Es ist nicht vorbei, es klingt nur anders.

Winnenden/Opfer

Posted: March 12th, 2009 | Author: septemberRAVEr | Filed under: Weltkulturerbe | 8 Comments »

Entrüstung, Aufruhr, politische Phrasendrescherei und kleine Amokläufe in den Redaktionen: So oder so ähnlich wollte ich meinen persönlichen Winneden-Spektakel-Tag über mich ergehen lassen, nämlich nur vollgespamt mit hirn- und herzlosen Kommentaren von Schaulustigen und Klugscheissern, die mit ihrer moralischen Schwertspitzen jetzt die jugendliche Szene mit ihren Gewaltfilmen, Gewaltspielen und Gewalattitüden zerreissen möchte.

Herzlichen Glückwunsch. Jetzt redet man über verschärfte Kontrollen an deutschen Schulen, während U.S. Amerikaner sich wohl ein bisschen ins Fäustchen lachen, weil das Ausland sie immer für ihre unkontrollierbaren Kinder kritisiert hat. “Guckt euch erstmal selbst an”, werden sie sagen, “eure Waffengesetze haben euch auch nichts gebracht!”.

Tja, und jetzt gucken die ganzen Rentner und Pseudo-Intellektuellen (inkl. meine Wenigkeit) ohne jegliche Kritik in den Augen solch wahnsinnig aufklärende Sendungen wie “HartaberFair” oder die SternTV EXTRA EXTRA Reportage. Was will die Politik nun tun? Wie kann man den Täter “profilen”? Charakteristiken, Statistiken, Konsequenzen, Wortkotze von verkotzten Menschen.

Statements, die ich gerne korrigieren würde mit anderen Statements (wenn sie nicht von mir sind, dann kenne ich zumindest keine Quellen):

“Gewalttätige Videospiele müssen verboten werden. Natürlich wird nicht jeder, der Counter Strike spielt, zu einem Amokläufer- aber die labilen, schwachen und abgeschotteten Menschen unter denen werden es sein.”

Wenn es keine Spiele wären, wären es die Filme. Oder die Musik. Oder vielleicht auch die Küchenmesserdauerwerbesendung, die mich Tag für Tag daran erinnert, was das hier eigentlich für ein Drecksladen ist.

Wer labil genug ist, um jemanden umzubringen, braucht mit Sicherheit keine Inspiration mehr durch Spiele, weil er sich in die Rolle versetzen kann; der wird nämlich alternativ dazu auch einfach malen, wie er Leute umbringt, oder Cowboy & Indianer spielen, oder Katzen quälen. Aber es war ja bisher immer hilfreich, beim letzten, anstatt beim ersten Dominostein anzufangen.

Und von wegen, Counter Strike verführt zu Gewalttaten: Stellt euch vor, die dicken und hässlichen würden kein Counter Strike spielen! Wie würden die denn ihren Frust abbauen? Wir sollten uns eigentlich dafür bei den Produzenten bedanken! DANKE, Valve, dass ihr den Jungs virtuelle Knarren in die Hand drückt, um dem Großteil der abgesonderten und labilen Typen wenigstens im Internet ein zu Hause zu geben!

“Amokläufe passieren nur in Nordeuropa und Nordamerika, sonst nirgendwo. Das liegt daran, dass die Südmenschen (!!) ihre Emotionen rauslassen können, während wir darauf getrimmt werden, dies nicht zu tun.”

Genau. Südmenschen sprengen ja auch keine Häuser in die Luft, oder töten sich einfach TÄGLICH auf der Straße. Woran das liegen könnte? Gesellschaftliche Zustände. Oder politische (siehe Afrika?). Könnte sowas hier auch der Fall sein? Empörter Aufschrei! Niemals! Wir sind doch zivilisiert. Man beachte bitte nicht die zunehmende Individualisierung (ja, das konnte es unter Hitler noch nicht geben, weil es auch keine Außenseiter gab. Und wenn doch, dann gab es die jedenfalls bald nicht mehr).

