Archive of published articles on Mai, 2007

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Ego-Shooter

31/05/2007

Ich mein, da gibt’s schon so eine hilfreiche Pop-Up-Box die fragt, ob man die Veränderungen abspeichern will, und ich, geschafft von 12 Stunden lang Referat zusammenstecken und medial untermalen, schaffe es tatsächlich, auf “nein” zu klicken. Auch noch völlig bewusst.

Und zehn Minuten später starre ich entgeistert auf eine halbleere Powerpoint Präsentation.

Ich geh mich jetzt umbringen. Weint nicht um mich. Es war nur eine Frage der Zeit.

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Future Me, Past Me

25/05/2007

Vor genau zwei Jahren habe ich mir selbst eine Email geschickt. Sie kam heute an. Nein, die elektronische Post wird nicht neuerdings von Menschen in gelben Shorts geliefert die ab und zu einen Brief verlieren- das war schon so beabsichtigt.

Dank Future Me kann man sich selbst eine Nachricht an die Zukunft schicken. Das kann sein in einem, zwei oder auch 8 Jahren. Dies ist eine der Mails, die ich mir selbst geschickt habe, und ich muss sagen…

(The following is an e-mail from the past, composed on Wednesday, May 25, 2005, and sent via FutureMe.org)

hey sara
schau ma nach was passiert ist
bist
du immer noch mit passi zusammen? hast du ihn immer noch lieb? nein,
LIEBST du ihn noch? bist du schon schwanger gewesen? hast du immer noch
stress mit deinen eltern? geht dir maren noch ab und zu auf die nerven?
hast du noch was mit ihr zu tun? bist du schon ausgezogen? schau was
passiert ist.. gucks dir noch mal an, alles in ruhe. was ist passiert?

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Zumindest mal habe ich nicht mehr damit gerechnet, dass ich so eine Email bekomme, zumal ich noch nicht einmal wusste, dass sie so früh ankommt. Ziemlich pseudo-philosophisch.

Meine Antworten? Nein, ich bin nicht mehr mit Passi zusammen. Und obwohl ich ihn bis zu einem bestimmten Grad noch lieb habe (so wie man eben einen Ex-Freund lieb hat, der einem ziemlich weh getan hat, mit dem man aber wieder ganz gut umgehen kann und fast schon wieder befreundet ist), liebe ich ihn definitiv nicht mehr. Schwanger war ich auch nicht, weder von ihm noch von jemand anderem, obwohl ich jedesmal nach Körperkontakt mit einem Mann ungefähr 2 Monate dachte, ich wäre schwanger, und ungefähr schon 6 Abtreibungstermine gemacht habe, die gar nicht nötig gewesen wären. Trotz Verhütung, versteht sich. Pff.

Und ja, meine Eltern stressen immer noch, wenn vielleicht auf einer anderen Ebene. Maren? Nö, Maren kann mich gar nich mehr stressen, ich hab so wenig mit ihr zu tun wie es nur möglich ist. Wir sind zwar im selben LK und verstehen uns auch, aber mehr ist da absolut nicht. Ausgezogen. Schön wär’s ja.

Tja, und wenn ich so zurückblicke, ist zwar einiges, aber irgendwie alles anders. Same Same But Different eben.

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Irritierende Angelegenheit

24/05/2007

Menschen, die Milchschnitten in ihre Einzelteile zerlegen und jede Schicht einzeln essen, langsam und gediegen und ohne Hetze. Suspekt.

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Paranoiattacke.

24/05/2007

Hand auf’s Herz: Ich bin eine notorische Schulschwänzerin.

Ich weiß nicht, wann das angefangen hat und wieso ich nach 12 Jahren permanenter Anwesenheit (bis auf Physik in der 11. Klasse, wer kann es mir schon verübeln) auf einmal ständig fehlen muss- aber so ist es nunmal. Seit 3 Monaten war ich nicht eine komplette Woche in der Schule, das heisst: Mindestens eine Stunde wurde geschwänzt, maximal 3 Tage (in Stunden). Scheisse, was?

