Archive of published articles on Juli, 2007

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Phil, DIESEN Eintrag solltest du ueberspringen (ich moechte wenigstens einem Menschen gegenueber noch Wuerde bewahren)

29/07/2007

So.. was hatte ich gesagt, ich moechte nicht mehr so aufgedreht und durchgeknallt wirken, sondern einem stillen, grazioesen, engelsgleichen Wesen aehnlich sein? Ja, hm. So oder so aehnlich, das bin ich hier in Syrien. Inmitten der mit MakeUp zerklatschten Weiber wirke ich hier tatsaechlich wie ein introvertiertes, asoziales Goofie. Nicht ganz so grazil und charmant wie ich es wollte, aber immerhin. Das kommt vor allem daher, dass ich nicht die Haelfte des Tages mit Hochzeitsplanungen, Putzen oder Haare mache verbringe. Eine Todsuende fuer jemanden, der bald schon verlobt sein koennte (also wirklich, DAS Alter habe ich schon laengst ueberschritten).

Aber egal. Ich wollte euch ja etwas ueber Toiletten erzaehlen. Ich weiss, dieses Thema ist generell etwas, dass die zivilisierte Menschheit geschickt umgeht- ich normalerweise ebenso. Aber Leute, Leute. Es ist ein voellig natuerlicher Vorgang, und wir alle muessen ab und zu mal wieder. Nennen wir es deshalb beim Namen. Wir sind alle kleine Kacker.

Ich muss es jetzt ansprechen, denn, liebes Internet, ich habe tragischerweise meine Kackfaehigkeiten verloren. Das liegt vor allem daran, dass ich in diesem Urlaub angefangen habe, mehr zu essen als mein Koerper verdauen kann. Ignorieren wir jetzt mal die fatalen Tage, die mich bei meiner Rueckkehr erwarten werde- Tage des Hungerns und des Fetthaushaltsdefitzitsausgleichens. Ich esse und esse und esse, und wer haettes es gedacht, zu viel essen verstopft die Darmwege und kann zu Verstopfungen fuehren.

Es ist fast schon kriminell wie normale Menschen leben- regelmaessige Entleerung des Koerpers! Ist mein Karma so schlecht? Bin ich in der Vorzeitigen Hoelle der Lebenden gelandet? Muss ein Untoter auch mit dieser Buerde leben? Eine akkurate Verdauung ist fuer mich fast wie Sex, wenn es so weit ist heisst es BIER FUER JEDEN und alle duerfen an meinem Glueck teilhaben.

Gut. Das Essen ist aber nicht der einzige Grund an meinem Leiden. Es sind die arabischen Toiletten. Ich rede jetzt nicht von der ganz altmodischen Variante, von wegen Loch im Beton und ab dafuer… die gibt’s zwar auch noch, aber selten genug um sie ignorieren zu koennen. Nein, ich meine arabische Toiletten und ihr Wasserhaushalt. Man KANN gar nicht vergnuegt scheissen gehen, und wieso? Weil man danach erst mal die dicken Keulen spuelen muss, und das alleine dauert ueber 3 Tage. In dieser Zeit hat der wuetende Gestank (vermischt mit der Hitze und Schwuele und den ganzen Gewuerzen aus der Kueche) ein Loch in die Ozonschicht gebohrt. Ja. Genau. Und wenn man mal eine Toilette findet, dessen Spuelung nicht dem Traenenstrom eines Frosches entspricht, ist diese so schmutztig dass der Schimmel am Innenrand des Porzellans sich schon an des Darminhaltes Reinheit aufgeilt.

Eigentlich sollte ich aber gar nicht so sehr ueber arabische Toiletten und Scheisshaeuser herziehen, da es nichts schlimmeres gibt, als das Design Deutscher Toiletten. Und ich meine die richtigen, echten deutschen Toiletten. Die Amerikanischen kennen wir eh alle- das sind die am haeufigsten vertretenen, selbst in Deutschland. Aber eine wackere Zahl an deutschen Toiletten haelt sich immer noch in naiven Haushalten. DIE ABSATZ TOILETTE.

AAH! Kennt ihr die? Diese Toiletten, die noch einen Vorsprung haben mit einer kleinen Wasserpfuetze drin? Wenn man da reinscheisst, bleibt das braune Teil erst mal darauf liegen. Was sagt uns das? Lieben es die Deutschen so sehr, ihre eigene Scheisse zu inspizieren? Ich weiss ja nicht, wie es euch geht, aber diese Toilette kann man in Kriegen als ABC Waffen verwenden gegen ahnungslose Araber. Halt echt jetzt.

So. Ich muss mich um die Luft hier kuemmern. Sie wird staendig nur geatmet, und da ich jetzt eh nichts besseres zu tun habe kann ich sie ein bisschen streicheln und betrachten. Und wuenscht mir Glueck, vielleicht laesst sich meine Mutter bald ueberzeugen, dass wir ans Meer fahren. Darueber werde ich dann das naechste Mal schreiben, Syriens Straende, der Ort an dem der westliche Muell landet…

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Mein Name ist Kunnari. Sklave Kunnari.

27/07/2007

So, ja, Freitags ist hier Feiertag deshalb chill ich wieder im Internetcafe. Wisst ihr was mir auffaellt hier? Es laufen so viele huebsche, unverbrauchte und junge Typen rum, die ich nicht ansprechen kann. Meine Niederlage in allen Dingen der Fruchtbarkeit hat echt einen Hoehepunkt seinesgleichen erreicht.

Ich finde es ist an der Zeit, etwas ueber dekadente Araber zu sagen. Meine Oma ist nun um die 65 Jahre alt und braucht eine Haushaltshilfe. Deshalb importiert sie sich die billigen Ethiopier oder Indonesier, die fuer sie putzen und aufraeumen und den Gaesten nachschauen. Das machen viele Araber so, die etwas zu viel Geld, dicke BMWs und sieben bis fuenfzehn Kinder haben, die sich alle zu behaarten Gorillas entwickeln werden und dementsprechend schon als Kinder mit Steinschlaegen erzogen werden muessen. Das ist echt so, es liegt an den Genen.