Entschuldigung, wo haben diese Typen ihre Informationen her? Aus dem Erfurter “oh wir sind so schockiert” Müll, der seit 2003 noch aufbewahrt wird? Vielleicht liegt es an dieser ganzen Medienaufpeitscherei, dass hier weiterhin Amokläufe stattfinden. Klar haben sich die Täter an Vorbildern á la Columbine orientiert, oder an Erfurt, oder den zig anderen Amokläufen. Haben sich das angeguckt, haben sich irgendwie Waffen besorgt, und sind zu genau dem gleichen traurigen Ruhm aufgestiegen- sind ein Mysterium für die Ewigkeit geworden, die Hall of Fame der unverstandenen Generation. Unser Kandidat dieses Jahr hat sich das ganze auch noch zum Spaß gemacht und sich seine eigene Real-Life-Map erstellt (wo wir wieder bei Videospielen wären)- ist durch die ganze Stadt gerannt, hat Leute abgemetzelt als wäre es ein einziges Abenteuer, und dachte sich bestimmt: “Ich knack den Rekord, ich hau mehr um!”.

Falsche Idole, die wir erschaffen haben. Wie wäre es denn, wenn man von einem Amoklauf berichtet, ohne den Namen des Täters zu nennen, ohne ihn zu charaktersieren. Ohne übertriebene Berichterstattungen? Ohne dieses ganze “WARUM?” (übrigens mit ziemlicher Sicherheit ein Relikt aus Journalistenspässchen, diese ganzen Zettel und Kerzchen am Tatort- wer zur Hölle ist davon denn so unbetroffen, dass er da eiskalt einfach Stunden damit verbringt, ein Blutbad zu dekorieren?), ohne die Schreie, die Nacherzählungen und das Echo, das jedes VERDAMMTE Mal folgt.

Ich sage nicht, dass es damit vorbei wäre- ja, vielleicht gibt es in Zukunft Drive-By Shootings, oder andersweitig tragische Situationen. Aber letztendlich wäre dieser Ruhm kein Anlass mehr, sich zum Opfer und Täter seiner eigenen Gesellschaft zu degradieren. Dieser Typ, der diese Waffen nahm und damit seine ehemaligen Mitschüler und Lehrer abknallte um dann seinem eigenen Leben ein Ende zu machen- ist jetzt unsterblich geworden. Und dafür sind nur wir selbst verantwortlich zu machen.

Videospiele sind der Sündenbock für die Politik, die augenscheinlich nichts falsch gemacht hat. Die ganzen Hetzer werden jetzt auf “diese verkommene junge Kultur” blicken und sich fragen, was eigentlich in unseren (ja, in UNSEREN, immerhin gehöre ich auch noch in die Reihe verdorbener Jugendlicher) Köpfen vorgeht, was schief geht.

Ich weiß es nicht. Aber ich will es mir auch gar nicht anmaßen, irgendwelche Interpretationen rauszuhauen. Letztendlich kann das auf so viele Dinge zurückführen, die wir alle nicht verstehen können. Aber wenn wir es schon zulassen, dass so viel darüber geredet wird, dann müssen wir es uns auch eingestehen, dass jeder genau das bekommen hat, was er wollte.

Außer die Toten.


Putzlappenmentalität

Posted: February 27th, 2009 | Author: septemberRAVEr | Filed under: Sperrmüll | 9 Comments »

Es ist nun endlich so weit: vor lauter Arbeit bin ich seit zwei Wochen nicht mehr dazu gekommen, mein Zimmer aufzuräumen, staubzusaugen oder gar meine Wäsche zu waschen. Als Resultat muss ich schon seit fast 10 Stunden in meinem pinken, gefälschten Ed Hardy T-Shirt mit Glitzersteinchen rumrennen, dass ich mir mal aus der Türkei habe mitbringen lassen, weil ich dachte dass auch Putzutensilien ein Recht auf Farbe haben.

Ich hätte nie gedacht, dass ich das jemals sagen würde, aber: Arbeit macht mir Spaß. Ich wünschte, ich könnte den ganzen Tag arbeiten! Toilettenpausen und Essen zwischendurch sollte effektiv bestraft werden, jawohl!

