Archive of published articles on Juni, 2008

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Anekdötchen

30/06/2008

“Ich hasse diese deutschen Toiletten.”

“… deutsche Toiletten. Hä?!”

“Na, die komischen Toiletten, wo noch dieser Abfangabsatz für die Scheisse ist!”

“Ach so. Ja. Aha.”

“.. JA! Oh man, und dann stinkt das so..”

“.. ja ich find die jetzt auch nicht so prickelnd..”

“.. UND MANCHMAL HAB ICH ECHT ANGST BEIM ABWISCHEN IN MEINE EIGENE SCHEISSE ZU GREIFEN!”

“…”

—–

“Haha, guck mal, diese Fliege- die bewegt sich wie in Zeitlupe!”

“Spasti, das ist nicht Zeitlupe, das ist Stop-Motion.”

“…”

“Nerdig ist jetzt wohl kein Begriff mehr für das, was wir sind.”

——

“Möchte jemand einen Kaugummi? Du vielleicht?”

“.. pass auf, sie nimmt gerne Männer aus!”

“Hä, ist doch gar nicht wahr! … dürfte ich vielleicht zwei oder drei haben?”

—–

“Ich hab letztens einen Spaßanruf gemacht. Hab wahllos eine Nummer aus dem Telefonbuch gewählt, Schmidt oder sowas, egal. Ich ruf da an und mein so: Ja schönen Abend ich hätte gerne zwei Mal die Nummer 32 und einmal die Teigroulade, scharf, ohne Oliven… und dann meint die so: Ab einem Bestellwert von 20 Euro gibt’s noch eine Flasche Wein Gratis, möchten sie vielleicht noch ein Brot bestellen? … MAN ICH HAB MICH SO VERARSCHT GEFÜHLT!!”

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So What If You Catch Me Where Would We Land?

26/06/2008

Mittlerweile ist es ruhig. Nur noch einige ferne Schreie und Rufe sind zu hören, etwas weiter weg. Im kargen Licht der Straßenlaternen kann man kaum durch den übrig gebliebenen Rauchnebel sehen- von den Feuerwerkskörpern, von den Fackeln, von den Zigaretten, von allem möglichen. Nur ein Stimmenwirrwarr von vielen anderen, die sich verirrt haben. Hin und wieder eine letzte Rakete am Himmel.

Kriegsstimmung.

Als ich der Hauptstraße näher komme sehe ich, dass ein grauer Polizeibus mitten auf der Straße steht. Blockade. Die Polizisten daneben. Die Passage ist eingekesselt. Warum ausgerechnet einer diese grauen Busse, die teilweise vergittert sind- ich weiß es nicht. Es trägt zur Stimmung bei. Die Polizisten- ihnen fehlen nur noch die Schilder und die Helme, um auszusehen wie eine Horde Sternenkrieger.

Ich möchte an ihnen vorbeiziehen, doch da packt mich jemand am Arm, brüllt mir etwas ins Ohr und ich werde zurückgeworfen, drei Stunden eher, als alles noch ganz anders aussah…

“SO SEHEN SIEGER AUS, SCHALALALALA…”

Verdammt! Wer hätte es gedacht, dass nach so einem schlechten Spiel die Deutschen tatsächlich ins Finale einziehen würden! Ich jedenfalls nicht. Und so zogen wir, vier Mädels und ein paar Flaschen Bier, nach dem Spiel (das zu großem Teil mit “WASVERDAMMTEHURNSCHEISSEHALSMAULGEHTNIX”-Rufen verbracht wurde, nachdem Bela Rethy kläglich bei seiner Pseudoradioübertragung versagt hatte), die Hauptstraße entlang in R-Rock City, wo die Autokorsos schon begannen, abzugehen. Hauptziel: Die R-Rock City Passage, wo sich die Anwohner des besten Stadtteils plus einige Touristen aus den anderen Stadtteilen, denen es peinlich war, dort zu feiern (mir ist es an beiden Orten peinlich. Immerhin sind wir, laut Bravo, eine “Provinz”, und aus Provinzen sollte man abhauen und woanders Party machen. Leider bin ich pleite und meine Freunde sehr Heimatverbunden, also schlechte Karten). Auf dem Weg dahin: Jubel. Leute, die sich selbst feierten, und etwas so absurdes wie ein Ball in einem viereckigen Kasten, geschossen von jemandem in einem weißen Trikot. Kein anders Wort außer “absurd” möchte in diesem Zusammenhang ihre Gewichtigkeit finden. Trotzdem kriegen wir alle Gänsehaut. Diese Stimmung, das Gejohle, dieser noch-so-absurde Grund, irgendwas richtet er an. Eines Tages wird hoffentlich ein intelligenter Mensch eine Doktorarbeit schreiben, bei der ich kopfnickend durchlesen kann, was ich immer schon gespürt habe.

