Archive of published articles on Juni, 2007

Back home

Der langsame Tod

29/06/2007

Ein vorwurfsvoller Blick. Na schön, den habe ich mir selbst eingehandelt. Wieder einmal zu lautstark gegröhlt. Und wieder einmal gehe ich auf die Nerven. Scheisse. Also, egal. Ich zucke mit den Schultern und bin ein bisschen empört von diesem Blick. Immerhin bin ja nicht ICH diejenige, die es sich aussucht, mit MIR befreundet zu sein. Also spart euch den Blick. Zwingt euch ja keiner. Schämt euch ruhig, war eure Entscheidung. Augenverdrehend wende ich mich ab und mache weiter. So ganz als ob es mir gefällt, anders zu sein. Ein Kasper zu sein. Rumzuhampeln. Am lautesten und am dümmsten zu schwätzen. Richtig so. Und wem’s nicht passt, der muss sich woanders zurecht finden. Verkappte Idioten.

Aber dieser Blick. Der hat sich in mir eingebrannt, in meine Augen, durch den Sehnerv bis in die letzte Faser meines Denkbunkers. Dieser einzige Blick voller Verachtung und Abschätzung. Ein Blick der sagt, “Oh mein Gott, du bist so peinlich!”, und ein Blick der nicht gefälscht werden kann. Ich bin besser als du. Ich mach das anders als du. Ich bin nicht du, und deshalb ist es schon mal gut. DAS ist so ein Blick. Der trennt dich dann von all den Menschen, die etwas wert sind. Dieser Blick, aus der Arroganz heraus geboren, ist es, der dich zu einem niederen Wesen macht.

Und ich stehe da und zucke mit den Schultern und versuche krampfhaft, so zu tun, als wäre ich glücklich damit, ein niederes Wesen zu sein. Als würde es mich nicht stören, nein im Gegenteil, als wäre ich innerlich überzeugt davon, dass ich KEIN niederes Wesen bin das mit Verachtung gestraft wird. ICH strafe mit meiner lässigen, unbekümmerten Art die anderen, nicht wahr? Aber wir beide und der Rest der Welt, wir alle wissen, dass es nicht so ist. Wir alle wissen, dass es höllische innere Qualen auslöst, und wir spüren, wie das Beil unsere Seele zertrennt und wir merken, dass wir uns selbst in den Tod treiben und sollten wir weiterleben, dann wollen wir sterben, denn ja, man schämt sich für uns. Für mich. Für diese Art. Für all das, es ist schrecklich. Ja, es sind Qualen und es tut verdammt weh und es fühlt sich an, als würde mein Herz weinen müssen, aber es erstickt an den Tränen.

Ich stehe einfach achselzuckend da und mache weiter, unfähig, zuzugeben dass es stimmt, obwohl ich genau weiß, dass alles stimmt, was man mir vorwirft, und dieser Blick, er brennt sich ein und macht mich fertig und bald bin ich sicherlich am Ende, denn mir ist absolut klar, dass ich eines dieser verdammten Ratten bin, die sich damit abfinden müssen, nicht ein vollwertiger, angenehmer Mensch zu sein. Nein, ich bin anstrengend, denn ich bin debil, behindert, ein Vollblutspastiker, jedenfalls was die geistigen Fähigkeiten angeht. Ja, genau das bin ich. Und die anderen sind viel besser als ich, aber das würde ich niemals zugeben wollen, niemals.

Das macht mich nämlich aus, das macht unsere Art aus. Wir geben es vor anderen nicht zu, aber ermordet werden wir trotzdem- von uns selbst.

16 Comments

Das Frauending

25/06/2007

Frauenfreundschaften sind ein wahres Mysterium für mich. Erinnert mich bitte nicht daran, dass ich eine Frau bin- ich weiß es selber. Aber ich bin so eine von der Kumpelfrausorte. Obwohl es Tage gibt, an denen ich mir wünschte, es wäre nicht so - zum Beispiel beim Anblick meines Traumtypens mit der Super-Tussi schlechthin- finde ich das auch gar nicht so schlimm, vor allem bei Berücksichtigung dieser Frauenfreundschaften.

Ich hab natürlich auch Freundinnen. Klar. Wäre ja schrecklich ohne das Zicken, Lästern und dem Schönheitswahnsinn. Aber wenn ich mir mal so ansehe, wie Frauen unter sich sich eigentlich benehmen, macht mich das total bescheuert.