Jedenfalls, vor ein paar Jahren holte meine Oma Connery zu sich. Ja richtig, Connery, wie in Sean Connery, nur auf Arabisch ausgesprochen (Kunnn–aaahh-rrriiiiii). Connery war schon erfahren in Sachen Haushalt und hat sich freiwillig fuer sage und schreibe 4 Jahre “au pair” gemeldet um ihre Familie in Indonesien zu ernaehren. Als ich sie das erste Mal sah und wie sie alles putzen und sauber machen musste und sogar die kleinen Arschlochkinder meines Onkels sie rumkommandierten, war ich echt geschockt. Von wegen Menschlichkeit und Respekt und Wuerde und WAS IST DAS NUR FUER EINE VERDAMMTE SKLAVEREI DIE ICH NICHT BEKAEMPFEN KANN!

Aber ich habe darueber nachgedacht, und selber mit Connery darueber geredet. Sie ist jetzt wieder zu Hause, die Jahre sind vorbei, und sie hatte mir erzaehlt, in ihrem gebrochenen Arabisch, dass das die zwar durchaus anstrengendste, aber auch schoenste Zeit ihres Lebens war. Sie musste nicht im Dreck leben, sie hat Geld verdient (zugegeben, nicht viel, aber meine Oma war gut zu ihr, hat ihr alle 2 Wochen sogar Geschenke gemacht, sie eingekleidet, und so weiter), hatte sogar irgendwann ein Mobiltelefon und konnte ganz gut arabisch sprechen. Das waren Chancen.

Ich kann mir auch gut vorstellen, dass die neue, Chamza aus Ethiopien, damit eine Chance bekommen hat. So, wie sie sich benimmt, koennte man tatsaechlich annehmen, sie haette noch nie in ihrem Leben elektrisches Licht gesehen. Sie versteht nichts, kein Englisch und kein Arabisch, deshalb ist meine Oma schon am verzweifeln, wie sie ihr alles beibringen soll. Aber sie kriegt hier zu essen, klimatisierten Aufenthalt und obwohl meine Oma streng ist, ist sie nicht unmenschlich zu ihr.

Was mich bis heute allerdings stoert, ist der Titel eines Zweite-Klasse-Menschen. Sie isst nicht mit uns am Tisch, sondern alleine, und auch nicht unser Essen, sondern, naja, anderes. Man will ja sparen. Sie kommt nicht mit, wenn wir weggehen, sondern bleibt zu Hause. Sie kleidet sich anders als wir, nicht in Lumpen aber frisch sehen die Sachen auch nicht mehr aus. Es stoert mich. Es nervt mich. Sie sagt sehr oft danke, danke fuer dies, danke fuer das, danke dass ich ein Klo zum Scheissen habe. Ich waere vielleicht auch dankbar. Aber wenn man mit so viel Glueck aufwaechst wie ich, dann merkt man vielleicht erst was andere Menschen fuer ein Schicksal erleiden muessen, wenn man direkt damit konfrontiert ist, und wenn man das erstmal gepeilt hat, hoert man eventuell auf, sein Glueck so unkontrolliert wegzuschmeissen.

Okay, genug der Faselei. Ich wollte ja eigentlich gerade ein paar Bilder hochladen, aber dieser DrecksPC erkennt das USB Kabel nicht. Hm. Ich will eine Rauchen.

In der naechsten Folge von: “Sara verzweifelt auf der Suche nach Zigaretten die sie unbeobachtet quarzen kann”: Der Unterschied zwischen Deutschen und Arabischen Zigaretten. Adios!

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Nicht alle Araber sind Terroristen. Nur die mit Fuehrerschein.

26/07/2007

So, seit zwei Tagen vegetiere ich in einem anderen Land vor mich hin wie ich es zu Hause niemals tun koennte. Es ist zu heiss zum Scheissen hier, aber wie gut dass wir die Langweile durch exzessive Fresseinlagen zu verjagen verstehen.

Aber fangen wir langsam an.

Der Flug war echt geil. Ich wusste just in dem Augenblick, dass ich nichts lieber taete, als zu Hause zu bleiben, als wir beim Start in die Sitze gedrueckt wurden und der unausstehliche Kotzgeruch aus den vollgekotzten Kotzttueten in unserem Sitzbereich entgegenkam. Man koennte ja meinen, dass arrogant aussehende Stewardessen wenigstens die Kompetenzen haben, die ihr auftreten rechtfertigen, mais non- Madame war sich zu fein, ueberhaupt zu realisieren, dass da VOLLGEKOTZTE KOTZTUETEN in den Taschen unsere Stuehle waren, geschweige denn sich mal die Arbeit zu machen, diese dort zu entfernen. Wirklich. Der Duft eines von Giraffen vergewaltigten Kamelarsches waere vergleichsweise zum sinnlichsten Aroma des 21. Jahrhunderts gekuert worden.

Irgendwann hat sich ein genauso arrogant aussehender Steward erbarmt (nachdem meine Mutter und ich lautstark gedroht hatten, ihn aus dem Fenster zu werfen. Wir sahen wohl temperamentvoll genug aus) und die Tueten entsorgt. Grund fuer eine Party gab es trotzdem nicht, weil wir umzingelt waren von groehlenden, heulenden und vor allem: windelvollkackenden kleinen arabischen Plagen waren (ich muss das hinzufuegen, weil Kai-Uwe und Leonie-Chantall nicht das gleiche gezuegelte Muster in ihrer Spielweise haben wie arabische Murats und Ahmeds. Murat und Ahmed wollen? Murat und Ahmed kriegen. Oh ja.).

Das alles kam ungefaehr eine halbe Stunde nachdem meine Mutter im ernsthaft stolzem Ton zu mir sagte: Die Syrische Airline ist bis heute einfach ausnahmslos die beste!

