Archive of published articles on Juni, 2008

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Flachwichser

7/06/2008

Ey.. boah.. ich glaub ich war in meinem Leben noch nicht so wütend wie jetzt gerade. Wie kann man nur ein so bescheuertes, völlig apathisches Arschloch sein! WIE!! WIE! Wie kann man nur sein GANZES beschissenes Leben damit verschwenden, sich schön faul und breit hinzulegen, alle Verantwortung von sich abzuschieben..

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BOAH!!! MEIN VERKACKTER BRUDER!! ICH KOTZE! Ohne Scheiss da fang ich fast an zu heulen weil ich dieser Agression keine andere Form geben kann… aah… ich möchte gerade was zusammenschreien. Nach außen hin klingt die Situation bestimmt total bescheuert und belanglos aber es bringt mal wieder schön auf den Punkt was der eigentlich für ein Einzellerhirn hat..

Der sitzt die ganze Woche beim Bund und macht da laut eigener Aussage NICHTS. Den ganzen TAG! DIE GANZE WOCHE! Dann muss man ihn auch wirklich jedes Wochenende vom Bahnhof abholen, wo er sich direkt seine ersten 4000 Gramm Gras Tüte ansteckt. Im Laufe der Wochen begeht er dann tausend Unfälle und ist immer so stoned oder besoffen dass er nur noch peinlich ist. NICHTS kann der Mann mit seinem Leben anstellen, und wo normalerweise bei mir vielleicht etwas wie Verständnis oder etwas Mitleid oder Fürsorge auftritt, ist gerade einfach nur Wut und Verachtung. Meine Eltern sind die letzten zwei Wochen nicht zu Hause gewesen, meine Mutter zumindest immer erst spät nachts, das heisst, an mir bleibt die ganze Verantwortung im Haushalt kleben, ich muss hier putzen, da kochen, da aufräumen, dann noch arbeiten, babysitten und der ganze andere Schmonz. Das mag vielleicht nicht viel klingen aber so sollte das Leben nicht sein wenn man die erste freie Woche nachdem man mit der Schule abgeschlossen hat etwas genießen will, und zu all dem kommen noch meine Geldsorgen, die Jobsuche und diverse Projekte… aber egal, ich beschwer mich nicht, ich sag nur, okay, ich hab Verantwortung und die muss ich auch umsetzen, UND DA KANN ICH MIR NICHT EINFACH MAL SO DIE BIRNE BREIT HAUEN UND MICH AUF MEINEN FETTEN ARSCH LEGEN UND DER REST DER WELT IST MIR SCHEISS EGAL!

So, und dieser Bastard meint, er kann einfach herkommen und nichts tun. Schleppt sich bekifft wie er ist runter in sein Zimmer, will was essen, und anstatt tatsächlich mal was zu kochen und mal seine Bumsbirne einzuschalten, nervt der mich ungelogen drei Stunden, dass ich ihn bitte zum Döner fahre, wo er sich dann den Wanst fettfressen kann. ICH LEG MICH HIN WEIL ICH NACH 20 MINUTEN ARBEITEN MUSS, UND DER KOMMT UND WILL DASS ICH IHN HINFAHRE WEIL DER ZU BREIT IST UM SEINEN EIGENEN SCHWANZ ZU FINDEN. Und mich ausruhen kann ich mich sowieso nicht, weil er mich “LIEBEVOLL”!!!!!!!!!!!!!!! totkitzelt und so ‘ne Scheisse veranstaltet. Da war ich gestern schon am Rande der Tränen, wie kann man das denn aushalten?! Entweder man macht was dieses Arschloch sagt oder man wird so lange geprügelt bis man sowieso nichts mehr machen kann.

