Ross & Rachel
29/11/2008Viele Leute vergleichen sich liebend gerne mit J.D., Hauptdarsteller und mit Sicherheit lustigster Charakter der erfolgreichen US-Serie “Scrubs”. Aber nachdem ich fast alle Episoden der Reihenfolge nach in weniger als 2 Wochen mit meinem Mitbewohner durchgeguckt habe - mal mehr, mal weniger müde -, bin ich mir eigentlich ziemlich sicher, dass ich der Inbegriff einer Elliot bin.
Unsicherheit ist das Stichwort. Im Prinzip plagt mich aber noch mehr als das: Unsicherheit kombiniert mit diesem Drang nach Liebe. Am liebsten würde ich auf der Stelle heiraten (also, nicht wirklich. Nur im übertragenden Sinne), aber nicht, weil ich jemanden so sehr liebe, dass ich mir sicher bin, dass es das richtige ist- sondern nur, um nicht alleine zu sein. Um verheiratet zu sein. Weniger aus gesellschaftlichen Gründen, ich hasse Hochzeiten und Menschen, die sich zu Idioten in Weiß machen, - viel mehr wegen dem, was es verkörpert. Zweisamkeit. Gefühlsfurz, blah blah blah.
Andererseits lass ich mir alle tollen Typen entgehen, weil ich emotional verkrüppelt bin und eine völlig falsche Illusion von dem habe, wie dieser Mann eigentlich sein soll. Es ist schon schlimm genug, dass ich das so lange einfach ignoriert habe, bedrückend ist aber erst die Tatsache, dass ich nicht weiß, wie ich das loswerde. Mir einzureden, “da steht der perfekte Typ vor dir, NIMM IHN!!” bringt trotz aller logischen Gedankenzüge rein gar nichts. Es fehlt was. Das Bizzeln im Bauch, die Chemie, und die Zeit. Ich fühle mich wie ein kleines Kind.
Ich wünschte, ich könnte mich genau so wieder verlieben, wie damals, bei meinem ersten Freund. Alles war so verdammt perfekt, und es war Glasklar: Mit dem wird’s was (es wurde natürlich 5 Monate später doch nichts. Aber das war am Anfang ja egal). Und alles, was es jetzt gibt, sind relativ interessante Menschen, die nichts in mir auslösen, außer.. naja, Interesse. Darauf einzugehen wäre genauso wie 60 km zu fahren um ein Wasser bei McDonalds zu trinken, einfach nicht okay. Es ist unglaublich, aber ich habe keinen Bock auf Sex, weil die sich anbietenden Personen mich nicht anmachen sondern maximal für eine halbe Stunde unterhalten könnten; ich will keine Nähe oder Zärtlichkeit weil ich Schweißausbrüche kriege bei dem Gedanken dass es “weiter gehen” könnte, und trotzdem wünsche ich mir jede Nacht, dass da jemand neben mir liegt. Und ist es dann so weit, steh ich auf und penn auf dem Boden, weil ich fast kotzen muss vor Angst, dass alles schief geht.
Und ich weiß nicht, ob’s an mir liegt oder ob es weiterhin heisst: abwarten.
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