Archive of published articles on August, 2007

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Im Notfall halt ‘ne Gurke

30/08/2007

Ich bin ja nicht so der Mensch der wahllose Fragen in den Raum wirft, aber ich glaube, seitdem ich auf dieser Welt existiere wundert mich eines: Wie man als zivilisierter und gebildeter Mensch eigentlich kalte Pizza essen, vertragen, verdauen oder sonstwie verarbeiten kann.

Generell war mein Vater mir in Essensdingen ein Vorbild, insbesondere sein “alles muss kochend heiss sein” Fetisch. Der Grund für den jährlichen Zusammenbruch unserer Mikrowelle ist nur der Hochleistungsbetrieb, ich sag’s euch. Selbst wenn etwas direkt vom Herd kommt muss er es noch mal, wie er es ausdrückt, “Gaumenfertig” machen. Tja, wenigstens kann ich behaupten dass meine Erziehung da auf mich eingewirkt hat und dieser Spleen nicht selbstverschuldet war..

Jedenfalls, kaltes Essen, dass eigentlich warm gegessen wird, ist scheisse. Scheisse im wörtlichen Sinne: Entweder, es schmeckt wie Durchfall oder hat die Konsistenz von Durchfall, inbesondere kalte Pizza. Alleine der geschmolzene, aber wieder getrocknete Käse oben drauf lässt mich erschauern. Also nehmen wir an, ihr wollt mich nach einer durchzechten Nacht zum Kotzen bringen, weckt mich einfach mit einer kalten Pizza neben meinem Bett auf- glaubt mir, Tubgirl ist nix dagegen.

Kalte Hamburger, kalte Pommes, kaltes Fast Food allgemein- kalte Suppe, kalte Nudeln (mit jeglichen Soßen)- ich glaube, das einzige was ich kalt essen kann ist frisches Obst, frisches (roh essbares) Gemüse, Nutella und Eiscreme, und selbst da schütt ich noch heiße Himbeersoße drüber.

Ach ja, und Sushi. Aber ich, als kulinarischer Feinschmecker (wenn sich 4 Tage am Stück von McDonald’s ernähren nicht als Feinschmeckerei bezeichnet werden kann, weiß ich auch nicht), mache keine Ausnahme was ekliges kaltes Zeug angeht. Nein, auch da finde ich meine Grenzen. This is why I’m hot, und so.

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Das Thema Liebe, Klappe die Millionste

27/08/2007

Eigentlich ist mir dieses Thema echt zu peinlich, aber nachdem ich mich in unbedachten Augenblicken sowieso schon ausgekotzt habe wie kein anderer in dieser Ecke des Internets, bin ich es euch und mir einfach schuldig, mal reinen Tisch zu machen.

Ich. Bin. Einsam.

Und das meine ich jetzt auf keine negative Art und Weise, wenn es denn eine Art und Weise geben kann, die nicht negativ ist. Also, ich fühle mich nicht schlecht. Ich heul nicht rum, ich habe keine Depressionen, ich jammere nicht stundenlang (mag auch daran liegen, dass ich meine Tage erst in zwei Wochen kriege und ich daher noch ein bisschen Zeit habe, bis es wieder so weit ist). Aber wenn man die Fakten mal so klar wie Kloßbrühe betrachtet, dann bin ich einfach einsam.

Ich meine, was ist das nur für eine Unverschämtheit? Man trifft einen super tollen Typen, er sieht gut aus, er scheint sich ganz aufrichtig zu interessieren, und man verliebt sich trotzdem nicht in ihn, egal wie viel Mühe man sich gibt. Oder man hat die beste Zeit seines Lebens mit seinen Freunden und amüsiert sich prächtig, aber die Hälfte der Zeit muss man sich darauf konzentrieren, die ganzen Pärchen aus seinem Blickfeld auszublenden, damit man nicht zum sehnsüchtigen Voyeur wird.

Warum ich ausgerechnet jetzt auf das Thema komme? Naja, ich habe erst kürzlich mein Einjähriges gefeiert, ich habe das schlimme, schlimme EINE JAHR erreicht, das eine Jahr ohne die quälende Frage: Oh mein Gott, könnte ich schwanger sein?, ein Jahr ohne sich darüber Gedanken zu machen, ob man nicht vielleicht doch eine falsche Bemerkung gemacht hat, ob man nicht etwas auf’s Spiel setzt- ein Jahr voller feuchter Träume, wenn man es so haben will.

