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White Dresses

16/06/2008

Das war folgendermaßen: Ich verbrachte den ganzen Tag damit, mir die überflüssigen Hautschuppen von meinem Luxuskörper zu schrubben. Ich habe mehr als 200 Euro für Hübsch-Mach-Utensilien wie Kleid, Schminke, Friseur ausgegeben. Ich habe mir, ungelogen, meine Füße in den unbequemsten Schuhen der Welt kaputt gemacht, und sah dabei auch noch aus wie ein Trottel. Ein wiederholtes In-Die-Fresse schlagen hat leider nichts gebracht, sie dachten trotzdem, ich könne auf hohen Schuhen nicht laufen (was nur teilweise korrekt ist, da ich vielleicht ab 6 cm durchaus Probleme kriege, alles, was davor ist jedoch für Gewöhnlich recht gut zu bedienen ist). Dann war ich da, frierend, ein bisschen auch beleidigt, weil gestresst. Der Achselkaffee rann mir den Körper runter, meine Schminke klebte mir am Hinterkopf, meine Haare waren nach 8 Stunden leider nicht mehr topfit.

Und wisst ihr was? Ich hätte denen alle mit dem Arsch ins Gesicht springen können, weil es mir egal war! Es war mir egal. Und für wenige Tage dachte ich, man könnte sich in eine Art von Wehmut, oder Freude, reinsteigern, aber mir fällt auf: Es geht nicht. Ich bin nicht für eine Sekunde traurig darüber, dass die Schule vorbei ist. Ich bin auch nicht traurig, dass ich die Vollpfosten nie wieder sehen werde, im Gegenteil, ich hoffe ja fast, dass das das letzte Mal war. Und da standen die Trullas nun, eine nach der anderen takelten sie sich auf für die Beweisfotos, das einzige, was von so einem gesellschaftlichen Zwang eigentlich noch übrig bleibt. Die Eltern mit Pipi in den Augen, weil Klein-Lisa und Klein-Uwe es endlich geschafft haben, und wahrlich auch den Einstieg in die Wirtschaftswelt finden werden!

Ach, leckt mich doch alle. Dieser Abiball war nicht mal Ansatzweise gut, wobei ich mir einen besseren auch schwer vorstellen kann. Ich habe keine sentimentalen Verbindungen zur Schule, die Zeit war scheisse. Und um ehrlich zu sein hätte ich mich am liebsten an den Lehrertisch gesetzt, um mit denen ein letztes Mal einen zu heben. Denn bis auf Ausnahmen waren die Lehrer das einzige, was an der Schule noch irgendwie Spaß gemacht hat. Unser Streberjahrgang war eine Katastrophe, und mir ist es mittlerweile peinlich, zuzugeben, einen Einserschnitt zu haben- bei uns heisst das nur, okay, ich war ein Arschkriecher, und ich liebe es, in der Mittagspause die Bibelgruppe zu betreten und für meine Biopräsentation zu beten.

Nach dem kläglichen Dessert ging es auch schon nach Hause. Schön ins Bett gepfiffen, halb 11, und es war keine Minute zu früh. Mir taten sie leid, die Pappnasen, die da noch rumhocken mussten, diejenigen, die sich noch die Tränen von den Augen wischen mussten, weil sie so viele tolle Freundschaften liegen lassen werden, und die beste Zeit ihres Lebens, und, und… ich sag euch was: Ich kann’s nachvollziehen. Wirklich. Aber ich empfinde es nicht so, es war Geldverschwendung, da überhaupt hinzugehen, und obwohl ich ausnahmsweise mal wie eine richtige Frau aussah (sagten sie zumindest, die Idioten), brauche ich mich nicht für etwas zu verkleiden, was mir nicht einmal mehr Spaß macht.

Leute, nächsten Fasching hol ich wieder das Kleid raus, versprochen, und dann können wir zusammen abgehen, und zwar so, wie es sein soll. Ersoffen mit anschließendem Koma! Das Leben darf jetzt anfangen.

Fang mal bitte an.

Jetzt.

Jetzt, bitte…

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Al Termino!

11/06/2008

“Guten Tag, Hair Company XY, wie kann ich Ihnen helfen?”

“Ja, äh, guten Tag, ich will mir die Haare hochstecken lassen. Am Samstag. Abiball und so.”

“Aha am Samstag, wann wünschen Sie denn…”

“UND PONY SCHNEIDEN, puh, fast vergessen, jaja, Pony schneiden auch!”

“… äh, jaa, ist gar kein Problem. Wann wären Sie denn gerne da?”

“Öhm. Keine Ahnung. Hängt das nicht davon ab, wann SIE Zeit haben?”

“Ja, aber, eine Tendenz hätte ich gerne, einfach nur…”

“Also mein Abiball fängt um 18:00 an, ich weiß, eine scheiss Zeit, aber irgendwas davor ist schon okay..”

“Dann um 12:30!”

