
Neon Rave Kids, okay. Ende Juli davon gehört, sollte am 29. Dezember stattfinden. Zugegeben: Scheissdreckslocation. Aber was uns nicht umbringt, macht uns nur stärker. Die sind relativ unbekannt. Club ist klein. Also voller Laden. Höchstwahrscheinlich.
Denkste. Musik war fett, im Club genau 23 Leute. Sah aus wie eine Privatparty. Die feinsten Electroschühschen an den Füßen der Tecktoniktänzer, aber dumm nur, dass Frankfurt diesem Trend ein bisschen hinterherhinkt. Kindergartenparty. Scheissdreck. Theorie bestätigt: Je länger man sich freut, desto beschissener wird’s. Das ist Gesetz, und jedesmal fickt es mich quer durch den Magen, das Gesetz!
Egal, denkt sich der gutgelaunte Clubber, E-G-A-L, ich geh weitersaufen und bilde mir die restlichen Pappnasen einfach ein! Ja, geht nur schlecht wenn man der selbsternannte Fahrer dieser seltsamen Konstellation ist (sowieso ganz strange: Partygirl, Drogengirl, meine Wenigkeit, der eine strange Typ aus der Videothek der mir kurz vor der Abfahrt eine SMS schreibt was ich denn gerade machen würde und wo ich mich ganz spontan wie ich bin dazu entschlossen habe, ihn und seinen noch seltsameren Bruder mitzunehmen um mir zwei völlig fremde besoffene Gestalten ans Bein zu klotzen). Nix mit saufen. Nix mit “hoho, lass mal ein paar Teile auf der Toilette knallen, vielleicht wird’s ja dann besser!”.
Also entschied man sich doch für das immer-bewährende Robert Johnson. Weiterfahrt, hoha, Party! Scheiss auf den Eintritt, hauptsache, Minimal, ist zwar nicht das, was ich heute wollte, aber halloooo- ROBERTS, beste! Hmm.
Wenn es OFFEN hat, junge Dame. Also, Notlösung: Okay, gehen wir ins MTW, ist ja gleich unten drunter. MTW? Depeche Mode Party. Wirklich, Scheisse trifft Ventilator, aber nicht Depeche Mode. Boah. Was kann man in dieser Stadt noch machen? Wieder nach FFM fahren, oder einfach nur deprimiert in eine Bar chillen? Shit, ist ja schon halb zwei. Also ins Weiss, Club Lounge Bar. Sitzen 4 Leute drin. Wo-hoo. Empfehlung der Kellnerin (sehr hübsche Frau): “Geht in die Vinylbar. Die ist immer gut. Die macht erst um 2 auf, aber die ist echt gut”. Kurze gekippt (ich nicht, natürlich) und wieder durch die Kälte zum Auto. Und auf nach Frankfurt, gefühlte Station 378 in dieser heutigen Nacht. Laune ist schon ziemlich verdorben.
Zwanzig Minuten später: Vinylbar. Türsteher beäugen uns. Suspekt. “Ihr seid doch viel zu jung!” Sind wir nicht, ätschibätsch. Also reinmarschiert. Vinylbarjungfrauen können leicht irritiert sein, wenn sie zum ersten Mal den Laden penetrieren. Ungefähr so: Scheiss Einrichtung, super klein, 7 Leute da drin und echt, echt einschüchternd. Ich mein, ich war öfter schon in solchen Schuppen, früher eben; aber wer hätte gedacht, dass das zu “Szene” mutiert, ich dachte ja immer, das Robert Johnson, dass ja musiktechnisch genial, aber leider von viel zu vielen Gestalten der Glam-Szene befallen wird, wäre schon sozusagen “Szene”, aber Vinylbar, Vinylbar war ja echt.. super Szene, quasi. Richtig “trendy”, zum “Nachfeiern”. Überall schneits. Wenn schon an der Tür ein Schild hängt “Der Konsum und Handel von illegalen Rauschgiftmitteln ist in dieser Bar verboten”, weiss man eigentlich bescheid. So sahen auch die Leute aus, die nach und nach eintraten. Fertig. Nur noch hier zum sterben, oder eher: Ausklingen. Wir wurden belächelt. Scheisse, wir waren ja auch die jüngsten. Und wahrscheinlich die einzigen, die nicht auf Teilen, Koks, H oder sonstwas waren. Egal. In solchen Läden fühle ich mich generell wohl: Drauf geschissen, wie du aussiehst, wie du tanzt, wenn du drauf bist, bist du drauf, und du gehörst dazu. We are family.
Nur gestern nicht. Da überlegte ich mir die ganze Zeit, was wohl mit meinem Auto passieren könnte in solch einer schäbigen Ecke (hallo? WER ZUR HÖLLE KOMMT AUF DIE IDEE, UNTER NER BEHINDERTEN DRECKSBRÜCKE VOLLER PENNER ZU PARKEN!!) Frankfurts. Jedenfalls, den Abend genießen kam nicht in Frage. Und nun saßen wir da, fette, bomBASSSStische Musik und alles, aber ey, never ever war das der Moment. Man. Nicht mit diesen Leuten (jedenfalls nicht mit 3/4 von ihnen, fairerweise).
Eh. Also doch aufgegeben, nach Hause gefahren, komplett für’n Arsch der Abend, noch hundert Jahre lang geredet, über Gott und die Welt, wie man es eben macht nach solchen zerworfenen Nächten, wo nichts richtig ist, alles scheisse läuft, aber trotzdem irgendwie… naja, Erfahrungsmäßig. Ich hab vor allem herausgefunden, dass Erwachsenwerden nur heisst, dass man mehr Angst hat, weil einem ja 19 Jahre erklärt wurde, was alles schief gehen kann. Ich schwöre euch, mit 13 wär ich noch aus ‘nem Flugzeug ohne Fallschirm gesprungen, IST DOCH SCHEISS EGAL, heute verriegel ich die Autotüren wenn ich durch ein leeres Landstück mit 120 km/h fahre. Irrational. Das ist Erwachsenwerden. Und falls das jetzt noch nicht so klar durchgekommen ist: Ich find’s echt scheisse.
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ich mach die tür auch immer zu, wer weiß wer mich anal vergewaltigen will
wenn du einer von deinen Mitfahrern gewesen wärst fändest du es geil
haha, solche abende kenn ich. fürn arsch, aber total. und das gesetz kenn ich gut. irgendwas kommt immer dazwischen. da heißt es improvisieren - was natürlich im sommer einfacher ist.
vergewaltigung bei 120km/h? wow.
party on, nach solchen abenden sind die guten abende gleich noch viel besser!
Schlimmer als Depeche Mode-Parties sind eigentlich nur Ü 30-Parties, weil da seit 20 Jahren die gleiche Musik gespielt wird (weil Ü 30er offensichtlich nicht nachwachsen).