Sky & Sand
24/11/2008Eigentlich hätte ich viel zu erzählen- von Partys, Drama, Bekanntschaften, Lacher, Uni, Einkäufen, kleinen Geschehnissen an der Ecke, Prügeleien im Netto,- ich weiß gar nicht, wo ich anfangen sollte.
Und deshalb erzähle ich davon nichts.
Es ist auch egal, denn es handelt sich dabei um mein Leben. Es ist endlich so, wie ich es mir schon immer vorgestellt habe. Natürlich ist nie alles cool und locker-flockig, aber es könnte schlimmer sein. Und ich bin jung, das merke ich jetzt. Mir wird bewusst, dass ich mich mein ganzes Leben lang alt gefühlt habe, viel zu weit fortgeschritten. Hier darf ich zwanzig Jahre alt sein, Atzenmusik hören und in der S-Bahn rumpöbeln, wenn ich besoffen bin. Ohne Angst zu haben.
Ich kann tagelang auf der Couch rumgammeln und nichts tun, wenn ich das will. Ich kann aber auch Verantwortung übernehmen und putzen, weil es sonst keiner für mich macht. Ich kann sagen: Ich bleibe zu Hause! Und zwar weil ich nicht gezwungen bin, jede Gelegenheit der Feierei zu nutzen, weil es die letzte sein könnte.
Noch wichtiger ist aber, dass ich erkenne, was ich nicht sein will. Stur oder trocken, zum Beispiel. Langweilig. Ich will meinen Alltag nicht planen, wenn ich nicht muss. Ich will keine Einkaufszettel schreiben, ich will keine sterile Wohnung und ich will keine perfekten Freunde. Ich will auch keinen Stress- aber es muss genug Chaos da sein, um mich wohlzufühlen.
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