Wobei ich mittlerweile ja fast schon auf den Grund des Übels gekommen bin: Ich bin einfach nicht bereit. Weder für’s Iffen noch für die Kuschelrunden im 10 Minuten Intervall. Jetzt mal im Ernst, ich hab schon alles in meinem Leben gemacht außer Fallschirmspringen und Kinderkriegen, und langsam wird’s ein bisschen langweilig, das ständige Geschrei nach dem perfekten Typen oder dem besten Sex und den interessantesten Freunden. Geben wir’s zu- entweder ich finde mich ab damit, nichts und doch alles zu haben, oder ich mach jetzt was. Nur, wie gesagt: Ich will irgendwie auch gar nicht. Ich will nicht, weil ich es nicht schaffe, mich den Potenziellen, wie ich sie liebevoll nennen, zu öffnen. Ich kann es mir noch nicht mal vorstellen, irgendwas mit irgendwem aus irgendwelchen Gründen anzufangen, so fremd ist mir mittlerweile das Gefühl von Schmetterlingen im Bauch geworden (unabhängig von irgendwelchen Schmetterlingen die rumfliegen wenn ich kurz vor’m Alkoholabkacker stehe).

Wüah. Ich hoffe inständig, dass ich mich irgendwann so gehen lassen (vorzugsweise auf meiner Abschlussfahrt nach Lloret de Mar in einem Monat) kann dass ich einfach mit irgendwem rumpopp, einfach so um mir selbst zu beweisen dass es absolut nichts bringt wenn man nichts dabei empfindet. Weil, das hatte ich nämlich schon mal, und alles was ich danach wollte war ‘ne Dusche, eine heisse Tasse Kakao und meinen Ex-Freund (falls du das lesen solltest, das ist sehr sehr lange her und hat nichts mehr zu bedeuten).

Öh. Mein Punkt war jetzt aber, mir geht’s gut, nur dass ich gern mal ein lebendes Kissen für meine Bedürfnisse hätte. Ihr dürft mir jetzt alle mitleidige Schulterklopfer geben, und ja Sebastian, du darfst auch weiterhin kommentieren, dir nehm ich deine Authentizität ab.

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Ein Wort zum Electrohype

21/08/2007

Kann mir eigentlich mal jemand erklären, wo der ganze Electromusikhype herkommt? Ich meine, ich war auch nicht schon immer so auf dem Trip, aber ich weiß zumindest dass ich schon immer eine Affinität zu Deep House oder diversen Remix Versionen von Songs hatte… ganz zu schweigen von Clubmusik und den jungen Jahren im Frankfurter U60311 wo gnadenlos abgefeiert, abgekackt und abgekotzt wurde, einfach so aus Lust und Laune und wegen der ach so passenden Technomusik, oder wie man das damals noch nannten. Wie viele Sparten gab’s schon? Techno und Trance und Dance und Gabba, wenn’s hochkommt, was jetzt aber nie so meinen Geschmack traf, bis auf ein paar Ausnahmetracks.

Wie auch immer. Auf einmal ist jeder Electro. ELECTRO. Als ob das irgendeine Musikart bezeichnen würde! Ich stelle mich da gar nicht hintendran, ich bin mitschuld, ich weiß es, aber ich konnte niemals ahnen dass es solche beängstigenden Ausuferungen annehmen würde. Oder ich war einfach die ganze Zeit blind und taub und habe verrafft, dass es auch eine solche Sparte der Welt gibt- die Electrosparte.

Für mich ist Electro nicht’s weiter als synthetisch verzerrter Rock mit Elementen aus allen anderen Musikrichtungen, tanzbarem BPM und Drogenabhängigkeitsfaktor. Electro ist Daft Punkt, nur nicht so süß. Richtig? Oder falsch? Ich persönliche würde auch noch Thom Yorke dazuzählen, oder sogar manches von Radiohead, wo mir natürlich keiner zustimmen kann- Radiohead, Posterboy des Deprirocks! Aber egal, wir wollen ja jetzt nicht penibel sein und in Schubladen einordnen. Ich sag euch was. Electro ist das neue Emo.