Mit Jungs ist das einfach: Man macht Witze, erzählt sich von seinem Stress, lacht drüber, geht Döner essen und vielleicht steigt man zum Abschluss des Tages in die Kiste, jedenfalls wenn man über das Kumpel-sein hinaus geht. Aber Frauen. Frauen.

Frauen können generell, wenn sie gut befreundet sind, alles gemeinsam machen. Ich meine, wirklich alles. Es stimmt! Frauen gehen zusammen auf’s Klo, und alleine der Gedanke daran macht mich total verrückt. Hey, ich geh auf öffentlichen Toiletten schon immer in die letzte Kabine, damit sich wirklich maximal nur eine Person in die Kabine neben mir gesellen kann. Und Freundinnen? Die kacken sogar zusammen! Ich würd komplett ausrasten wenn jemand meine Pissgeräusche analysiert. Ich weiß auch nicht, ob das an irgendeinem Kindheitstrauma und Komplexen in meinem Selbstbewusstsein liegt, aber nee, das könnte ich absolut nicht. Ich könnte auch niemals vor einer Freundin den größten Furz rausdrücken, egal wie gut wir uns kennen. PRIVATSPHÄRE. Ich hab’s nicht so mit Intimität. Ich würd ja auch nicht vor meiner Sexgesellschaft mal eben ‘ne Lehmstange aus dem Rücken drücken, oder?

Oder zusammen duschen. Kein Wunder, dass alle Typen glauben, jede Frau hätte schon mal ‘ne andere gebumst. “Hui, komm, wir gehen mal zusammen duschen! Darf ich dir den Rücken einschäumen? Hihi, guck mal, du hast drei Haare an der Muschi!”

… Äh. DAS IST MEINE MUSCHI UND DU HAST KEIN RECHT ÜBER SIE ZU URTEILEN.

Okay, ich find’s eigentlich gar nicht so schlimm- wenn ich selber so wäre, hätte ich ja absolut kein Problem damit. Ich hab anscheinend nur irgendwelche gravierenden Hemmungen, die mich davon abhalten, so meinen Freundinnen gegenüber zu sein. Ich finde, man muss in allen Bereichen des Lebens sein Profil bewahren, sich so representieren, wie man in Erinnerung behalten werden möchte. Wie wäre das denn, wenn ich mir in zehn Jahren überlege, “oh, ja ja, die eine da- die hat sich unter der Dusche immer die Arschhaare rasiert.” Ich find’s ja ganz lustig, über soetwas zu reden (und selbst da bin ich im Herzen nicht Spasti genug, um das komplett durchzuziehen). Aber das auch noch vor anderen zu tun? Da hört’s auf, das is echt nich mehr feierlich.

Wie gesagt. Es liegt definitiv an mir. Doch diese Klischeeartigkeit, die das ganze mit sich bringt, ist so, ja, abstoßend. Da sitzen sie nun auf dem Bett, glotzen irgendwelche Reportagen über Fettleibigkeit, lesen dabei strunzdumme Frauenmagazine und lackieren sich die Fingernägel. Zwischendurch gibt’s Kissenschlachten in Hotpants. Ja, der Traum von Männern, oder so. Oder auch nicht.

Hehehe. Wobei, letzteres hab ich auch schon gebracht. Und es ist ja auch nicht wirklich nervig, es wird mir nur langsam bewusst, dass ich gar nicht so der Typ dafür bin. Ich muss mich vielleicht einfach nur mal locker machen. Eventuell bin ich auch einfach nur so sehr Kumpel, und habe mich so von Jungs beeinflussen lassen, dass es für mich irgendwie strange erscheint. Jaja, Weiber. Ein unaufgedeckter Mythos.

10 Comments

Zuckersüße Arschlöcher

18/06/2007

Jungs sind die wunderbarsten Geschöpfe auf dieser Welt. Und manchmal sitze ich hier während “meine” Jungs, mein großer Bruder und mein Kumpel Phil, auf der Couch sitzen und sich Pizza reinstopfen beim Fernsehen gucken und beobachte sie und ihren Gesichtsausdruck, diese vollkommene Zufriedenheit und diese unbekümmerten Dialoge. “Alter. Du atmest durch die Nase beim Essen. KRASS.” Da kommen in mir gerührte, mütterliche Gefühle hoch und ich fang fast an zu weinen- was brauchen sie schon zum glücklich sein? Ein paar gute, alte Ausgaben vom Playboy, eine PSII oder XBox360, unbegrenzte Anzahl an Spielen, ein Klo und endlos Pizza oder Döner- schon hat man einen Jungen, oder einen Jungen der sich als Mann verkleidet, glücklich gemacht.