“Ja gut. Ich buchstabier dann mal meinen Nachnamen. So. Und äh, ja, was muss ich denn mitbringen?”

“Wie meinen Sie das?”

“Geldtechnisch. Der Spaß, was kostet der mich?”

“Ach so. Ja, also ungefähr 25 €”

“Plus/Minus?”

“Wie bitte?”

“Ungefähr.”

“Ich verstehe nicht… ”

“Ach egal, bis Samstag, tschüss”

— 5 Minuten später —

“Guten Tag, Hair Company XY, wie kann ich Ihnen helfen?”

“Ja, ich hab eben schon mal angerufen”

“… ja…”

“Ich hab vergessen wann mein Termin war.”

“Moment, da schaue ich mal nach. Ihr Name bitte?”

“.. das war echt eben vor 3 Minuten. Für Samstag. Sie wissen doch, Abiball, 18:00.”

“… Ihr Name bitte?”

“… ist das jetzt Ihr ernst?”

“Ja.”

“Mit wie vielen haben Sie denn in der Zwischenzeit telefoniert? Das wäre doch jetzt eigentlich nicht schwer gewesen sich an meinen Namen oder an meinen Termin zu erinnern…”

“Haben Sie doch selber nicht.”

“Touché. Okay, mein Name, Sara.”

“Samstag, 12:30, zum Hochstecken, 25..”

“UND PONY SCHNEIDEN AUCH!!”

“.. jaaa, Pony schneiden auch. Sagen Sie mal, haben sie was getrunken?”

DÜT DÜT DÜT

Hehehehehehe. Ja, hab ich. Muhahahaha.

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Das mit dem X

9/06/2008

Schön. Nutzen wir die testosterongeladene Zeit der Fußballmanie um mal für einen Moment über Männer zu philosophieren. Ich gebe zu, ich habe auf diesem Gebiet nicht viel Erfahrung gemacht, und möchte deshalb nicht pauschalisieren. Wobei, wenn ich so darüber nachdenke, ist das vielleicht genau der Grund, warum ich es tun sollte, und nach dem Motto “innocent until proven guilty” leben. Jawohl, so machen wir das.

Es gibt die eine Sorte Mann, bei der man genau weiß, woran man ist. Ficken, Beziehung, Heiraten, Affäre, Spaß, Freundschaft, Nichts. Das ist meistens leider die Sorte, die einen überhaupt nicht interessiert. Und dann gibt’s da nämlich noch die andere, viel signifikantere Typ Mann, die man ohne zu zögern mit “Mysterium” betiteln kann. Wirklich, ein einziges Geheimnis. Das sagt man ja für gewöhnlich von Frauen so. Aber mal ganz im Ernst, Frauen quatschen Tag für Tag ununterbrochen so einen Stuss, dass man lediglich rausfiltern muss, wo der harte Kern der Wahrheit eigentlich steckt. Männer reden irgendwie gar nicht.

Wirklich, da muss man so lange rumbohren, bis sie einem sagen, was sie wollen (wir reden hier überhaupt nicht über das Thema “Gefühle”- das Männer da generell so eine kleine Blockade haben, ist ja eine allgemeine, sich wacker haltende Legende), und dann wird man als “nervige Klette” abgestempelt. HALLO MEIN FREUND ICH MAG ES MIT DIR ZU VÖGELN ABER KÖNNEN WIR VIELLEICHT ZWISCHEN DEM STELLUNGSWECHSEL AUCH MAL DARÜBER REDEN WELCHE MARKE BIER DU BEVORZUGST?! VIELLEICHT?!

Und wie wird das interpretiert?! “Oh mein Gott, ich möchte aber gar keine Beziehung!” … schön das wir das geklärt hätten, ich nämlich auch nicht. “Ja was willst du dann?” “Och, nichts, aber wenn wir grade schon dabei bist, ich koste 89,90 die Nacht, freundschaftlicher Preis für Menschen mit denen ich das auch gerne mache!”

Früher war es immer die Frage, “Wann ruft er mich an?”- heute ist es der ständige Blick auf das Handy, “Oh shit, es könnte ja eine SMS kommen.” Das nervt mich an meinen Freundinnen schon so tierisch, dass ich mit dem Kopf gegen die Wand rennen könnte. Blutig schlagen könnt ich die Trullas! Und die Typen erst, die manchmal einfach nur SMS-Beziehungen führen. Was machen die denn damit? Ich hab noch nie eine SMS gespeichert um sie mir nachts durchzulesen, also warum dann diese kostenlastigen Rotzesachen, die sowieso zu nichts führen, weil man am Ende im Prinzip nur damit prahlen wollte, sich wichtig fühlen wollte, wenn man mit seinen Freunden was trinken geht und alle 10 Minuten eine SMS tippt und die nächsten damit verbringt, die Antwort zu lesen. Kicher kicher, sind wir schon 16 geworden oder was? So Menschen könnte ich quer durch die Bar ein Cocktailglas an den Schädel werfen. Meine Manieren sind echt auf das Wesentliche beschränkt (nicht mit offenem Mund kauen, Bierflaschen nicht an Tischkanten aufmachen), aber sowas geht mal gar nicht.

