Ich denk mir immer, wenn ich nur genug einstecke, genug mitmache und mit mir machen lasse, dann wird eines Tages der Zeitpunkt kommen, an dem ich explodiere, die betreffenden Menschen fertig mache und dann von einer brutalen, blutigen Szene wegstampfe, aber wenigstens fertig bin.
Fertig sein.
Aber es kommt nicht. Ich fühle keine großartige Explosion, die sich anbaut. Ich fühle keine überragende, zerstörerische Wut, auf die ich so lange warte. Stattdessen fühle ich nur, dass ich mich herumschubsen lasse, kontrollieren lasse, und am Ende habe ich augenscheinlich alles richtig gemacht, weil hey, ich konnte mich ja zurückhalten, und die anderen haben mit mir gemacht, und es ist ja sowieso nicht meine Schuld.
Natürlich ist das ein Problem. Mein Problem. Aber wie mit Heroin ist es so, dass ich süchtig bin- nach bestimmten Personen vielleicht oder einfach nach dem Gefühl, das sie mir vermitteln. Nicht dieses untergebene Gefühl, sondern im Gegenteil, Bestätigung. Und jetzt mal im Ernst, man holt sich immer lieber die Bestätigung von jemandem, den man als Herausforderung ansieht.
Scheisse, und was soll ich jetzt machen? Was soll ich machen, wenn ich vielleicht ein bisschen verletzt bin, aber das nicht als Grund genug ansehe, diese Person loszuwerden, die mich so rumschubst? Ich meine, okay, wir haben auf der einen Seite diese UNENDLICHE, und ich meine UNENDLICHE Zuneigung, einfach so, weil man sich halt mag und befreundet ist und schlagmichtot. Und auf der anderen Seite ist da diese Verbittertheit, weil man sich echt den Arsch aufreisst, wirklich alles tut, um eine bestimmte Position einzunehmen im Leben dieses Menschen, und man denkt: Wenn ich jetzt ausflippe, weil mir was nicht passt, gibt’s nur Stress, und ich will nicht stressig sein. Ich will nicht nervig sein. Ich will gut sein, toll sein. Scheisse.
Also muss ich warten, darauf, dass ich verdammt wütend werde und ein herzzerreissendes Massaker hinterlasse, bei dem ich das Feld mit einer roten Machete verlasse, keine Träne dem Scheiss hinterherweine, der mich so fertig gemacht hat… ich wünsche mir nur so sehr, dass dieser Tag kommt… dass ich diese eine Seite, diese… verflucht anhängliche, zugeneigte Seite, loswerden könnte, um mal dem Problem, dieser Person, der ganzen Welt objektiv gegenüber zu stehen und zu sagen: Hey, das nervt mich, FICK DICH.
Aber alles, was ich kann, ist verstehen, dass manche Menschen einfach nicht kompatibel sind, und dass ich nicht darauf warten muss, dass die Wut einsetzt, sondern darauf, dass ich hier wegkomme, davon wegkomme, es loswerde, und sich neue Menschen finden, die dann entweder das gleiche mit mir machen, oder… anders.

Menschen sind größtenteils alle gleich. Deshalb ist warten, dass sie an einem anderen Ort oder zu einer anderen Zeit anders sind, meistens vergeblich.
Wenn Du etwas an deinem Leben ändern willst, erwarte nicht dass andere das für Dich tun.
Und wenn Du meinst es ist Deine Interaktion mit Menschen, die sich ändern muss, ändere sie. Noch hast Du nen Heimbonus. Lerne Deine Extreme kennen. Denn irgendwo dazwischen is der coole Mittelweg.
Vielleicht musst Du wirklich mal ausrasten? Jedenfalls solltest Du Dich nicht herum geschubst fühlen.
Wir sind vielleicht der Sterne Tennisbälle, aber kein kollektives Spielzeug.
tief. traurig.
Schön gesagt, R- und ja, du hast recht, aber obwohl ich mich im Vergleich zu “damals” echt verbessert habe, kriecht dieses Gefühlchaos immer noch in mir rum.
Aber ist schön zu wissen dass hier noch jemand Stephen Fry gelesen hat..
Ich mach’ den Nu-Rave.
weniger warten. mehr raven.
noch schlimmer ist es, wenn man irgendwann einsieht, dass man es selbst ist, den man mal ordentlich mit der machete bearbeiten sollte. denn alles was da passiert, passiert in deinem kopf. du empfängst nur reize, auf die du nunmal so reagierst, wie du es WILLST. du WILLST es so. und wenn du dich irgendwann änderst, wird dir auch klar sein, warum.
weil es notwendig war, dich zu ändern. nur das du diese veränderung OHNE diesen menschen machen wirst. das wäre zumindest gesünder.
denke ich.
Ich mach den Nu-Rave
Süchtig nach Personen sein ist hart. Leider kenne ich das auch und es ist sehr frustrierend zur Zeit. Aber vielleicht sieht man sie gerade deswegen als Herausforderung an. Alles tun und dann merkt man – oder denkt man zumindest – dass man nichts zurückbekommt.
Aber vielleicht ist Ausflippen auch nicht das schlechteste. Man streitet dann und verträgt sich bald darauf wieder. Bei mir war es so, dass sich dann die Freundschaften oder Zuneigungen verhärtet haben. Streit und Stress können Vorteile haben. Problem ist nur dass man andere Erwartungen hat an gewisse Personen als diese Personen an einen selbst. Das ist alles ein Teufelskreis.
Manchmal erkenne ich mich in deinen Beträgen echt wieder.