Quittung
27/08/2008Oh ja, wenn ich denen mal alle ins Gesicht kotzen könnte.. ich würd’s tun. Wirklich. Diese verschissenen Idioten, die meinen, alles besser zu wissen als ich. Die mich herumschubsen und zu Dreck stauchen. Nicht mal für Fehler, sondern für das, was ich bin.
Wirklich ins Gesicht kotzen. Und langsam stellt sich heraus, dass ich fast jeden Mann in meinem Leben irgendwie verachte, hasse, oder zumindest akut umbringen möchte. Mein Vater, der taktlose und völlig exzentrische Choleriker, der keine sozialen Kompetenzen vorweisen kann; mein Bruder, der sich als Bundeswehrmann profiliert, zum herablassenden Klugscheisser geworden ist und meint, er wäre der Chief, obwohl er selbst keine Ahnung hat, was er mit seinem Leben anfangen soll- dabei behandelt er mich nicht mehr wie eine Schwester, sondern wie ein kleines, unzurechnungsfähiges Stück Scheisse, mit dem man einfach so umspringen kann, wie man will; meine Kollegen auf der Arbeit, die mich den ganzen Tag nerven und fragen warum ich so “traurig” aussehe um eine Ausrede dafür zu haben, mir auf die Schulter zu klopfen oder zufällig mal an den Arsch zu langen; die gutaussehenden Typen, die nicht mal zwei Gehirnzellen in der Birne haben und höchstens ihren kleinen Freund zum Denken einschalten; die Hängi-Typen, die mich als arrogantes Biest bezeichnen, nur weil ich leider gerade keinen Kopf habe um “Freundschaft und vielleicht auch mehr” zu knüpfen; meine besten Kumpel, die sich hängen lassen, mich hängen lassen und alles irgendwie scheisse aussehen lassen; die Typen, die ich mal gut fand, die einfach nicht mehr da sind.
Nicht, dass es mit Frauen irgendwie besser wäre. Aber ich denke ich habe die Freundinnen gefunden, die ich einschätzen kann. Und außerdem geht es dabei nicht um Sex, was schon mal 50% aller eventuellen Probleme aus der Welt streicht. Bis auf die Fotze vom Arbeitsamt sind es wirklich nur die Männer. Die verschissenen Männer, die mir das Leben schwer machen.
Bald, sofern mein Vater mal seinen Sabberfaden wieder aufnehmen kann und aufhört, rumzubrüllen, um den Bafög-Scheiss auszufüllen, bin ich weg hier. Und bis auf meine Mutter und meinen kleinen Bruder vielleicht werde ich garantiert niemanden vermissen. Niemand mehr, der mir in mein Leben quatschen kann, niemand, der mich wie ein Stück Scheisse behandelt. Nur noch ich, und das, was daraus wird.
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