Ich meine, versteht mich nicht falsch, wenn man mal eine schnelle SMS tippt oder einen Blick auf sein Handy wirft ist das keineswegs ein Verbrechen, aber den ganzen Abend dazusitzen und einen metaphorischen Schwanzvergleich hinzulegen, wer denn jetzt die besseren SMS-Konversationen führt, anstatt sich mal mit seinem Gegenüber zu beschäftigen, boah, Krätze.

Aber egal wie, das ist ja gar nicht das Thema. Das Thema, um das es hier geht, ist wenn Männer nicht sagen, was sie wollen, und wenn Frauen keinen Anhaltspunkt finden, an den sie anknüpfen können. Was sind wir jetzt? Freunde? Befreundet? Flüchtige Bekannte mit Bettgeschichte? Irgendwie zusammen, aber auch nicht? Affäre? Können wir hier mal klare Verhältnisse schaffen?

Dabei spreche ich nicht mal für mich (okay, ein bisschen vielleicht). Ich spreche für alle Frauen, die sich auf eine flüchtige Sache einlassen, die sich dann fortsetzt- und dann plötzlich nicht mehr. Nur um dann 4 Wochen später von anderen hören zu müssen, “Also er hat gemeint er hätte einfach nur keine Lust mehr”. Ich verstehe nicht, was so schwer daran sein soll, das einfach mal anzusprechen. Wenn man doch merkt, dass der andere nach Aufmerksamkeit oder ‘nem guten Fick oder was-auch-immer bettelt, dann kann man doch mal die Eier haben, demjenigen mitzuteilen, “Hey, hör zu, irgendwie geht da bei mir nichts mehr, adios amigo”. Ist echt nicht schwer, tut nicht weh, kostet ca. 20 Cent und lohnt sich. Stattdessen lassen sich alle gehörig feiern obwohl sie keine Egoparty verdienen.

Ich hab irgendwie vergessen, worüber ich mich gerade überhaupt aufrege. Ach so, ja, Männer. Männer, die denken, Bumsbeziehungen hätten keine Regeln. Falsch gedacht. Sie mögen zwar unverbindlich sein, aber sie haben gewisse Prinzipien der Fairness. Genauso, wie es auch unfair ist, den Ball wegzutreten, wenn er im Aus ist. Gelbe Karte. Denkt mal darüber nach, es macht Sinn.

[Die Redaktion möchte betonen, dass erwähnte Situationen und Konversationen nicht unbedingt der Wahrheit entsprechen. Vielleicht tun sie das, aber wahrscheinlich nicht. Und wenn doch, dann würde die Autorin das niemals erwähnen, was viel besser für alle Beteiligten ist]

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Flachwichser

7/06/2008

Ey.. boah.. ich glaub ich war in meinem Leben noch nicht so wütend wie jetzt gerade. Wie kann man nur ein so bescheuertes, völlig apathisches Arschloch sein! WIE!! WIE! Wie kann man nur sein GANZES beschissenes Leben damit verschwenden, sich schön faul und breit hinzulegen, alle Verantwortung von sich abzuschieben..

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BOAH!!! MEIN VERKACKTER BRUDER!! ICH KOTZE! Ohne Scheiss da fang ich fast an zu heulen weil ich dieser Agression keine andere Form geben kann… aah… ich möchte gerade was zusammenschreien. Nach außen hin klingt die Situation bestimmt total bescheuert und belanglos aber es bringt mal wieder schön auf den Punkt was der eigentlich für ein Einzellerhirn hat..

Der sitzt die ganze Woche beim Bund und macht da laut eigener Aussage NICHTS. Den ganzen TAG! DIE GANZE WOCHE! Dann muss man ihn auch wirklich jedes Wochenende vom Bahnhof abholen, wo er sich direkt seine ersten 4000 Gramm Gras Tüte ansteckt. Im Laufe der Wochen begeht er dann tausend Unfälle und ist immer so stoned oder besoffen dass er nur noch peinlich ist. NICHTS kann der Mann mit seinem Leben anstellen, und wo normalerweise bei mir vielleicht etwas wie Verständnis oder etwas Mitleid oder Fürsorge auftritt, ist gerade einfach nur Wut und Verachtung. Meine Eltern sind die letzten zwei Wochen nicht zu Hause gewesen, meine Mutter zumindest immer erst spät nachts, das heisst, an mir bleibt die ganze Verantwortung im Haushalt kleben, ich muss hier putzen, da kochen, da aufräumen, dann noch arbeiten, babysitten und der ganze andere Schmonz. Das mag vielleicht nicht viel klingen aber so sollte das Leben nicht sein wenn man die erste freie Woche nachdem man mit der Schule abgeschlossen hat etwas genießen will, und zu all dem kommen noch meine Geldsorgen, die Jobsuche und diverse Projekte… aber egal, ich beschwer mich nicht, ich sag nur, okay, ich hab Verantwortung und die muss ich auch umsetzen, UND DA KANN ICH MIR NICHT EINFACH MAL SO DIE BIRNE BREIT HAUEN UND MICH AUF MEINEN FETTEN ARSCH LEGEN UND DER REST DER WELT IST MIR SCHEISS EGAL!