Wenn ich so im Auto sitze und mein Bruder fährt und dreht die Musik lauter um frauenfeindlichen Hip Hop zu hören und auf cool mitzurappen, find ich das natürlich nicht so prickelnd. Aber selbst ich muss dann schmunzeln wenn die beiden sich high fiven weil einer der besagten Rapper eine gute Line hingelegt hat und sie sich totlachen und alles auswending mitrappen können.

Am schönsten sind auch die Tage, wo sie nur furzen, rülpsen und Simpsons-Dialoge nachspielen und mich dann abends besoffen anrufen um zu fragen, ob ich sie abholen kann- und ich hole sie liebend gerne ab, weil ich weiß dass jetzt die besten Kiffergeschichten kommen und ich nur die Augen verdrehen kann und mir denke, “ihr Idioten, was habt ihr jetzt schon wieder angestellt?”. Dann erzählen sie mir immer, was für geile Weiber sie angeglotzt haben, wie sie abgegangen sind, was schon wieder in der Stadt abgeht, welche genialen Ideen sie für ihre Millionärszukunft geschmiedet haben- ach, und noch so viel mehr.

Aber neben all diesen Sachen empfinde ich auch noch ein klein bisschen Wehmut. Teilweise, weil ich selbst gerne so wäre- einfach sorgenlos oder wenn nicht, dann zumindest vorgeben, sorgenlose zu sein- und im Keller chillen und sich an der Gesellschaft des anderen erfreuen und sich gegenseitig dumme Geschichten auftischen. Und egal was ist, man macht alles zusammen, weil man zusammen gehört, und wenn man sich streitet, dann halt eben für 10 Minuten und dann schlägt man sich ein bisschen die Fresse ein und umarmt sich wieder. Und andererseits bin ich wehmütig, weil ich genau weiß, dass mein Zukünftiger nicht viel anders sein wird- ein Typ, der vielleicht vorgibt, ein Mann zu sein und alles im Griff zu haben, aber im Grunde genommen einfach nur ein kleiner Junge sein möchte, der fette Autos begafft und seine Popel an die Couchlehne schmiert. Und manchmal kommt man dann auf das Thema “geile, fette Ärsche”.

Irgendwann- gar nicht so lange her, vor zwei, drei Monaten - habe ich mich dann auch schließlich damit abgefunden, dass ich niemals dazu gehören würde. Ich bin zwar immer dabei- aber wirklich dabei bin ich nie. Eigentlich bin ich nur das dekorative Seitenstück, und ob ich wirklich so dekorativ bin weiß ich nicht. Da chillen sie nun und haben ihre kleinen Insiderwitzchen und unterhalten sich über diese tollen fetten Ärsche, und ich kann noch nicht mal was dazu sagen und es nervt mich, weil ich kein Junge bin und nicht beitragen kann und manchmal benehme ich mich absichtlich wie Spasti No. 1, einfach nur um lustig und kumpelhaft rüberzukommen. Dabei bin ich weder das eine noch das andere, ich bin einfach die kleine Schwester vom großen Bruder und ab und zu die extra Notlösung, falls man noch etwas mehr Gesellschaft braucht. Oder falls mein Bruder schon lange nicht mehr geduscht hat. Oder falls er mal wieder kacken gehen muss (kann dauern). Tja, damit habe ich mich abgefunden und im Prinzip ist das alles okay- niemals würde ich mich zwischen zwei Männern stellen, zumal die mir beide so sehr am Herzen liegen und ich mich einfach in meiner Roller einfinden muss. Und das ist natürlich nicht nur bei den zweien so- nö, das geht mir bei vielen “Pärchen” so. Bitte ignoriert die homoerotischen Anspielungen.

