Es ist nicht vorbei, es klingt nur anders.

Das Nest

Posted: July 13th, 2009 | Author: septemberRAVEr | Filed under: Kopfschuss, Weltkulturerbe | 10 Comments »

Achtundvierzig.

Ich dachte ja dass die Zahl des Jahres “Zehn” sei (zehn Kilo mehr braucht es, um bei mir Ohnmachtsanfälle auf dem Stepper zu verursachen). Ich irrte mich. Achtundvierzig.

Achtundvierzig Mückenstiche in zwei Wochen. An Armen und Beinen, unter den Achseln, zwischen den Arschbacken, auf der Kopfhaut, unter den Füßen und an unerreichbaren Stellen am Rücken. Und das sind auch nur die, die ich bisher gezählt habe.

Achtundfuckingvierzig.

Das war Gottes Rache dafür, dass ich vor zehn Jahren meinen fünfjährigen Cousin der vorzeitigen Völlerei einer Hochzeitstorte beschuldigt hatte, die auf meine eigene Sündenliste ging. So ist das.

Ich kann keine kurzen Hosen mehr anziehen, weil die Leute denken ich hätte eine tödliche Krankheit. Meine Arme sehen aus wie Leprabefallen, ich kann nachts nicht schlafen weil ich mit Cowboyhut und Peitsche bewaffnet die Ecken meines Zimmers durchjage. Literweise Blut habe ich bisher verloren. Sie nennen mich die Quaddel-Queen.

Ameisen! Von mir aus, Ameisen kann man wenigstens ignorieren, oder EIDECHSEN, verdammte scheisse lieber Gott, GIB MIR EIDECHSEN WENN ICH NUR DIESE VERDAMMTEN MÜCKEN LOSWERDE! Andere Leute haben da mehr Glück als ich, die kriegen wenigstens noch sone coole Fledermäuse ab, die sie dann als Maskottchen im Schrank behalten dürfen. Währenddessen muss ich nacht für nacht bei gefühlten sechshundert Grad Außentemperatur im Schatten einen Frottee-Schlafanzug und Anti-Rutsch Socken anziehen um den nächsten Tag noch zu erleben. SOCKEN! BEIM! SCHLAFEN!

Und dann dieses Gesurre! Nicht, dass ich sowieso schon genug zu tun hätte und jeden Tag ins Bett kollabiere; in dem Augenblick, wo ich ins wohlverdiente Koma entgleite, fängt es an. Surrrrrr… und das im Doppler Effekt. Klatsch. Mein Ohr ist mittlerweile halbverstümmmelt von meinen nächtlichen Fehlschlägen. Aber das ist alles nur Ablenkung. Während ich mich mit den zwei todesmutigen Mücken in meiner Gesichtsgegend herumschlage, vergewaltigen zwölf andere meine Waden, Schenkel und die Haut zwischen meinen Fußzehen. Ich sehe aus als wäre ich von einer Cellullite-Seuche befallen weil die Narben Krater hinterlassen haben die der Kartographie eines außerirdischen Planeten entsprechen.

Und dann kommt sie, die Mutter-Mücke, und sticht mir, während ich in Späher-Position auf meinem Bett stehe und wie bekloppt in die Hände klatsche, direkt zwischen die Augen. Da tankt die Alte erstmal so viel dass ich ein bisschen ohnmächtig werde.

Das schlimmste: es ist kein Ende in Sicht! SIE SIND UNBESIEGBAR! Diese Steckdosenteile, eine Farce! Einen Vorrat habe ich mir gekauft, und was ist? Sie funktionieren nicht! SIE FUNKTIONIEREN NICHT!!!!!! Die Viecher tanzen drumherum als wären sie Diskokugeln, und den Suff ihres Lebens haben sie AN MEINEM WUNDERSCHÖNEN PRACHTKÖRPER.

Hausmittel, Schmausmittel! Alles habe ich ausprobiert, SOGAR NELKEN HABE ICH GEKAUFT, NELKEN! WAS MACHT MAN MIT DREIHUNDERTGRAMM NELKEN WENN SIE NICHT GEGEN MÜCKEN WIRKEN, HÄÄ, HÄÄ, KANN MIR DAS MAL JEMAND SAGEN????

Die Lotionen und Cremes– ich weiß nicht, ob sie an den Mücken funktionieren, ICH wäre allerdings fast selbst daran erstickt. Wenn ich es mir recht überlege, ziehe ich den Tod langsam sogar vor, wenn es so weiter geht. Mal unabhängig von dieser körperlichen Misshandlung, die mir nacht zu nacht vor den Augen der Welt zugefügt wird- ich kratze mich den ganzen Tag als hätte ich die übelste Sorte Geschlechtskrankheiten dreimal abbekommen und sehe dazu an den Armen auch noch so aus als käme ich gerade vom Nadelstrich für ‘nen neuen Schuss, weil die Stiche blutig sind. Wobei, zugegeben: mittlerweile wurde ich so oft gestochen dass mein Körper kaum noch Jucken signalisiert. Ein Anti-Allergen. Die Mücken und ich: wir werden eins.

