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Live Earth, ich kotz ja gleich.

8/07/2007

Wie einige bestimmt schon gemerkt haben, bin ich immer so ziemlich die letzte, die über irgendwelche Events berichtet- wenn ich überhaupt je dazu kommen sollte. Das liegt nicht zuletzt an meiner narzisstischen Eigenschaft, nichts zu berücksichtigen was mich nicht direkt betrifft, zum anderen aber auch daran, dass ich entweder keine Ahnung von der Thematik habe (z.B. G8-Gipfel) oder mich die Thematik nur periphär tangiert (diverse Terroranschläge), auch wenn das Gegenteil der Fall sein sollte. Nun gut, ich habe mit meinem eigenen Scheiss zu kämpfen.

Mein größtes No-Go hier ist allerdings die Masse an Publikationen, die in der Blogosphäre sowieso schon rumgehen. Jede Meinung wurde schon rausgepustet, manchmal wäre es da einfach überflüssig, die eigene rauszugröhlen- sie wird sowieso untergehen. Vor allem, weil ich keine halbherzigen Berichte oder uninformiertes Gefasel über manche Dinge ablassen möchte, die andere besser beurteilen können. Und genauso geht es mir momentan mit dem Live Earth Scheiss, der durch die Welt geht.

Jeder schreibt darüber, jeder hat seine Meinung darüber. Ich habe bisher glaube ich nur in irgendwelchen halbkomischen Kommentaren etwas zum Klimawandel gesagt; warum? Nicht, weil ich keine Ahnung habe- ich denke jeder Mensch mit einem Fernseher und Breitbandinternet hat wenigstens durch den kürzlichen Hype um die Welt seine Erfahrungen gemacht. Ich lasse mich auch nicht wirklich davon abschrecken, was andere darüber zu sagen haben. Ich informiere mich durchaus auch bei anderen Quellen. Nein. Ich bin einfach nur völlig abgeneigt, zu diesem Thema noch mehr Bullshit zu sagen.

Eben habe ich mich entschlossen, es trotzdem zu tun. Weil es mich ankotzt. Wenn ich noch eine Person höre, die mir erzählt ich solle doch bitte meinen PC nicht auf Standby schalten, weil das die Erde verpestet, dann drehe ich durch. Ich hab mir gestern während dem Babysitten ab und zu das Live Earth Konzert angeschaut, wegen den Bands, und alles drumherum hat mich in etwa fast so abgetörnt wie Entenleber mit Kraut. Diese Panikmache, dieser Hype, die Massenunruhen wegen des Klimas- das ist ein Vogelgrippe-Revival. Klar, jetzt haben die Medien wieder was zu fressen. Vielleicht, um von diversen politischen Machenschaften (wie z.B. Krieg- ja, der läuft nämlich immer noch schön weiter ab) abzulenken. Vielleicht, weil es zur Zeit keine Skandale gibt, über die man berichten kann, oder um die Skandale zu vertuschen und ins Nirvana zu drängen. Aber hauptsache wir können jetzt mal über das Klima reden, das gesegnete Klima, das durch Menschenhand zum Inferno mutieren wird wenn wir jetzt nicht sofort aufhören, scheisse zu bauen.

Und dann, und das ist echt das geilste von allem, dann veranstaltet die Welt in ihrer Überzeugungskraft so aussagende Events wie Live Earth. Die Menge an Co2, die bei diesen Konzerten ausgestoßen wurde, trägt zum Tausendfachen zum Klimawandel bei, denk ich? Und die Headliner - wie z.B. Madonna - die extra mit ihren Privatjets angebraust kamen, die können zwar auf der Bühne und mir ihren Predigten überzeugen; aber verfickte Huhrensohnscheisseman, drei Tage später zieht sie wieder die Luft mit dem Dreck auseinander.

Ich möchte nicht sagen, dass mich die Welt nicht interessiert oder dass ich nicht besorgt bin um unser Klima- ich finde es nur regelrecht abstoßend, wenn sich die Menschen wirklich erst jetzt dafür interessieren. Mich hat es schon immer aufgeregt, wenn Leute die Umwelt verpestet haben, ich laufe lieber als mit dem Auto zu fahren und wenn es sich lohnt bzw. passt, dann fahr ich auch S-Bahn. Das macht mich jetzt nicht zum besseren Menschen, aber ich weiß ganz genau das die Leute, die sich gestern über den Terrorismus ausgelassen und heute jeden über das Klima belehrt haben, morgen überhaupt nichts mehr davon wissen, weil dann wahrscheinlich irgendein neuer Hitler in Kolumbien regiert und China sich mit Russland gegen die USA verbündet. Dann schicken sie ihre Kampfjets rüber und wen juckts dann noch, ob die Welt untergeht. HA HA.