Anyway- worüber ich definitiv NICHT hinweg bin, oh, das ist dieses ständige Gelaber von Frauen und Weibern und Titten und Brettern und dies und das. Gut, dann pass ich nicht in diese kumpelhafte Position- dann hört aber auch auf, ständig von irgendwelchen Ischen zu reden, wenn ich dabei bin, weil ich mir rund um die Uhr denken muss: “Hier, hallo— und ich? UND ICH?!! ICH BIN AUCH EIN MÄDCHEN! HILFE!!”

Und keiner glotzt auf MEINEN Arsch (nicht, dass ich es gerne hätte, wenn mir mein Bruder oder seine Hampel auf den Arsch glotzen. Darum geht’s ja nicht. Es ist dieses prinzipielle Gefühl. Wenn ich schon das einzige Mädchen in der Runde bin, dass ihr nicht als einen vollwertigen, schwanztragenden Teil aktzeptiert, dann dürft ihr mich aber auch wenigstens wie ein waschechtes Mädchen behandeln. Und nicht wie ‘ne Putzfrau. Oder, Gott bewahre, die kleine Schwester).

Hmm. Daran merke ich aber auch, dass ich viel zu gerne mit Jungs befreundet bin. Ich merke es jeden Tag, wie mir das Rumgezicke und das ständige monotone Gelaber von Weibern auf die Eierstöcke geht. Verdammt, muss sich denn alles immer nur um.. ja, um was eigentlich drehen? Die gleichen Gespräche, wie es scheint. Männer.

Und Männer? Reden über Frauen. Und ich rede anscheinend eindeutig lieber über Frauen, weil davon kann ich mehr Geschichten erzählen.

… boah. Selbstanalyse hoch 10.

Ich glaube, ich hab die Ursache meines Problemes gefunden.

18 Comments

Denkwürdig

15/06/2007

Also dafür, dass ich die 200-Fehlstunden-Marke erreicht habe dieses Halbjahr, hatte ich noch nie einen besseren Zeugnisdurchschnitt.

4 Comments

Kameltreiber und Rituale

9/06/2007

So, ich bin wieder da. Habe es auch ohne Knochenbrüche überstanden. (Nicht, dass ich es nicht versucht hätte. Was hab ich mir die Waschkellertür auf die Handgelenke geknallt! Leider nie fest genug. Es hat zwar immer so weh getan, dass ich DACHTE, sie wären gebrochen, aber nein. Auch nach 6 Tylenol ging es mir immer noch nicht besser, bzw schlechter- und die Tür wirklich zuknallen, dafür bin ich dann doch ein Angsthase. Also, Leute, wenn ihr euch was brechen wollt- holt euch einen Partner, der skrupellos oder empathisch genug ist, das zu tun).

Aber alter Verwalter. Jedes mal ist es doch dasselbe.

Read the rest of this article »

15 Comments

Todesglocken

8/06/2007

Oh boy, das mit dem Schmerz und der Enttäuschung und dem verletzt sein klappt wunderbar, ich kann mich nicht beschweren. Ob mein Endziel damit auch erreicht wird weiß ich noch nicht genau. Ich kiff und sauf mir jetzt einfach die Birne weg und merke, es ist echt hart Dauerbreit zu sein.

Dummerweise hat sich heute ein weiteres Problem ergeben, das ich schon lange ignoriere und auf diel lange Bank schiebe. Wieder einmal wird in der großen arabischen Community des Rhein Main Gebietes (welch eine blühende Community, und meine Eltern scheinen auch noch jeden zu kennen & spielen gerne Vorsitzende) geheiratet. Ich möchte ganz kurz vorführen, wie solche Hochzeiten aus meiner Perspektive ablaufen:

Zumeist wirklich verdummte, in ihrer Kultur eingehenden Kameltreiber organisieren eine islamisch angemessene Hochzeit, sprich: Männer und Frauen getrennt, in irgendeinem billigen Hotel oder in einer billigen Halle, wo es dann halbe Hühnchen zum Essen und Aldi-Cola zum Trinken gibt, aber hauptsache 1500 Gäste, von denen ca. 80% kleine, super-verzogene Kinder sind die durch die Menge springen und mit Essen schmeissen.