Für mich gibt es viele Gründe, wieso meine Lustlosigkeit auf einmal JETZT auftritt. Endspurt, höchstwahrscheinlich, aber dazu kommen noch einige andere Faktoren. Um mich mal “anderweitig” umzusehen nach eventuellen psychologischen Begründungen, habe ich die Google-Machine angeschmissen um zu sehen, was die gescheiten Leute so davon halten.

Und war schwer enttäuscht.

Ja, klar- Schulabstinenzler sind meistens Ausländer aus der sozialen Unterschicht, Hauptschüler und werden später zu Serienmördern und Kinderschändern. Sie haben eine schlechte Erziehung gehabt, wohnen in einem sozialen Brennpunkt, Eltern Alkoholiker, Lehrer Arschlöcher, Psyche im Arsch, das ganze Programm.

Sagt die Statistik zumindest.

Aber was ist mit mir? Schon immer gute Noten, Freunde, relativ geregeltes Leben, keine großartigen Probleme- weder mit Schule als Institution noch mit Lehrern als Authoritäten - mir macht das Lernen sogar Spaß, abgesehen von Mathe vielleicht. Sogar in meinen härtesten Zeiten habe ich es geschafft, die Schule zu verfolgen, es sind Menschen gestorben, teilweise bin ich gestorben und ich war auch ziemlich oft verdammt krank- aber ich war da, weil Schule ist nunmal Schule. Und trotzdem schaffe ich es das alles einfach fallen zu lassen.

Man muss bedenken, dass ich keineswegs vollständig aufgehört habe, in die Schule zu gehen- ich bin eigentlich jeden Tag da. Allerdings habe ich nach 2 Stunden meistens schon keine Lust mehr und schwänze also. Dann komme ich vielleicht für das Fach danach noch mal zurück. Und das variiert dann, je nach dem, wie oft ich welches Fach geschwänzt habe, wie lange es her ist, und so weiter. Das ist schon so eine ausgeklügelte Strategie, dass es weniger Kraft in Anspruch nähme, wenn ich einfach den scheiss Unterricht besuchen würde.

Hm, und jetzt? Jetzt sitze ich hier und denke mir aus, was das alles für Gründe haben könnte. Vielleicht liegt es an der Versagensangst vor dem Abitur. Oder: Erfolgsangst vor dem Abitur! Angst, nicht gut genug abschneiden zu können- warum also überhaupt abschneiden? Generelle Zukunftsangst: Ich weiß doch gar nicht, was ich NACH dem Abitur machen möchte, also zögere ich es so lange hinaus, wie ich nur kann. Ich bleibe dieses Jahr nicht sitzen und werde mein Abitur wohl auch noch bestehen, wenn ich nur 3 Mal die Woche in die Schule ginge, aber trotzdem ist es für mich nichts anderes als “Aufschiebung”. Nichts anderes.
Dann ist da der ewige Drang, fortzugehen. Meine Motivationen und Ambitionen noch ein weiteres Jahr hierzubleiben und meine Zeit in der Schule abzusitzen sind auf dem Nullpunkt angelangt. EIN JAHR WARTEN. Ich weiß natürlich, ganz rational, dass ich mein Abitur brauche um diverse Träume zu verwirklichen, bzw. mich ihnen zu nähern- aber scheisse, ein Jahr ist halt echt lange, und es juckt mich in den Füßen hier zu verschwinden und woanders neu anzufangen, etwas komplett neues aufzubauen. Ohne zurückzudenken. Ohne Noten, ohne Klausuren, ohne Referate und mit Menschen um mich herum, die ich mir aussuchen kann.

Tja. Und was gibt’s dann noch? Leistungsdruck, klar- die Eltern werden auch ganz angespannt, wenn sie daran denken, dass ich ja bald Ärztin sein werde. Shit! Mir fallen so endlos viele Sachen ein, so viele Gründe. Meine Entscheidungsträgheit, die ich so gerne an anderen Menschen kritisere. Meine Faulheit, die mich daran hindert, etwas zu lernen dass ich nicht schon längst kann. Meine Arroganz, die mich davon überzeugt, dass ich den Stoff nicht zu lernen brauche- ich kann’s ja eh schon.

