Das Baader-Meinhof Phänomen
Posted: December 4th, 2006 | Author: septemberRAVEr | Filed under: Sperrmüll, Weltkulturerbe | 3 Comments »So, genug der Fickerei. Ich könnte genauso gut eine Website erstellen mit lediglich dem Asi Toni Video auf’m Display und es hätte die gleiche Menge Niveau wie momentan hier vorhanden ist. Nicht, dass es mir hier um hochgradig intellektuelle Beiträge geht- ich mein ja nur, man könnte wenigstens so tun als wäre man in der 12. Klasse und auf dem Weg zum Abitur. Man könnte ja.
Um mal auf’s Thema zu kommen (ja, ich weiß, beste Überleitung der Welt und so): Schon mal was von Baader-Meinhof gehört? Nein? Gebt das Mal bei Wikipedia ein. Das Ergebnis?
Die Rote Armee Fraktion (RAF) war eine linksradikale, terroristische Untergrundorganisation in der Bundesrepublik Deutschland. Sie wurde 1970 von Andreas Baader, Gudrun Ensslin, Horst Mahler, Ulrike Meinhof, Irmgard Möller und weiteren Personen gegründet. In vielen Medien wurde die RAF zunächst und vor allem als „Baader-Meinhof-Gruppe”, teilweise auch als „Baader-Meinhof-Bande” bezeichnet. 1998 erfolgte nach einer wechselvollen Geschichte, deren Schwerpunkt in den 1970er und frühen 1980er Jahren lag, ihre selbst erklärte endgültige Selbstauflösung.
In ihrem Selbstverständnis betrachtete sich die Gruppe als kommunistische Stadtguerilla nach südamerikanischem Vorbild wie den Tupamaros in Uruguay.
Sara ist also unter die Historiker gegangen, was? Ich sehe eure erschreckten Gesichte förmlich vor mir: Oh mein Gott, Sara, was ist los? Hat Gott endlich ein Gehirn für dich ausgeschissen?! … doch wir alle wissen, dass diese Option statistisch unmöglich ist.
Jedenfalls habt ihr jetzt den Begriff Baader-Meinhof gehört. Vielleicht zum ersten Mal. Aber sicherlich nicht zum letzten. Wahrscheinlich werdet ihr morgen wieder davon hören, oder übermorgen oder zumindest innerhalb der nächsten Woche. Woher ich das weiß? Es ist wissenschaftlich bewiesen (ätschi bätsch).
Denn darum geht es beim “Baader Meinhof Phänomen”. Etwas, so wie ein Begriff zum Beispiel, dass man eben gelernt hat, tritt fast in übernatürlichen Ausmaßen in allen Dingen des Lebens auf- sei es in der Literatur, im Fernsehen oder im heiligen WWW. Es. Ist. Über. All. War es vorher schon da? Nein! Wie kommt es, dass ich ausgerechnet jetzt, wo ich diesen Begriff erst letzte Woche überhaupt zum ersten Mal gehört habe, auf einmal immer wieder darauf stoße?
Ich selbst habe hier über das Phänomen erfahren- doch für mein Erbsenhirn war immer noch unverständlich, wie es überhaupt zu so etwas kommt. Dennoch ziemlich erstaunt, dass es nicht nur anderen Menschen auch so geht, sondern dass es dafür sogar eine psychologische Defintion gibt. Jedenfalls habe ich mich auf die Suche gemacht nach einer ausführlicheren Erklärung und fand sie nicht, jedenfalls keine, die ich verstehen könnte oder zumindest in einer Sprache, in der ich mehr als 4 Vokabeln kenne.
Wenige Tage später stoße ich wieder auf den Begriff, diesmal in einem Buch, dass ich lese (dasselbe passierte mir fast zeitgleich mit dem Begriff “Tautologie”- der angstmachende Effekt wird speziell verstärkt, wenn man in einem Buch darauf trifft, dass man seit Jahren hat zerstauben lassen, und man denkt sich WTF WIE KOMMT ES DASS ICH DIESE SEITE AUSGERECHNET JETZT LESE, DREI MINUTEN NACHDEM ICH ÜBERHAUPT WUSSTE, WAS DIESES WORT ÜBERHAUPT BEDEUTET)- und dann im Fernsehen in einer Reportage über die RAF. Vor wenigen Tagen bin ich dann auf diese ausführliche Erklärung (Englisch) gestoßen, die eigentlich alles Wichtige zu diesem Thema erläutert. Hier ein paar Auszüge:
The phenomenon bears some similarity to synchronicity, which is the experience of having a highly meaningful coincidence… such as having someone telephone you while you are thinking about them. Both phenomena invoke a feeling of mild surprise, and cause one to ponder the odds of such an intersection. Both smack of destiny, as though the events were supposed to occur in just that arrangement… as though we’re witnessing yet another domino tip over in a chain of dominoes beyond our reckoning.
[...]
The reason for this is our brains’ prejudice towards patterns. Our brains are fantastic pattern recognition engines, a characteristic which is highly useful for learning, but it does cause the brain to lend excessive importance to unremarkable events. Considering how many words, names, and ideas a person is exposed to in any given day, it is unsurprising that we sometimes encounter the same information again within a short time. When that occasional intersection occurs, the brain promotes the information because the two instances make up the beginnings of a sequence. What we fail to notice is the hundreds or thousands of pieces of information which aren’t repeated, because they do not conform to an interesting pattern. This tendency to ignore the “uninteresting” data is an example of selective attention.
[...]
But when we hear a word or name which we just learned the previous day, it often feels like more than a mere coincidence. This is because Baader-Meinhof is amplified by the recency effect, a cognitive bias that inflates the importance of recent stimuli or observations. This increases the chances of being more aware of the subject when we encounter it again in the near future.
[...]
How the phenomenon came to be known as “Baader-Meinhof” is uncertain. It seems likely that some individual learned of the existence of the historic German urban guerrilla group which went by that name, and then heard the name again soon afterwards. This plucky wordsmith may then have named the phenomenon after the very subject which triggered it. But it is certainly a mouthful; a shorter name might have more hope of penetrating the lexicon.
Bitte entschuldigt meine Faulheit, was das Übersetzen angeht, aber wer sich wirklich dafür interessieren sollte, der wird schon einen anderen Weg an die Informationen finden. Oder Englisch lernen, das würde sich wenigstens lohnen.
Leider habe ich den passenden Eintrag seltsamerweise bei Wikipedia überhaupt nicht gefunden- wer mir da weiterhelfen kann, dem wäre ich sehr verbunden.
So, ich hoffe dieser kleine Lehrgang hat euch Spaß gemacht- mir jedenfalls hat es das Herz sehr erleichtert zu wissen, dass das ständige Fragezeichen auf meinem Gesicht gerechtfertigt ist. Ihr habt keine Ahnung, wie paranoid man werden kann, wenn man ständig mit so einem Stress der Synchronität konfrontiert wird…
verdammt, gerade da wo es interessant wurde konnte ich einfach nicht weiterlesen…englisch und so, mir selbst geht das auch total oft so, und ich wollte schon immer mal wissen, wie das zu erklären ist.
ein bissi verspätet aber….
ich denke du sprichst im allgemeinen von dem nicht sehr geläufigen begriff: autosuggestive negativ-wahrnehmung
njo. auf was für artikeln man landet, wenn man nach baader meinhof googlet… tzz ;-)
ist ne gute seite, hat mich echt geholfen bei suche nach guten ergebnissen über die truppe