Leute, das hat nix damit zu tun, dass das Araber sind. Ich hab auch schöne arabische Hochzeiten gefeiert. Das hat was damit zu tun, aus welchem sozialen Status diese Leute gekommen sind- doch anstatt den hier abzuwerfen, haben sie ihn echt perfektioniert. Und ich sitz da mitten drin. Auch meine Eltern geben sich mit so Gesocks in ihrer Heimat nicht ab, aber hier bleibt ihnen nichts anderes übrig- “es gibt doch so wenige anständige Menschen aus der Heimat, da muss man sich mit dem zufrieden geben, was man hat.” Ganz kann ich die Logik hinter dieser Aussage zwar nicht begreifen - warum überhaupt an der Heimat hängen, wenn die so offensichtlich für’n Arsch ist - aber was soll’s.

Tja, so, und jetzt hab ich das Problem, dass es für einen islamischen Bürger verpflichtend ist, auf eine islamische Hochzeit zu gehen zu der er eingeladen wurde. Meiner Mutter geht es dabei aber eher um den Ruf; ich schotte mich so sehr von diesen Menschen ab, dass die schon darüber reden ich wäre arrogant. Als ich das zum ersten Mal gehört habe, hab ich mich gefreut und gedacht: Yeah, nie wieder eine Einladung. Aber falsch gedacht. Die laden einen dann erst recht ein und lästern dann halt vornerum weiter, eine Situation, die ich mir selbst eingebrockt habe und mich wirklich wirklich anekelt. Was mich stört ist zusätzlich, dass das echt nicht die arabische Kultur ist. Mordsheuchelei, alles, was hier abgeht.

Und meine Mom ganz vorne dabei. Die Alte spinnt manchmal schon, muss man echt sagen. Ich kann die Leute nicht ausstehen, hab keinen Bock, mich zu verkleiden, brauche mindestens 3 Liter Alkohol um das überhaupt aushalten zu können, ES GIBT NOCH NICHT MAL TYPEN DIE MAN BUMSEN KÖNNTE, nicht das ich es tun würde, aber ich mein ja nur, und meine Mutter weiss, dass ich diese Menschen auch auf den Tod nicht ausstehen kann- trotzdem wäre es eine Sünde, ey das wäre mein Tod, wenn ich nicht mitginge.

Deshalb brauch ich unbedingt einen Plan, wie ich mir am effektivsten, ohne groß darüber nachdenken zu müssen, den Arm oder das Bein breche; besser wäre das Bein, das macht mehr Eindruck. Ich mein’s verdammt ernst. Bis ca. 20 Uhr habe ich Zeit. Ready, Steady, Go.

9 Comments

Brute Force

6/06/2007

Ich hab einen Plan. Sich ganz lange in Schmerzen stürzen, mit der Enttäuschung konfrontieren, hohe Erwartungen aufbauen, von denen man weiß dass sie sowieso nicht eingehalten werden können- meine Psyche würde davon so traumatisiert, dass ich gar nicht mehr hoffen könnte, selbst wenn ich es wollte. Wie bei einem Tier, das man so lange unter Spannung setzt beim Berühren des Zaunes, dass es irgendwann einfach nicht mehr hingeht.

Bei mir muss das unbewusst geschehen. Es ist perfekt.

4 Comments

Die Aufklärung hat nichts mit Sex zu tun. Wirklich.

5/06/2007

Wo wir gerade bei philosophischem Gedöns sind: Hey, hat eigentlich jemand jemals darüber nachgedacht, was für einen Scheiss Kant so fabriziert hat und dass wir uns das tagtäglich in unsere Köpfe zwängen dürfen? He? He? HE?

Von wegen Unmündigkeit und Verschuldung und yadda yadda. Ist es nicht völlig egal, wer zuerst irgendwas gedacht hat? Also, Beispiel, ja, für alle die selbst drauf kommen wollen (oh mein Gott die Ironie): Ein Lehrer erzählt mir was von einer Formel um ein bestimmtes mathematisches Problem zu lösen. Ich wende die Formel an und erhalte die Lösung. Hey, perfekt- es funktioniert. Es interessiert mich nicht, wer wie darauf gekommen ist- die Herleitung ist insofern irrelevant, als ich nur die endgültige Lösung brauche und für mich auch bestätigen kann (sagen wir, durch eine Umkehrformel oder irgendetwas in der Art).

