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Alltagsgedöhns, Mann/Frau

Krank

03.10.08 | 11 Comments

Ich bin krank. Das volle Programm. Halsschmerzen, Husten, Schnupfen, Kopfschmerzen, richtig krank mit Sonderausstattung. Mehr kann man sich vor dem Englisch-Abi (quasi morgen) gar nicht wünschen, nicht wahr. Das einzige Fach, in dem ich gerne 15 Punkte schreiben würde- aber in diesem Zustand wahrscheinlich doch in die Nachprüfung muss (jedenfalls um 15 Punkte einzukassieren).

Aber darüber will ich mich gar nicht auslassen. Ich bin krank, und wenn es mich so krass erwischt, fühle ich mich auf einmal so völlig hilflos und alleine gelassen. Mit Betonung auf “alleine”. Ich hasse es ja generell schon, alleine zu sein, weil ich ein Kind der Illusionen und Lückenfüller bin, hauptsache, nicht für 10 Minuten nachdenken (was dabei rauskommt ist auch nicht besonders schön anzusehen)- aber wenn ich krank bin verdreifacht sich dieser Zustand in einem grässlichen Ausmaß. Scheisse, ist das so, wenn man auf einmal mit 35 in seiner schnieken Single-Wohnung aufwacht, ganz alleine, man vor Schmerzen nicht aus dem Bett steigen kann und dann feststellt, dass niemand da sein wird, der sich um einen kümmert?

Ich will mich ja jetzt nicht festlegen mit Kindern und Familie und so weiter, aber warum ist es so schwer einfach nur ein bisschen Geborgenheit zu empfinden? Nicht alleine zu sein, wenn man sich schon so elend und verkackt fühlt? Starke Umarmungen, tröstende Worte, irgendein Rückhalt. Und obwohl meine Mom da echt cool ist und mich zumindest nicht mit Hausarbeit jagt, habe ich nicht das unsägliche Bedürfnis, mich gerade zu ihr zu legen, wenn ihr versteht, was ich meine. Obwohl jetzt daran nix verwerfliches wäre. Ich sehne mich nur nach etwas anderem… äh, mit Penis, am besten.

Nein, egal, was ich meine ist: Man sieht es mir nicht an. Ich bin ein cooler, total lässiger und auf sich selbst gestellter Einzelgänger, der sich ungern anderen Leuten (physisch) nähert. Einfach, weil es kompliziert wird, weil ich es nicht mag, wenn man mich als “schwach” ansieht und der restliche emanzipierte Scheiss halt. Und jetzt kommt etwas, dass Frauen in ihrer puren Form charakterisiert, und zwar definitiv alle:

Kann nicht mal jemand kommen, der mich zwingt, ein schwaches Wesen zu sein, durch mich hindurchguckt, alle meine Argumente vernichtet und mich einfach so lange festhält, bis ich nachgebe?

Und wie knüppelhart ist das denn bitte schön, wenn man selber merkt, dass man keinen Sinn macht, weiß, was man tun muss, um zufrieden zu sein, aber irgendwie nichts tun sondern alles in den Schoß gelegt bekommen will? Ich wette, das liegt an der Erziehung.

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