Wie gut, dass die verkackte Syrische Airlines noch nicht mal Cola an Bord hatte. Und sowieso, die Getraenke kamen erst NACH dem Essen. Taktisch echt geschickt gemacht- haha, die kriegen erst was zu trinken wenn sie wirklich Durst haben, damit die uns nicht den ganzen Flug nerven, haha! Meine Fresse, ich hab also mein Ticket nur fuer Kerosin bezahlt. Ach ja, und als ich dann noch eine Portion von dem bappigen Fisch haben wollte (ich las Harry Potter und hatte dementsprechend viel Hunger), sah ich den Steward nie wieder. Nicht auf der ganzen verfickten Reise habe ich seine Hackfresse wiedergesehen, und natuerlich ist erst wieder jemand bei uns vorbeigelaufen, als ich mich mit meinem Hunger arrangiert hatte.

Naja, egal. Wir kamen an, wurden begruesst- meine Familie wusste nicht, dass ich auch dabei bin, das sollte so eine Art Ueberraschung werden. Wie gut dass mein kleiner Bruder auch nichts verraten hatte…

Sobald wir aus dem Flughafengebaeude heraustraten, fing ich an zu schmelzen. Und ausserdem fuehlte ich mich wie in Offenbach weil sich zwei Typen mitten auf dem Flughafenparkplatz, der dicht befahren wurde von uebergrossen Autos, die geilsten Sachen an den Kopf geschmissen haben. Das sah ungefaehr so aus:

“Aah, Syrien… schoene Menschen, schoenes Wetter… aah, da hinten steht ja schon das Auto- hach was freue ich mich—”

“DEINE SCHWESTER IST NE NUTTE DU DUMMER HUHRENSOHN!”

… Ja, it’s Offenbach all over again.

Und wo wir schon vom Verkehr reden: Ich hatte ja die wahnwitzige Idee, bei den Behoerden vorbeizuschauen und einen internationalen Fuehrerschein zu beantragen. Aber irgendwie will ich meinen Tod nicht so genau planen. Wenn ich mich hier in ein Auto setze dass ich auch noch selbst verantworten muss, dann bricht das Tor zur Hoelle auf und Satan wird mich hoechstpersoenlich ins tiefste Loch schmeissen (wahrscheinlich zu diversen Kotztueten und einem anal penetriertem Kamel). Aber mal im Ernst: Diese Leute hier benutzen anstatt ihrer Bremsen einfach Hupen. Und wer frueher bremst hat verloren. Es ist wie The Fast And The Furious, nur mit aelteren Karren und anderen Geschwindigkeiten (schneller als 17 km/h kommt hier eh keiner voran). Geblinkt wird nur wenn im Auto keine Musik gespielt werden kann und ein Takt her muss. Und Damaskus ist die einzige Stadt, die ich kenne, wo die Haeuser direkt an der Autobahn stehen.

Seitdem ich hier bin, streiten sich alle nur. Es geht wie immer um meinen Onkel und meine Tante und deren Kinder. Die Geschichte ist viel zu langweilig um zu eklaeren, aber irgendwie muessen dabei staendig alle schreien und heulen und ich wuenschte mir, ich waere wieder zu Hause damit ich mich mit meinen eigenen Leuten streiten kann. Da meine Tante und ich uns aber charakterlich ziemlich aehnlich sind und wir beide zu der Geschichte eine Meinung zu haben scheinen, ist es ein bisschen beunruhigend, sie so zu beobachten. Ich sehe mich selbst wieder, in so vielen Konflikten. Wuah.

Ist auch nicht so wichtig, ich habe die Zeit genutzt um Harry Potter zu lesen. Dafuer sass ich gestern fast den ganzen Tag im Wohnzimmer, in das staendig irgendwelche Familienmitglieder gelotst werden denen man Hallo sagt. Dann setzen die sich hin, unterhalten sich mit den Erwachsenen und trinken Mokka Kaffee. Juhu. Harry Potter war mal wieder bewegend, aber ich habe das Buch jetzt so schnell durchgehabt dass ich mich kaum noch an die erste Haelfte erinnern kann.

Tja. Eigentlich ist alles so wie immer, nur dass ich alleine bin und mit mir alleine auch klar kommen muss weil der Rest der Welt ja eh was besseres zu tun hat. Dummerweise habe ich momentan einen unmenschlichen Pickelausbruch- ich hatte noch nie so viele auf einmal. Ich seh aus wie ein Kraterfeld. Ist vielleicht die Rache dafuer, dass ich 8 triefend fettige Mahlzeiten am Tag esse ohne mich auch nur ein bisschen zu bewegen. Koerper-Karma oder so. Gut gut, ab heute wird nur noch gesund gegessen, versprochen.

Das erinnert mich daran, dass alle hier so fett geworden sind! Ich fuehle mich verdammt noch mal wie die schlankeste Person auf Erden. Und ich fuehle mich trotz Pickel sehr sexy, weil mir hier jeder Depp nachstarrt. Mag am Ausschnitt liegen oder daran, dass hier jeder Tussi nachgestarrt wird, die ein bisschen Arsch und ein bisschen Titte hat, aber nichtsdestotrotz.

Gestern habe ich festgestellt, dass mein Handy hier funktioniert. Ich wuensche mir, ich haette es nicht erfahren. Das wird die Todesrechnung der Hoelle.

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Chucky die Mörderschuhe

23/07/2007

Aah! Ich werd gleich zur blutpissenden Ameise! Seit 4 Jahren wälze ich meine Chucks in Schlamm, Matsch und Regen, habe sie aufgerissen, zugenäht und mit Liebe bespuckt, VIER JAHRE LANG, eine Kruste hat sich gebildet, Schimmel sitzt an der Sohle und ich springe schon prinzipiell in jede Kotzpfütze mit den Teilen.

Schnee, Hochsommer, Eis, Sand - von der beschissensten Wüste in Dubai bishin zum Strand von Italien haben diese Schuhe echt alles gesehen. Ich habe sie schon als Basis für Feuerwerkskörper (wie Raketen, Böller und andere ähnlich explosive Produkte) verwendet, als Waffe gegen penetrante Menschen die mich nachts mit kaltem Wasser wecken um “sich einen Spaß daraus zu machen”, und als immer loyales und funktionierendes Schuhwerk. Ich bin bisher nur EINMAL ohne meine schwarzen, versifften Chucks im Club gewesen- und das auch nur, weil in diesem verpöhnten Laden Converse All Stars als “zu mainstream” galt (es sei gesagt, dass ich bis heute bereue, hingegangen zu sein. Mainstream, hm? Das sagt der Türsteher von einem Laden in dem Cascada gleich drei Mal auf der Playlist ist).