Wir kommen an- es fühlt sich an wie Millionen von Menschen. Sie werfen sich auf, zwischen, unter die vorbeischleichenden Autos. Umarmungen an Menschen, die man auf einmal liebt. Weil sie auch Deutsch sind? Liegt eher am Alkoholpegel… Teenager, Eltern, Freunde, Geschwister, alle da. Alle im selben Kaff, und alle randalieren sie auf einmal wie die Orang-Utans der Nacht. Alle feiern. Schütten sich Bier über die Köpfe. Es stinkt. Licht, Rauch, Nebelschwaden, laute Gesänge, Pfeifen, Chöre, Deutschland Flaggen, Deutschland T-Shirts, Deutschland Farbe im Gesicht, und kein Mensch weiß was eigentlich abgeht. Hitzige Diskussionen über das Spiel? Niemals! Springen auf die Autos, die Krankenwagen, die Feuerwehr. Gänsehautstimmung, überall. Lachende Gesichter, ein bisschen Wehmut. Liegt vielleicht an der Überdosis Seven Nation Army. Könnte aber auch daran liegen, dass es bald vorbei ist, viel zu schnell.

“FINAALEE– OHOHOOO!”

Tatsächlich Finale. Weiterpilgern zum Wirtshaus, wo bis tief in die Nacht gefeiert wird. Ein Ort, der zur restlichen Jahreszeit komplett leer und unbevölkert ist. Fürchterlich langweilig, normalerweise. Nur zum Fußball perfekt geeignet. Die Herrschaften aus dem Dorf: Alle da. Alle betrunken. “Morgen arbeiten?” “Egal, hab die Grippe..”

Tanzen auf den Tischen zu trashiger Volksmusik mit Techno unterlegt. Reizüberflutung. Das ist so schlecht, das kann gar nicht mehr gut sein, auf keinen Fall. Trotzdem mitmachen. Man gewinnt nicht jeden Tag. Die Freunde strömen ein. Alle sind da, und mit jedem einmal einen trinken, muss ja sein. Den Eltern aus dem Weg gehen, die sollten das vielleicht nicht sehen. Nur lachen.

Jetzt, wo es fast vorbei ist, und ich in den verrauchten Straßen umherziehe, darauf achtend, nicht in die Prügelzonen zu kommen (ich habe keinen einzigen Türken gesehen, aber die sind wohl in den anderen Stadtteilen unterwegs… ich hätte mich auch nicht getraut- aber die Deutschen prügeln sich auch untereinander, was sehr traurig ist), ist es viel entspannter. Viel schöner, die Nacht zu genießen. Wieso, keine Ahnung. Vielleicht wegen dem allgemein-mulmigen Alkoholgefühl, dass sich nach 4 Bier bei mir eingestellt hat. Einmal tief einatmen, fast an dem Rauch ersticken, aber macht nichts, ist alles super so wie es ist, glaube ich. Kaum eine Nacht so schön wie jetzt, wenn alle nach Hause gehen und sich ins Bett legen. Ich mittendrin, Gänsehautstimmung, und ich bin irgendwie froh, nicht ins laute Frankfurt gefahren zu sein..

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Rache

25/06/2008

Wenn ich weine, dann in den seltensten Momenten, weil ich wirklich traurig bin. Meistens weine ich vor Wut, weil mir die Worte fehlen für das, was mich so anpisst. Ich weine, weil mein Hals schon schmerzt von den Worten, die ich wie Messer immer wieder runterschlucken musste, um nicht ausfallend zu werden. Mein Kopf dampft, weil die Wut aufsteigen, ausbrechen will, explodieren und an die Wand, oder am liebsten noch, direkt ins nichts-raffende Gesicht des anderen gespritzt werden. Dann ballen sich meine Hände zu Fäusten, meine Zehnägel bohren sich in die Sohlen meiner Turnschuhe, meine Zähne knirschen, mein Herz pumpt Gift.

Es ist ein Machtaustausch, der stattfindet. Oder noch viel eher: Es ist eben KEIN Machtaustausch, denn der Mächtigere steht vor mir, und ich habe keine Chance. Werde hin- und hergeschubst, rumkommandiert. Oder nur belächelt. Und dann: Die Wut, die mich von Innen her verbrennt, die nichts zurücklässt als ein bisschen Asche, kalte Glut. Apathie folgt. Abhärtung.

Ich beobachte mich dabei. Ich sage nie etwas dazu. Ich toleriere, ich schlucke die scharfen Gegenstände runter. Ich könnte mich wehren, in dem Augenblick, selbst wenn der Mächtigere mir, um es mal genauso auszudrücken wie es ist, saftig auf die Fresse geben würde. Aber ich pack’s zusammen in ein Bündel und drück ‘nen Stempel drauf: “Für später aufzuheben”.

Und das ist genau das Problem daran, wenn man gerne einen auf “cool” und “passiv-agressiv” macht: Man vergisst nie etwas. Niemals. Und dann, zur rechten Zeit, mutiert man zu einer tragischen Helden-Karikatur, die sich endlich, endlich für das rächen möchte, was ihr angetan wurde. Holt zum ziemlich unfairen Tiefschlag aus. Und trifft, unerwartet.