Ernsthaft? Ich liebe es. Erstens gammel ich nicht mehr so viel in gefährlichen Gegenden rum. Zweitens ist das der erste Bürojob, den ich mir ernsthaft mein ganzes Leben lang vorstellen könnte. Ich meine, ich hatte noch nie einen Job, den man wirklich als Job bezeichnen konnte (arbeiten in der Videothek war ja eher mit Leuten quatschen, Dinge tun, die man sowieso getan hätte (nur dass man nichts mehr dafür bezahlt hat und zusätzlich noch Lohn bekam), und Ketterauchen, was zu Hause nicht ging). Meine Angst, in einem total verspießten nine-to-five Job zu enden waren unbegründet; stattdessen bin ich in der geschlossenen Anstalt gelandet, die mich freiwillig nicht mehr ausspuckt (außer ich verkaufe meine Seele oder sowas).

Es ist großartig. Klar, von Berlin sehe ich nichts mehr, aber immerhin weiß ich schon mal, in welche Richtung ich später in meinem Leben gehen möchte. Public Relations, Kommunikation, etc.- alles ein Arschloch. Aber umso hartnäckiger ist man doch, wenn’s nicht so leicht ist. FRISS DAS, VIDEOTHEK! (Wobei ich das ja eigentlich nicht sagen darf, ich vermisse es immerhin, kostenlos Filme auszuleihen und hässliche Kunden zu beleidigen).

So. Außerdem kann ich auf diesem Wege wichtige Pressekontakte für die Zukunft sammeln- wenn ich dann mal irgendwas preisverdächtiges erfinde (“Revolution: Mann ohne Vorhaut gezüchtet!”). Wer sich in meine Liste der großartigsten Menschen einordnen will, sollte sich bitte bei mir melden (das ist übrigens eine ernstgemeinte Anfrage. Wer ein VIP der Medien ist, bitte UMGEHEND bei mir melden).


Raven

Posted: February 15th, 2009 | Author: septemberRAVEr | Filed under: Weltkulturerbe | 6 Comments »

Ich war mit fünfzehn jungen Jahren mal in einem üblen Schuppen, wo ich das erste Mal etwas vom Genre “Indietronix” hörte und mich der rockig-punkigen Stimmung auf tanzbarem Hintergrund hingab. Trotz des Schweißes, trotz des Gestanks (wobei damals kein Rauchverbot herrschte und es deshalb angenehm genug war), trotz der rumspringenden Menschen (wer wusste mit 15 schon, wie getanzt wird?), trotz der Bierfahnen und der Tränen in den Augen vor Extase.

Wir hatten keine Kameras, wir sahen alle scheisse aus in zerfledderten Jeans und Pullovern, wir waren bei weitem nicht die Ältesten und bei weitem nicht die Jüngsten, wir haben nur Bier getrunken weil es nichts anderes gab, unsere Jacken lagen irgendwo in der Ecke des Clubs übereinandergestapelt weil Gaderoben überbewertet wurden, gepinkelt wurde hinterm Busch, acht Stunden später gekotzt und irgendwann torkelte man dann mit zitterenden Händen nach Hause. DJ’s gabs damals irgendwie auch nicht.

Ich war vor einigen Tagen in einem “Club” in Friedrichshain der in etwa genau das aussagen wollte, was ich vor Jahren selber gespürt hatte- nur leider nicht konnte. Und obwohl ich heute solche Musik nicht zum Tanzen sondern zum Autofahren bevorzuge und die Location alles andere als praktikabel für meinen geradegeschnittenen Pony ist, fand ich es trotzdem gut, weil ich mit meinen wunderbaren Freunden da war und Spaß haben durfte. Aber irgendwas war anders. Ich habe mich beobachtet gefühlt, als hätte ich mein Leben bei HotOrNot.com abgegeben und darauf gewartet, von Gleichgesinnten bewertet zu werden. Frei nach dem Motto: Wer kann am besten wild, dreckig und beschissen aussehen? Ja, klar- eine Beobachtung aus dem Augenwinkel, ein hintergründiger Gedanke ohne tatsächliche Bedeutung, wenn da nicht dieser Artikel gewesen wäre.