Aber, nehmen wir an wir lesen in der Schule einen Text von Nitzsche, mal ganz abgesehen davon, dass ich mich an keinen einzigen erinnern kann, wenn ich denn je einen gelesen haben sollte- und nehmen wir an, Nitzsche sagt: Du sollst nicht mehr reden, weil dies und das. Und ich denke mir folgendes: Hm, der Typ hat recht, und seine Argumentation ist logisch, und ich schließe damit, dass ich nicht mehr reden sollte, also mach ich das, was Nitzsche sagt.

Und dann heisst es, ich hätte ja nur etwas nachgemacht (oder: nachgedacht, ich liebe diese Sprache) und würde ja selbst Schuld an meiner eigenen Unmündigkeit sein. Es ist doch völlig egal, wer was als erstes gedacht hat und warum, solange ICH für MICH die Bestätigung aufgrund logischer Tatsachen zu Folge finden kann, oder?

Ach, und auch diesen Gedanken habe ich nicht selber zu erst gedacht. Ich verkaufe eine Idee, die mir schon desöfteren begegnet ist- na und? Genau darum geht es. Ich sag ja nicht, man soll anderen blind und ohne Zweifel folgen- nö. Wenn mir jemand sagt, spring aus dem Fenster, dann wirst du glücklich werde ich erst mal diese Aussage mit meinem analytischen, super-intelligenten Brain nachvollziehen, und wenn ich auf das gleiche Ergebnis stoße, dann ist das doch gut, dann mach ich das auch! Ist doch perfekt! Hat doch alles seinen Sinn!

Und wenn nicht, dann mach ich’s eben trotzdem, aber höchstwahrscheinlich nur, weil ich gezwungen werde- von meiner eigens verschuldeten Unmündigkeit..

4 Comments

Skandale bei Freud

5/06/2007

Die meisten Menschen sind nur so lange emotional an einen gebunden, wie es für sie auch einen Sinn hat, es zu sein. Also wenn es einen Zweck hat. Einen Nutzen. Frei nach dem Motto: “Ich hab dich lieb, weil du mir (gute) Gesellschaft leistest.” Und später wird es: “Du leistest mir gute Gesellschaft, also muss ich dich lieb haben.” Und irgendwann ist es: “Deine Gesellschaft geht mir auf die Nerven, egal wie gut sie ist, und deshalb hab ich dich auch nicht mehr lieb.”

Erklärt zumindest einiges.

6 Comments

Das Internet, mein Portal zur Bestialität

3/06/2007

So, ich plane das hier schon ziemlich lange. Ich hatte perfekt formulierte Absätze geschrieben, schön verpackt und eine Spannung erzeugt, die nicht von dieser Welt sein konnte. Oh ja. Ich habe meine literarischen Fähigkeiten an ihre Grenzen getrieben und mir gesagt, “Sara, DAS ist dein humoristischer Durchbruch, das wird dich berühmt machen, genau dieser Eintrag wird dir Geld bringen”.

Denn das Thema, die Substanz ist einfach so, ja, ergreifend, ein anderes Wort gibt es nicht, dass auch der letzte Rapper ohne Abschluss, wohnhaft in Kreuzberg, es schaffen würde etwa aus dem Arsch zu rhymen, auf den Kackfroschbeat aus der Klingeltonwerbung, und verdammt, ES WÜRDE GUT SEIN.

Egal. Irgendwie dachte ich mir dann aber, “übertreib’s nicht, Sara, sonst halten sie dich für Freaks”, und da ich trotz meinen entgegengesetzten Bestrebungen immer noch ziemlich Gesellschaftsabhängig bin, lasse ich das einfach und komm direkt zum Thema.

Natürlich geht es wie immer um’s Ficken. Wer hätte es gedacht. Aber diesmal ist etwas besonderes daran, es geht um das virtuelle Ficken, um Vorlieben des virtuellen Fickens und umgangssprachlich ausgedrückt geht es um Pornos. Um die ekelhaftesten, schrecklichsten Pornos die es gibt. Fetische, Perversionen, und reine jugendliche Neugier. Die Kommentare eines vorangegangenen Beitrages haben mich auf die Idee gebracht.

Ich bin schon seit 7 Jahren nicht mehr weniger als mindestens einmal pro Woche im Internet gewesen. In diesen sieben Jahren habe ich sehr oft Links gesehen, die so aussagekräftige Namen wie “NICHT KLICKEN OMG VOLL KRASS EKLIG” trugen. Mit fünfzehn hat man besseres zu tun, als sich an Regeln zu halten- das ist meine einzige Rechtfertigung.