So, und dieser Bastard meint, er kann einfach herkommen und nichts tun. Schleppt sich bekifft wie er ist runter in sein Zimmer, will was essen, und anstatt tatsächlich mal was zu kochen und mal seine Bumsbirne einzuschalten, nervt der mich ungelogen drei Stunden, dass ich ihn bitte zum Döner fahre, wo er sich dann den Wanst fettfressen kann. ICH LEG MICH HIN WEIL ICH NACH 20 MINUTEN ARBEITEN MUSS, UND DER KOMMT UND WILL DASS ICH IHN HINFAHRE WEIL DER ZU BREIT IST UM SEINEN EIGENEN SCHWANZ ZU FINDEN. Und mich ausruhen kann ich mich sowieso nicht, weil er mich “LIEBEVOLL”!!!!!!!!!!!!!!! totkitzelt und so ‘ne Scheisse veranstaltet. Da war ich gestern schon am Rande der Tränen, wie kann man das denn aushalten?! Entweder man macht was dieses Arschloch sagt oder man wird so lange geprügelt bis man sowieso nichts mehr machen kann.

Aber heute… heute hat er echt den Vogel abgeschossen. Nachdem ich gestern nach fast 6 Stunden Arbeit nachts nach Hause kam, waren die werten Herren natürlich unterwegs, aber wer durfte den ganzen SCHEISS aufräumen, den die hinterlassen haben? Ich. ICH. Klar kann ich’s liegen lassen, aber dann kommt meine Mutter heim und muss nach ihren 16 Stunden schaffen auch noch mal ran. Da war ich schon am ausflippen. Heute morgen habe ich ihn nur gebeten, er solle doch im Laufe des Tages Wasser holen. Da gab’s schon ‘ne Szene. Von wegen er würde ja nich mehr hier wohnen und dann bräuchte er ja auch nichts zu machen. TOLLE KARTE DU ARSCHLOCH DANN BRAUCHSTE JA AUCH NICH MEHR IN DAS KLO ZU KACKEN DASS ICH PUTZE UND DAS WASSER DASS ICH DANN SCHLEPPEN MUSS KANNST DU VON WEITEM BETRACHTEN.

Ich muss um 5 arbeiten und einer muss noch einkaufen gehen, bzw. meine Mutter ruft IHN an, sagt ihm, er solle ihr doch bitte dies und das mitbringen, und er ruft MICH an, scheisst mich zusammen ich soll meinen “FETTEN, FAULEN ARSCH” hochbewegen und es selber machen. WIE BITTE?! WIE BITTE?!?!?!?!?!?!? EY, ich krieg nen Herzinfarkt! Ich hätte ihn echt fast durch’s Telefon getreten, wenn’s funktionieren würde, ich würd’s tun! Dieser mickrige, bekiffte Spasti meint allen ernstes, ich würde nur faul rumsitzen und nichts machen während er.. WÄHREND ER WAS?! Zu dumm für ‘ne gescheite Ausbildung, zu dumm für ‘nen Beruf, zu ungebildet für’s Studium, hockt da beim Bund und lässt sich die Eier schaukeln und meint wenn er nach Hause kommt ist er der King.

Dieser Penner kann mich gerade kreutzweise und ich hassse ihn augenblicklich mehr als jeden anderen, obwohl das morgen wieder anders aussieht. Denn eigentlich ist er ein netter, lustiger Typ, der auch immer für mich da ist, wenn ich ihn wirklich brauche. Ändert leider nichts daran, dass er ein beschissener Loser ist. Und ich denke mir, wenigstens weiß ich, welche Art von Mann ich in meinem Leben überhaupt nicht brauche.

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Planlos

6/06/2008

Ich streife immer noch planlos durch die Gegend um eine Möglichkeit zu finden, Geld zu verdienen. Viel Geld, das mir erlaubt, bald schon meine Höhenflüge zu verwirklichen und wenigstens für einige Momente des Lebens aus diesem öden Kaff zu verschwinden. Vielleicht die Dritte-Reich-Stimmung bei den amerikanischen Wahlen miterleben (immerhin der erste schwarze Mann, ob er gewinnt oder nicht), oder doch lieber den Sommer in Australien genießen, wo man bestimmt das Ozonloch auch mit eigenen Augen sehen kann? Diese Entscheidung ist hinfällig, wenn das Kleingeld nicht ausreichend klimpert.

