Wirtschaft
23/10/2008Anmerkung: Bei erneutem Durchlesen fiel mir auf wie viele Rechtschreibfehler in diesem Text sind (also mehr als gewöhnlich, vor allem Groß und Kleinschreibung). Ich hab keinen Bock es zu editieren. Vielen Dank für euer Verständnis.
Vor noch ein paar Jahren hätte ich mir im Leben nicht vorstellen können, dass ich mich dazu entschließen würde, etwas wirtschaftswissenschaftliches zu Studieren. Und, geben wir es zu, genau das hätte ich sowieso getan, selbst wenn Potsdam andere zulassungsunbeschränkte Fächer angeboten hätte. Damals habe ich gedacht, ich würde schreiben, oder in irgendeiner anderen Form etwas freies, kreatives ausüben. Scheisse, es gab eine Phase, da wollte ich Tauchlehrerin auf einer Insel werden! Und jetzt sitze ich vor einem Dozent, der mir etwas über ein Buch erzählt, dass er Verkaufen will, und in vier Stunden Vorlesung dabei mindesten dreihundertmillionen Paragraphen aus dem BGB auflistet, die diesen Vorgang einschränken, ausweiten, niedertreten und völlig in Luft auflösen.
So ist das. Und wenn ich mich im Hörsaal umschaue, der auch nur so voll ist, weil mindestens 400 andere Idioten auch keine andere Universität außer Potsdam als Lösung ihrer studentischen Probleme sahen und sich nun mehr oder weniger glücklich für VWL (und Russistik) eingeschrieben haben, dann glaube ich kaum, dass viele von denen schon immer den Wunsch hatten, in Richtung Wirtschaft zu gehen.
Ich meine, als Kind oder Teenager hat man die Vorstellung von einem praktikablen Beruf. Arzt, Feuerwehrmann, Rockstar. Das sind die Dinge, die man greifen, sehen kann, die einen Ruf haben, gut oder schlecht. Wer in die Wirtschaft geht - als Berater, Unternehmer, Fachidiot vom Dienst - der hat entweder keine Vorstellung von dem gehabt, was er wollte, keine anderen Möglichkeiten gesehen, weil seine Leistungen zu schlecht waren, oder …
Oder man will eigentlich in einen ganz anderen Bereich, sieht die Wirtschaftswissenschaften allerdings als beste Einstiegsmöglichkeit dafür.
Und an dieser Stelle lachen mich 400 Idioten aus, weil wir alle zusammen wissen, wie verdammt utopisch diese Vorstellung eigentlich ist. Unsere Dozenten nehmen sich auch nicht genug dabei zurück, uns genau das unter die Nase zu halten. Wer VWL studiert, hat verloren. Oder man ist ein sehr idealistischer Weltenveränderer, der erst die Macht ergreifen und dann die Revolution kontrollieren will. Aber da sehe ich mich überhaupt nicht.
Ich sehe mich auch nicht als stinkreiche, herzlose Managementschlampe, Bankentussi oder.. sonstirgendwas.
Ich wollte sozusagen der Feuerwehrmann sein, und sitze genau da, wo ich mir als 10-jährige die alten, langweiligen Spießer vorgestellt habe. Wollt ihr was wissen? Sie sind auch tatsächlich so. Die Professoren, die Tutoren (oh Gott, ich weiß nicht, ob es an Potsdam, Brandenburg, VWL, Wirtschaft, Studium, Uni, oder dem Alter liegt, aber das Klischee NERD ist von meinen Tutoren in einem Umfang unterstützt worden, dass es fast schon beängstigend ist), die Komillitionen, die Fetzen an der Pinnwand und das Essen in der Mensa- langweilig, fade, spießig, hässlich und völlig abseits vom Leben.
So abseits, dass ich heute tatsächlich auf das Pornofestival verzichtet habe, weil ich morgen früh aufstehen muss- Makroökonomik.
Das alles hört sich an wie klägliches Rumgeheule, den Eindruck wollte ich gar nicht vermitteln. Ich interessiere mich - auf ehrliche Weise- wirklich für die Wirtschaft. Wirtschaft ist so human gesteuert, und als Sozialwissenschaft so völlig nichtig. Für mich nicht. Für mich äußert sich im Kapitalismus mehr als in der Psychologie, die Systeme, die Theorien- all das macht für mir Spaß. Nur die Verpackung und der Werdegang- und meine wirtschaftliche Zukunft, wo wir schon dabei sind- sind die Sachen, die mir den Kopf zerbrechen. Und schließlich muss man ja auch mit dem klarkommen, was man sich ausgesucht hat, wenn man jahrzehnte lang ein beschissenes Bild davon hatte UND ES DANN AUCH NOCH BESTÄTIGT BEKOMMT (ist in etwa so wie mit vierzig festzustellen, dass man homosexuell ist, obwohl man es immer ekelhaft fand).
Aber so ist es jetzt, und vielleicht ist es auch gar nicht so schlecht wie es immer aussieht.
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