Ich hatte meinen Spaß im Club, aber ich habe vor einigen Tagen einen Artikel gelesen (danke an R.), der das ganze wieder auf den Boden der Tatsachen brachte. Der Tod der westlichen Kultur- der Hipster-Zombie. Und jetzt fiel es mir auf: Es reihte sich eine Röhre neben der nächsten, eine 70er Jahre Brille nach der anderen, in Reihenfolge wurde jeder gegen die Wand abgelichtet, sie sahen gleich aus aber anders, unterhielten sich über “The Indie Shit of the Month”, über die neuesten Insider Trends in Sachen Berliner Boutiquen, über Sushi über American Apparell über Vice über Apathie über Electro über neue Hi-Tops über Anti-Frisuren über KOTZ.

Mir war das vorher nicht bewusst. Mir war nicht bewusst, dass diese Welle des ätzendsten Trends aller Zeiten jetzt auch Deutschland erreicht hat. Ja, in den USA gibt es sowas- in den USA nennt es sich “White Trash Movement”, jedenfalls betitel ich es als genau das- in den USA gibt es sowieso alles im Überfluss. Von mir aus auch in der Neo-Hippie Hochburg Barcelona, maybe in Paris, wo man das neue Elektro erfand. Aber jetzt ist das Fotografieren mit der analogen Kamera eben doch nicht mehr so einfach wie noch vor einigen Wochen, nicht mehr so belanglos, nebensächlich- meine analoge Kamera hat eine exorbitante Bedeutung, für die ich mich im Prinzip rechtfertigen müsste.

“Ich bin kein Hipster”, würde ich gerne sagen, aber wenn man mich so gesehen hätte, in diesem Schuppen- Leggings, langes Oberteil, Red Bull in der Hand, scheiss Pony mit dem ich aussehe wie eine Trompete, High-Tops, Lederjacke. Dann die analoge Kamera in der Tasche, der ausgeleierte Techno-Tanzstil der überhaupt nicht geht und das disaströse Mitgröhl-Fieber, dass einen eben bei Indie-Musik packt. Die Fluppe im Maul, diese hemmungslose Apathie, wenn es sowas gibt.

Ich bin zerstört, innerlich, weil ich der Überzeugung bin, dass ich so Aussehe, wie ich eben aussehen will- weil es mir steht oder eben auch nicht. Ich weiß, dass ich High Tops auch früher gut fand und früher auch welche hatte- aber hatte ich so viele Paare? Ich weiß, ich habe Röhrenjeans gehasst, jetzt hab ich drei, plus ungefähr zweiundachtzig Leggings. Ja, der iPod war auch schon vor 4 Jahren da, die Lederjacke auch– aber die analoge Kamera nicht, und der pinke Nagellack auch nicht, und die gerafften Kleidchen auch nicht.

Ein 360° Blick sagt aber alles- war es bei ihnen vielleicht nicht genauso? Ich verurteile keine Trends, nur Leute, die ihnen blind und ohne Ansporn hinterherrennen. Wenn Leute nicht raffen, warum es den Trend gibt, wie er entstand, sondern einfach meinen: Hey das sieht gut aus so bin ich jetzt auch. Okay, fand ich ätzend, und ich bin immer der Meinung gewesen, ich müsste ihnen einfach nur nicht folgen. In Retroperspektive betrachtet habe ich mir meistens das Beste rausgenommen und es für mich verwertet. Diesmal ist es anders. Diesmals passe ich so perfekt in dieses Bild rein. Diesmal muss ich mir die Frage stellen: Bin ich so, weil ich so bin, oder bin ich so, weil ich so wurde?

Da streife ich in meiner Überheblichkeit also monatelang durch das Gefilde der Hipster und verurteile sie gleichermaßen ohne einen Moment stehen zu bleiben und darüber nachzudenken, ob das, was ich tue, nicht schon wieder einfach fremdbestimmt ist.