Sommerverschwendung nennt man das, wenn das Wetter schwül und aufdringlich ist und man sehnsüchtig darauf wartet, dass die EM beginnt, damit man einen Grund hat, mehr Bier zu trinken als üblich und sich zu kleinen, aber feinen Freundesgrüppchen (allesamt bestehend aus Männern) zusammenzuschließen. Gründe dafür, das schwüle Wetter zu, pardon, “genießen”, selbst wenn es nicht wirklich genießbar ist. Man kann, das ist jetzt erwiesen, bei gutem Wetter (sprich: mehr als 20° Celsius) nicht zu Hause bleiben und nichts tun, wenn man nicht hundertprozentig weiß, dass die nächsten 5-10 Tage nicht mindestens genauso gut werden (also warm, also mindestens 20° Celsius). In Deutschland, hoffentlich bald im Finale gegen Griechenland oder Italien zu sehen, ich bin da nicht wählerisch, hat man diese Art von Garantie höchstens was Mettwurst und Formel 1 angeht. Unberechenbar.

Ist daher auch ein Grund, warum ich hier weg muss. Allerdings ist das ohne Geld kein Zuckerschlecken, wie man sich sicherlich denken kann. Mein “Erspartes”, was eigentlich das Ersparte meiner Eltern auf meinem Namen ist, sollte ich besser nicht anrühren, als Konsequenz könnte die Enterbung folgen. Meine Absicherung für später, sozusagen. Also malochen wie die blöden, der Wille ist da, die Gelegenheit jedoch- bleibt aus.

Einen Job zu finden, bei dem man nicht qualifiziert sein muss, und der nichts mit Gastronomie zu tun hat, ist wirklich verdammt schwierig. Wenn man ihn dann gefunden hat, sollte man sich bei der Bewerbung bemühen, sonst- ist nicht. Und so kreise ich durch das Internet, durch die Zeitungen, durch meine Kontakte, nichts, nichts, nichts. Alle haben für den Sommer eingepackt oder suchen mickrige Praktikanten. Ich, meine Damen und Herren, brauche einen Job, der mich weiterbringt. Harte, knüppelharte Arbeit, werde ich verrichten, und das mit Ehrgeiz.

Aber wo, wo, wo? Am liebsten würde ich direkt mal Jenny anhauen, die hat’s ja mit harter Arbeit (20%) und langen Beinen (80%) geschafft, zum Top-Model zu werden, und das sage ich jetzt so weil es gar nicht so abwegig erscheint, sie zu fragen, immerhin wohnt sie bei mir um die Ecke, und sie sollte sich langsam daran gewöhnen dass sie jetzt mehr Freunde haben wird als ihr lieb ist, da kann ich genau so gut den Anfang hinlegen. Ja, einen Job im Modelbusiness, obwohl ich natürlich auf das Rampenlicht verzichte und im Hintergrund arbeite. Als Statist, wenn es soetwas gibt. Womöglich ist es auch gar nicht so wichtig, was ich mir hier eigentlich zusammen texte, ich weiß nur, dass ich Geld brauche, ganz dringend, ganz jetzt, und ich möchte es mir nicht erhuren, ich möchte bei Gelegenheit noch etwas erleben, denn ich habe keine Ahnung, was ich machen soll.

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Zerbrechlich

2/06/2008

Ich weiß nicht, was los ist mit mir, mit meinem Leben. Ich will nicht sagen, dass alles perfekt läuft, das ganz und gar nicht. Aber es scheint so, als würde mich das Schicksal dazu bringen wollen, für immer hier zu bleiben. Erstmal zwei Jahre lang scheisse zu mir sein und auf einmal.. auf einmal habe ich Spaß (JAHA, GENAU VON DIESER ART SPASS REDEN WIR HIER!!), auf einmal habe ich Freunde, und zwar nicht nur die obligatorischen drei besten Freunde, sondern auch Bekannte, auch Menschen, die ich gerne um mich habe, ohne großartige Verpflichtungen eingehen zu müssen.

Plötzlich scheint alles ganz cool, obwohl meine Zukunft sowas von Ungewiss ist. Noch rette ich mich in das “erst mal Pause machen” Loch, das hält dann genau so lange an, bis ich mein Abizeugnis in der Hand halte. Noch halte ich mich mit dem Gedanken an der EM über Wasser, zu wissen, da kommt ja etwas das mich täglich beschäftigen wird. Und ich meine, klar, wenn man jetzt auf einmal gar nicht mehr so viel Unbehagen seinem kleinen Kaff entgegenbringen kann, wird der Drang, oder eher der innere Druck, weggehen zu müssen, auch zunehmend geringer.

Ich habe Angst, dass sich das irgendwie manifestiert. Angst mit diesem “zufrieden geben” Status- nicht, dass das schlecht wäre, manchmal muss man halt auch wissen, wo es endet. Aber soll das jetzt alles sein? Ist das der Zenit meines Glücks, ab und zu mal weggehen, ein paar Leute kennen zu lernen, ein bisschen Abwechslung im Tagesablauf aber im Grunde genommen- alles gleich? Ich weiß nicht.