Effektiv? Bisher immer gewesen. Es lässt den anderen spüren, wer ausdauernder ist. Lässt ihn spüren: Ich hab’s nicht vergessen, werde es nie, und du solltest dir immer den Rücken decken. Es ist der No. 1 Beziehungskiller, und wir reden hier nicht von Liebesbeziehungen, sondern von den kleinsten bis zu den größten Beziehungen. Rache. Es ist nicht die offensichtliche Vergeltung, die so weh tut - natürlich würde ich mich rächen, wenn mir jemand meine Autoreifen aufschlitzt, ich würde etwas in einer ähnlichen Dimension einfach erwidern - aber die subtile, zwischenmenschliche Rache, wo es darum geht, verletzte Gefühle wieder gut zu machen, zu beweisen, “ich bin stärker als du, denn ich habe es so lange durchgehalten”, manchmal nicht mehr als nur ein Symbol - MIR GEHT ES NICHT GUT - aber meistens ein definitiver Endpunkt für alles, was vorher vielleicht noch funktioniert hatte.

Es aufzustauen macht krank. Es tötet die Reaktionsfähigkeit, es macht zynisch und verbittert, weil man nie eine direkte Gerechtigkeit erlangen konnte, sondern auf eine überhebliche, ja, sogar arrogante Art versuchte, “besser” zu sein - gewaltlos, hinterrücks, geduldig - in erster Linie vielleicht schmutzloser, aber definitiv unfairer. Lieber ein Faustschlag, den man sehen kann, gefolgt von einem Handschlag, man ist quitt.

Die schmutzigen Kämpfer verstehen die Pein und das Leid abzuwarten, bis zum richtigen Augenblick, um dann eine orgasmische Befriedigung zu erleben… Rache ist so viel mehr als das, was man von ihr hält.

[Andere KURZSCHLUSS Posts zum Thema “Rache” gibt es auf dem Neubaublog, bei Patsy Jones, und im Chaosplanet. Bitte lest lieber dies viel besseren Posts auch, die wahrscheinlich viel mehr auszusagen haben, als meiner.]

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Zeitlos, Planlos, Wahllos

23/06/2008

Ich könnte niemals arbeitslos sein. Und damit meine ich nicht, dass ich es so unendlich liebe, ein wirtschaftlich funktionierendes Rädchem im großen kapitalistischen System zu sein, sondern dass ich wirklich, im wahrsten Sinne des Wortes, eingehen würde, wenn ich arbeitslos wäre.

Früher war es ganz einfach, nichts zu tun. Weil man wusste, dass die Zeit dafür beschränkt ist, dass man nach spätestens 6 Wochen wieder zum morgendlichen Appell in die Schule antreten musste. Jetzt? Jetzt gehe ich ein, trotz Freunde, trotz Fußball, trotz hin und wieder mal was zu tun haben. Ich langweile mich, weil keine Perspektive geboten wird, und die Zeit bis zu meiner Abreise um endlich was für die Finanzen zu tun, ist zu weit weg.

Mir ist zusätzlich aufgefallen, wie lang so ein beschissener Monat sein kann, wenn man nicht ein Fitzelchen Geld hat. Das war während der Schulzeit oder im Urlaub nicht so schlimm. Verständlich. Hatte man ja auch was zu tun. Ich kann es noch nicht mal genießen, mich an den See zu legen (was bei so einem Wetter zwar sehr schön ist, aber auch zu grausamen Kopfschmerzen führt, wenn ausgerechnet die Person, die man echt als allerletztes da haben möchte, ungefähr 3 Meter weiter sitzt und so tut als ob man sich nicht kennt. VIELEN DANK DU SPASTI, WEGEN DIR IST DIE SITUATION ERST PEINLICH GEWORDEN!), weil ich da den ganzen Tag liegen könnte. Und wo bleibt da der Spaß, wenn man weiß, dass das der Höhepunkt des Tages war?

Grausam. Ich mutiere zum lustlosen Kettenraucher und Vielfresser. Das muss ein Ende haben, verdammt noch mal. Und bis Mittwoch noch nicht einmal mehr Fußball. Mit’m Arsch ins Gesicht springen, das könnte ich jetzt.. nur welches Gesicht weiß ich noch nicht. Es besteht nur noch die Frage, wie Rentner das eigentlich aushalten. Und Arbeitslose. Ich wäre schon längst suizidgefährdet.

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Circle Of Confidence - Hypnose und Selbstbewusstsein

22/06/2008

[Trigami-Review]

Für diesen Trigami Auftrag konnte ich es mir im wahrsten Sinne des Wortes gut gehen lassen. Denn es geht darum, Circle of Confidence, die Website des Coaches und Hypnotiseurs Ludwig Reithofer, zu präsentieren und seine angebotene kostenlose Hypnose Testsitzung downzuloaden und auszuprobieren. Ich weiß nicht, wie’s euch geht, aber ich kann mir schlimmeres vorstellen.

Ein Wort dazu: Ich weiß, dass Hypnose funktioniert. Ich weiß, dass es manchmal ausreicht, eine bestimmte Tonlage einzunehmen, dass Worte jemanden in eine Art völlig bewussten Trancezustand versetzen kann. Mit Sprache kann man sehr viel erreichen. Trotzdem ist meine Skepsis groß- und ich bin mir nicht sicher, ob ich mich auch in Gegenwart einer MP3 (ist ja auch nichts anderes, letztendlich) so fallen lassen kann.