Ja, meine Chucks. Seit der 7. oder 8. Klasse ungefähr habe ich sie, und ich weiß noch, dass ich die erste war. Ich meine, ich habe mein ganzes Leben lang schon Chucks getragen, aber noch nie habe ich ein Paar so lange behalten können. Und ich war ein Vorreiter für den Trend, der dann an unserer Mittelstufe entstand. Erst waren es nur die paar Freunde, dann schon der Jahrgang und später die ganze Schule- Variationen an Farben, verschiedenfarbige Schnürsenkel, blah, blah, blah. Ich blieb bei meinen schwarzen, alten Chucks.

Und was ist? MEINE MUTTER GEHT EINFACH HIN UND SCHMEISST SIE IN DIE WASCHMASCHINE. MEINE WUNDERBAREN CHUCKS, DIE EINE GESCHICHTE ERZÄHLEN KÖNNTEN, DIE WEIT ÜBER DAS PARANORMALE HINAUSGEHEN.

Ich meine, scheisse verdammte- ich habe sie auch schon aus dem Müll fischen müssen, weil der Stubenadolf sich vor diesen Schuhen ekelt UND ich darf sie schon nicht mit nach Syrien nehmen (ist vielleicht auch besser- meine Oma würde mich überhaupt nicht ins Haus lassen mit diesen Schuhen). Aber aarrrghgh! Sie zu waschen! Todsünde! Das ist wie als hätte ich ihren Chanel No. 5 Flakon aufgemacht, entleert und ausgespült- “ja, das hat halt so gestunken”.

So. Ich habe jetzt also jeden Grund dazu, deprimiert zu sein. Pfft. Chucks waschen, also echt.

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48 Stunden/Momentaufnahmen

22/07/2007

Tag

Laute Musik, bunte Gesichter, bunte Menschen. Freakshows. Lichter. Elektrotanzmukke. Und jetzt noch einkaufen. Händchenhaltende Pärchen. Aber hey.. Latex? Leder? Regenbogen?

Oh Shit.

Sie hat’s auch gemerkt, irgendwann. “Aber… guck dir diese Leute an… die sind… ” und flüstert leise hinterher, als ob es unter Strafe steht, es laut auszusprechen: “… homosexuell“. Ja, das sind sie. Und jetzt einkaufen.

Mit schnellen Schritten in der Hitze, ausweichend- es könnte ansteckend sein. Durch den Alkohol und den Schweiß in der Luft entsteht ein Geruch von… Alkohol und Schweiß. Menschen hasten da durch. Immer mehr Tüten kommen dazu, immer mehr Konsum, immer mehr Geld wird ausgegeben.

—-

Ein Blick in die Richtung der bunten Vögel, die sich alle gegenseitig begrapschen und küssen. Ein Stich durch’s Herz. Plötzlich dieser Ekelschauer, der mir über den Rücken läuft. Ich bin überrascht von mir selber- habe ich nicht selbst mal zu so einer Gruppe gehört? War ich nicht selbst so ein bunter Vogel? Ein anderes ich, ein anderes Leben? Bin ich etwa intolerant, angeekelt von… kann es sein?

Plötzliche Erleichterung: Es sind nicht zwei Jungs. Es ist die sexuelle Veröffentlichung. Bloßstellung. Zweiter Schock: Ich bin eine prüde Gesellschaftsmarionette. Sex sells? Nicht mit mir. Die Szene widert mich an. Kauft euch gescheite Klamotten. Ich will eure individuellen Gesichter nicht sehen, lasst mich in Ruhe. Ich möchte eure Proteste nicht hören. Ihr sollt euch einfügen, anpassen. Schwanz in der Hose behalten. Es ist egal, wer oder was ihr seid. Behaltet es für euch, sagt es keinem. Sex ist privat, intim. Ihr könnt es nicht verkaufen. Verkauft es nicht. Nutzt es nicht aus. Niemanden interessiert es mehr (Erinnerungen an mein eigenes Versagen, das Schaf in der Herde, zu wohlig in der Masse, um auszubrechen. Niemals wird es die Welt sehen. Angst?).

Ich wende mich ab. Scheiss auf den Exhibitionismus. Ich gucke nicht hin.

Nacht

Zu viert steigen wir die Treppen hoch.

Oh Shit. Falsche Ausgang, und es regnet wie als hätte Gott persönlich die Wasserleitungen bersten lassen. So viel zum Thema Haare machen. Als erstes sind wir noch cool- okay, wir werden ein bisschen nass, so what? Die Flasche Vodka-E wird herumgereicht. Bald fangen wir an zu frieren. Wir müssen eine gefährliche Straße überqueren. Auf halbem Weg setzen wir uns an den Rand- wegen der schützenden Unterführung. Alleine dafür hat es sich gelohnt. Mit Ballerinas durch den Matsch.

Ich persönlich? Ein herzzerreissendes Dekollté. Man könnte sich das Shirt auch sparen. Aber man tut gerne so, als ob. Die Flasche im Anschlag, sitzen wir nun da. Keinen Meter näher zu unserem Ziel. Autos hupen, rasen an uns vorbei. Autobahnfeeling. Totlachen, aber hey, es ist irgendwie ein bisschen zu kalt um das noch lustig zu finden.

Ein Auto hält an. Ein Typ mit Kappe und Zahnspange. “Wo woallt iaahr hiaan?” Oh, Amerikaner. Oder Brite, wer weiß.
“MTW.”
“Stoiigt aaeinn, iiikk nähhhme euckk miaat, no problem!”

Und wir gucken uns an. Und lachen. Und dafür hat es sich gelohnt.