Ich falle aus dem Durchschnittsgitter der Schulschwänzer ganz klar heraus. Meine Noten bleiben trotz der Fehlstunden gut, nicht unbedingt besser als vorher, aber auch nicht merklich schlechter. Dafür muss ich auch gar nicht viel machen, außer ab und zu eben anwesend sein um zumindest mitzubekommen, worum es geht. Den Rest kann man sich (bis in Ausnahmefächern wie Mathe und Geschichte) meistens noch dazudenken. Aber wirklich lernen? Eigentlich nicht.

Und da haben wir auch schon das nächste Problem: Schule macht keinen Sinn mehr für mich. Ich will den ganzen Scheiss doch gar nicht mehr wissen. Allgemeinbildung, schön und gut, und gegen Deutsch und Geschichte und Biologie kann ich nichts einwenden, ich finde es interessant, und außerdem gibt mir das die Grundlage für meinen 250.000 € Sieg bei Wer wird Millionär?, aber Mathe? Sport? Powi? Kunst? … Ja, ja, ich übertreibe. Jedes Fach hat seine Vorteile und trägt zur Allgemeinbildung bei. Okay, verstehe schon. Aber trotzdem, Mathe juckt mich nicht.

Ich habe ein fundamentales, prinzipielles Problem mit der Mathematik, fällt mir gerade auf.

Ich werde die Schule auf jedenfall beenden- wie erfolgreich wird sich wohl noch herausstellen, aber hoffentlich besser als ich es mir jetzt vorbereite. Ich habe einfach nur tierische Angst auf weitere Konflikte meinerseits. Ich muss das jetzt packen und mich zusammenreissen, aber kein einziges Argument bringt mich dazu, in die Schule zu gehen, obwohl ich genau weiß, dass ich MUSS.

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Samba Auf Heissen Kohlen

21/05/2007

Zwei Möglichkeiten:

1) Notdürftig coole Klamotten packen. Zelt mitnehmen. Drei Kisten Hochprozentiges. Die besten CD’s. Auto volltanken. Stange Zigaretten. Was zum schniefen. Kondome. Drei Weiber mitnehmen. Losfahren. Party machen. Elektromukke hören. In der Sonne abtanzen. Zelt aufschlagen. Reinkotzen. Stinken. Dosenfutter essen. In lauten Nächten Liebe machen. Durchficken. Abficken. Anficken. Draufficken. Losficken. Unterficken, aufficken, drüberficken, danebenficken, ganzficken, halbficken, kannficken, schnellficken, dannficken, zuendeficken. Menschen kennenlernen. Kippen rauchen. Saufen. Musik aufdrehen. Abtanzen. Schneller. Dance dance revolution! Kotzen. Stinken. Scheissen. Dosenfutter. Drogen. Alkohol. Spaß haben. Rumknutschen. Schwitzen. Kotzen. Saufen. Essen. Rauchen. Ficken. Ficken. Ficken. Kuscheln. Streiten. Heulen. Kotzen. Geld verlieren. Handy verlieren. Im Matsch landen. Stinken. Elektro. Tanzen. Tottanzen. Einfach nur tanzen.

2) Kofferpacken, bequeme, langweilige Sachen. Bikini nicht vergessen. DVD’s aussuchen. Die besten CD’s. Sonnenbrille aufsetzen. Auto volltanken. Mama tschüss sagen. Drei Weiber mitnehmen. Losfahren. Sandwich an der Raststätte. Rauchen. Weiterfahren. Ankommen. Waldspaziergänge. Sterne beobachten. Ruhige Unterhaltungen. Wein trinken. Kochen. Am See sitzen. Nacktbaden. Lachen. Witze erzählen. Filme gucken. Aufräumen. Duschen. Schlafen. Wandern. Schwimmen. Lachen. Telefonieren. Reden. Bücher lesen. Neue Leute kennenlernen. Pilze sammeln. Beeren pflücken. Tiere beobachten. Weinen. Sterne beobachten. Nacktbaden. Lachen. Musik hören. Wein trinken. Örtlichkeiten besuchen. Entspannen. Relaxen. Abschalten. Nachdenken. Ruhe haben. Weg sein. Davonträumen. In der Sonne liegen. Einfach nur Freiheit.