Und deshalb werdet ihr jetzt in den Genuss meiner Top 5 der schrecklichsten Erfahrungen mit den Fickfilmchen unserer versauten Menschheit kommen. Beziehungsweise mit Artikeln oder Links zu beschreibenden Bildern.

Ein Wort bevor wir beginnen: Leute, ich mein das ernst. Was sich hinter den Links verbirgt ist wirklich schlimm und nicht für Menschen gedacht, die sich leicht traumatisieren lassen, einen weichen Magen haben oder unter Achtzehn sind. Ich meine, mir ist es wurscht, ich hab’s verkraftet, es hat mich wirklich abgehärtet, ich könnte in den Krieg ziehen und wissen, ich habe alles schon bei Rotten.com erlebt, aber nichtsdestotrotz: Es geht nicht auf meine Kappe, was mich euch passiert. Ich hab euch gewarnt.

Here we go:

5. Goatse/Tubgirl: Zu Beginn kein Video, sondern zwei Bilder. Goatse und Tubgirl sind so kultig, dass es mich eigentlich nur noch belustigt, diese Bilder zu sehen. Tja. Relativ harmlos, aber ich weiß dass das mit 13 noch anders war. Einer meiner ersten Schocks. Und dabei sind die Standard Doggystyle Pornos schon schlimm genug, mit dem gefakten Gestöhne und sowieso. Diese beiden Bilder haben meine Internetjugend geprägt.
(Boah, aber Tubgirl ist immer noch schlimm, fällt mir grad auf)
4. Lemonparty: Schon wieder kein Video. Naja, egal. Ich hab wohl zu viel versprochen. Eigentlich müssten an dieser Stelle Videos von Sex mit Bären oder Wölfen kommen, oder ZUMINDEST etwas, das illegal ist. Aber ich kann mir nicht helfen, Lemonparty ist einfach noch viel schlimmer.
3. Japanese Eels Porn: Haa, okay, jetzt wird’s spannend. Die Aale, die Aale. Eigentlich kann man dazu nur so viel sagen: zwei japanische Weiber, eine Schale voll mit Aalen und Körperöffnungen. Und nein, es ist nicht appetitlich, und ich kann mir bis heute nicht das ganze Video ansehen, ich mach die Augen nach 10 Sekunden zu und sterbe innerlich ein weiteres Mal. NICHT EMPFEHLENSWERT. Wirklich, wirklich grausam (hier ist ein sehr passender Blogeintrag von jemandem, der wohl die gleiche oder zumindest eine ähnliche Erfahrung gemacht hat mit diesem Video und ziemlich gut erklärt, wie es ist, es zu sehen). So, unglücklicherweise scheint das Video aus dem Internet genommen worden zu sein. Deshalb könnt ihr es selber suchen. Ich empfehl’s aber nicht. Wirklich nicht.
2. Body Modification Trailer: Irgendwann, vor circa einem Jahr, entdeckte ich Body Modification. Die Leute finden’s toll, sich Schmerzen anzutun. Das ist nur noch … naja, ich möchte nicht sagen krank. Aber interessant. Und mein Empathieempfinden ist anscheinend so groß, dass ich mir die Videos nicht ansehen kann. Es geht nicht. Meine Brust verkrampft sich im Schmerz. Aber vielleicht findet ihr’s ja… gut… Es ist eher Krieg als Porno. Have fun.
1. Swap.avi: Zu dem habe ich zwar den Link, werde ihn aber nicht, unter gar keinen Umständen, jemals bereitstellen. Nein. Swap.avi gehört verboten. Es ist das schlimmste, was diese Welt kennt. Ein Scat Porno (die sind ja so schon widerlich und demütigend genug) des feinsten Kalibers, Leute. Ey, nein. NEIN. NEIN!! Doch weil andere Menschen das mal wieder besser verfassen können als ich: Hier der Kommentar einer Person, die die ganze Geschichte kennt (plus Bilder).

So. Das war’s. Wenn ihr mich jetzt hasst, dann war es mir das wert. Außerdem bin ich verbittert und zynisch und könnte gerade bei jedem Lied heulen; warum weiß ich nicht. Oder ich weiß es und will es nicht wissen. Ist ja auch egal. Wo sind meine Drogen?

24 Comments
Close
E-mail It