Ewige Freundschaft
26/11/2008Es gibt diverse Momente in einer Beziehung, für mich jedenfalls, in denen man merkt, dass man sich verliebt hat. Solche wirklich komischen Momente, wo man meint, dass man alles durchblickt, und urplötzlich vor sich sieht, was Tatsache ist.
Ich meine, das is wie ein Wunder, an das man nicht geglaubt hat, niemals! Es war so unvorstellbar, unrealistisch, dass solche Gefühle je, JEMALS wieder in mir aufkeimen. Hoffnung tot, meine Friese im Arsch, mein Leben macht zwar Spaß aber ich verdränge gleichzeitig, dass es ziemlich den Bach runtergeht, und dann passiert das, worauf ich gar nicht mehr eingestellt war: Ich habe meine neue beste Freundin getroffen.
Zugegeben, sie weiß noch nichts davon. Aber das werde ich im Laufe der nächsten zwei Monate auch schaffen. Ich MUSS es schaffen, endlich kehrt wieder Leben in meine Gefühlswelt ein!
Das hört sich jetzt alles krass kontrovers an- so ganz in Relation zu meinen vorherigen Beiträgen, von wegen mir geht’s ja so gut und larifari. Das tut’s auch. Nur ist mir klar geworden, was mir wirklich fehlt, als letzte Woche Dauerparty in unserer Bude war und die Uschis mich aus der Heimat besuchen kamen: mir fehlen die Weiber. Die lustigen, besoffenen Weiber, mit denen man kreischend unterm Tisch liegt weil man es nicht mehr aushält vor lachen. Ich meine, hey, Jungs sind toll- Fußball und Bier und nackte geile Tusen die ganze Nacht, wenn’s nach mir geht, aber ab und zu, zwei Mal im Jahr oder so… oder öfter.. wären Uschis auch toll. Derbe Uschis, mit denen man nicht zimperlich sein muss.
Hier in Berlin habe ich bisher ganz nette, einfach Freunde gefunden. Die Weibchen sind halt so, wie sie sind- lustig, knarzig, zickig, blond, fett, wie auch immer man es nennen will. Aber sie sind nicht so wie ich, nicht so, wie ich es kenne und nicht so, wie ich es will.
Bis die Engel von ihren Thrönen im Himmel stiegen und mit Fanfaren und Trompeten und Spotlight auf die einzigartige Erscheinung deuteten, die sich vor mir auftat: SIE. Wir nennen sie, der Anonymität wegen, einfach mal “Dörte”, weil Dörte ein schrecklicher Name ist, und wäre sie hier, würde sie auch darüber lachen, da bin ich mir sicher..
.. jedenfalls wurde Dörte sofort in den Club der notorisch behinderten Weiber aufgenommen, als sie sturzbetrunken auf einer Party die Schlagsahnedose auspackte und lossprühte. Das. War. Toll. Da wollte ich mein Glück jedoch nicht herausfordern, und schiebte diesen göttlichen Zufall und diesen einen, kleinen Funken heimatlichen Spaß auf den bösen und nierenzerfetzenden Alkohol.
Doch später bewies sie sich als treue Stute: Keiner gröhlte lauter als sie, als wir eine (bombige!) Stripperin im Haus hatten (wobei, ich gröhlte zeitweise vielleicht lauter, aber das spricht nur für meinen Wettbewerbstrieb)- und so gröhlte und johlte sie eigentlich nur mir ins Gesicht, ein wohliges, warmes Gefühl machte sich in meinem Bauch breit, Schmetterlinge schlüpften aus ihrem Kokon, oh, es war ein magisches Theaterspiel. Nichtsdestotrotz gab es nur eine einzige Begegnung, die mich wirklich überzeugte. Ich fand mich aus debilen Gründen (sie hatte mir mein Bier geklaut und war nicht willens, es mir zurückzugeben) im Schwitzkasten wieder, nach Schlägen und Tritten und einem vampirähnlichen Nackenbiss.
Da wusste ich: Ich bin verloren. Ich muss sie haben. Jetzt. Sofort. Ich will nie wieder eine andere Freundin haben. Nur sie.
Und jetzt muss ich nur noch rausfinden, wie ich sie auf die dunkle Seite der Macht ziehe. Nämlich zu mir. Für immer.
Muhahahahaha.
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