Hmmm… irgendwie alles, nur nicht hier.

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Ausgetrocknet

18/05/2007

Nachtleben ist schon etwas faszinierendes. Da tanzt du dich dumm und dämlich in einem abgedunkelten Schuppen mit verschwitzten Menschen, trinkst Alkohol ohne Ende und schaust dir selbst beim Kotzen zu, wenn es sein muss. Du bist irgendwie hingekommen und musst nun krampfhaft auf den Beinen bleiben, damit du auch nach Hause kommst, irgendwann. Du schnorrst dir von irgendwelchen Menschen Geld zusammen, um dir das S-Bahn Ticket leisten zu können- und eventuell noch einen Burger bei McDonalds. Du bist da und irgendwie doch nicht. Dein Gehirn kriegt keine Luft mehr, dein Körper hält nicht mehr durch, du denkst dir: Mehr Alkohol, dann kommt der Spaß, doch die Nacht macht gar keinen so großen Spaß, im Gegenteil, es ist anstrengend. Alles, was passiert: Du vergisst.

Und zwar alles.

Du liebst alles und jeden und die ganze Welt, du hast vergessen, warum du sie verabscheust. Du vergisst die alltäglichen Probleme- wer tanzt, hat keine Probleme. Es zählt nur noch der nächste Track und vielleicht die Kopfschmerzen und der Muskelkater, weil du ja nicht der sportliche Typ bist.

Es wird kalt draußen und der Laden macht zu und du hast völlig vergessen, dass du jetzt heim musst, und du machst dich auf den Weg und triffst zwei dir völlig fremde Gestalten, die sich auf dich einlassen, zwei Karikaturen des Nachtlebens, genauso geprägt und geschlaucht aber unwillens, aufzuhören. Wir wissen nämlich alle, dass das aufhören das schwierigste ist, ein Testament an die Kapitulation, du rufst “Hör auf, Stopp, ich will nicht mehr, nur noch die Augen zu und weg von hier”, aber du sagst es nicht laut, denn die Stadt ruft.

Ohne Geld und mit einer vollgekotzten Jacke, in einem zugemüllten, völlig verdreckten Fiat Panda mit 4 anderen Menschen ohne Grund und ohne Ziel, stinkend und schwitzend auf der Suche nach irgendetwas, was die Nacht noch länger macht. Vielleicht ein Flirt, vielleicht mehr, vielleicht überhaupt nichts, aber egal- irgendwas findet sich immer. Da, die Pommesbude, die einzige, die in dieser großen Stadt um diese Uhrzeit überhaupt noch geöffnet hat. Rumalbern, aufgedreht sein, kein Kaffee kann dieses Gefühl erzeugen, kein noch so starker Adrenalinstoß kann gezwungene Energie je ersetzen. Letzte Reserven. Die Füße brennen, du kannst nicht mal mehr rauchen. Der Alkohol lässt nach, du spürst den Schmerz wieder, der Kater setzt vor dem Schlafen gehen ein. Deine Augen werden schwer und glasig, und ein Blick in den Spiegel verrät dass du eine grauenvolle Grimasse trägst.

Das ist das Nachtleben, eine dreckige Angelegenheit und eine lange Autofahrt bei dichtem Nebel heimwärts, scheiss auf die S-Bahn, unsere Bekanntschaft erledigt das. Zwei völlig fremde Gestalten, genau aus dem gleichen Holz geschnitzt.