Kein Licht mehr, schwitzend unter meiner Bettdecke, kotzend vor Nervosität, lauernd auf den Feind; so ist es im Krieg.

Ich habe Angst.


Auto/Fahren

Posted: October 21st, 2006 | Author: septemberRAVEr | Filed under: Kopfschuss, Sperrmüll | 1 Comment »

Ich bin eine miserable Autofahrerin.

Ich meine, scheisse man. Wirklich. Ich bin grottenschlecht. Man könnte mich locker durch einen beinamputierten, blinden Elefanten mit Down-Syndrom ersetzen und er würde wahrscheinlich weniger Bordsteine und Seitenspiegel mitnehmen als ich. In der Fahrschule hat sich das alles noch irgendwie nach Spaß, Freude und Freiheit angehört. Aber jetzt weiß ich es einfach besser.

Seitdem ich nämlich den verdammten Opel Astra von meinem Bruder fahre, krieg ich hin und wieder krampfartige Anfälle, die jedem, der im Auto sitzt, in ungekannte Angstzustände versetzt. Und seit meinem Unfall ist sowieso alles nur noch eine Frage der Zeit, bis ich durch dieses Trauma in einer Anstalt lande und für den Rest meines Lebens rote Autos sehe die ständig beim Fahren absaufen. BEIM FAHREN!!

Auch schön war gestern diese filmreife Szene, die mich gottseidank nur als Beobachter einschließt:

P. und ich laufen die Straße entlang und bemerken, wie ein Auto rückwärts ausparken möchte. Ein kleiner Junge steht DIREKT dahinter auf seinem Fahrrad und möchte gerade weiterfahren, als das Auto ihm – BAM – total die Fresse einschlägt. …
Ja is ja okay, so dramatisch war’s nicht. Das Auto hat das Fahrrad erwischt und den Jungen schön auf den Arsch gesetzt, aber mir lief es trotzdem eiskalt den Rücken runter. Der Fahrer war entsetzt über das, was geschehen ist, stieg aus und kümmerte sich bestürzt um den Jungen.

“Ist dir was passiert? Ich hab dich überhaupt nicht gesehen!”
“Nee, ey, mir geht’s gut- ich wollte ja auch eigentlich vorbeifahren!”

Super Plan hast du da gehabt. Als ich nach Hause saß dann noch mein Nachbar drei Stunden heulend in seinem X3 und hörte sich (des Klangs nach) in der traurigen Dunkelheit Sarah McLachlan an. Ich meine, scheisse, Autos scheinen nicht gerade Symbolik der Freude zu sein, hm?

Jedenfalls habe ich überhaupt kein Bedürfnis mehr, Auto zu fahren. Der Opel ist jetzt mal wieder in der Werkstatt, weil er nicht fährt wenn die Drezahl nicht höher als 2000 ist. Das kommt gerade recht, seitdem ich meinen Führerschein habe esse ich nämlich nur noch bei McDonalds und muss für die Fahrt natürlich auch den Sprit bezahlen- das alles sei Vergangenheit.

Lang lebe die Öffentlichen Verkehrsmittel & Ökofraß!


Im Radio: “Today Is a Lovely Day..”

Posted: September 17th, 2006 | Author: septemberRAVEr | Filed under: Kopfschuss | 3 Comments »

Als Fahranfänger bzw. angehender Prüfling möchte man natürlich auf Nummer sicher gehen. So triezt man alle seine Verwandten (in diesem Falle wurde mein älterer und liebster Bruder gefoltert) in dem man sie zwingt, das Auto abzutreten und gewisse Herrschaften ans Steuer zu lassen… auf speziellen Übungsplätzen, versteht sich. Führerscheinlos würde man sich ja nicht wagen, die Schaltung in die Hand, resp. die Kupplung unter den Fuß zu nehmen, nicht wahr?

Jedenfalls habe ich es dringenst nötig- mein Ausflug nach Tschechien (“I Went To The Czech Republic and All I Got Was A Lousy Asia Market With Lousy Asian People Who Wanted To Sell Me Lousy Asian-Produced Stuff”) mit der Fahrschule war nur vom Geldausgeben her erfolgreich, der Rest (“wie, runterschalten? Ich kann nicht im 5. Gang um die Kurve? Was meinst du mit “zu schnell”, wieso schreist du eigentlich?”) ist so, nun ja, wir nehmen es besser kommentarlos hin.

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