Die Website

Die Website erwartet uns relativ schlicht. Und mit schlicht meine ich vor allem den HTML Aufbau. Was überhaupt nicht schlimm ist, nur vielleicht ein bisschen öde. Aber macht ja nichts, schließlich soll der Fokus auf dem Inhalt liegen. Es ist alles schön strukturiert aufgezählt, erklärt und erläutert. Man findet viel über die Hypnose an sich heraus, es gibt viele Angebote und Seminare die man eventuell in Anspruch nehmen kann. Und es steht was zu den Preisen da, was recht cool ist weil man sich nicht noch zusätzlich informieren muss. Überraschenderweise ist es nicht ganz so teuer wie ich es mir vorgestellt hatte… bzw. was ich so von Hypnose bisher gehört habe. Na immerhin.

Aber es geht noch weiter: Man kann sich sogar zum Hypnotiseur ausbilden lassen. In 12 Ausbildungsstunden. …. Irgendwie möchte ich das nicht kommentieren. Da fällt mir ein, dass ich gar nichts über den Betreiber und Hypnotiseur weiß, der mich später hypnotisieren möchte. Und auf der Website ist nichts über seinen Werdegang zu finden, was schon mal sehr schade ist, da ich eigentlich wenig Lust habe, mir in meinem Kopf rumpfuschen zu lassen (wäre jedenfalls mein erster Gedanke, wenn ich potentieller Kunde wäre und an Hypnose glaube). Nun gut.

Der Download

Leider etwas umständlich. Erst trägt man sich ein (auf dieser Seite). Dann war’s das erstmal. Später wird man eine Email bekommen, die in die Mailing List einträgt. Dann kommt endlich der Download Link. Ich habe mindestens 120 Mal dagesessen und irgendwie nicht gewusst, was als nächstes kommt. Aber vielleicht liegt’s auch an mir.

Seit 5 Tagen höre ich mir nun diese MP3 in verschiedenen Situationen an. Ich kann nicht ernsthaft behaupten, dass es  merklich etwas gebracht hätte, im Sinne der Hypnose. Ich glaube, dafür bin ich selbst einfach zu skeptisch, obwohl ich ein bisschen mehr Selbstvertrauen auf jeden Fall vertragen könnte. Denn darum geht es bei dieser Sitzung: Um Selbstvertrauen und Selbstliebe.

Allerdings, und das ist echt schon schwere Arbeit bei mir, konnte ich mich schon lange nicht mehr so gut entspannen. Die Stimme ist sehr beruhigend, leise, und ich erreiche zumindest immer einen dösigen Zustand. Das größte Problem an dieser MP3 sind aber die Fehler in der Aufnahmequalität. Mittendrin gibt’s mal einen ziemlich nervigen, lauten Riss, als ob man mit dem Fingernagel über eine Tafel ziehen würde. Uncool. Besonders, wenn man gerade in einer Phase der tiefsten Entspannung ist. Vielleicht sollte man das nochmal überarbeiten.

Mein persönliches Fazit

Circle of Confidence muss definitiv erstmal etwas an der Präsentation machen, um seriöser zu wirken. Leider ist durch den relativ laienhaften Aufbau der Website (um nicht zu sagen, dass sie schlecht aussieht, aber irgendwie ein bisschen unbeholfen), und durch jegliche fehlende Information zum Coach immer eine hochgezogene Augenbraue präsent. Die Idee mit der kostenlosen Sitzung ist natürlich nett und vielleicht auch hilfreich, um sich seine Vorstellungen machen zu können, allerdings bezweifle ich die volle Wirkung einer Hypnose über MP3- selbst bei mehrmaligem hören und Kopfhörern. Entspannend ist es auf jeden Fall, und wer interessiert ist, sollte es ausprobieren. Trotzdem ist für eigentlich alles andere gesorgt: genug Infos, einen Shop und sogar ein hauseigenes (wenn auch nicht sonderlich belebtes) Forum.

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Digitale Plauze

22/06/2008

Sogenannte Reportagen über fette Menschen sind mein Verderben.

Ich bin ja nicht so der Fernsehglotzer. Nicht, weil ich so intelligent bin, mich von der dummen Masse abzuheben, sondern einfach, weil ich keinen funktionierenden Fernseher in diesem Haus entdecken kann, Digital-TV einen beschissenen Empfang hat und die Fernbedienungen immer getreten werden müssen, bevor man umschalten kann, und bei dem Werbeanteil einer durchschnittlichen Sendung bin ich mir dann doch zu faul dafür.

In einsamen Momenten, Montagmittags zum Beispiel, wenn ich von irgendwelchen spannenden Abenteuern mit ganz viel Action, Spaß und Inline-Skating oder sowas nach Hause komme und mich für einen kurzen Augenblick entspannen möchte (das heisst, einschlafen), mach ich den Kasten trotzdem an. Jetzt kann man nicht direkt von Entspannung reden, wenn man sich strunzdummes Gelaber und frauenverdammende Vanish-Oxy-Action Werbung geben muss, aber ich kann eben am gediegensten Ruhen (also einschlafen), wenn ich mich zu Tode langweile (die Flucht ins Koma, sozusagen). Direkt mal Sam oder irgendein anderes, vergleichbar beschränktes Mittagsmagazin einschalten und losschnarchen.