Du merkst, dass es dir nicht um die Disco geht, um die Lichter, um die Musik- es geht um alles, was danach kommt, es geht um die Dämmerung, um die kühle Luft und das Abenteuer, das folgt, das dich völlig davon trägt in deinem dösigen Zustand. Ein bisschen Freiheit, ein bisschen “nicht wissen was kommt” und ein bisschen laute Elektromukke die aus dem Soundsystem des Fahrers dröhnt, die dich wach hält, dumme Witzchen, und wenn ich jetzt noch Geld hätte in den nächsten Club, auf ein weiteres Abenteuer hinzusteuern, die Nacht zum Tag werden lassen und weiterleben, und etwas spüren, das nicht hierher gehört…

Doch ich merke, dass diese Zeit vorbei für mich ist, dass das Risiko jetzt zu hoch ist, dass mich das Geld abhält, dass mich meine Freunde abhalten, dass ich nicht mehr in den Dreck gehöre und auch nicht auf der Straße lebe, nicht mehr, ich bin da jetzt raus und nur noch Beobachter eines Szenarios, das ich nur allzugut kenne. Und manchmal sehne ich mich danach, aber so weit kommt es nicht. Ich ende im eigenen Bett, im eigenen Leben, in meinem, und alle Erinnerungen kommen zurück und die Müdigkeit erschlägt mich, vielleicht bin ich zu alt, vielleicht habe ich alles schon gemacht, was man machen muss, und jetzt gibt es nichts mehr zu tun für mich hier. Vielleicht ist es nur noch das Discolicht und die Musik und die Freunde, und das wahllose besaufen und abdancen. Vielleicht ist diese Suche nach dem Abenteuer einfach nur eine Suche mit der Hoffnung, nichts zu finden.

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Grundregeln für besoffene Blogger

16/05/2007

Heute wird ein feucht fröhlicher Abend. Mit Stripper. Nichts ist besser als seine Depressionen zu ertrinken. Da mein seelischer Zustand wackelig ist und ich nicht in der normalen Gesellschaft auffallen möchte als Desateur (ugs: Trottel), sondern als sexy Wesen mit geilem Körper, möchte ich meinem Gewissen mental folgende Benimm-Regeln ans Herz legen:

1. Es wird nicht gekotzt. Das heisst: Es wird nicht gemischt getrunken.
2. Der Stripper gehört dem Geburtstagskind. Kommentare über Vorhaut sind nicht angebracht.
3. Die Leute in meinem Telefonbuch brauchen KEINE neuen Namen. Ihre echten Namen eignen sich wunderbar zur Wiedererkennung.
4. Ich liebe NICHT die ganze Menschheit, genauso wenig möchte ich mit der ganzen Menschheit Sex haben.
5. Die ganze Menschheit hasst mich NICHT, aber die besonders Hässlichen möchten mit mir Sex haben.
6. Besonders Hässliche sehen im Licht des Alkohols manchmal relativ gut aus. Nein, ich möchte auch mit den gutaussehenden keinen Sex haben, egal wie sehr sie Sex mit mir haben möchten.
7. Frauenärsche turnen mich nicht an, wenn ich besoffen bin. Sollte das doch der Fall sein, SO MUSS ES JA KEINER WISSEN.
8. Über folgende Themen wird nicht geredet: Vorhaut, Internet, die Größe meiner Titten, die Form meiner Vagina, die Form der Vagina von anderen Menschen, Fettleibigkeit bei anwesenden Gästen.
9. Ich erzähle meinen besten Freunden NICHT, an wen ich denke, wenn ich masturbiere. Ich erzähle ihnen auch nicht, an wen andere Menschen beim masturbieren denken. Vor allem werde ich das nicht erzählen, wenn 10 andere Vollhorsts um uns herum stehen.
10. Die Kleidungsstücke dürfen ihren Platz nicht verlassen, selbst wenn es dabei um Geld geht (ab 100€ reden wir weiter).