—–

Die Musik ist gut, der Laden leer. Der beste Club Deutschlands, angeblich. Der fünftbeste Club der Welt… definitiv. Aber egal. Mein persönlicher Favorit ist er. Robert Johnson. Laute, gute Housemusik, abseits des Mainstreams. Stunden um Stunden. Effektiv? Eine halbe Stunde getanzt, sechs geraucht, und vier weitere einfach nur beobachtet. Druffies, Spasten, Alte, Junge. Aber hier ist man frei. Im Robert Johnson ist es egal, wo du herkommst.

Nachts ist es egal, wo du herkommst und wohin du gehst. Wie viel du trinkst. Wen du kennenlernst. Keine Regeln. Ein bisschen Schicksal ist dabei. Nächstes Wochenende? Vielleicht, vielleicht auch nicht. Nachts gibt es keine Grenzen. Und wenn es hell wird, wird es auch kalt. Und unsere nassen Jacken liegen nach 7 Stunden immer noch zum Trocknen da. Fünfzig Leute im Club, höchstens, ein Club, der so groß ist wie mein zukünftiges Wohnzimmer, und wir sind uns alle einig dass ich mein Geld mit Klopapier nachfüllen verdienen werde. Das Robert Johnson ist der Eintritt in eine andere Welt, ein in Vergangenheit, Träume und Schmerzen. Vergangenheit, denn hier fing vieles an. Träume, denn wie soll man diese Musik, und die Hingabe, und das Einlassen sonst beschreiben, und wie soll man sie anders genießen? Schmerz… den trägt man in sich selbst. Das Robert Johnson ist ein Fluchtort. Für Seelen, für Fremde. Freunde gibt es dort kaum. Gruppen von maximal 3 Leuten. Wir waren schon explosiv. Ins Robert Johnson geht man alleine. Und man verlässt es alleine. Aber ohne die Last der Träume. Ohne die Last der Vergangenheit. Nur den Schmerz… den nimmt man wieder mit. Immer wieder.

Man kann eben den Schmerz nur nachts beschallen.

—–

Der McDonald’s hat 23 verfickte scheiss Stunden am Tag offen, und in dieser einen Stunde, in der wir den Club verlassen, frierend und zitternd, hat er zu. Ein bisschen komisch ist es schon, davor zu warten. Auf Essen. Und darauf, dass die Müdigkeit einen erschlägt. Shit, dauert noch ein bisschen, bis die S-Bahn kommt.

—–

Ich sehe ihn an. Den Großteil der Nacht kannten wir uns nicht, doch am Morgen waren wir schon gut befreundet. Ich weiß nicht viel über ihn. Aber ich weiß, dass er nicht gelogen hat, als er sagte “es war schön”. Und wir waren beide nicht bereit, der Sache einen Namen zu geben. Nach der Nummer fragen? Das wäre zu offensichtlich. Betiteln wir es nicht. Lassen wir es so, wie es ist.

In seinen Augen sehe ich nun dieses Lächeln, und vielleicht auch die Hoffnung- wenn es das Schicksal so will, sehen wir uns wieder. Vielleicht. Und vielleicht sind wir dann bereit, da anzuknüpfen, wo wir aufgehört haben- nämlich morgens, als es darum ging, vom Nighttalk in den Smalltalk umzusteigen. Wir glauben beide daran.

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Der beste Freund

21/07/2007

Ich kann nicht viel von mir behaupten. Vielleicht, dass ich Kaugummiblasen IN Kaugummiblasen machen kann ohne dass sie direkt platzen; vielleicht, dass ich fünfzehn Punkte in meinem Englisch LK hab ohne mir auch nur im Geringsten Mühe gemacht zu haben; ich kann durchaus behaupten, dass ich einen guten Musikgeschmack habe. Aber das sind alles nicht gerade Dinge, die einen Charakter ausmachen.

Aber wenn ich etwas von mir behaupten kann- wenn es eine Sache gibt, auf die ich stolz bin, die ich mir von niemanden nehmen lassen möchte und die mir wirklich zusteht, ist dass ich ein guter Freund bin. Und heute noch kommen die Menschen, denen ich mal nahe war, zu mir um sich bei mir auszuheulen. Und jeder weiß, er kann mich nachts um halb 3 anrufen um mich darum zu bitten, dass ich ihn mitten aus der Großstadt abholen soll, weil er besoffen ist und alle Bahnen schon abgezogen sind. Ich würde es ohne ein Augenzwinkern machen.

Und ich weiß, dass das auch die Jäger anzieht, die die Beute ausnutzen. Ich weiß es gut und ich erkenne es auch und verdammt, ich lasse mich aus ausnutzen. Manchmal schade ich mir lieber selbst, als einen Fehler zu machen, den ich bereue. Hey, so bin ich nunmal. Ich mache niemandem Vorwürfe deshalb.

Mir fällt nur ein, das es einen Unterschied gibt zwischen guten Freunden und die besten Freunde, die man haben kann. Mir fällt auf, dass ich einen Fehler mache. Denn gute Freunde spenden Trost und schenken Mitleid, wenn man fertig ist mit der Welt. Die besten Freunde jedoch- die spenden Trost und heitern auf, wenn sie selbst fertig sind mit der Welt.

So jemand bin ich. Und natürlich kann ich deshalb auch niemals einen besten Freund haben. Weil keiner sich an mir messen kann. Denn unwirkürlich bilden sich unterschwellige Erwartungen, und wer will sich schon an meinen Selbstbewusstseinsdefiziten messen können, die ich durch extreme Hilfestellung und Aufopferung kompensieren möchte?

Nichtsdestotrotz tut es jedes einzelne Mal weh, wenn ich feststellen muss, dass es eben nicht dasselbe ist. Dass ich doch kein bester Freund sein darf, oder gar muss. Ich muss nur ein Freund sein, genauso wie es andere für mich sind. “Nur” Freunde. Gute Freunde. Und der Rest bin ich. Oder so muss es sein. Denn wer will schon einen perfekten Freund?

