Planlos

6/06/2008

Ich streife immer noch planlos durch die Gegend um eine Möglichkeit zu finden, Geld zu verdienen. Viel Geld, das mir erlaubt, bald schon meine Höhenflüge zu verwirklichen und wenigstens für einige Momente des Lebens aus diesem öden Kaff zu verschwinden. Vielleicht die Dritte-Reich-Stimmung bei den amerikanischen Wahlen miterleben (immerhin der erste schwarze Mann, ob er gewinnt oder nicht), oder doch lieber den Sommer in Australien genießen, wo man bestimmt das Ozonloch auch mit eigenen Augen sehen kann? Diese Entscheidung ist hinfällig, wenn das Kleingeld nicht ausreichend klimpert.

Sommerverschwendung nennt man das, wenn das Wetter schwül und aufdringlich ist und man sehnsüchtig darauf wartet, dass die EM beginnt, damit man einen Grund hat, mehr Bier zu trinken als üblich und sich zu kleinen, aber feinen Freundesgrüppchen (allesamt bestehend aus Männern) zusammenzuschließen. Gründe dafür, das schwüle Wetter zu, pardon, “genießen”, selbst wenn es nicht wirklich genießbar ist. Man kann, das ist jetzt erwiesen, bei gutem Wetter (sprich: mehr als 20° Celsius) nicht zu Hause bleiben und nichts tun, wenn man nicht hundertprozentig weiß, dass die nächsten 5-10 Tage nicht mindestens genauso gut werden (also warm, also mindestens 20° Celsius). In Deutschland, hoffentlich bald im Finale gegen Griechenland oder Italien zu sehen, ich bin da nicht wählerisch, hat man diese Art von Garantie höchstens was Mettwurst und Formel 1 angeht. Unberechenbar.

Ist daher auch ein Grund, warum ich hier weg muss. Allerdings ist das ohne Geld kein Zuckerschlecken, wie man sich sicherlich denken kann. Mein “Erspartes”, was eigentlich das Ersparte meiner Eltern auf meinem Namen ist, sollte ich besser nicht anrühren, als Konsequenz könnte die Enterbung folgen. Meine Absicherung für später, sozusagen. Also malochen wie die blöden, der Wille ist da, die Gelegenheit jedoch- bleibt aus.

Einen Job zu finden, bei dem man nicht qualifiziert sein muss, und der nichts mit Gastronomie zu tun hat, ist wirklich verdammt schwierig. Wenn man ihn dann gefunden hat, sollte man sich bei der Bewerbung bemühen, sonst- ist nicht. Und so kreise ich durch das Internet, durch die Zeitungen, durch meine Kontakte, nichts, nichts, nichts. Alle haben für den Sommer eingepackt oder suchen mickrige Praktikanten. Ich, meine Damen und Herren, brauche einen Job, der mich weiterbringt. Harte, knüppelharte Arbeit, werde ich verrichten, und das mit Ehrgeiz.

Aber wo, wo, wo? Am liebsten würde ich direkt mal Jenny anhauen, die hat’s ja mit harter Arbeit (20%) und langen Beinen (80%) geschafft, zum Top-Model zu werden, und das sage ich jetzt so weil es gar nicht so abwegig erscheint, sie zu fragen, immerhin wohnt sie bei mir um die Ecke, und sie sollte sich langsam daran gewöhnen dass sie jetzt mehr Freunde haben wird als ihr lieb ist, da kann ich genau so gut den Anfang hinlegen. Ja, einen Job im Modelbusiness, obwohl ich natürlich auf das Rampenlicht verzichte und im Hintergrund arbeite. Als Statist, wenn es soetwas gibt. Womöglich ist es auch gar nicht so wichtig, was ich mir hier eigentlich zusammen texte, ich weiß nur, dass ich Geld brauche, ganz dringend, ganz jetzt, und ich möchte es mir nicht erhuren, ich möchte bei Gelegenheit noch etwas erleben, denn ich habe keine Ahnung, was ich machen soll.

There are 6 comments in this article:

  1. 6/06/2008männlicher durchschnittssschüler say:

    http://www.firstmovies.com/FirstTracking/FirstTracking_Germany.php

    :)

  2. 6/06/2008Aless say:

    Einen Job zu finden, bei dem man nicht qualifiziert sein muss, und der nichts mit Gastronomie zu tun hat, ist wirklich verdammt schwierig.

    Hm, da bleibt nicht viel: Call Center, an der Kasse, Nachhilfe, Babysitten, …

  3. 6/06/2008saripari say:

    Männlicher Durchschnittsschüler: Bam, PERFEKT! Danke :)
    Aless: Alles schon gemacht, und bei Babysitten und Nachhilfe bin ich schon, Call Center hat mich deprimiert und so habe ich aufgehört. Dabei habe ich ja schon einen Nebenjob, in der Videothek, da brauche ich auch nicht an irgendner anderen Kasse zu schaffen. Ich meinte jetzt sowas wie Messe oder keine Ahnung..

  4. 6/06/2008bastiH say:

    heiratsschwindel *hust*…

  5. 7/06/2008kid yeah! say:

    nicht mal als Hure in Den Haag ;)

  6. 7/06/2008Krayt say:

    Also ich hab da wo ich herkomme (Mittelhessen) gaaaanz oft gearbeitet, also Ferienjob gemacht. Du musst mal in Firmen anfragen, wo Du Schicht arbeiten kannst! Das heißt dann in der Regel 8 Stunden am Tag Teile aus Maschinen nehmen und in Kartons ordnen. Man wird bescheuert dabei, aber wegen der steuerlichen Vorteile verdienst Du mehr als fast jeder, der da fest angestellt ist. Da kannst Du in ein paar Wochen echt gutes Geld machen!

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