Aber heute… heute hat er echt den Vogel abgeschossen. Nachdem ich gestern nach fast 6 Stunden Arbeit nachts nach Hause kam, waren die werten Herren natürlich unterwegs, aber wer durfte den ganzen SCHEISS aufräumen, den die hinterlassen haben? Ich. ICH. Klar kann ich’s liegen lassen, aber dann kommt meine Mutter heim und muss nach ihren 16 Stunden schaffen auch noch mal ran. Da war ich schon am ausflippen. Heute morgen habe ich ihn nur gebeten, er solle doch im Laufe des Tages Wasser holen. Da gab’s schon ‘ne Szene. Von wegen er würde ja nich mehr hier wohnen und dann bräuchte er ja auch nichts zu machen. TOLLE KARTE DU ARSCHLOCH DANN BRAUCHSTE JA AUCH NICH MEHR IN DAS KLO ZU KACKEN DASS ICH PUTZE UND DAS WASSER DASS ICH DANN SCHLEPPEN MUSS KANNST DU VON WEITEM BETRACHTEN.

Ich muss um 5 arbeiten und einer muss noch einkaufen gehen, bzw. meine Mutter ruft IHN an, sagt ihm, er solle ihr doch bitte dies und das mitbringen, und er ruft MICH an, scheisst mich zusammen ich soll meinen “FETTEN, FAULEN ARSCH” hochbewegen und es selber machen. WIE BITTE?! WIE BITTE?!?!?!?!?!?!? EY, ich krieg nen Herzinfarkt! Ich hätte ihn echt fast durch’s Telefon getreten, wenn’s funktionieren würde, ich würd’s tun! Dieser mickrige, bekiffte Spasti meint allen ernstes, ich würde nur faul rumsitzen und nichts machen während er.. WÄHREND ER WAS?! Zu dumm für ‘ne gescheite Ausbildung, zu dumm für ‘nen Beruf, zu ungebildet für’s Studium, hockt da beim Bund und lässt sich die Eier schaukeln und meint wenn er nach Hause kommt ist er der King.

Dieser Penner kann mich gerade kreutzweise und ich hassse ihn augenblicklich mehr als jeden anderen, obwohl das morgen wieder anders aussieht. Denn eigentlich ist er ein netter, lustiger Typ, der auch immer für mich da ist, wenn ich ihn wirklich brauche. Ändert leider nichts daran, dass er ein beschissener Loser ist. Und ich denke mir, wenigstens weiß ich, welche Art von Mann ich in meinem Leben überhaupt nicht brauche.

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Planlos

6/06/2008

Ich streife immer noch planlos durch die Gegend um eine Möglichkeit zu finden, Geld zu verdienen. Viel Geld, das mir erlaubt, bald schon meine Höhenflüge zu verwirklichen und wenigstens für einige Momente des Lebens aus diesem öden Kaff zu verschwinden. Vielleicht die Dritte-Reich-Stimmung bei den amerikanischen Wahlen miterleben (immerhin der erste schwarze Mann, ob er gewinnt oder nicht), oder doch lieber den Sommer in Australien genießen, wo man bestimmt das Ozonloch auch mit eigenen Augen sehen kann? Diese Entscheidung ist hinfällig, wenn das Kleingeld nicht ausreichend klimpert.

Sommerverschwendung nennt man das, wenn das Wetter schwül und aufdringlich ist und man sehnsüchtig darauf wartet, dass die EM beginnt, damit man einen Grund hat, mehr Bier zu trinken als üblich und sich zu kleinen, aber feinen Freundesgrüppchen (allesamt bestehend aus Männern) zusammenzuschließen. Gründe dafür, das schwüle Wetter zu, pardon, “genießen”, selbst wenn es nicht wirklich genießbar ist. Man kann, das ist jetzt erwiesen, bei gutem Wetter (sprich: mehr als 20° Celsius) nicht zu Hause bleiben und nichts tun, wenn man nicht hundertprozentig weiß, dass die nächsten 5-10 Tage nicht mindestens genauso gut werden (also warm, also mindestens 20° Celsius). In Deutschland, hoffentlich bald im Finale gegen Griechenland oder Italien zu sehen, ich bin da nicht wählerisch, hat man diese Art von Garantie höchstens was Mettwurst und Formel 1 angeht. Unberechenbar.

Ist daher auch ein Grund, warum ich hier weg muss. Allerdings ist das ohne Geld kein Zuckerschlecken, wie man sich sicherlich denken kann. Mein “Erspartes”, was eigentlich das Ersparte meiner Eltern auf meinem Namen ist, sollte ich besser nicht anrühren, als Konsequenz könnte die Enterbung folgen. Meine Absicherung für später, sozusagen. Also malochen wie die blöden, der Wille ist da, die Gelegenheit jedoch- bleibt aus.