Denkste. Das hat früher vielleicht funktioniert. Heute steigt mein Puls auf Dreimillionen wenn ich mir diese wirklich beschränkten Menschen anschauen darf. Und vor allem, so ganz objektiv, mir darüber Gedanken mache, wer sich sowas freiwillig und vor allem völlig bewusst und aktzeptierend anschaut. Da bekommt man 20 Minuten lang aufgetischt, wie fette Menschen abnehmen wollen, und wo ihre Fehler liegen. Fluchen kann ich da den ganzen Tag! Menschen, die noch nie eine Zuchini gesehen haben, Menschen, die gekachelte Fliesentische mit Musterung im Wohnzimmer stehen haben, das “modern”, also völlig in hellem Holz und “mediteranem” Anstrich eingerichtet ist, Menschen, die, und dafür lege ich meine Hand ins Feuer, um nicht jetzt und gleich an der Menschheit zu verzweifeln, einfach für so viel Dummheit bezahlt werden. Dafür kriegt man doch Geld, oder?

Ich hab nichts gegen fette Menschen. Wirklich. Jeder Mensch ist eben so, wie er ist, und ich schleppe mittlerweile, dank ausgiebigem Faulenzen und Nichtstun und Fressen auch ‘ne kugelige Plauze vor mich her. Aber ich weiß zumindest, woran es liegt, und ich weiß, dass es ungesund ist, ich weiß, wie ich es ändern kann, und ich weiß, dass es gewisse gierige Züge im Leben einer Frau sind, die einen zur Tonne mutieren lassen. Diese Menschen jedoch- die wissen ja nicht mal, was Eiweiße oder Kohlenhydrate sind! Die denken, okay, ich hab jetzt 20 Minuten Sport gemacht, dann gönn ich mir jetzt mal einen Kakao und einen Berliner, da sind vielleicht hundert Kalorien drin. SCHÄTZCHEN! WACH AUF! DU MUSST DIE FETTRESERVEN ANGREIFEN! DA BRINGTS AUCH NIX EINEN BRUCHTEIL DEINER ZEIT MIT STRAMPELN ZU VERBRINGEN! AAH!

Naja, so oder so ähnlich hocke ich 4 Minuten vor dem Fernseher, bevor ich mir überlege, doch lieber keinen Mittagsschlaf zu machen und stattdessen mal gesund zu essen. Da merkt man, dass es manchen nicht an Disziplin oder gesundem Menschenverstand fehlt, sondern schlicht und einfach an Allgemeinbildung. Wer allerdings solche Sendungen braucht, um darauf aufmerksam gemacht zu werden, gehört genauso links und rechts geschlagen, weil es im Prinzip nur darum geht, sich daran aufzugeilen, wie dumm und fett andere sind, die da so bloßgestellt werden. Was ich mir dabei denke? Ich denke, es sollte ein spezielles Schulfach für Ernährung geben. Überall.

Ich glaube, ich habe mir gerade zehn Mal selbst widersprochen, aber irgendwie regt mich das ganze gerade endlos tierisch auf. Links und rechts will ich die alle klatschen. So einen Stuss sich anzugucken! So doof zu sein, dabei mitzumachen! Dann zu denken, oha, die sind jetzt belehrt und guck mal, so könnten die aussehen, wenn sie sich gesund ernähren! Oh Gott ich fall gleich tot um, wo ist Arte?

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Der Grund

18/06/2008

Die meisten Fragen, warum ich mir das antue. Warum die Zickereien, warum die Allüren, warum diese stressigen Situationen, die mich manchmal sehr sichtlich verletzt, gedemütigt, geschlagen und zerbrochen zurücklassen. Wieso ich mir diese Mühe gebe, wieso ich soviel aufopfere, warum da eigentlich nie etwas zurück kommt und wenn doch, eher aus Verpflichtung und gefüllt mit Halbherzigkeit.

Ich hab mich das noch nie gefragt. Für mich war zwar nicht von Beginn an klar, was auf mich zukommt- und ja, sehr oft hatte ich mir gewünscht, dass es irgendwie aufhört, dass ich mich losreissen kann, dass es zerbricht - aber es war, irgendwie, schon immer eine so große Selbstverständlichkeit da, ja, eine gewisse Perfektion in dieser Beziehung, dass es mir nichts ausgemacht hat. Und ja, ja! Ich habe mich schon oft genug in den Körper eines 150 Kilo Muckimann gewünscht, einfach nur, damit mal Schicht im Schacht ist, aber es war okay. Es war okay, und es hat sich gelohnt, immer wieder, dann manchmal ist das, was zurückkommt, unsichtbar für alle anderen da draußen, die es nicht verstehen.

Manchmal, wie heute, wenn man 20 Minuten lang einfach nur nebeneinandersitzt, die Arme aus dem Autofenster heraus, den Wind durch die Finger spürt, und man gemeinsam etwas teilt, was so viel unendlicher ist als bloße Worte oder Taten; ungreifbar, tief unten, und das ist definitiv nicht eingebildet, das ist die Gewissheit, dass es Liebe gibt, die keinem Bilderbuch entspricht, von der nicht in der Bibel steht, sondern Liebe zwischen zwei Augenblicken, in denen man gleichzeitig Lachen muss und der Zukunft hinterhertrauert, weil man weiß, dass man spätestens “irgendwann” nicht mehr zusammen sein kann, aber wenn doch, dass man den größten Spaß seines Lebens haben wird, dass man nie alleine ist, selbst wenn man sich danach sehnt, alleine zu sein, dass man nicht reden muss, weil man anders kommunziert, und dass man sich eine reinhauen kann, einfach nur als Absicherung, als Garantie dafür, dass sie tatsächlich existiert, diese andere Person, die einen nicht verurteilt, die einem nichts übel nimmt, die einen versteht, die einfach für immer zumindest irgendwie da ist, jemand, der einen verändert hat, jemand, der niemals vergessen ist.