Abgesehen davon glaube ich nicht, dass die Welt so scharf vor dem Abgrund steht. Ich habe viele Beiträge und Artikel und Reportagen gesehen- die meisten sind in sich schon so widersprüchlich, dass es einem schon weh tut, darüber nachzudenken, vor allem, weil man sich hier auf authoritäre Argumente beziehen muss, da ich selbst kein Studium in Geologie absolvieren durfte, jedenfalls noch nicht. Werde ich auch nicht. Ich mein ja nur.

Tja, ich weiß nicht. Mich kotzt einfach nur an, dass wegen jedem Scheiss Geld gesammelt wird und irgendwelche berühmten Leute, die keine Ahnung vom Metier haben, auf Bühnen stehen und ihr Bild an die Welt verkaufen möchten, nur damit sie ihren eigenen Erfolg steigern können. Mich kotzt es an, dass die Gesellschaft den Medien gegenüber so bereitwillig ist und mich kotzt es an, mit welcher Naivität man an diese Sache rangeht. Natürlich ist es positiv, dass die Menschen auf die Umwelt aufmerksam gemacht werden. Aber sorry, nicht so. Echt nicht.

PS: Und über AIDS denkt ja jetzt auch keiner mehr nach, eine Bedrohung, die vielleicht nicht HIER, aber beim Rest der Welt doch ziemlich gefährlicher zu sein scheint als irgendein Komet, der in 2040 Jahren mal auf die kommenden Generationen stürzen wird. Und bevor es so weit ist, haben wir uns eh zerbombt. Scheisse noch mal.

Nachtrag: Ich habe hier noch einen wirklich schönen und meiner Meinung entsprechenden Beitrag (auf Englisch) gefunden über Live Earth; jedoch dreht er sich um den Vorwurf, dass Live Earth ja unser heutiges Woodstock oder Live Aid darstellen soll, stellvertretend für unsere “junge” Generation. Der Author haut mächtig auf die Kacke, sehr empfehlenswert.

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Heartbeats

6/07/2007

Habe heute mein Zeugnis in Empfang genommen. 108 (in Worten meines Deutsch LK Lehrers: HunnatachthierwasnDAS!!!) Fehlstunden. Das sind schätzungsweise 120 zu wenig, aber ich werde mich nicht beschweren.

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Fokuhilas und fokuhilaähnliche Frisuren empfinde ich als persönliche Beleidigung.

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Kennt ihr diesen Idiotenabstand bei Festen, der ungefähr 3 Meter vor der Bühne beginnt? Dieser Abstand ist essentiell für jedes Bauernkonzert. Die gut gelaunten Rentner und manchmal auch etwas übereifrigen Jugendlichen stellen sich freundlich 3 Meter vor der Bühne, meistens halbherzig klatschend, um nicht direkt im Mittelpunkt der Aufmerksamkeit des Sängers oder der Band zu sein. Der freigelassene Raum zwischen Bühne und Publikum ist dann den besoffenen Frauen über 40 vorbehalten, die sich mit unrhythmischen Bewegungen im alkoholisierten Zustand zum Affen machen. (Gleichermaßen werden auch kleine, gelockte Kinder von ihren Monstereltern in diesen Bereich geschickt, “um Oma und Opa mal zu zeigen, wie süß der kleine tanzt”. Dass das ganze einfach nur peinlich ist und das arme Kind auf Ewigkeiten traumatisiert zurückbleiben muss, interessiert aber keinen.)

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Gestrige Folge von “Das Model und der Freak” lud gerechterweise zum Fremdschämen 1. Klasse ein. Die Szene, in der der blonde Pseudo-Ritter ein Mädchen küssen sollte, kam schon mal in einem Horrorfilm vor, ich bin mir aber nicht mehr sicher, wie er hieß- “Sara’s schrecklichster Albtraum” o.Ä.

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Die Ferien stehen an. Budget ist null. Fahre trotzdem in den “Urlaub”, bzw. in den anderen Teil meines eher heruntergekommenen, vernachlässigten Leben als Araberin. Muss einen Abstecher nach Syrien machen, 3 Wochen Zeitverschwendung mit der Familie. Ist aber nötig- kann endlich mal über meine Prioritäten hier nachdenken und mich vielleicht endlich emotional von einigen Menschen trennen. Die Zeit heilt alle Wunden, laber rhabarber. Habe mich noch nie so wenig auf Ferien gefreut. Depressive Stimmung? Bloß nicht. Bei dem Wetter sollten wir alle freudig rumspringen und Spaß haben. Kommt ja jeden Tag vor, dass einem der beste Freund sagt, man wäre eine “verantwortungslose, unenergische” Person die einen nervt und “nicht bockt”. Da ist die Aussicht auf 6 Wochen keine Schule echt verlockend; hey, sechs Wochen nichts tun und niemanden haben, mit dem man nichts tun kann. Hell fucking yeah. Aber ich will mich nicht selbstbemitleiden, nicht schon wieder; den Gefallen mit der Opferrolle heb ich mir für ein andermal auf.