Bonusparty:

11. Ich gehe mit niemandem nach Hause sondern nehme höchstens jemanden mit zu mir. Dies schließt aus: Männer und besonders besoffene Mädchen
12. Ich werde nicht per Anhalter nach Hause fahren.
13. Ich werde nicht vor die Haustür, in den Garten, in mein Bett oder in andere unpassende Lokalitäten kotzen.
14. Ich werde vorher eine Packung Kaugummis und eine Deodose mitnehmen, um meinen Eltern nicht die volle Härte zu präsentieren.
15. Ich werde mein Handy nicht verlieren.
16. Ich werde mich nicht an den PC setzen und irgendwas im besoffenen Zustand bloggen.
17. Ich werde keine SMS, Emails oder Forumeinträge schreiben, die sich an Menschen richten, mit denen ich nichts zu tun aber leider eine ausgesprochen unbewältigte Vergangenheit habe.
18. NEIN, HARRY POTTER IST NICHT SEXY WENN ICH BESOFFEN BIN.
19. Keine Karrotten, Gurken oder Zuccinis dürfen auf das Zimmer genommen werden.
20. Wenn sich alles dreht, werde ich keinen Liter Milch und auch keine Banane essen, sondern bei Wasser und Brot bleiben.

So, das war’s. Ich weiß nicht, was schlimmer ist, die Tatsache, dass ich das hier schreibe um mich daran zu erinnern, oder die Einsicht das ich das sowieso vergesse und im besoffenen Zustand eh keine Gelegenheit habe, es aufzurufen.

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Mathe

15/05/2007

Ich sitz da also und starre auf meinen Tisch. Genauer gesagt starre ich auf das Blatt, das auf dem Tisch liegt. Das verhängnisvolle Papier, das mir den Tag versaut. Den Tag und vielleicht auch meine Zukunft. Wie viel davon abhängt ist mir bewusst. Und trotzdem kann ich nichts anderes tun, als es anzuglotzen. Ich bin extra aufgestanden, zur Arschlochzeit der Dämmerung, und was bringt es mir? Ein beschissenes Blatt, das jetzt mit Zahlen, Worten und Symbolen gefüllt werden muss.

Meine Gedanken kreisen plötzlich um alles, nur nicht um das, worum sie eigentlich kreisen sollten. Beispielsweise muss ich darüber nachdenken, wie viel Papierverschwendung das eigentlich ist. Könnte man das nicht alles an der Tafel abhandeln? Ist Zeit nicht weniger kostbar als Ressourcen? Denkt eigentlich jemand an die Bäume, daran, dass wir irgendwann ohne Sauerstoff auskommen müssen weil nicht mehr genug Photosynthese stattfindet? Und für was eigentlich? Die können sich das ganze WWF-Gelaber in die Kimme schieben, es scheissen doch anscheinend sogar die Intellektuellen auf den Urwald. Urwald, vor allem, wenn man nicht direkt davon berührt ist interessiert es einen höchstens, weil man prahlerisch seine Spendenurkunde an die Wohnzimmerwand hängt.

Als mein öko-bewusstes Ich sich endlich verpisst hat, merke ich, wie heiss und stickig es eigentlich in diesem Raum ist. Mir läuft der Schweiß schon den Nacken herunter. Mit meinen schweißigen, klebrigen Händen berühre ich das Blatt. Ich wünsche mir es würde verschwinden. Ich mache die Augen zu und frage mich, an welchem Ort der Welt es jetzt schöner ist: Im Dschungel von Australien oder am Strand von Sharm Al-Sheik? Dann muss ich mir die ganzen Bilder im Kopf herbeirufen, die ich im Internet gesehen habe und mache eine Pro und Contra Liste. Kann ja nie schaden, wenn man weiß, was einem besser gefällt.

Das Blatt ist immer noch da, als ich die Augen aufmache. Aber ich sehe nicht, was drauf steht. Ich sehe nur verschwommen, dass ETWAS drauf steht. Unleserlich. Ich drehe es um, aber zu meinem Verdruss ist die Rückseite auch bedruckt. Ich muss innerlich bei dem Gedanken lachen, dass mein Vater sich jedesmal beim Kopieren die Finger schwärzt, weil der Mann zu debil ist um sich zu merken dass man das Papier erst trocknen lassen sollte. Ach ja, mein eigener Stromberg. Es ist nicht oft so, dass ich ihn mir herwünschte, aber in diesem Augenblick wären mir alle nervlichen Strapazen seiner Art lieber, als dieses Blatt vor mir zu haben.