Ja! JA! Glaubt mir, ich wollte es nicht mehr als einmal sagen, aber für euch wiederhole ich: Electro ist das neue Emo. Kleine Kinder die keine Ahnung von einer Monsterscheisserei in einem heissen Land und Malaria haben, die sich ihre Ausweise fälschen lassen und Stöckelschuhe und Krawatten anziehen und doch nicht in den coolsten Club reinkommen, das sind die Träger des Electrohypes. Wir wollen nach Barcelona und nach Paris, den Metropolen des Electrotanzwahnes, wir wollen Chucks anziehen, zerfledderte- fuck Vans, fuck Skaterlookalike, wir look-a-like Justin Timberlake. Und genauso wie es bei Emo damals war, werden die Grenzen verwischt zwischen Style und Musik, und bald heisst es: OH MEIN GOTT! HAST DU DAS NEUE ALBUM VON DEN DISCO BOYS! TOTAL ELECTRO…

Und spätestens dann ist es vorbei, dann ziehen die Alten los und suchen sich etwas Neues- vielleicht Klassik Musik, bis unsere Jugend dann anfängt sich wie Mozart anzuziehen und auch das wieder langweilig wird. Woran liegt es? Erst kam es in den Clubs, langsam, inmitten der House-Tracks. Die Großraumdiscos spielten Deichkind’s neuen Scheiss. Daran liegt’s, ich sag’s euch. Und Justice machte mit Simian den fettesten Track, “We Are Your Friends.”. Dann gab’s ja noch MySpace. Tränen-Rock war nicht genug- nein, ein Klaxons Remix von “Golden Skans” musste her. Und jetzt die Parties, die individuellen Parties, überall gleichzeitig, aber nicht ganz…

Scheisse, und das soll anhalten? Sind Drogen wieder in? Was ist es heute, Pepp, Koka, Acid? Machen wir jetzt auf schick? Schwarze Weste, zurückgegeelte Haare, China T-Shirts und Trash-Look? Wie sieht Electro aus? Könnt ihr bitte mal alle eure Ärsche wieder zusammenfalten und aufhören, so zu tun als wäre Electro der Papst?

Ich sag nur eins: Electro rockt. Und zwar deftig. Aber wenn die Emokinder im O25 jetzt auch noch die letzte freiheitliche Republik der Musik übernehmen, krieg ich das Kotzen. Hört auf mit dem Hype und hört auf, irgendwelche Songs bis ins Verderben zu remixen. Hört auf mir ständig Emails zu schicken mit “OMG DAS IST DER BOMBENTRACK” und was ich zu hören kriege ist derbste Euro-Trash Mucke. Hört auf. Hört auf, ich weiß nämlich selbst nicht, was Electro ist- aber wenn ich es nicht weiß, dann ihr schon gar nicht.

Und jetzt schlafen gehen.

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Now playing: Pulpa - 2 Am
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Video Tratsch

20/08/2007

Ein Kunde betritt die Videothek und reicht einen Film über die Theke. Er ist eingewickelt in eine Plastiktüte. Der Kunde ist ein bisschen nervös, guckt sich um, nuschelt etwas. Ich bin auch nervös. Eine Reklamation, verkackte Scheisserei, ich habe nicht die leiseste Ahnung, was nun zu tun ist.

“Der Sound geht nicht”, und weil ich so unfähig dastehe und keinerlei Vorstellung von meiner neuen Arbeit habe, übernimmt mein Kollege. “Jetzt hol doch mal den Film aus der Tüte”, klatsch liegt er auf der Theke. Ein Porno. Kein zu exotischer, aber dennoch ein Porno, und dennoch ein nervös aussehender Kunde.

“Der Sound geht nicht. Nur im Menü.. aber dann im Film geht der Sound nicht.”

Die Situation ist nicht komisch, er tut mir leid. Am Anfang. “Kein Problem, Reklamation geht klar!”

“Ich möchte ihnen echt keine Umstände machen”, so oder so ähnlich nuschelt er weiter vor sich hin, und dann fügt er mit einem bierernsten Gesicht, ohne auch nur den leisesten Anflug von Sarkasmus hinzu: “Ich meine, wenn es wenigstens Untertitel gäbe…”

…. Mein Job rockt.
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Now playing: Pantha Du Prince - Kapitulation
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