Habe ich ein Problem damit, dass ich (schon wieder) zu einer Masse gehöre, die blind irgendwelchen hedonistischen Prinzipien verfolgt ohne jegliche essentielle Motivation? Ich glaube nicht. Ich glaube, ich fühle mich sogar eher wohl, wenn andere so sind wie ich oder ich mich dazugehörig fühlen kann. Das mag man verurteilen, wie man will, ich brauche nicht anders zu sein, weil ich das schon mal hatte und mich darin scheisse fühle. Mein Problem ist, dass der Sinn dahinter nicht besteht, dass ich keiner Gruppierung zugehöre, die Iros auf dem Kopf trägt als Symbol für eine Bewegung- politisch, musikalisch, naturwissenschaftlich, scheisse. Ich glaube, ich gehöre einer Gruppe von Menschen an, die sich in Stil- und Stillosigkeit verirrt. Ich gehöre zur Null-Kultur. Ich gehöre in die ganzen pseudo-ranzigen Clubs, die eine hammerharte Techno Line-Up haben. Ich gehöre auf ein MGMT Konzert, ich gehöre in die MySpace/Facebook “Ich zähle meine Freunde” Gruppe, und wenn man mich sieht, dann fragt man sich am liebsten: Scheisse, wo hat die eigentlich diese geilen Schuhe her?

Leider ist das hier nicht Fight Club, das ist nicht etwas, dass man ausspucken und bekämpfen und verachten und ignorieren kann. Das hier ist nichts mehr, von dem ich mich distanzieren und belächeln kann. Ich gehöre jetzt da rein, gewollt oder ungewollt, und muss sich mit einer grundlegenden Frage rumschlagen: Wo bin ich gelandet?

Vielleicht wäre aber eine andere Frage viel wichtiger: Warum störe ich mich so sehr daran? Es stört mich doch auch nicht wenn ich die Brandenburgkarrieren sehe- die Jacquelines mit den weißen Stiefeln und der Solariumbräune und den Machofreunden und dem aufgesetzten IschNixDeutsch und die blondieren schwarzen Haare mit Ansatz und Extensions und Oberlippenpiercings. Nicht unbedingt meine persönliche Augenweide, aber ich kann sie hinnehmen, akzeptieren, tolerieren und in manchen Fällen sogar ganz gut damit klarkommen, habe Freunde, die so sind, ohne sie zu verurteilen. “Die sind halt so”, und ich glaube es ihnen auch.

Wenn ich aber jemanden sehe, der Creolen trägt, American Apparel XS Kleidchen auf lila Leggings mit Nike High Tops, Kippen aus dem Softpack in der Hand hält und Blümchenmusterfahrrad fährt, dann möchte ich aufschreien und kotze ein bisschen vor mich ihn. Ich will hingehen und sie am Kragen packen und fragen, warum sie so aussehen, warum sie das cool finden, warum ICH das cool finde, warum die nichts mehr auf die Reihe kriegen, warum ich nichts mehr hinbekomme, warum das jetzt auf einmal In ist, so zu sein–

Ich passe da so wunderbar rein, in dieses Bild, und ich wüsste einfach so gerne, wieso. Das ist alles.

Update: Link funktioniert jetzt! Lest den inspirierenden Artikel hier.


Sonnet

Posted: February 11th, 2009 | Author: septemberRAVEr | Filed under: Lärmforschung, Sperrmüll | 1 Comment »

Ich lebe mit der Philosophie, dass man andere für sich sprechen lassen muss, wenn man selber nicht weiß, wie man bestimmte Dinge ausdrücken soll. Und weil das relativ häufig vorkommt in letzter Zeit und ich erstmal klarkommen muss mit all den Dingen, gibt es jetzt die einzige Interpretation von dem, die ich mir vorstellen kann:


Gesucht

Posted: February 6th, 2009 | Author: septemberRAVEr | Filed under: Sperrmüll | 20 Comments »

So, ich gebe es endgültig auf. Wenn sich bitte mal jemand freiwillig zum Theme Redesign für septemberRAVE.com melden würde, das wäre großartig, ich kann die Kotzerei hier nicht mehr sehen. Wenn ich niemanden finde, kann ich nichts mehr schreiben – und wer möchte auf den Genuss meiner Schreiberei schon verzichten? – und wenn ich nicht mehr schreiben kann, kann ich gleich dicht machen.

Okay. Und wenn’s keine Freiwillige gibt, gibt es auch eine geringfügige Entschädigung. Nacktbilder, FREUNDE, ES IST SO WEIT!

Nein im Ernst. Wer Lust hat der kann mich per Email kontaktieren, und wer meine Email Adresse nicht hat/kennt einfach seine in den Kommentaren hinterlassen. Mit Referenzen (ab Porsche können wir reden).


