Zeitlos, Planlos, Wahllos
23/06/2008Ich könnte niemals arbeitslos sein. Und damit meine ich nicht, dass ich es so unendlich liebe, ein wirtschaftlich funktionierendes Rädchem im großen kapitalistischen System zu sein, sondern dass ich wirklich, im wahrsten Sinne des Wortes, eingehen würde, wenn ich arbeitslos wäre.
Früher war es ganz einfach, nichts zu tun. Weil man wusste, dass die Zeit dafür beschränkt ist, dass man nach spätestens 6 Wochen wieder zum morgendlichen Appell in die Schule antreten musste. Jetzt? Jetzt gehe ich ein, trotz Freunde, trotz Fußball, trotz hin und wieder mal was zu tun haben. Ich langweile mich, weil keine Perspektive geboten wird, und die Zeit bis zu meiner Abreise um endlich was für die Finanzen zu tun, ist zu weit weg.
Mir ist zusätzlich aufgefallen, wie lang so ein beschissener Monat sein kann, wenn man nicht ein Fitzelchen Geld hat. Das war während der Schulzeit oder im Urlaub nicht so schlimm. Verständlich. Hatte man ja auch was zu tun. Ich kann es noch nicht mal genießen, mich an den See zu legen (was bei so einem Wetter zwar sehr schön ist, aber auch zu grausamen Kopfschmerzen führt, wenn ausgerechnet die Person, die man echt als allerletztes da haben möchte, ungefähr 3 Meter weiter sitzt und so tut als ob man sich nicht kennt. VIELEN DANK DU SPASTI, WEGEN DIR IST DIE SITUATION ERST PEINLICH GEWORDEN!), weil ich da den ganzen Tag liegen könnte. Und wo bleibt da der Spaß, wenn man weiß, dass das der Höhepunkt des Tages war?
Grausam. Ich mutiere zum lustlosen Kettenraucher und Vielfresser. Das muss ein Ende haben, verdammt noch mal. Und bis Mittwoch noch nicht einmal mehr Fußball. Mit’m Arsch ins Gesicht springen, das könnte ich jetzt.. nur welches Gesicht weiß ich noch nicht. Es besteht nur noch die Frage, wie Rentner das eigentlich aushalten. Und Arbeitslose. Ich wäre schon längst suizidgefährdet.
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