Das alles ist so viel größer als die materiellen Verluste, die kleinen Opfer, die nächtlichen Anrufe, der Stress, der dabei entsteht, weil man selbst eben anders gestrickt ist, und die Enttäuschung, wenn der andere nicht ganz genauso reagiert, wie man es selbst machen würde. Das, das ist genug, und das ist der Grund, warum ich niemals meine großartigen Taten in Sachen Hilfe und Beistand an ihrem Charakter bemessen würde. Zu wissen, dass ich niemals Probleme haben werde, zu lachen. Zu wissen, dass jemand da ist, der mir gerne auch den Kopf wäscht wenn ich Scheisse baue, ohne Blatt vor dem Mund. Zu wissen, dass es jemanden gibt, der mich niemals belügen würde, egal, wie weh es tut. Zu wissen, dass diese Liebe beidseitig ist- das ist schon genug, und es funktioniert nur, weil ich genauso bin, wie ich bin. Das hat nichts mit Wert zu tun, nichts mit dem, was man verdient hat oder was nicht. Das hat etwas damit zu tun, dass ich gar nicht mehr oder weniger will.

Es ist, auf eine ganz perverse, unkonventionelle Art und Weise, die beste Freundschaft, die ich mir vorstellen kann, und was ich ihr gebe, sei es materiell oder mental, ist nicht in geringsterweise lobenswerter als das, was sie mit ihrer puren Existenz wett macht.

Das ist es, das war’s. Ich erwarte nicht, dass das jemand versteht, und ich erwarte auch nicht, dass alle jetzt aufhören, mich deshalb zu löchern. Es ist einfach so, und keiner muss es nachvollziehen. Es reicht, wenn ich es weiß. Diese Gewissheit ist alles, es ist das, was mich momentan sehr glücklich macht, denn selbst wenn ich es niemals wirklich verstehen kann, weiß ich zumindest, woher dieses Glück kommt, zumindest habe ich die Einsicht abgewartet, bevor ich etwas so wertvolles weggeschmissen habe. Es ist keine Illusion. Das sind wir beide. Wir sind kein Team. Wir sind nur zwei seltsame Figuren irgendwo auf einem schlecht gemalten Bild, aber wir sind zusammen auf diesem Bild drauf, und so lange das so ist, trage ich immer ein Lächeln in meinem Kopf mit mir herum.

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White Dresses

16/06/2008

Das war folgendermaßen: Ich verbrachte den ganzen Tag damit, mir die überflüssigen Hautschuppen von meinem Luxuskörper zu schrubben. Ich habe mehr als 200 Euro für Hübsch-Mach-Utensilien wie Kleid, Schminke, Friseur ausgegeben. Ich habe mir, ungelogen, meine Füße in den unbequemsten Schuhen der Welt kaputt gemacht, und sah dabei auch noch aus wie ein Trottel. Ein wiederholtes In-Die-Fresse schlagen hat leider nichts gebracht, sie dachten trotzdem, ich könne auf hohen Schuhen nicht laufen (was nur teilweise korrekt ist, da ich vielleicht ab 6 cm durchaus Probleme kriege, alles, was davor ist jedoch für Gewöhnlich recht gut zu bedienen ist). Dann war ich da, frierend, ein bisschen auch beleidigt, weil gestresst. Der Achselkaffee rann mir den Körper runter, meine Schminke klebte mir am Hinterkopf, meine Haare waren nach 8 Stunden leider nicht mehr topfit.

Und wisst ihr was? Ich hätte denen alle mit dem Arsch ins Gesicht springen können, weil es mir egal war! Es war mir egal. Und für wenige Tage dachte ich, man könnte sich in eine Art von Wehmut, oder Freude, reinsteigern, aber mir fällt auf: Es geht nicht. Ich bin nicht für eine Sekunde traurig darüber, dass die Schule vorbei ist. Ich bin auch nicht traurig, dass ich die Vollpfosten nie wieder sehen werde, im Gegenteil, ich hoffe ja fast, dass das das letzte Mal war. Und da standen die Trullas nun, eine nach der anderen takelten sie sich auf für die Beweisfotos, das einzige, was von so einem gesellschaftlichen Zwang eigentlich noch übrig bleibt. Die Eltern mit Pipi in den Augen, weil Klein-Lisa und Klein-Uwe es endlich geschafft haben, und wahrlich auch den Einstieg in die Wirtschaftswelt finden werden!