Schildkröten

Posted: January 30th, 2009 | Author: septemberRAVEr | Filed under: Weltkulturerbe | 9 Comments »

Ich hab nicht viel zu sagen, weil alles, was ich sagen würde, mich und andere in tiefe Depressionen stürzen würde. Das, oder ich kann es einfach nur nicht formulieren, was irgendwie für mich das Gleiche ist.

Ich hab mir in meinem Leben eigentlich nicht viel gewünscht; tatsächlich habe ich nie irgendwas von irgendwem verlangt, materiell gesehen. Aufmerksamkeit, Musik und einige geringe Kalorien reichen, um meine Existenz abzusichern. Momentan keine wirklich besondere Existenz.

Aber wenn es eines gab, was ich mein Leben lang wollte, dann war das ein Begleiter, der mich mental festigt. Kein Hund, auch keine Katze- die würde ich sehr schnell wahrscheinlich töten.

Ich wollte schon immer eine Schildkröte. Einen Opa-Ersatz. Ein Tier, das mich mit Weisheit gegen die Wand klatscht. Eines, dass ich nicht auf seinen Knuddelwert reduziere, sondern in seiner ganzen Form wahrnehmen kann. Ich weiß nicht, wieso, ich weiß nicht, wie es kam. Ich weiß nur, wenn ich das sehe, muss ich weinen, und zwar ganz stark, und kann mich auf nichts mehr konzentrieren, und bin wieder ein kleines Mädchen mit unheimlich viel Liebe in mir.


RSS Feed kaputt

Posted: January 28th, 2009 | Author: septemberRAVEr | Filed under: Sperrmüll | 3 Comments »

Mein RSS Feed war/ist kaputt. Danke für alle, die mich darauf hingewiesen haben. Müsste jetzt wieder funktionieren, wenn nicht, solltet ihr einfach alle 3 Minute hierher surfen. Gahaha.

Ich geh wieder schaffen.


Hier ist nicht Kalifornien.

Posted: January 26th, 2009 | Author: septemberRAVEr | Filed under: Sperrmüll | 5 Comments »

Hach, irgendwie ist mir gerade alles wieder zu viel. Meine Augen brennen und meine T-Shirt-Kragen riechen nach Döner, und gestern hat auch noch die U-Bahn versucht, mich umzubringen. Denn es ist nicht immer alles Heiterkeit und Ponyhof, wenn die Technik versagt, und Berliner Schienenverkehr keine automatische “Fuß-in-der-Tür”-Erkennung haben. Dann gehen Dinge eben daneben.

Wenn man allerdings nicht mit dem Fuß, sondern fast dem ganzen Körper zwischen der Tür steckt, muss man mit der Blamage leben, ein ungebetener Gast in einem fahrenden Zug zu sein. Ich könnte die ganze Geschichte jetzt in eine einzige, riesengroße Metapher packen, aber das ändert leider nicht die Tatsache, dass ich nur in dieser peinlichen Situation gelandet bin, weil ich schon wieder irgendwo in Gedanken rumgetrödelt bin.

Das schönste an meiner letzten Woche, so kann man ja abschließend zusammenfassen, war das Fußballspiel mit meinen (überwiegend) männlichen Kollegen. Dieser Sport ist wunderbar, um seinen Penis auszupacken und auf den Tisch zu legen! Das fiel den Teilnehmern auch kaum schwer. Jeder durfte Mal das Leder als gefährliche Waffe gegen uns Mädchen benutzen. Währenddessen habe ich mich als 1,66 Meter großer Telefonmast mit gravierenden Koordinationsschwierigkeiten bewiesen. Wenn ich einen Funken Weiblichkeit in meinen Bewegungen hätte, wäre das vielleicht “süß” gewesen, aber ich glaube, es war mehr wie eine ganz bizarre Szene aus einer Hollywoodkomödie.. Alle coolen Leute spielen, bis die fette Oxana mit der Rotze in der Nase auch mal will, und man weiß nicht genau, ob Ekel oder Mitled bei den Zuschauern überwiegt.

