, wahrscheinlich genau hier. Aber wenn ich es schaffe, wenn ich es durchziehe, alle Bewerbungen rechtzeitig abschicke, einen Kredit von über 20.000 Euro aufnehme und mich zusammenreisse (vor allem: mir eine Begründung ausdenken, die für die Fachhochschulen angemessen erscheint), wohne ich dann in Berlin und studiere (BA) Medienkommunikation, resp. Medienmanagement. Wäre bei einem 1,8 Abi, wenn es denn so sein sollte, eigentlich fast schon lächerlich. Hauptsache, Geld ausgegeben.
  • Ich kann mit Geld überhaupt nicht umgehen. Sollte ich eine eigene (oder semi-eigene, oder viertel-eigene) Wohnung haben, werde ich noch nicht mal einen Dosenöffner besitzen. Dafür aber coole Nikes. Und außerdem immer auf den besten Partys vertreten. Ist halt scheisse, wenn man reiche Kids zum Vorbild hat.
  • Eingeholt von der Vergangenheit: Vor 5 Jahren war ich an diesem Tag in einem Club, keine Ahnung wie er hieß oder wo er war. Wenn’s nach mir ginge, in meinem Arsch. Ich weiß auch nicht mehr, was passierte. Ich weiß nur, dass ich das erste Mal wirklich frei war. Ich war draußen und alle umarmten sich und ich hatte plötzlich ein Bild von Hippies in meinem Kopf und musste lachen obwohl mir kalt war.
  • Ich gehe absolut keine Risiken mehr ein, obwohl jeder lebendige Tag in meinem Leben ein Risiko ist. Menschen sind zu allem fähig. Vor allem zur Bestrafung.
  • Ich weiß, was ich will.
  • Frauen.
  • Das war jetzt keine Ergänzung zu “ich weiß, was ich will”. Das war lediglich eine Anmerkung, und wenn man schon “Frauen” schreibt, dann gibt es absolut nichts zu ergänzen. Capiche?
  • Superbeichte: Ich habe Scarface noch nie komplett, geschweige denn zu Ende geguckt. Genauso wenig der Pate Teil II-III. Ich konnte nicht. Das lag immer an Al Pacino.
  • Manchmal erleichtert einem Alkohol das Leben. Ich meine jetzt nicht: Ich werde total viel lockerer und hab Spaß und kann ficken. Weil das kann ich sowieso nicht, schon gar nicht betrunken, und wenn dann nur mit Reue; nein. Was ich meine: Alkohol kann einen vergessen lassen, was betrübt. Ist doch egal. Für einen Moment jedenfalls, für eine Nacht. Für jede Nacht.
  • Ab dem 1. Januar muss ich anfangen zu lernen. Für Mathe. Leben ist auf einmal real, greifbar.
  • I’ll be seeing
    you tomorrow
    I’ll be seeing you again
    God knows we’ve said so little
    I’d go so far as to call you a friendBut there’s something in your ways
    That keeps me vying for a connection
    And I know you feel the same
    It’s become a two-way addictionCome on and give me your heart
    Write it on the back of my hand
    And say it’s forever
  • Ich weiß es nicht mehr, was es ist. Und ja, ich habe monatelang versucht, es herauszufinden, und vielleicht war das das Problem; vielleicht hätte es sowieso nichts gebracht, egal wie. Ist ja auch egal. Es geht nicht um Liebe, es geht um das, war es war. Es geht um die Substanz, you know. Es geht nicht darum, dass ich diesmal verliere, obwohl ich immer die Gewinnerin war, immer. Es geht darum, dass ich es nicht VER-STEH-E. ScheisS Silbentrennung. Ist ja auch nicht wichtig! Wichtig ist, dass du es verstanden hast, und weitergegangen bist, und nun blicke ich dir hinterher, wehmütig, herzschmerzend, whatever. Einfach krass, wie es sich ändert, ohne.. ohne sich wirklich zu ändern. Perspektive. Subjektivität. Aber das ist schon okay. Irgendwann dreht man sich um, und dann ist es egal, dann steht man woanders, lernt andere Menschen kennen. Kein Vorwurf. No hard feelings. Nur… nur, dass ich jemanden vermisse, der nie da war. Eine Erfahrung. Und jetzt weiß ich, was ich will (soll ich wissen, was ich fühle).
  • Meine Mom ist clever, sie weiß alles. Aber nicht alles alles. Nur das meiste. Warum sie nichts sagt? Aus dem gleichen Grund, warum ich lüge: Augen zu und durch, erst mal abwarten, gucken, wie es wird. Sie weiß schon, was richtig ist. Keine strengeren Maßnahmen, nur Prinzipien. Vielleicht ein bisschen heuchlerisch; vielleicht ein bisschen so nach dem Motto: so lange es keiner weiß..

Schwulität, alter. Und ohne das jetzt abwertend zu meinen: Schwulität kann gut sein. Was auch immer das ist. Ich sag nur: Heuchlerei = Schwulität. Ohne pipapo und drölf. und sowas. Keine erfundenen Sachen. Nur das, das Herz, du, ich, alle, und wir alle sind Schwulität, wir sind alle die Scissor Sisters hoch drei, wenn man das wirklich beleidigend meinen möchte, denn wir sind ALLE (ALLE!) nur irgendwelche dahergelaufenen DNA Dinger, die sich vermehren und ihren Trieben nicht mächtig sind, und wenn ich sage, so wie immer: Ich will ficken!, damit meine ich nicht, ich möchte gerne Penetration spüren… und das ist der Unterschied! Das ist es, was die meisten nicht raffen, selbst wenn du jetzt das hier liest, ja, GENAU DU, (fühl dich angesprochen), dann weisst du es nicht, denn es GEHT nicht darum, es ist was gänzlich anderes. Lediglich versteckt, hinter einer Maske, Unsicherheit, falsches Selbstbewusstsein. Große Klappe, nichts dahinter, ABER WARUM? Warum… ich kann’s mir leisten, ehrlich zu sein, manchmal zumindest, kann ich es mir leisten.

Nicht immer aber jetzt.
Nicht jetzt nur irgendwann.

Trotzdem mach ich es so, wie ich es gerade will, trotzdem unstrukturiert. So eine Zeit in meinem Leben: Nie wieder. So ein Chaos: Genießen! Fremde Menschen auf fremden Parties: Brauch ich das? Wohl eher nicht. Will ich das? JA. Hemmungslose Triebentfalung? Sowieso. Warum? Frag Jesus, der weiß sowas doch.

PS: Vom letzten Mal noch, hab ich mich eben daran erinnert:

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