Zerbrechlich

2/06/2008

Ich weiß nicht, was los ist mit mir, mit meinem Leben. Ich will nicht sagen, dass alles perfekt läuft, das ganz und gar nicht. Aber es scheint so, als würde mich das Schicksal dazu bringen wollen, für immer hier zu bleiben. Erstmal zwei Jahre lang scheisse zu mir sein und auf einmal.. auf einmal habe ich Spaß (JAHA, GENAU VON DIESER ART SPASS REDEN WIR HIER!!), auf einmal habe ich Freunde, und zwar nicht nur die obligatorischen drei besten Freunde, sondern auch Bekannte, auch Menschen, die ich gerne um mich habe, ohne großartige Verpflichtungen eingehen zu müssen.

Plötzlich scheint alles ganz cool, obwohl meine Zukunft sowas von Ungewiss ist. Noch rette ich mich in das “erst mal Pause machen” Loch, das hält dann genau so lange an, bis ich mein Abizeugnis in der Hand halte. Noch halte ich mich mit dem Gedanken an der EM über Wasser, zu wissen, da kommt ja etwas das mich täglich beschäftigen wird. Und ich meine, klar, wenn man jetzt auf einmal gar nicht mehr so viel Unbehagen seinem kleinen Kaff entgegenbringen kann, wird der Drang, oder eher der innere Druck, weggehen zu müssen, auch zunehmend geringer.

Ich habe Angst, dass sich das irgendwie manifestiert. Angst mit diesem “zufrieden geben” Status- nicht, dass das schlecht wäre, manchmal muss man halt auch wissen, wo es endet. Aber soll das jetzt alles sein? Ist das der Zenit meines Glücks, ab und zu mal weggehen, ein paar Leute kennen zu lernen, ein bisschen Abwechslung im Tagesablauf aber im Grunde genommen- alles gleich? Ich weiß nicht.

Eine Großstadt! Eine berufliche Zukunft, oder wenigstens eine akademische! Ich fühle doch, wie ich regelrecht verblöde, jeden Tag am See oder im Club oder am Saufen und am Kette rauchen!

Ab morgen mache ich mich definitiv auf Jobsuche. Irgendwas relativ festes für die nächsten 2-3 Monate, etwas, dass mir genug Geld bringt, um hier abzuhauen, ohne noch mal zurück zu blicken..

Am See

There are 4 comments in this article:

  1. 2/06/2008Einsiedlerkrebs say:

    Willkommen im Leben!

  2. 2/06/2008Ella say:

    Keine Sorge! Der gelegentliche Eindruck, man wære im Leben irgendwo angekomen, hætte etwas erreicht oder gar etwas verstanden, ist lediglich eine (mitunter verstørende) Illusion. Es ist also grundsætzlich egal, ob dich diese Aussicht erschreckt oder du dich an sie gewøhnst, im næchsten Moment kommt ohnehin alles anders.
    Yeah, Ueberraschung!

  3. 2/06/2008Judy say:

    Das ist das berühmte Loch in das man fällt, wenn man etwas geschafft oder überstanden hat, worauf man lange hingearbeitet hat, und was einen sehr beschäftigt hat. Und dann ist es aufeinmal geschafft und vorbei. Und nun?
    Ich kenne das zur Genüge. Nicht nur nach dem Abitur. An solche Punkte kommt man immerwieder im Leben. Und dann muß man sich “neu orientieren”. Besser kann ich’s momenatn nicht ausdrücken.

  4. 3/06/2008kid yeah! say:

    judy hat absolut recht. wenn du pech hast und den ‘falschen’ studiengang wählst hast du so ein loch mindestens einmal im semester (nach geschafften prüfungen/endpräsentationen bzw. am semesterferienanfang). gewöhn dich dran, war ja in der schule auch nich anders.

    und was diesen zustand der zufriedenheit angeht – der geht auch irgendwann vorüber und das fernweh bzw. der drang nach veränderung überkommen dich wieder. spätestens wenn der sommer vorbei ist.

    achja, und wenn du gehst, bitte nicht in diesen durchlauferhitzer berlin. hamburg, barcelona, stockholm, prag – es gibt so viel coolere städte…

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