Vorglühgeschichten

19/10/2008

Die Kunst des Vorglühens ist mir definitiv nicht mit in die Wiege gelegt worden. Für mich lief das immer so ab: Fertig machen, zum Ort der Sünde gehen, abschießen, lachen, kotzen und ins Bett nach Hause. Mit 15 1/2 und drei Flaschen Vodka auf 20 Personen war das aber auch noch ziemlich leicht zu schaffen, der Abend dauerte nämlich nur knapp 3 Stunden und bezog sich sowieso größenteils auf ein pre-pubertierendes Paarungsritual. Juhu.

Heute, knapp 5 Jahre später, hat sich das natürlich alles geändert. Das erste Bier wird - am Wochenende - direkt um 4 Uhr nachmittags gekippt, die Abendplanung drei Tage vorher begonnen, und das Vorglühen ist ein fester Bestandteil des Nachtlebens. Man will ja zum Ausgehzeitpunkt (normalerweise nicht vor 2 Uhr morgens) gut gelaunt und voll dabei sein! Und so sitzt man also zu Hause, zu zweit oder zu zehnt, und säuft sich schon mal die Hucke voll, denn in Bars gehen ist teurer als eine Flasche Vodka, Sekt, Wein oder Äppler pro Person (wobei mir das Vorglühen mehr Spaß machen würde, wenn es hier tatsächlich Äppler gäbe, das ist nämlich das einzige Getränk, das mich nicht müde macht und von dem mir direkt schlecht wird).

Ich persönlich bin diesem Spaß gegenüber aber eher abgeneigt. Ein Abend wie gestern erklärt beispielsweise am besten, warum es keine gute Idee ist, mich vollends abzuschießen bevor ich in den Club gehe. Wir haben uns bei mir getroffen, essen gemacht und ein paar Bier gezischt. Den Club wollten wir aber erst um zwei Uhr ansteuern, das heisst um acht mussten wir noch einige Stunden totschlagen. Da fing das Saufgelage an. Nur dumm, dass es bei mir um 10 trotz mäßigem trinken (insgesamt ein dreiviertel Glas Vodka wahrscheinlich) einfach nicht mehr weiter ging. Lallend und fallend und voll müde wurde mir langsam schlecht und langweilig.

Das passiert im Club nicht, weil man tanzt, unterwegs ist, abgeht und Spaß hat. Da kann es zu Hause noch so lustig sein, irgendwie passt’s mir nicht, auch wenn’s wahrscheinlich auf diese Art und Weise ökonomischer ist, weil man weniger Geld im Club verprasst. Aber ganz abgesehen davon bin ich mittlerweile sowieso nicht mehr der Clubfan der ich einst mal war… lieber gehe ich auf Parties oder Outdoor-Events (schwierig wenn’s kalt ist, ich weiß), anstatt mich in abgedunkelten Räumen gegen schweißnasse und total abgedruffte Typen zu schmeissen weil es der Beat so will.

Trotzdem war gestern (oder viel eher, heute morgen) noch ein absolut geiler Abend, der dann mit einer ganzen Staffel Scrubs abklingen durfte (wobei, zugegeben, mein Mitbewohner und ich haben es nur bis zur 2. Folge geschafft und sind dann einstimmig eingepennt). Um 10 Uhr morgens gings dann offiziell ab ins Bett und ich bin vor ein paar Stunden erst aufgewacht und gammel den restlichen Abend noch vor dem Fernseher– morgen geht’s mit Uni los, ich bin gespannt, wie es wird und genieße Berlin wie nie sonst.

There are 2 comments in this article:

  1. 20/10/2008Können wir noch ne Jahrgangsparty machen? :( « Go on and rock my world… say:

    […] [Quelle] […]

  2. 20/10/2008Minnie say:

    Willkommen im Club :D ^^

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