Einen Job zu finden, bei dem man nicht qualifiziert sein muss, und der nichts mit Gastronomie zu tun hat, ist wirklich verdammt schwierig. Wenn man ihn dann gefunden hat, sollte man sich bei der Bewerbung bemühen, sonst- ist nicht. Und so kreise ich durch das Internet, durch die Zeitungen, durch meine Kontakte, nichts, nichts, nichts. Alle haben für den Sommer eingepackt oder suchen mickrige Praktikanten. Ich, meine Damen und Herren, brauche einen Job, der mich weiterbringt. Harte, knüppelharte Arbeit, werde ich verrichten, und das mit Ehrgeiz.

Aber wo, wo, wo? Am liebsten würde ich direkt mal Jenny anhauen, die hat’s ja mit harter Arbeit (20%) und langen Beinen (80%) geschafft, zum Top-Model zu werden, und das sage ich jetzt so weil es gar nicht so abwegig erscheint, sie zu fragen, immerhin wohnt sie bei mir um die Ecke, und sie sollte sich langsam daran gewöhnen dass sie jetzt mehr Freunde haben wird als ihr lieb ist, da kann ich genau so gut den Anfang hinlegen. Ja, einen Job im Modelbusiness, obwohl ich natürlich auf das Rampenlicht verzichte und im Hintergrund arbeite. Als Statist, wenn es soetwas gibt. Womöglich ist es auch gar nicht so wichtig, was ich mir hier eigentlich zusammen texte, ich weiß nur, dass ich Geld brauche, ganz dringend, ganz jetzt, und ich möchte es mir nicht erhuren, ich möchte bei Gelegenheit noch etwas erleben, denn ich habe keine Ahnung, was ich machen soll.

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Zerbrechlich

2/06/2008

Ich weiß nicht, was los ist mit mir, mit meinem Leben. Ich will nicht sagen, dass alles perfekt läuft, das ganz und gar nicht. Aber es scheint so, als würde mich das Schicksal dazu bringen wollen, für immer hier zu bleiben. Erstmal zwei Jahre lang scheisse zu mir sein und auf einmal.. auf einmal habe ich Spaß (JAHA, GENAU VON DIESER ART SPASS REDEN WIR HIER!!), auf einmal habe ich Freunde, und zwar nicht nur die obligatorischen drei besten Freunde, sondern auch Bekannte, auch Menschen, die ich gerne um mich habe, ohne großartige Verpflichtungen eingehen zu müssen.

Plötzlich scheint alles ganz cool, obwohl meine Zukunft sowas von Ungewiss ist. Noch rette ich mich in das “erst mal Pause machen” Loch, das hält dann genau so lange an, bis ich mein Abizeugnis in der Hand halte. Noch halte ich mich mit dem Gedanken an der EM über Wasser, zu wissen, da kommt ja etwas das mich täglich beschäftigen wird. Und ich meine, klar, wenn man jetzt auf einmal gar nicht mehr so viel Unbehagen seinem kleinen Kaff entgegenbringen kann, wird der Drang, oder eher der innere Druck, weggehen zu müssen, auch zunehmend geringer.

Ich habe Angst, dass sich das irgendwie manifestiert. Angst mit diesem “zufrieden geben” Status- nicht, dass das schlecht wäre, manchmal muss man halt auch wissen, wo es endet. Aber soll das jetzt alles sein? Ist das der Zenit meines Glücks, ab und zu mal weggehen, ein paar Leute kennen zu lernen, ein bisschen Abwechslung im Tagesablauf aber im Grunde genommen- alles gleich? Ich weiß nicht.

Eine Großstadt! Eine berufliche Zukunft, oder wenigstens eine akademische! Ich fühle doch, wie ich regelrecht verblöde, jeden Tag am See oder im Club oder am Saufen und am Kette rauchen!

Ab morgen mache ich mich definitiv auf Jobsuche. Irgendwas relativ festes für die nächsten 2-3 Monate, etwas, dass mir genug Geld bringt, um hier abzuhauen, ohne noch mal zurück zu blicken..

Am See

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