Ach, leckt mich doch alle. Dieser Abiball war nicht mal Ansatzweise gut, wobei ich mir einen besseren auch schwer vorstellen kann. Ich habe keine sentimentalen Verbindungen zur Schule, die Zeit war scheisse. Und um ehrlich zu sein hätte ich mich am liebsten an den Lehrertisch gesetzt, um mit denen ein letztes Mal einen zu heben. Denn bis auf Ausnahmen waren die Lehrer das einzige, was an der Schule noch irgendwie Spaß gemacht hat. Unser Streberjahrgang war eine Katastrophe, und mir ist es mittlerweile peinlich, zuzugeben, einen Einserschnitt zu haben- bei uns heisst das nur, okay, ich war ein Arschkriecher, und ich liebe es, in der Mittagspause die Bibelgruppe zu betreten und für meine Biopräsentation zu beten.

Nach dem kläglichen Dessert ging es auch schon nach Hause. Schön ins Bett gepfiffen, halb 11, und es war keine Minute zu früh. Mir taten sie leid, die Pappnasen, die da noch rumhocken mussten, diejenigen, die sich noch die Tränen von den Augen wischen mussten, weil sie so viele tolle Freundschaften liegen lassen werden, und die beste Zeit ihres Lebens, und, und… ich sag euch was: Ich kann’s nachvollziehen. Wirklich. Aber ich empfinde es nicht so, es war Geldverschwendung, da überhaupt hinzugehen, und obwohl ich ausnahmsweise mal wie eine richtige Frau aussah (sagten sie zumindest, die Idioten), brauche ich mich nicht für etwas zu verkleiden, was mir nicht einmal mehr Spaß macht.

Leute, nächsten Fasching hol ich wieder das Kleid raus, versprochen, und dann können wir zusammen abgehen, und zwar so, wie es sein soll. Ersoffen mit anschließendem Koma! Das Leben darf jetzt anfangen.

Fang mal bitte an.

Jetzt.

Jetzt, bitte…

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Al Termino!

11/06/2008

“Guten Tag, Hair Company XY, wie kann ich Ihnen helfen?”

“Ja, äh, guten Tag, ich will mir die Haare hochstecken lassen. Am Samstag. Abiball und so.”

“Aha am Samstag, wann wünschen Sie denn…”

“UND PONY SCHNEIDEN, puh, fast vergessen, jaja, Pony schneiden auch!”

“… äh, jaa, ist gar kein Problem. Wann wären Sie denn gerne da?”

“Öhm. Keine Ahnung. Hängt das nicht davon ab, wann SIE Zeit haben?”

“Ja, aber, eine Tendenz hätte ich gerne, einfach nur…”

“Also mein Abiball fängt um 18:00 an, ich weiß, eine scheiss Zeit, aber irgendwas davor ist schon okay..”

“Dann um 12:30!”

“Ja gut. Ich buchstabier dann mal meinen Nachnamen. So. Und äh, ja, was muss ich denn mitbringen?”

“Wie meinen Sie das?”

“Geldtechnisch. Der Spaß, was kostet der mich?”

“Ach so. Ja, also ungefähr 25 €”

“Plus/Minus?”

“Wie bitte?”

“Ungefähr.”

“Ich verstehe nicht… ”

“Ach egal, bis Samstag, tschüss”

— 5 Minuten später —

“Guten Tag, Hair Company XY, wie kann ich Ihnen helfen?”

“Ja, ich hab eben schon mal angerufen”

“… ja…”

“Ich hab vergessen wann mein Termin war.”

“Moment, da schaue ich mal nach. Ihr Name bitte?”

“.. das war echt eben vor 3 Minuten. Für Samstag. Sie wissen doch, Abiball, 18:00.”

“… Ihr Name bitte?”

“… ist das jetzt Ihr ernst?”

“Ja.”

“Mit wie vielen haben Sie denn in der Zwischenzeit telefoniert? Das wäre doch jetzt eigentlich nicht schwer gewesen sich an meinen Namen oder an meinen Termin zu erinnern…”

“Haben Sie doch selber nicht.”

“Touché. Okay, mein Name, Sara.”

“Samstag, 12:30, zum Hochstecken, 25..”

“UND PONY SCHNEIDEN AUCH!!”

“.. jaaa, Pony schneiden auch. Sagen Sie mal, haben sie was getrunken?”

DÜT DÜT DÜT

Hehehehehehe. Ja, hab ich. Muhahahaha.

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Das mit dem X

9/06/2008

Schön. Nutzen wir die testosterongeladene Zeit der Fußballmanie um mal für einen Moment über Männer zu philosophieren. Ich gebe zu, ich habe auf diesem Gebiet nicht viel Erfahrung gemacht, und möchte deshalb nicht pauschalisieren. Wobei, wenn ich so darüber nachdenke, ist das vielleicht genau der Grund, warum ich es tun sollte, und nach dem Motto “innocent until proven guilty” leben. Jawohl, so machen wir das.

Es gibt die eine Sorte Mann, bei der man genau weiß, woran man ist. Ficken, Beziehung, Heiraten, Affäre, Spaß, Freundschaft, Nichts. Das ist meistens leider die Sorte, die einen überhaupt nicht interessiert. Und dann gibt’s da nämlich noch die andere, viel signifikantere Typ Mann, die man ohne zu zögern mit “Mysterium” betiteln kann. Wirklich, ein einziges Geheimnis. Das sagt man ja für gewöhnlich von Frauen so. Aber mal ganz im Ernst, Frauen quatschen Tag für Tag ununterbrochen so einen Stuss, dass man lediglich rausfiltern muss, wo der harte Kern der Wahrheit eigentlich steckt. Männer reden irgendwie gar nicht.

