Mitfahrgelegenheit

17/10/2008

Ich bin wieder zurück in Berlin. Und wie ich zurückgekommen bin, war eine der lustigsten und spannendsten Erfahrungen meines ganzen Mitfahrgelegenheitslebens.

Fünf völlig fremde Menschen auf engem Raum. Acht Stunden Fahrt, staubedingt, und endlose Diskussionen über die Gesellschaft, Banken, Machtverhältnisse- ein reiner Kopffick. Normalerweise bin ich froh, auszusteigen- diesmal konnte ich es nicht, ohne Nummern auszutauschen und High Fives zu verteilen. Achtzig Prozent Ausländeranteil, jeder aus einer ganz anderen Region, und was uns einte war die gute Musik, die jeder mal mit seinem MP3 Gerät auflegen durfte.

Nach zwei Stunden wurde dann eine Socke voller Weed Tüten ausgepackt, dann war’s endgültig vorbei. Alle dreiviertel Stunde wurde eine zwanghafte Pinkelpause eingelegt, gekifft, weitergefahren. Herrliches Abenteuer. Im Teufelstal den Fressflash bei BK erledigt, und ab ging die Post. Gegen Ende wurde es etwas ruhiger, die gesellschaftskritischen Stimmen wurden müde und belegt, und schließlich kam mir die Heimat so entspannend und berauschend entgegen, wie sie es nur sein konnte.

Es war gut, dass ich nochmal zu Hause war. Denn jetzt fühlt es sich endlich so an, als wäre ich angekommen. Und das ist verdammt noch mal gut.

There are 8 comments in this article:

  1. 17/10/2008cassiopeia say:

    sehr schön! :) dann kann das wochenende ja kommen. party on, wayne *öhm-und-wech* :D

  2. 17/10/2008dan say:

    Hört sich wirklich super an, so lange der Fahrer nicht gekifft hat. ;)

  3. 18/10/2008Hector Pascal say:

    Du sagst “Heimat” - ein großes Wort. Jetzt schon?

  4. 19/10/2008kid yeah! say:

    @Hector Pascal: allerdings. vorallem, nachdem es bis jetzt doch so scheiße lief…

  5. 19/10/2008Hector Pascal say:

    @ kid yeah!
    Iss klar, ich les ja mit und gönns ihr von Herzen. Meiner Erfahrung nach stellt sich dieses Gefühl jedoch erst nach längerer Zeit ein, wenn es mit “Substanz” unterfüttert wurde. Erst dann könnte ich mit Überzeugung “Heimat” sagen. Vielleicht gehts auch anders herum, deshalb frag ich ja neugierig. Ich möchte ihr Heimat-Gefühl aber keinesfalls herabwürdigen! Nur, dass das so schnell geht…

  6. 19/10/2008kid yeah! say:

    @Hector Pascal:

    Ich stimm dir doch vollkommen zu :) . Denke eben auch, dass, um einen Ort als Heimat zu bezeichnen, zumindest eine bestimmte Vertrautheit mit Umgebung und Menschen, evtl. auch eine Identifikation mit selbigen, bestehen sollte. Die kann sich in meinen Augen erst nach gewisser Zeit einstellen.

    Mein ‘allerdings’ galt deinem ersten Satz. Und mich hat es eben auch, abgesehen von der kurzen Zeit, gerade deswegen gewundert, weil Berlin sich ja bis jetzt für sie nicht unbedingt als paradiesischer Hort herausgestellt hat.

  7. 19/10/2008saripari say:

    Danke für eure Anteilnahme ;)
    Aber eigentlich ist das Wort Heimat in diesem Fall nicht ganz so auf die Waagschale zu legen. Es hat mehr etwas damit zu tun, dass ich mein altes zu Hause nie als Heimat angesehen habe, weniger damit, dass ich Berlin als meine neue betrachte.

    Im Übrigen lief es tatsächlich nicht so gut, bis ich wieder zu Hause war. Mittlerweile kann ich mir gar nichts geileres vorstellen, was zwar auch seltsam ist, aber hey, wer wird sich beschweren?

  8. 21/10/2008Hector Pascal say:

    @ kid yeah!
    OK, war mal wieder ein klassisches Netz-Mißverständnis aufgrund der Reduktion auf den reinen Text (hier bitte Grinsegesicht hindenken), jetzt hab ich’s kapiert. Ich nahm an, Du würdest irgendwie an Saras statt antworten (Grinsemännchen 2). Und um Dich auch wirklich komplett falsch zu verstehen, habe ich das mit dem “scheiße laufen” auf ihr bisheriges hessisches Domizil bezogen (G zum Dritten).

    und @ Sara
    So was ungefähr hatte ich auch vermutet. Ich wurd halt nur helllesig, als ich nach allem diesen bedeutungsschweren Begriff so locker-flockig daher kommen sah. Ich will das Ganze jetzt aber nicht vollends zerreden. Meine besten Wünsche beim Unterfüttern!

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