[youtube=http://www.youtube.com/watch?v=NCPDiEz-GcE]

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Amerika, Amerika…

20/07/2007

Beim täglichen Entertainment-Durchzapp der deutschen Fernsehverblödung bin ich auf eine ziemlich interessante Dokumentaion bei arte gestoßen. Jaha, arte. So bildet man sich weiter! DAS ist Fernsehen für die Zukunft, Leute. Schneidet euch alle eine Scheibe bei mir ab und guckt mehr arte. Wobei ich an dieser Stelle ehrlich sagen muss, dass ich noch nie in die Fernsehzeitung geblickt habe und mir dachte “Oh, was kommt den heute spannendes auf arte? Aaah, der 2. Weltkrieg aus Sicht der russisch-orthodoxen Juden! Interessant, muss ich aufnehmen!”. Eigentlich kenne ich keinen, der das macht. Es sind immer nur diese Zufallszappgeschichten, die einen weiterbringen. Das ist wie mit den Parties: Die spontanen sind die besten, besoffensten und vor allem die mit dem meisten Erinnerungswert, selbst wenn man total den Filmriss hatte und zu spät gekommen ist und den Rest verpennt hat, während die lang geplanten einfach nur schnöde nach Schema F ablaufen und keinen wirklich zufrieden stellen.

Ja, so ist arte.

Anyway. Um auf das Thema zu kommen, die Doku behandelte “Das andere Amerika”; das Amerika der Punks, der Künstler, der Outsider und auch der Politik. Es wäre jetzt sehr anmaßend von mir zu behaupten, ich hätte alles nachvollziehen können. Aber zumindest kann ich behaupten, ich hätte den Kern der Reportage verstanden und mich sehr amüsiert, als Dave Eggers und die Gründer der “Vice” sich zu den einzelnen Themen in Amerika so wie den Stätten geäußert haben. Es gab kein Thema - von Gangs bis zur Musik über Wirtschaft - das nicht zumindest angesprochen wurde und alleine diese Vielfalt macht für mich eine Reportage aus, selbst wenn sie manchmal nicht bis zum innersten Kern vordringt.

Egal wie- diese halbe Stunde fernsehen hat mich plötzlich auf etwas gebracht, das mir vorher so deutlich noch gar nicht aufgefallen ist. Nämlich meine unermessliche Zuneigung zu diesem Land. Versteht mich nicht falsch- Amerika hat ein genauso arrogantes und oberflächliches Gesicht wie die Typen, denen ich meistens verfalle (die mich nie beachten und mich einsames dummes Ding belächeln); aber das Innere ist viel mehr wert. Ich war noch relativ jung als ich die USA besuchte, von San Francisco bis hin zu New York, aber nichtsdestotrotz bleibt der Eindruck als wäre es gestern gewesen.

Was mir im Sinn bleibt sind vor allem die Menschen. Nicht die High School Protagonisten, sondern die Art, die Mentalität- etwas völlig anderes als wir in Europa gewöhnt sind. Ich möchte mir gar nicht herausnehmen, das zu beschreiben, das könnte ich überhaupt nicht. Es ist einfach anders. Auch anders als in meiner Ursprungsheimat, Syrien oder den anderen (ähnlichen) arabischen Ländern. Man fühlt die Freiheit. Man spürt die Kunst, die Talente, dieser Haufen von wahnsinnigen Lifestyles. Die Obsession mit der Jugend, mit der Schönheit. Natürlich ist vieles artifiziell, und wenn man erst von der Politik anfängt heisst es sowieso “Amerika, scheissen wir bitte mal auf dieses ursprünglich tolle Land, das sich selbst zerstört hat”. Aber mich fasziniert es immer noch, alles.

Wisst ihr, ich bin aufgewachsen mit Nickelodeon und Mickey Mouse, aber hab dafür nie Löwenzahn geguckt. Meine Eltern gingen mit uns in Freizeitparks wie Disney World, zum Frühstück gab es Cornflakes und mein Vater fährt bis heute einen Chrysler. Meine Mutter heisst “Mom” seitdem ich 8 bin, und mein Englisch ist zeitweise besser als mein Deutsch (mit einem eigens antrainierten New England Accent, obwohl das eher aus Faulheit als aus Ästhetik; alles andere war aber zu schwer). Ich stehe auf amerikanische Musik, amerikanisches Fast Food, amerikanische Sportarten, amerikanische Klamotten, fast schon prinzipiell.

Nur konnte ich mir nie erklären, wieso. Ja, wieso eigentlich? Als Deutsche und als Tochter von Arabern sollte ich Amerika und seine Korruption hassen, die Leute für ihre Oberflächlichkeit und Naivität verurteilen, die ganzen Schafe, die blind irgendwelchen Trends und der Manipulation der Medien folgen verachten und mich und mein Land selbst in den Himmel loben, weil wir gebildet und fortschrittlich sind und keine kirchlich-dummen Gesetze oder das Kyoto-Protokoll nicht unterschrieben haben. Ich mag Elektromusik und Filme, die außerhalb von Hollywood ihren Erfolg feiern.

Also warum diese Faszination? Vor allem weiß ich, das ich da kein Einzelfall bin- ich kenne viele meiner Freunde, die auch so eine unglaubliche Zuneigung zu Amerikanern haben. Dabei sind die uns doch gar nicht so fremd, oder? Die sind nur irgendwie lässig und cool und… ja. Was eigentlich?

Ich kann es nur für mich rechtfertigen. Die Männer dort sehen besser aus, oder zumindest die Männer, die auch international Beachtung finden. Die Happy Endings in den ganzen Filmen sind alle in den USA gedreht. Bei Starbucks gibt’s den besten Kaffee und bei McDonald’s den billigsten Burger. Das Land ist groß und deshalb spannend; man kann aufsteigen und Geld machen, man kann aber selbst als armer Schlucker noch einem Lifestyle nachgehen, den man hier noch nicht mal zu träumen gedenkt. Wo sonst hocken Skater neben Punks neben Goths neben Emos neben Nerds neben Rentnern, und wo sonst kann man vom Strand in die Mall auf’s Land durch die Lüfte über’s Wasser unter Asphalt?