Eine Großstadt! Eine berufliche Zukunft, oder wenigstens eine akademische! Ich fühle doch, wie ich regelrecht verblöde, jeden Tag am See oder im Club oder am Saufen und am Kette rauchen!

Ab morgen mache ich mich definitiv auf Jobsuche. Irgendwas relativ festes für die nächsten 2-3 Monate, etwas, dass mir genug Geld bringt, um hier abzuhauen, ohne noch mal zurück zu blicken..

Am See

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Murphys Law

30/05/2008

Es war ja klar. Wirklich, nein, ich bin überhaupt nicht aggressiv oder genervt oder sowas, denn es war klar, eindeutig, dass jetzt sowas kommen würde. Denn, okay, ich hab sturmfrei, was ziemlich cool ist, davon gehe ich zumindest mal aus. Und heute ist der erste Freitag nach meiner Schulzeit, was auch extrem gut ist, das heisst, es existiert unweit von hier ein reges Nachtleben. Ich habe tatsächlich Freunde, die ihre Zeit mit mir verbringen möchten, ohne dass ich sie dafür bezahlen muss, was immerhin ein Fortschritt zu den gesamten Jahren meines Lebens ist. Auch wenn ich weiß, dass das nicht für immer halten kann, ich muss es doch ausnutzen.

Das Wetter war die ganze Zeit super optimal um feiern zu gehen- nachts frieren ist vorbei, meine Kameraden und Kollegen! Im Bikini in den Club, sag ich dazu nur! Schwitzen, nachdem man schon drei Stunden draußen steht! DAS ist eine echte Party! Nie wieder fette Taschen mitnehmen um die klobigen Jacken da rein zu stopfen, sobald man drinnen steht! Nie wieder die Schals und Mützen vor den Türstehern verstecken, die immerhin ein bisschen Mühe erwarten! Nie wieder, zumindest für ein paar Monate.

Um das alles abzurunden, bin ich auch noch im Besitz von Geld. GELD. Ich habe nicht nur genug Geld, um mich ordentlich zuzuschütten, was ja nach 13 Jahren Schule auch mal sein darf, nein, ich habe sogar so viel, dass ich nicht bis zur ersten S-Bahn am nächsten morgen warten muss, sondern tatsächlich mit einem Taxi nach Hause fahren kann. Da ich aber sowieso so viel Lust habe, Party zu machen, dass ich wahrscheinlich auch freiwillig bis um 8 Uhr morgens abfeier, brauche ich dieses Geld nicht mal auszugeben.

Eigentlich.

EIGENTLICH.

Denn ich stehe nichts ahnend in der Videothek rum (es nennt sich Arbeit, bei gutem Wetter hat es allerdings mehr mit am Sack kratzen zu tun), und auf einmal höre ich es. Donner.  Im ersten Augenblick erschrocken, im nächsten muss ich über mich selbst lachen und denke mir: Naja, klar, ist ja auch schwül draußen, da darfs gerne jetzt ein bisschen regnen und abkühlen und dann hörts ja auch direkt wieder auf.

AM ARSCH.

Seht ihr, das ist jetzt mehr als eine Stunde her. In der Zwischenzeit hat es einen monsunartigen Niederschlag geregnet, es hat Fußballbälle gehagelt und von meiner Frisur, die ich bis dahin noch nicht mal zurecht gemacht sondern nur im Grundprinzip aufgearbeitet habe… über die wollen wir jetzt bitte nicht reden, sonst muss ich weinen.

Naja, jedenfalls warte ich quasi gerade auf den Anruf von Menschen, die mir mitteilen, dass sie bei so einem Chaoswetter nicht das Haus verlassen werden und lieber eine Flasche Wein vor der Glotze kippen. Und wo wir gerade dabei sind: Dieses Drecks Digital TV funktioniert bei so einem Wetter nicht. Und ein Buch, das ich nicht zufälligerweise auswendig kenne, habe ich auch keins mehr. Und das Internet hab ich durchgespielt.

Ich werd wahnsinnig ich sags euch.

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Chemisches Dogma

19/05/2008

Der Sonne entgegen blicken, und einen Strahl einfangen. Der geht dann durch das Auge, durch die Nerven, da ins Hirn rein, wo es irgendwas ausschüttet, total verrückte Chemiescheisse, die dann ein wunderbares Kribbeln durch den restlichen Körper schickt und ein einziges, winzig kleines aber von Milliarden Zellen ausgelöstes Lächeln auslöst. Ein einziges Lächeln, unbedeutet in Relation zu einem monströsen Lachen. Aber es wäre schon mal mehr als gar nichts, mehr, als man erwartet hätte, und mehr, als man jemals bekam.