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Werde fortan beginnen, über meine Vergangenheit zu schreiben. Nicht hier, woanders. Besondere Menschen werden die URL zugeschickt bekommen. Es ist eine Art Therapie-Blog. Vielleicht. Vielleicht schreibe ich auch mal wieder ein Buch. Stimmt ja, hab so viel Zeit wie kein anderer Mensch, jetzt wo ich mal wieder immer noch alleine bin. Komisch, dass ich das vergessen habe. Dass ich alleine bin, meine ich. Und da ja Ferien sind… Ich muss mit meinem Leben aufräumen. Mit mir. Habe noch nie über meine Vergangenheit geschrieben, glaube ich. Ist vielleicht der Grund dafür, warum ich ein behindertes kleines Opfer bin. Aber Vergangenheit hört sich so mysteriös an. Ist nicht ganz so spannend, wie es sich anhört. Oder vielleicht doch? Ich möchte einen Film darüber drehen. Wie ich bin. Was ich bin. Wozu? Ich weiß es nicht. Ich hab das Gefühl, dass irgendwer es verstehen könnte.
Aber warum sich die Mühe machen…

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Der Erfinder der Lautsprecherhandys bitte umgehend zum Schießstand kommen (ich persönlich befürworte weniger Freiheit in Deutschland, wenn es bedeutet, dass man auch keine laute Musik mehr in der S-Bahn hören darf).

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Ein Telefonat

5/07/2007

Spätestens, wenn man im Regen steht und der Himmel seit Stunden von schwarzen, dunklen Wolken bedeckt ist, sollte man vielleicht anfangen darüber nachzudenken, ob man sich nicht unterstellen möchte.

So ist es im Leben, zumindest meiner Erfahrung nach. Erst, wenn man wirklich mitten drin steht, völlig durchnässt ist und merkt, dass man plötzlich alleine auf der Straße steht, fängt man an, sich umzusehen, ob’s nicht was besseres als diesen ganzen Scheiss gibt. Ich bin auch so ein Kandidat, renne ständig gegen verschlossene Türen, aber anstatt sie aufzubrechen und die Leute auf der anderen Seite davon zu stoßen, gebe ich einfach auf, knie mich davor und fang an, zu betteln- das typische Opfer der Gesellschaft, oh, ich bin so gepeinigt, ich werde geschlagen, alle sind so fies zu mir!

Ich lass es aber auch mit mir machen. Es stimmt. Das ist einfache Psychologie, nicht wahr? Das LAMM ist schuld, was begibt es sich einfach so in die Wolfsgrube und erwartet auch noch, dass der Wolf nett zu ihm ist? Oder das 15-jährige Mädchen, das sich so aufreizend angezogen hat- es ist seine Schuld, dass der mental erkrankte Typ sie erst mal in den Arsch bumsen wollte. So und nicht anders läuft es ab im Leben. Und irgendwann gibt man sich zufrieden mit seiner abgefuckten Opferrolle.. irgendwann will man ja auch keine Verantwortung auf sich nehmen, egal was ich mache, es ist sowieso falsch, also liegt es doch nicht an mir, oder, oder?

So ist es nunmal im Leben. Ich trage die Schuld dafür, dass alles im Arsch ist. Keiner will mir was böses. Ich bin verantwortlich für das, was ich mache und das, was mit mir passiert. Nur ich. Keiner kann mir helfen. Keiner in dieser Welt will sich einmischen. Niemand möchte mich umbringen, mich weinen sehen, mich am Boden kriechend bettelnd haben. Niemand. Und trotzdem tu ich es. Trotzdem heul ich, jammer ich, kriech vor den Leuten rum und lass mir die Fresse einschlagen, nur um ihnen in ein paar Jahren mit meinem Selbstmord, dem endgültigen Coup, ein schlechtes Gewissen zu machen, um ihnen unter die Nase zu reiben dass alles falsch war, dass es ihre Schuld war.

Nur deshalb, und selbst wenn ich glücklich wäre. Aber ich habe schon lange aufgehört, glücklich zu sein- es überhaupt zu versuchen. Das passt ja nicht zur Opferrolle. Deshalb such ich mir ja auch immer die beschissensten Freunde- damit ich weiterhin mein Image pflege und als abgefucktes, zerbrochenes, zynisches und unheilbarkrankes Mädchen in die Arme von jemand anderem gestoßen werden kann, der mich dann zusammenflickt.

Aber bloß niemals selber was machen, selbst mal ein paar Hände schmutzig machen, auch wenn’s ums eigene Leben geht. Nein. Ich bin das Opfer.

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