Murphys Law
30/05/2008Es war ja klar. Wirklich, nein, ich bin überhaupt nicht aggressiv oder genervt oder sowas, denn es war klar, eindeutig, dass jetzt sowas kommen würde. Denn, okay, ich hab sturmfrei, was ziemlich cool ist, davon gehe ich zumindest mal aus. Und heute ist der erste Freitag nach meiner Schulzeit, was auch extrem gut ist, das heisst, es existiert unweit von hier ein reges Nachtleben. Ich habe tatsächlich Freunde, die ihre Zeit mit mir verbringen möchten, ohne dass ich sie dafür bezahlen muss, was immerhin ein Fortschritt zu den gesamten Jahren meines Lebens ist. Auch wenn ich weiß, dass das nicht für immer halten kann, ich muss es doch ausnutzen.
Das Wetter war die ganze Zeit super optimal um feiern zu gehen- nachts frieren ist vorbei, meine Kameraden und Kollegen! Im Bikini in den Club, sag ich dazu nur! Schwitzen, nachdem man schon drei Stunden draußen steht! DAS ist eine echte Party! Nie wieder fette Taschen mitnehmen um die klobigen Jacken da rein zu stopfen, sobald man drinnen steht! Nie wieder die Schals und Mützen vor den Türstehern verstecken, die immerhin ein bisschen Mühe erwarten! Nie wieder, zumindest für ein paar Monate.
Um das alles abzurunden, bin ich auch noch im Besitz von Geld. GELD. Ich habe nicht nur genug Geld, um mich ordentlich zuzuschütten, was ja nach 13 Jahren Schule auch mal sein darf, nein, ich habe sogar so viel, dass ich nicht bis zur ersten S-Bahn am nächsten morgen warten muss, sondern tatsächlich mit einem Taxi nach Hause fahren kann. Da ich aber sowieso so viel Lust habe, Party zu machen, dass ich wahrscheinlich auch freiwillig bis um 8 Uhr morgens abfeier, brauche ich dieses Geld nicht mal auszugeben.
Eigentlich.
EIGENTLICH.
Denn ich stehe nichts ahnend in der Videothek rum (es nennt sich Arbeit, bei gutem Wetter hat es allerdings mehr mit am Sack kratzen zu tun), und auf einmal höre ich es. Donner. Im ersten Augenblick erschrocken, im nächsten muss ich über mich selbst lachen und denke mir: Naja, klar, ist ja auch schwül draußen, da darfs gerne jetzt ein bisschen regnen und abkühlen und dann hörts ja auch direkt wieder auf.
AM ARSCH.
Seht ihr, das ist jetzt mehr als eine Stunde her. In der Zwischenzeit hat es einen monsunartigen Niederschlag geregnet, es hat Fußballbälle gehagelt und von meiner Frisur, die ich bis dahin noch nicht mal zurecht gemacht sondern nur im Grundprinzip aufgearbeitet habe… über die wollen wir jetzt bitte nicht reden, sonst muss ich weinen.
Naja, jedenfalls warte ich quasi gerade auf den Anruf von Menschen, die mir mitteilen, dass sie bei so einem Chaoswetter nicht das Haus verlassen werden und lieber eine Flasche Wein vor der Glotze kippen. Und wo wir gerade dabei sind: Dieses Drecks Digital TV funktioniert bei so einem Wetter nicht. Und ein Buch, das ich nicht zufälligerweise auswendig kenne, habe ich auch keins mehr. Und das Internet hab ich durchgespielt.
Ich werd wahnsinnig ich sags euch.
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