Drauf
9/09/2008Ich kann mir selbst nicht helfen: es verlockt mich immer mehr dazu, Menschen auf die Fresse zu geben, bis sie bluten. Teilweise muss ich mich wirklich zusammenreißen, um nicht mit einem Kampfschrei auf die ganzen Idioten loszugehen. Mütter, die ihre Kinder im Supermarkt rumrennen lassen und sie dann anschreien, wenn sie was umstoßen oder kaputt machen. Die fetten Hausfrauen, die jeden anpöbeln müssen, nur weil sie wieder schlecht mit Horst gebumst haben. Die Omas, die sich über viel zu laute Musik beschweren, weil sie selbst die Töne nicht mehr unterscheiden können. Teenager, die kotzend über’m Zaun hängen und halbnackt frierend am Bahnhof stehen weil’s wieder viel zu viel war. Geleckte Schmasentypen, die der Kellnerin die Kreditkarte reichen und mit einem schleimigen Lächeln sagen: “Buch ab was du für richtig hälst, baby”. Pseudohedonistische Mittzwanziger, die ihr Leben nicht auf die Reihe kriegen aber ständig druff sind und wieder “den besten DJ der Welt getroffen” haben. Menschen, die versuchen, ihr Inneres durch ihr Äußeres auszudrücken und dabei immer noch so aussehen wie alle anderen Idioten. Die Macher vom Vice-Magazin, die nicht provokant oder künstlerisch sind, sondern schlichtweg geschmacklos. Überhebliche Arschlöcher, die bei jedem Gespräch grinsen und meinen, sie wüssten alles besser. Beamte, die einen in der Kälte stehen und warten lassen, weil sie sich zuerst den Spinat aus den Zähnen pulen müssen und gerne noch Milch im Kaffee hätten. Vierzehnjährige Mädchen, die in aller Öffentlichkeit mit zwanzig verschiedenen Typen rumknutschen, um zu beweisen, wie cool sie doch sind. Kiffer, die nur noch sabbern und keinen mehr hochkriegen und dann einfach weiterkiffen “weil sowieso alles scheisse ist”.
Ich falle von mir aus in jeder dieser Kategorien rein. Und vielleicht ist das auch der einzige Grund, warum es mich überhaupt so ankotzt. Aber trotz allem ist es das, was mich dazu bewegt, es zu ändern- mich zu ändern.
Ich bin ab nächste Woche Montag übrigens in Berlin, auf Wohnungssuche. Wer noch Tipps, Ideen oder Anregungen hat, Kontakte (leerstehende Zimmer, irgendwelche WG’s, blah blah blah), der darf gerne Bescheid sagen.
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