Nirgendwo. Nur dort.

Aber eines ist für mich nun klar geworden: Es ist eine alte, verblassende Liebe. Das Gefühl, das ich bei den USA meistens kriege, ist definitiv ein Gutes, eines, das mit Freude und schönen Erinnerungen gespickt ist. Trotzdem ist es mehr ein Fotoalbum als ein aktuelles Bild, das an einem vorbeizieht. Teilweise traurig, nostalgisch, weil ich jetzt alt genug bin um zu verstehen das vieles von dem, was ich damals sah, falsch war oder zumindest getäuscht. Ich glaube, die USA ist für mich wie ein alter Freund, mit dem man sich irgendwann einfach gestritten hat. Man sieht sich ab und zu noch, aber es ist nicht dasselbe. Man will immer noch von diesem Menschen etwas wissen, aber fühlt keine Emotionen mehr dabei, sondern nur Interesse und vielleicht auch ein bisschen Sorge. Man würde dieser Person immer noch beistehen in schweren Zeiten, aber man hofft innerlich, dass man in schweren Zeiten selber… einfach nicht zur Hand ist.

Die USA sind ein verdammt komplizierter Haufen Staaten.

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Papa Don’t Preach

18/07/2007

“Wo warst du schon wieder? Du stinkst wie immer nach RAUCHEN!”

“WAS? EY DAS KANN GAR NICHT SEIN ICH HAB HEUTE NICHT EINE EINZIGE ZIGARETTE GERAUCHT!”

“… WIE BITTE?”

“Äh, ich meine, du weisst doch man, ich RAUCHE NICHT VERDAMMT WANN GLAUBST DU MIR DAS ENDLICH!”

….

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Mein schrumpeliger, kleiner Pimmel (mit Vorhaut)

16/07/2007

Kennt ihr das, wenn ihr zwischen lieben Menschen und Freunden sitzt und alle haben eine herrliche Zeit, kloppen Sprüche raus und es geht ihnen gut beim neuesten Fäkalslangaustausch? Und hier wird Bier rumgereicht, es werden Zigaretten geraucht, das Wetter genossen, der neueste Tratsch diskutiert, welche Musik aktuell am besten ist, welche Filme man gucken sollte, was in der Zukunftsplanung ansteht- naja, die normalen, alltäglichen Dinge eben die man mit seinen Freunden macht. Und ihr, ihr sitzt dazwischen, und es geht euch eigentlich echt gut, alles hat seinen Platz gefunden. Die Geldsorgen sind erst mal gestrichen, ihr habt gegessen, aufgeräumt, und könnt euch entspannen- und trotzdem. Ihr sitzt da und es scheint so als würde die Welt sich nicht weiterdrehen um euch herum, ihr seid irgendwo stehen geblieben und beobachtet alles. Und während man so hineinblickt in das Leben empfindet man eine tiefe, traurige Leere und die Hoffnungslosigkeit, weil man genau weiß, dass man keinen Grund hat. Nichts. Nada. Man ist alleine.

Ja, ich habe einen Grund. Und nach dem Schmerz und der Trauer und der leidenschaftlichen Wut, die man hineininvestiert hat, mit der Hoffnung, es würde dann bergauf gehen, kommt tatsächlich nur noch eine Leere und Einsamkeit. Als ob man einem kleinen Kind das Essen weggenommen hat, das einzige, worauf es sich bei großem Hunger konzentrieren kann. Als ob der Sinn meines Lebens weg wäre. Als ob es jemals einen gab und der nun nicht mehr greifbar ist. Und nun sitze ich da, und es müsste mir gut gehen und ich müsste schreien und mich freuen und abgehen und– aber dem ist nicht so.

Wisst ihr, ich wäre gerne ein Einzelgänger. Ich weiß, dass ich keiner bin, obwohl ich mir das früher so einreden wollte. Aber ein Einzelgänger redet sich ja wohl kaum ein, dass er einer ist, frei nach dem Motto “Hui cool ich kann mir am eigenen Pimmel rumspielen toolllll…”. Und das macht man dann auch den ganzen Tag: Sich am Pimmel rumspielen. Was bleibt schon viel anderes übrig.

Ich bin keiner. Aber ich wäre gerne einer. Introvertiert, schüchtern, egozentrisch. Unaufgeschlossen, mysteriös, neurotisch aber irgendwie charmant. Vergessen wir für einen Augenblick die Romantisierung dieses Charakters: Ich wäre gerne einfach nicht mehr so aufbrausend und temperamentvoll und gestört, wie ich es bin, und ich hasse mich selber dafür, dass ich mich daran erfreue mit anderen Menschen zu kommunizieren, sozialisieren und zu vögeln. Es reicht eben doch nicht. Manchmal muss ein anderer Pimmel her.

Damit möchte ich keineswegs implizieren, es wäre doch sooo viel leichter, ein emotional abgekoppelter Mensch zu sein. The grass is always greener on the other side, ich sehe das schon. Und ich kenne auch Menschen, die sich gerne von mir eine Scheibe abschneiden wollen, weil sie sich selbst im Wege stehen und ihr Glück nicht greifen können, zumal da Zwischenmenschlichkeit anscheinend einen großen Stellenwert hat bei den meisten. Ist ja auch so. Rudeltier, das Homo Sapiens, oder wie war das?

Aber ich glaube, ich habe meine Un-Einzelgängerigkeit zu einem Exzess gemacht. Ich kann mich nicht mit mir alleine beschäftigen, irgendwas muss da sein, irgendeine Form von Kommunikation. Irgendjemand. Keine 10 Minuten ohne zu wissen, mit wem ich die nächsten verbringen werde. Alleine ist scheisse. Immer. Wenn mir langweilig ist, rufe ich wahllos irgendwen an, selbst wenn ich keine Lust auf den Menschen habe. Selbst wenn alles dagegen spricht. Aber ohne irgendjemanden bin ich nicht zufrieden zu stellen, niemals. Mein einziger Lebensorgasmus ist es, wenn ich jemandem der meine Zuneigung genießt einen Gefallen tun darf, jemanden glücklich machen kann. Das ist das einzige, was mich glücklich macht. Und jetzt kommt nicht mit “aber so ist es gut”, nein, verdammte verkackte superscheisse, das ist nicht gut und verachtungswürdig. Was ist das? Ein Schrei nach Aufmerksamkeit, nach Dankbarkeit? Die Bestätigung dafür, dass ich gebraucht werde, ja, mein Sinn des Lebens- andere Menschen?