Ich betrachte das Blatt eindringlich, und vielleicht löst es sich ja auf, durch reine Gedankenkraft. Konzentration! Konzentration! Ich sehe, es hilft nichts. Ich drehe mich zu meinem Nachbarn herum, der anscheinend weiß, was er tut, denn auch sein Blatt liegt vor ihm- aber im Gegensatz zu mir schreibt er hektisch und konzentriert in sein Heft. Schön, wie er seine Finger bewegt. Kurz überlege ich, ob ich auch schreiben sollte, und ich fange auch tatsächlich an, ich nehme den Stift und das Heft und mach es auf und mach es zu und mach es auf und mach es zu und mach es schließlich auf, schreibe das Datum und meinen Namen und mache es zu, weil mir der Rest nicht einfällt.

Ich glaube, das Blatt ist größer geworden. Es schwillt förmlich an. Ich muss mir vorstellen, wie es den ganzen Raum einnimmt, ein großes Blatt mit einem Gesicht in der Mitte aufgemalt, und einem großen Mund, und dieser Mund verschluckt die Leute im Raum und zerkaut sie und spuckt sie aus. Nur die leckeren schluckt er genüsslich herunter. Bei dem Gedanken muss ich fast lachen, das hätte die Stille im Raum ganz schön umgeworfen. Gleichzeitig kriege ich Gänsehaut, weil so ein Monster-Papier ist nicht wirklich etwas zum Lachen. Dann denk ich darüber nach und komme zu dem Schluss, dass ich so ein Monster echt gerade vor mir habe.

Die Größe des Blattes erdrückt mich, und ich glaube, ich muss jetzt hier raus. Ich packe meine Sachen ein und lege das Papier so, wie es ist, in mein Heft. Nehme mein Heft. Nehme meinen Rucksack. Stehe auf und schiebe den Stuhl an den Tisch. Schlängel mich durch die anderen Tische hindurch. Komme vorne an. Lege mein Heft auf die Sammelstelle. Lächle noch mal und nicke, mein Job hier ist erledigt. Stolz trete ich aus dem Raum heraus. Ich atme ein. Ich atme aus. Ein erfolgreicher Tag. Wie oft kann man schon sagen, dass man als erster fertig war?

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Aufschiebungstaktiken für Anfänger

13/05/2007

So oder so ungefähr sieht es aus, wenn ich mich hinsetze um zu lernen:

Hinsetzen. Schreibtisch aufräumen. Bleistifte spitzen. Ordner sortieren. Blätter lochen. Einheften. Ausheften. Notizen ordnen. Bücher bereithalten. Aufstehen. Wasser holen. Sandwiches machen. Aufstehen. Emails checken. Hinsetzen. Däumchen drehen. Wasser trinken. Telefonieren (”Was müssen wir noch mal lernen?”). Aufstehen. Zimmer aufräumen. Hinsetzen. Emails checken. Aufstehen. Aus dem Fenster gucken. Fenster putzen. Emails checken. Hinsetzen. Buch aufschlagen. Buch zuschlagen. Lernen, wie man aus Bleistiften schön verzierte Figuren schnitzt. Telefonieren (”Hast du schon was gemacht?”). Musik anmachen. Auf’s Klo gehen. Wasser auffüllen. Schokolade holen. Emails checken. Hinsetzen. Fingernägel lackieren. Aufstehen. Duschen. Anziehen. Umziehen. Blogs lesen. Emails checken. Eintrag schreiben. Magazine durchblättern. Lernen, wie man Sushi für 20 Personen zubereitet. Abendessen holen. Telefonieren (”Hast du schon gehört?!”). Emails checken. Hausaufgaben von anderen Menschen machen. Staubsaugen. An die Decke starren. Chatten. Emails checken. Nachrichten gucken. Radiostationen suchen. Handy aufladen. Rausgehen. Kippe rauchen. Beine vertreten. Masturbieren. Aspirin einschmeissen. Gucken, ob draußen irgendein Mann im Trenchcoat auflauert. Straßenkatzen füttern. Emails checken. Sit-Ups machen. Emails checken. Telefonieren (”Also, welche Seiten noch mal?”). Fernsehen gucken. Emails checken. Essen. Versuchen, Vogelgesang nachzumachen. Emails checken. Spät nachts endlich anfangen zu lernen und morgens um 4 Uhr für 2 Stunden einschlafen, verpennen und zur Klausur zu spät kommen.