Jedenfalls habe ich dabei die Erfahrung gemacht, dass man nach 6 Monaten nichts-tun tatsächlich auch mal von Sport kotzen kann. Damit wünsche ich euch einen schönen Feierabend und mir noch 5 weitere Stunden der Wortkotzerei.


Wochenende

Posted: January 23rd, 2009 | Author: septemberRAVEr | Filed under: Sperrmüll | 4 Comments »

Da ich nun bald ins Wochenende entlassen werde, möchte ich mir eine nicht-ganz-so-mentale-Notiz machen, was es alles zu tun gäbe:

  • Essen
  • Schlafen
  • Duschen
  • Einkaufen
  • Fernsehen
  • Entspannen
  • Wäsche waschen
  • In den Himmel starren
  • Fusel aus dem Bauchnabel pulen
  • In den dunklen Ecken Wedding’s rumlungern

Es wurde sogar zu einer Pyramide. Olé Olé. Und damit: Rülps und guten Rutsch.


Lichtblicke

Posted: January 22nd, 2009 | Author: septemberRAVEr | Filed under: Sperrmüll | 11 Comments »

Olé olé! Nachdem der gute alte Hermes Versand ungefähr alles falsch gemacht hat, was falsch zu machen geht, habe ich endlich meine Schnäppchen-SRL Kameras (jawohl, Mehrzahl!) für korrekte 40 € erhalten. Bevor ihr euch jetzt vor Neid die Haare einzeln ausreisst bzw. von einer Brücke springt (weil das an dieser Stelle eigentlich ja angebracht wäre), sollte ich vielleicht erwähnen, dass diese Kameras leider keinen jungfräulichen Touch mehr haben und eher an Zeiten vor Jesu Geburt erinnern.

Ganz im Sinne der kapitalistischen Weltförderer (aber das hatten wir ja schon) werde ich kleine, lokale Fotoläden unterstützen, indem ich meine Filme dort entwickeln lasse (ja, es sind analoge Kameras). Das heisst für mich im Prinzip, dass ich ab sofort permanent pleite sein werde, was zu vorher auch keinen Unterschied macht, aber auch, dass ich Bilder zum Anfassen haben werde, so im Gegensatz zu allen anderen Leuten, die Bilder auch nur noch für StudiVZ & Co machen.

(Wo wir gerade beim Thema sind: Kennt ihr das, wenn ihr im Club seid, was wahrscheinlich bei meinen erwachsenen und kultivierten Lesern nicht oft passiert, die treiben sich eher in Theatern und auf Vernissagen rum– also kennt ihr das, ihr seid im Club, und JEDER Mensch, mit dem ihr unterwegs seid, packt seine kleine, hässliche, kompakte Digicam aus und will “diesen großartigen Abend festhalten”?! Das Schlimme daran ist ja eigentlich nicht, dass die Bilder dann am nächsten Tag online gestellt werden, das kann durchaus erheiternd sein, wenn man sich an den Vorabend nicht erinnert, das Schlimme ist ja wohl dass 1) alle Fotos komplett gleich aussehen, d.h. es ändert sich mal der Grad des Zerstört-seins oder die Klamotten, die die Porträtierten anhaben, und 2) eigentlich wird nur noch zu 20% sozialisiert oder getanzt, den Rest der Zeit möchte man doch bitte belegen, dass man auch tatsächlich da war, damit das jeder weiß, und deshalb muss man die ganze Zeit fotographieren als wäre es das letzte, was man tut. So eine scheiss Digitale ist schlimmer als Handylautsprecher, jawohl).

Ich habe die Ältere von beiden, die Canon 1000N, heute mal zur Arbeit mitgeschleppt (dabei ist “schleppen” mit Sicherheit das richtige Wort, das Teil hat ein unglaubliches Gewicht, man könnte es als Anker für die Queen Mary benutzen) und Fotos vom Gendarmenmarkt gemacht. Ich würde sie ja gerne mit euch teilen, aber die Problematik dahinter brauche ich wahrscheinlich nicht zu erläutern.

Also. Ich, mit meinem großartigen Talent, werde also viele Fotos schießen, damit unglaublich erfolgreich sein und mein Geld mit spaßigen Dingen verdienen. Das wollte ich nur sagen.