Denn das war letztendlich auch das Problem mit dem Sommer und den Gefühlen und den Schmetterlingen, die immer über die verkackten blöden verliebten Päärchen herumschwirrten, aber nie über einen selbst, weil man kein Päärchen sondern ein Einzelchen war. Und da gab es jetzt auch kein so tolles Lächeln, das man einfangen konnte, weil jeglicher Sonnenstrahl höchstens Hautkrebs und den regelrecht nackten Wahnsinn auslöste. Als hätte es nicht noch gefehlt, dass die Männer jetzt ganz öffentlich ‘ne Latte hatten weil die ganzen Weiber im super engen Tanga-Bikini rumlaufen.

Besonders schlimm war es, wenn man dann auch noch von den anderen einsamen Menschen erfahren musste, dass sie zumindest eine reelle Chance darin verspürten, bald nicht mehr einsam sein zu müssen. Würde ja auch langsam Zeit, dass sich ein geeigneter Partner findet, das passt im Winter nicht, da passt ja wohl wirklich gar nichts, da wird man nur fett und rasiert sich die Beine nicht mehr, aber jetzt, wo die allgemeine Rammelei anfängt, müsste man doch mal daran arbeiten, und siehe da, schon hat man einen willigen Bett- und vielleicht sogar Lebenspartner gefunden. Schon waren es einige einsame Menschen weniger, und plötzlich sitzt man Samstagabend alleine in irgendeiner Bar und guckt sich die anderen Alleine-Menschen an, die genauso alleine und apathisch reingucken wie einer selbst und dann setzt man zum trinken an und merkt dass da jetzt irgendein Arschloch seine Asche ins gute Vodkaglas gefeuert hat. Man trinkt’s aber trotzdem, kann ja nur besser werden, und Asche ist angeblich gut für die Verdauung.

An so einem Abend kann noch so viel Gutes passieren. Man kann im Lotto gewinnen, man kann von allen für irgendwelche Leistungen hochgelobt werden, man kann einem Kind das leben retten oder den High Score bei Pac Man knacken. Ist scheiss egal, wirklich, weil die Chemie im Kopf löst ein bestimmtes Gefühl im Bauch aus, das einfach nur noch kotzen will. Ja. Das ist wie, als würde da im Magen einer stehen und den Magen vollkotzen, und die Kotze breitet sich dann überall aus und plötzlich ist man nichts anderes mehr als unverdauter, völlig ungesunder Fraß, völlig unnütz, am besten das Klo runterspülen und drauf scheissen. Wirklich jetzt.

Jedenfalls, da hatte man im Winter das Problem noch nicht. Da war man zwar einsam und alleine, aber wohlwissend, dass man nicht alleine einsam und alleine war. Da gab es tatsächlich noch “Mitwisser”, oh ja, Menschen, die absolut Plan davon hatten, wie es einem erging, bis es eben Sommer wurde, und man die emotionale Verkrüppelung nicht mehr auf temporäre Wetterbedingungen schieben konnte. Jetzt war klar: Es liegt an mir selber. Nicht am Wetter. Nicht an den Umständen. Alleine an mir liegt es.

Dann arbeitet man daran, zumindest denkt man das, und wenn man dann glaubt, es endlich geschafft zu haben, guckt man in die Sonne, kriegt Augenkrebs, fällt schreiend auf den Boden, die Schmetterlinge scheissen noch schön auf einen und schließlich verschwindet man im Boden, als wäre man nie dagewesen, man kann den anderen ja auch wirklich nicht das super Wetter verderben jetzt, wäre ja unerhört.

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Charakterisierung

15/05/2008

So, ich bin fertig mit meiner Charakterisierung. Hab sogar tatsächlich die Vorschläge eingebracht. Finde es armselig, dass ich die Scheisse selber machen muss, aber egal, mir bleibt ja nix anderes übrig.