Es ist jetzt erst 10 Uhr. Ich könnte also noch mein Zimmer aufräumen (noch mal), duschen, Kippe rauchen und sogar was essen. Moment, ich könnte auch erst mal Star Wars Episode II gucken. Produktivität ist mein A und O.

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Die größte unausgesprochene Wahrheit

12/05/2007

Bevor ich gleich wieder zu den korrupten Unternehmern im Restaurant muss um da meine (wenn auch bezahlte) Teamsitzung abzustottern, muss ich etwas loswerden, dass mir seit eh und je einen Schauer um die Ohren jagt. Es ist mir gestern in einem Genitalherpes-Ekel Anfall eingefallen. Nämlich: Es gibt echt wenige Dinge, bei denen ich anfange zu kreischen, weil mein weibliches Dasein es nicht verkraftet und ich auf das starke Geschlecht zurückgreifen muss.

Da wären zum Beispiel Kakerlaken. Es gibt nichts widerlicheres als Kakerlaken, und wer hier widerspricht, hat schlicht und einfach keine menschliche Seele. Aber dagegen kann man was tun: In Syrien gibt es ein stark ätzendes Mittel, das Piff Paff heisst. Ein Sprüher und allein die FCKW Ausstoße haben schon die halbe Straße getötet, bei einer Näherung von mehr als 3 Metern hat man 3 Tage weder gesehen noch gerochen. Manchmal haben wir daran geschnuppert, um high zu werde und glaubten, dass wir Spiderman wären und die toten Kakerlaken aufessen müssten. Im Notfall jedoch muss noch nicht mal Piff Paff herhalten, es reicht ein Mann mit festen Schuhsohlen.

Doch es gibt eine Sache, bei der können Männer nicht aushelfen. Denn bei dieser Sache sind sie das Problem. Besonders hinsichtlich der europäischen Hemisphäre. Nein, ich rede nicht von Metrosexualität (auch fürchterlich, aber weniger ekelerregend als man meinen könnte). Nein, es geht um VORHAUT.

VORHAUT. Oh Gott, ich krieg schon einen Kotzreiz wenn ich nur daran denke. Ich weiß, ich verscheuche gerade ungefähr 90% meiner Leser, aber ich muss ehrlich sagen dass ich ein radikaler Vertreter von Beschneidungen bin. VORHAUT!! Wie sieht das denn aus? Wie ein Schlauch, der da runterhängt und das ganze ästhetische Bild des wundervoll geschwungenen Penis’ zerstört. Wie ein verpackter Rüssel sieht das gute Stück dann aus. Und immer, wenn ich einen vorhautumschlungenen Penis sehe, kann ich mir das Lachen nicht verkneifen. Und sexuelle Ernsthaftigkeit ist damit erst mal vergessen. Und sexy wirkt’s auch nicht. Deshalb gehe ich davon aus, DASS DIE VORHAUT SCHULD DARAN IST DAS ICH KEINEN SEX HABE.

Jetzt ernsthaft. Darunter sammelt sich Eichelkäse. Es sieht hässlich aus. Und angeblich ist es nach der Beschneidung ein viel besseres Gefühl zu ficken.

Vielleicht liegt es aber auch wirklich nur an mir. Ich mag keine Vorhaut. Vorhaut hat für mich den gleichen Ekel-Status wie Nachgeburt. Und das sind so zwei Dinge, die zwar wirklich über all sind und vorkommen, aber von den Medien komplett ignoriert werden. Ich meine, nach welcher Geburt in welchen Blockbuster-Filmen sieht man schon die Nachgeburt? Aha, genau. Und so ist es auch mit Vorhaut: Schreckliches Faktotum, aber keiner redet darüber.

Ich sage: STEHT AUF UND TUT ETWAS DAGEGEN!.
(Und wenn nicht, können wir uns zumindest sicher sein, dass es beim Petting bleibt).

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