Wirklich, da muss man so lange rumbohren, bis sie einem sagen, was sie wollen (wir reden hier überhaupt nicht über das Thema “Gefühle”- das Männer da generell so eine kleine Blockade haben, ist ja eine allgemeine, sich wacker haltende Legende), und dann wird man als “nervige Klette” abgestempelt. HALLO MEIN FREUND ICH MAG ES MIT DIR ZU VÖGELN ABER KÖNNEN WIR VIELLEICHT ZWISCHEN DEM STELLUNGSWECHSEL AUCH MAL DARÜBER REDEN WELCHE MARKE BIER DU BEVORZUGST?! VIELLEICHT?!

Und wie wird das interpretiert?! “Oh mein Gott, ich möchte aber gar keine Beziehung!” … schön das wir das geklärt hätten, ich nämlich auch nicht. “Ja was willst du dann?” “Och, nichts, aber wenn wir grade schon dabei bist, ich koste 89,90 die Nacht, freundschaftlicher Preis für Menschen mit denen ich das auch gerne mache!”

Früher war es immer die Frage, “Wann ruft er mich an?”- heute ist es der ständige Blick auf das Handy, “Oh shit, es könnte ja eine SMS kommen.” Das nervt mich an meinen Freundinnen schon so tierisch, dass ich mit dem Kopf gegen die Wand rennen könnte. Blutig schlagen könnt ich die Trullas! Und die Typen erst, die manchmal einfach nur SMS-Beziehungen führen. Was machen die denn damit? Ich hab noch nie eine SMS gespeichert um sie mir nachts durchzulesen, also warum dann diese kostenlastigen Rotzesachen, die sowieso zu nichts führen, weil man am Ende im Prinzip nur damit prahlen wollte, sich wichtig fühlen wollte, wenn man mit seinen Freunden was trinken geht und alle 10 Minuten eine SMS tippt und die nächsten damit verbringt, die Antwort zu lesen. Kicher kicher, sind wir schon 16 geworden oder was? So Menschen könnte ich quer durch die Bar ein Cocktailglas an den Schädel werfen. Meine Manieren sind echt auf das Wesentliche beschränkt (nicht mit offenem Mund kauen, Bierflaschen nicht an Tischkanten aufmachen), aber sowas geht mal gar nicht.

Ich meine, versteht mich nicht falsch, wenn man mal eine schnelle SMS tippt oder einen Blick auf sein Handy wirft ist das keineswegs ein Verbrechen, aber den ganzen Abend dazusitzen und einen metaphorischen Schwanzvergleich hinzulegen, wer denn jetzt die besseren SMS-Konversationen führt, anstatt sich mal mit seinem Gegenüber zu beschäftigen, boah, Krätze.

Aber egal wie, das ist ja gar nicht das Thema. Das Thema, um das es hier geht, ist wenn Männer nicht sagen, was sie wollen, und wenn Frauen keinen Anhaltspunkt finden, an den sie anknüpfen können. Was sind wir jetzt? Freunde? Befreundet? Flüchtige Bekannte mit Bettgeschichte? Irgendwie zusammen, aber auch nicht? Affäre? Können wir hier mal klare Verhältnisse schaffen?

Dabei spreche ich nicht mal für mich (okay, ein bisschen vielleicht). Ich spreche für alle Frauen, die sich auf eine flüchtige Sache einlassen, die sich dann fortsetzt- und dann plötzlich nicht mehr. Nur um dann 4 Wochen später von anderen hören zu müssen, “Also er hat gemeint er hätte einfach nur keine Lust mehr”. Ich verstehe nicht, was so schwer daran sein soll, das einfach mal anzusprechen. Wenn man doch merkt, dass der andere nach Aufmerksamkeit oder ‘nem guten Fick oder was-auch-immer bettelt, dann kann man doch mal die Eier haben, demjenigen mitzuteilen, “Hey, hör zu, irgendwie geht da bei mir nichts mehr, adios amigo”. Ist echt nicht schwer, tut nicht weh, kostet ca. 20 Cent und lohnt sich. Stattdessen lassen sich alle gehörig feiern obwohl sie keine Egoparty verdienen.

Ich hab irgendwie vergessen, worüber ich mich gerade überhaupt aufrege. Ach so, ja, Männer. Männer, die denken, Bumsbeziehungen hätten keine Regeln. Falsch gedacht. Sie mögen zwar unverbindlich sein, aber sie haben gewisse Prinzipien der Fairness. Genauso, wie es auch unfair ist, den Ball wegzutreten, wenn er im Aus ist. Gelbe Karte. Denkt mal darüber nach, es macht Sinn.

[Die Redaktion möchte betonen, dass erwähnte Situationen und Konversationen nicht unbedingt der Wahrheit entsprechen. Vielleicht tun sie das, aber wahrscheinlich nicht. Und wenn doch, dann würde die Autorin das niemals erwähnen, was viel besser für alle Beteiligten ist]

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