UProm.TV ist die sogenannte “Verlinkung” von Fernsehen und internetgesteuerten Medien wie YouTube & Co. Das läuft folgendermaßen: Man empfängt den Fernsehsender UProm.TV seit April 2007 über das wunderbare digitale Fernsehen. Das interessante am Programm ist jedoch dass es sich dabei ausschließlich um User Generated Content, also von den “Benutzern generierte Inhalte” handelt. Genauso, wie man bei YouTube seine Videos hochlädt, macht man es auch bei UProm.TV, mit dem Unterschied, dass sie dort nicht auf irgendeinem Server versauern und man die finger kreuzt, dass diese Videos vielleicht irgendwann gesehen werden- sondern dann unter Umständen auch im Fernsehen landen.
Ganz einfach ist dieser Schritt allerdings nicht. Erst müssen die selbstproduzierten Werke durch die Internetcommunity, wo sie entsprechend ihrer Qualität bewertet werden. Anschließend müssen sie noch die Bestätigung einer ausgewählten Jury abwarten, dann steht allerdings dem Portal zum Fernsehen nichts mehr im Wege. Das Motto finde ich auch recht passend: DU bist TV! Das sehe ich in unserer neuen Web 2.0-Gesellschaft genauso.
Was mich persönlich betrifft- ich finde das Thema überaus interessant und frage mich, wie das in Zukunft wohl aussehen wird. Natürlich sind YouTube & Co längst nicht so weit, das Fernsehen zu übernehmen, aber sie bieten immerhin jetzt schon eine Alternative zu dem Rotz aus der Kiste. Wenn man zusätzlich etwas Kontrolle darüber haben kann, was genau ausgestrahlt wird, macht das einen echten Anreiz aus. Dabei setzt UProm.TV gar nicht so sehr auf die Hobbyfilmer, sondern auf semi-professionelle Leute, die ihre Arbeit endlich gewürdigt wissen wollen. Darunter Regisseure, die ihre unbekannten Filme durch virales Marketing etwas pushen wollen, Bands, die ihre Musik durch Musikvideos verbreiten möchten. Also auf jeden Fall eine Anlaufstelle für kreative Köpfe.
Generell ist die Idee eigentlich ziemlich kreativ: Während Fernsehen nämlich zu einer passiven Hintergrundberieselung geworden ist, die man einschaltet um besser einschlafen zu können, lädt das Internet schon eher zur Interaktivität ein. UProm.TV ist in dieser Hinsicht das “Digg” des Fernsehens- User voten um “das Beste” zu finden, und zwar das Beste aus dem, was sie selbst erstellt haben- das wird zwar noch moderiert, kann man aber beim Fernsehen nachvollziehen - um dann im Fernsehen zu landen. Und obwohl das Internet ein ziemlicher Publikumsmagnet ist, ist es aus persönlicher Erfahrung nicht vergleichbar mit der Mattscheibe, die man einfach so anschmeissen kann.
Was auf UProm.TV prinzipiell zu finden ist? Entertainment! Viele Dokus und Reportagen wird man hier jedenfalls wohl nicht finden. Es gibt die Bereiche Fiction und Non-Fiction, die dann auf die unerbittliche Wertung der User wartet. UProm.TV sendet immer von Montag bis Samstag von 20:00 bis 8:00 Uhr und am Sonntag den ganzen Tag, den Stream empfängt man via Astra digital (Orbitalposition 19,2 Grad Ost, Downlinkfrequenz 12.460,50 MHz). Da wir seit kurzem nur noch im Wohnzimmer fernsehen können (lange Geschichte) und da mein werter Herr Erzeuger residiert, bin ich bisher noch nicht dazu gekommen, die Frequenz einzustellen. Muss ich auf jeden Fall nachholen.
Wenn man sich mal auf der Website umschaut, die mir zumindest mal von der Farbgebung schon mal gefällt (neongrün, hallo!), hat man leicht ein Reizüberflutungsgefühl- viel Auswahl, viele Videos, recht unübersichtlich. Aber wir jungen Kids aus dem Internet kennen uns ja aus, und nach einigen Minuten hat man auch den Dreh raus. Informativ auf jeden Fall! Und dann kann man auch schon direkt nach der Anmeldung sein Video hochladen, an Wettbewerben mit bestimmten Thematiken teilnehmen und und und… im Browser kann man dann nach Videos suchen, kann dafür die Suchbegriffe auswählen, bis jetzt also echt in Ordnung und nicht ungewohnt.
Wieviel Erfolg UProm.TV haben wird, ist unklar- immerhin gibt es genug Konkurrenz, und digitales TV ist bei Kanal 2307 auch nicht mehr so spannend wie am Anfang. Trotzdem sollte man, besonders als kleiner Produzent oder Regisseur oder Filmfreak oder Hobbyfilmer, dem Sender und dem Projekt eine Chance geben und einsteigen, vielleicht wird man eben doch über’s Fernsehen und nicht über YouTube entdeckt…
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Und davon gibt es keinen stream?
Kann mir nicht vorstellen, dass das erfolgreich wird. Alle Vorzüge, die man in Online-Videoplattformen hat, gehen hier verloren. Man kann nur noch passiv beobachten. Wenn man Online Kommentare abgegeben will, dann könnte man gleich auf uprom verzichten und youtube benutzen.