Nehmen wir an, ich gebe alles, was ich habe- aber es funktioniert nicht. Nicht emotional, nicht praktisch, was weiß ich- und was habe ich dann noch? Dann ende ich hier. Am Anfang. Wo nichts steht. Zu oft habe ich mich wieder aufgebaut und wieder alles reingeholt um genau den gleichen Fehler zu machen. Irgendetwas in mir bestätigt vor allem die Wahrsagung, dass es niemals anders sein kann. Was hätte ich dann noch, das mich glücklich macht? Ich selbst? Mein eigener kleiner verschrumpelter Pimmel, der niemals von mir berührt wurde und kaum von irgendjemand anderem?

Superpimmel, hey. Den will auch mittlerweile keiner mehr. Schön und gut, die Pimmelmetapher ist echt scheisse, aber versteht ihr was ich meine? Natürlich kann ich versuchen, ein bisschen mehr an mich zu denken. Ich sag ja jetzt auch nicht, dass ich ein selbstloser, aufopfernder Mensch bin. Um Gottes willen. Ich sagte ja schon, ich bin so jemand der ständig die Bestätigung sucht, und zwar nicht (wie es andere machen) auf sexuelle Art und Weise, sondern auf eine ganze andere. Ich bin derjenige, der sich bei dir einschleicht und dich dazu bringt, von ihm abhängig zu sein, damit ich was habe, worum ich mich kümmern kann.

Ich habe realisiert, dass das mein Problem ist. Dass die Abhängigkeit von anderen Menschen mich genauso abhängig macht. Das muss aufhören. Ich will daran arbeiten. Ich will mich nicht mehr für andere aufopfern und mich zwischen meinen liebsten Freunden alleine fühlen, weil mein Spielpimmel weg ist. Ich will einfach nicht mehr so krass zerstört werden, so krass berührt werden, weil ich mir mein eigenes Fiasko aufgebaut habe. Und ja, es stimmt- es läuft immer darauf hinaus, dass sie mich verlassen, weil ich selbst niemals jemanden verlassen könnte- damit könnte ich ja jemanden unglücklich machen.

Es ebbt ab, ich bemerke es schon. Es geht schneller, wenn man sich daran gewöhnt hat, auch wenn es noch dauern wird und ich hart arbeiten muss, mir wieder etwas aufzubauen, mich für etwas oder gar jemanden begeistern zu können. Ich geb mir diesmal diese Zeit. Und beim nächsten Mal werde ich Ansprüche stellen, Erwartungen hegen. Nur, damit ihr schon mal bescheid wisst.

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Ein besserer Mensch

11/07/2007

Okay, kennt ihr das- ihr hört irgendeinen geilen Song, oder lest ein verdammt intelligentes Buch, oder seht eine superlustige Website oder guckt den besten Film allerzeiten, und ihr wollt jetzt, das die ganze Welt von diesem Kunstwerk erfährt- nur irgendwie scheint sich keiner so dafür zu faszinieren wie ihr?

Dabei müsste ich erstmal davon ausgehen, dass mir überhaupt jemand in erster Linie zuhört (ich meine, mein Blog, schön und gut, aber ich will auch nicht jeden Tag irgendeine Playlist raushauen). Aber wenn ich dann erst mal so weit und bin irgendein Idiot meldet sich freiwillig dazu, meinen Schwärmereien zuzuhören (die, by the way, es überflüssig machen überhaupt noch den Film zu gucken oder den Song zu hören, weil ja sowieso schon alles darüber gesagt wurde…), dann starre ich in apathische, ziemlich desinteressierte, nein fast bemitleidende Gesichter. Alle mit dem Furzausdruck “Oh, ja, ähh, klar, du debiler Fettsack.. natürlich ist das Lied gut… sicher… könntest du jetzt bitte das Messer auf Abstand zu meinem Gesicht bringen und deine Medikamente schlucken?”

Also, sagen wir es so: Wenn man es mal geschafft hat, jemanden zu finden, der genau auf die gleichen Dinge steht wie man selbst, der über die gleichen Witze lacht und sich für dieselben Klischees faszinieren kann, die so in der Welt herumschwirren, und dieser Mensch einen gleichzeitig auch noch mag und eine Augenweide ist, ja dann, aber auch nur dann, kann man sich tatsächlich glücklich schätzen. Denn plötzlich ist man ein ausgeglichener Mensch, selbst wenn man keinen Sex hatte oder immer noch Drogen nimmt oder fett und behaart ist.

Nicht um zu sagen, dass ich fett und behaart wäre (naja, von beidem ein bisschen, aber man kann ja auch nicht alles haben im Leben). Ich mein ja nur. Alles ist gut. Man kann sich selbst nur bis zu einem bestimmten Punkt alleine glücklich machen, den Rest macht der kommunikationswillige Volldepp, von dem man abhängig ist.

PS: Wenn das hier jetzt so ein Mitleidsbeitrag wäre, was nicht besonders verwundern würde in Anbetracht der Statistiken auf meinem Blog, was Mitleidsbeiträge angeht, dann würde am Ende noch stehen dass ich ja meinen eigenen Teil zum persönlichen Glück beigetragen hätte und jetzt nur noch auf den Menschen warte, der den Rest erledigt, oder was für ein bescheuertes Stück flüssiger Scheisse ich doch bin, dass ich diesen Menschen auf’s Spiel gesetzt habe weil ich irgendwelche Minderheitskomplexe habe und einen falschen Stolz in mir trage- aber nein, den Müll erspare ich euch heute. Erfreut euch an objektiver Analyse zwischenmenschlicher Funktionen. Yee-haa.

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