Minus Tausend
15/05/2008So. Materielle gesehen war das jetzt wahrscheinlich die schlimmste Woche meines Lebens. Dass ich pleite bin ist ja bekanntlich nichts neues, dass meine EC Karte auf einmal zum ungünstigsten Augenblick verschwand habe ich auch noch verkraftet, und als mein Roller gestohlen wurde habe ich mich eben zusammengerauft und mein Leben irgendwie überdacht. Ohne große Konsequenz, aber es war schon ziemlich scheisse, um es mal so auszudrücken.
Gestern jedoch wurde echt der Vogel abgeschossen. Erst mal Strafzettel bezahlen, den ich nur bekommen habe, weil bei meiner Drecks Schule die Parkplätze aus baulichen Gründen geschlossen wurden und ich mich um pünktlich zum Unterricht zu kommen direkt mal ins Halteverbot platzieren musste (Alternativ 20 Minuten latschen, was äquivalent zur ganzen Strecke von mir zu Hause bis zur Schule ist). Direkt mal im Minus gelandet. Das geht ja noch. Dann habe ich mich trotz Pleitegeier überreden lassen, doch mit nach Bayern an den See zu fahren, ungeachtet dessen, dass ich bei mir um die Ecke auch nen schönen See habe, der vielleicht nicht Luxus ist aber immerhin genug um sich zu sonnen und zu gammeln. Und es hätte mich ungefähr nichts gekostet. Egal, man gönnt sich ja sonst nichts, und nach all den Verlusten..
Wir also hin. Immer näher rückten wir den Wolken entgegen. Sturr wie wir waren, also eigentlich nur eine von uns aber das sei mal dezent ignoriert, fahren wir trotzdem weiter. Sobald wir ankommen und ins Wasser hüpfen (von Sonne war schon lange nichts mehr zu sehen) bricht auf einmal der Himmel zusammen und wir mitten im Regen. Ich dachte ich werd verarscht oder so. EGAL, egal.
Erst mal Sachen gepackt. In der Hast fällt mir auf, dass ich mein Handy nicht finden kann.
An dieser Stelle frage ich mich, ob ich die Geschichte überhaupt zu Ende erzählen soll, immerhin ist ja klar, dass ich mein Handy letztendlich nicht mehr gefunden habe, es irgendwann nach langwierigem Anklingeln auch aus gemacht wurde (nicht von mir, is klar) und schließlich habe ich mich hingesetzt, in den Regen, und angefangen zu weinen, weil das kanns ja jetzt echt nicht sein.
Weil ich so sehr Angst hatte, das auch noch meinen Eltern beizubringen, bin ich partout nicht nach Hause gefahren und habe auswärts gepennt. Meinem Vater habe ich dann irgendwann erzählt, dass der Akku leer ist. Und gleich, sollte er mich fragen, werde ich ihm erzählen, dass ich mein Handy vergessen habe. Und außerdem muss mein Vertrag eh verlängert werden, von daher kein Ding, kann ja mal schnell ein neues bestellen.
Trotzdem. Das hängt echt alles damit zusammen, dass ich viel zu viel sündige, und bald trete ich in irgendeinen verrückten Glauben ein, weil so kann das nicht weitergehen, und mein Ipod verlässt das Haus auch nicht mehr, ganz bestimmt nicht.
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