Sehr bezeichnend für Saras mangelhaften Charakter ist die Tatsache, dass sie keine Freunde hat die zuverlässig oder kreativ genug sind um ihre Charakterisierung zu schreiben und rechtzeitig abzuschicken, weshalb sie es selber machen muss und inständig hofft, dass es überhaupt noch mitgedruckt wird. So viel dazu.
Ansonsten kann man sie nur als ein liebevolles Genie bezeichnen, und die Weltherrschaft wird sie sich nicht hart erarbeiten, nein, sie wird ihr nachgeschmissen werden. Sara ist so gut, dass sie auch weiterhin in der 3. Person von sich spricht. Sara mag reiten, schwimmen und lesen. Und gesunde Ernährung. Wenn sie gross ist, wird sie Hausfrau und Mutter und gewinnt nebenbei den Nobelpreis für ein wunderbares Kochrezept. Alternativ könnte sie auch unter einer Brücke der Verdammnis und Drogensucht enden, mit 8 Crack Babies die alle “Abdulla” heissen und einer starken geistigen Zersetzung im Kopfbereich, aber auch nur, weil sie das so will. Sie ist früh an der Unfähigkeit ihrer Mitmenschen verzweifelt und zutiefst unmütig, weil angebracht.
Außerdem ist Sara nicht verantwortlich für den bekloppten Abispruch. Sie stimmte für “Abitur 2008 - Arbeitslos 2009″ und ärgert sich immer noch über diese Entenscheisse.
Ganz abgesehen davon war sie sowieso noch nie gut auf die Schule anzusprechen, weshalb sie die meiste Zeit beim Goldenen M im Ghetto verbrachte und ihr Geld dort in wertvolle Kalorien investierte. Deshalb ist sie jetzt umso glücklicher, 24 Stunden am Tag ohne schlechtes Gewissen mit “Fett Werden” verbringen zu können. Saras natürlicher Lebensraum, in dem sie sich wohlfühlt und den sie liebt und schätzt, ist überall, nur nicht in Rodgau. Wer sie mal beobachten möchte, sollte möglichst nah auf sie zukommen, damit sie beim draufschlagen nicht zielen muss. Soziale Zusammenkünfte verlässt sie prinzipiell nach einer halben Stunde mit den Worten “Ich penn gleich ein ich geh nach Hause”. Sara liebt Batman, Deine Mudda Sprüche und das Internet.
An ihr ist besonders auffällig das Talent zum materiellen Verlust. Sara hat noch nie etwas nicht verloren. Ihren Roller, ihr Handy, ihren Ipod, ihre Hausschlüssel, diverse EC-Karten und Führerscheine, Geld, manchmal vergisst Sara auch den Stoffwechsel und das Atmen, aber das liegt nur daran, dass sie so intelligent ist, dass sie manchmal den Überblick verliert.
Schließlich fassen wir uns kurz: Sara ist ein Nerd, und das ist auch gut so.

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Minus Tausend

15/05/2008

So. Materielle gesehen war das jetzt wahrscheinlich die schlimmste Woche meines Lebens. Dass ich pleite bin ist ja bekanntlich nichts neues, dass meine EC Karte auf einmal zum ungünstigsten Augenblick verschwand habe ich auch noch verkraftet, und als mein Roller gestohlen wurde habe ich mich eben zusammengerauft und mein Leben irgendwie überdacht. Ohne große Konsequenz, aber es war schon ziemlich scheisse, um es mal so auszudrücken.

Gestern jedoch wurde echt der Vogel abgeschossen. Erst mal Strafzettel bezahlen, den ich nur bekommen habe, weil bei meiner Drecks Schule die Parkplätze aus baulichen Gründen geschlossen wurden und ich mich um pünktlich zum Unterricht zu kommen direkt mal ins Halteverbot platzieren musste (Alternativ 20 Minuten latschen, was äquivalent zur ganzen Strecke von mir zu Hause bis zur Schule ist). Direkt mal im Minus gelandet. Das geht ja noch. Dann habe ich mich trotz Pleitegeier überreden lassen, doch mit nach Bayern an den See zu fahren, ungeachtet dessen, dass ich bei mir um die Ecke auch nen schönen See habe, der vielleicht nicht Luxus ist aber immerhin genug um sich zu sonnen und zu gammeln. Und es hätte mich ungefähr nichts gekostet. Egal, man gönnt sich ja sonst nichts, und nach all den Verlusten..

Wir also hin. Immer näher rückten wir den Wolken entgegen. Sturr wie wir waren, also eigentlich nur eine von uns aber das sei mal dezent ignoriert, fahren wir trotzdem weiter. Sobald wir ankommen und ins Wasser hüpfen (von Sonne war schon lange nichts mehr zu sehen) bricht auf einmal der Himmel zusammen und wir mitten im Regen. Ich dachte ich werd verarscht oder so. EGAL, egal.

Erst mal Sachen gepackt. In der Hast fällt mir auf, dass ich mein Handy nicht finden kann.

An dieser Stelle frage ich mich, ob ich die Geschichte überhaupt zu Ende erzählen soll, immerhin ist ja klar, dass ich mein Handy letztendlich nicht mehr gefunden habe, es irgendwann nach langwierigem Anklingeln auch aus gemacht wurde (nicht von mir, is klar) und schließlich habe ich mich hingesetzt, in den Regen, und angefangen zu weinen, weil das kanns ja jetzt echt nicht sein.

Weil ich so sehr Angst hatte, das auch noch meinen Eltern beizubringen, bin ich partout nicht nach Hause gefahren und habe auswärts gepennt. Meinem Vater habe ich dann irgendwann erzählt, dass der Akku leer ist. Und gleich, sollte er mich fragen, werde ich ihm erzählen, dass ich mein Handy vergessen habe. Und außerdem muss mein Vertrag eh verlängert werden, von daher kein Ding, kann ja mal schnell ein neues bestellen.

Trotzdem. Das hängt echt alles damit zusammen, dass ich viel zu viel sündige, und bald trete ich in irgendeinen verrückten Glauben ein, weil so kann das nicht weitergehen, und mein Ipod verlässt das Haus auch nicht mehr, ganz bestimmt nicht.

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