Der hessische Dialekt schreit quasi “Agrarwirtschaft”. Jeder, der hessisch spricht, gehört direkt gefoltert und in ein Lager gesperrt, wo Hochdeutsch eingeprügelt wird. Hessisch - wenn professionell ausgeführt - ist definitiv nicht normal. Jeder eingeschworene Sachse hört sich dagegen an wie ein charmanter Franzose. DIE haben immerhin das Attribut “ganz niedlich, wie die sprechen” verdient. Bei den Hessen möchte man sich die Ohren abschneiden und wiederholt den Kopf an Zement platt schlagen.
Gestern hat Kappes die beste Überlieferung eines Hessen dargeboten, als wir nach Bad Homburg zum Schwimmen gefahren sind. Das war super unspektakulär, aber trotzdem Mal 50 Euro dafür rausgeschmissen. Das wir hier einen See um die Ecke haben und das Freibad in Seligenstadt ungefähr 4 Euro Eintritt und 2 Euro Sprit gekostet hätte, haben wir dezent ignoriert. Hallo! Man gönnt sich ja sonst nix! Und wer will nicht in einen Kurort fahren, wo nachmittags das Schwimmbad auch noch einen Aqua-Gymnastik Kurs für die 8 vorhandenen Rentner anbietet! Im Preis enthalten war außerdem FFK Sauna und Solarium. Das FKK davor haben wir dezent übersehen, als wir uns im Internet informiert haben. So viel dazu. Jedenfalls, auf der langen und sonderlich langweiligen Strecke ist es ihr so gekommen, und sie fing an zu reden wie der Bauer vom Dorf. Ich meine, wirklich. Jeder Hesse hört sich an wie vom Land. Da ist nix mit Mainhatten und Rhein-Main Ballungsgebiet der Kanacken! Nix da! Hessisch, eine hoffentlich bald heilbare Krankheit.
Isch tät das ja jetze ma demonstriere so, aber wenn de das ach noch schriftlisch uffzeische musst, da glaubste es hack! Isch bin ja hier net de Hannebambel, aldiweil uff de Land rede mer ja agentlesch net so wie mans so kenne tät. Aber wenn de da ene vor dir hast, und de grüßt disch mit “Ei gude wie!”, kannste ja ach nemmer nur “Halt die Gosch” sasche, mer ham ja ach Gefühle gell!
Boah. Grausam ist das, ich sag’s euch. Und das muss man sich dann geben wenn man sich an Tagen wie heute - der erste Mai, oh la la - zum kollektiven Bauernbesäufnis an die Waldfreizeitanlage bewegt, wo die Schlager dick aufgetragen werden und die Generation Emo sich so die Kante gibt dass ich denen sogar fast ihre Depression abkaufe. Ich muss sagen, ICH hab mir vielleicht die Pillen geschmissen als ich 13 war, aber meine Fresse, ich hab’s mit Würde getan, wirklich! Ich hab’s ganz für mich getan, alleine in meiner Sucht hab ich Party gemacht, und das war um die dreitausend Mal besser als nach ner halben Pulle Vodka einfach mal abzukotzen und im Dreck dazuliegen. Manchmal rutschen da auch direkt ein paar Typen drüber. Gut, is klar, dafür haben die mehr Sex. Wollen wir ja jetzt gar nicht bestreiten. Aber wie gesagt, Würde und so!
Und wo wir gerade dabei sind: Ich scheine ja den Abschied von meinem Kaff echt zu genießen. Den Tanz in den Mai jedenfalls hab ich hier verbracht. Wir haben genau zwei Discos in Rock City, und das wären einmal das Astoria - die beschämende Russendisko, wo man entweder prostituiert ist oder zumindest irgendwann mal Drogen verkauft hat - oder die Klangbar. Die Klangbar ist fast so groß wie unser Gästeklo und die andere Drogenstation in der Heimat. Eigentlich will man da gar nicht rein, weil man sofort Angst hat, erstochen zu werden, und weil auf dem Klo mehr Geschlechtskrankheiten auf einen warten als im Mediziner Lexikon abgebildet sind, aber jeder war schon mal da. Jedenfalls, die Leute von der Klangbar haben gestern den Tanz in den Mai veranstaltet, im lokalen Bürgerhaus, wo ich mit 15 auf der Kerbdisco mal mit dem ekligsten Typen der Welt rumgeknutscht habe, weil ich mein Handy verloren hatte und ich glaubte, er hätte es mir geklaut. Bestechung war das, aber gut, man macht eben Fehler, ich bin jetzt reif und weiß, dass ein geklautes Handy nur noch mit Sex kompensiert werden kann. Und anstatt also nach Frankfurt zu fahren - Big City Beats im Cocoon, auf der Gästeliste im Tanzhaus West, Fahrgelegenheit ins KinKa, super DJ im Velvet - trotte ich aus Faulheit und Geiz (scheiss Schwimmen) zur Klangbarparty ins Bürgerhaus, wo 8 andere Leute auf mich warteten. Es war ziemlich lustig, danke dem Alkohol und der lustigen Menschen, die dabei waren. Die Musik war auch extrem nice, aber das Klientel echt ein Armutszeugnis. Die sahen alle aus wie direkt aus dem Asylheim, 3 Tage wach, druff druff druff. Ich hab mich totgelacht. Ein Kindergeburtstag seinesgleichen! Aber macht nix, war in Ordnung, bald bin ich cosmopolitan und so. Alles ist super.
Das alles - die Opferparty und das kollektive Bauernbesäufnis- hatte aber einen Vorteil. Er nennt sich Timo und ist ein kleines (also, großes) Schnittchen. Auch wenn er einen debilen, ungewaschenen Eindruck macht. Hat Pete Doherty aber auch. Und Kate Moss steht trotzdem auf ihn (Gerüchte besagen, es kann auch am Heroin liegen, oder am Geld, oder an der Musik, aber ich bezweifle das alles).
Ab und zu habe ich das Bedürfnis, mich zu betrinken. Vor allem, wenn ich merke, dass ich mich immer mehr an sowas wie die Schule festklammere, um bloß nicht über das nachzudenken, was kommen wird. Dann. Wenn ich groß bin, und mir doch kein Pony namens Uwe ins Wohnzimmer stelle. Und keine Schildkröte (Otto) habe, die mir Gesellschaft leistet. Mein tragisches Ende in irgendeinem Wohnklo, ohne Freunde, ohne Party, ohne Freiheit, Hartz IV, und so weiter.
Damit es nicht so weit kommt, schreibe ich mir Schritt für Schritt auf, welche ökonomischen Zukunftsvisionen ich eigentlich habe. Oder, grob gesagt, wie genau ich eigentlich a) reich werden und b) die Weltherrschaft an mich reissen möchte. Die Idee, ein Buch zu schreiben, das in allen Ländern dieser Welt No. 1 auf der Bestseller Liste ist und im Iran zensiert wird, habe ich aus Faulheit wieder verworfen. Ich gehöre lieber zu der kapitalistischen Herde, die sich irgendwann zum Unternehmer hochschläft. Oder so.
Jedenfalls stellen sich mir einige Hürden in den Weg. Ich weiß, dass ich gerne in die Medien möchte, aber eher mit Werbung und Psychologie und Kommunikation arbeiten will als mit Design und dem ganzen Schmonz der sowieso niemandem gefällt außer mir selbst. Hatte ich ja schon erwähnt. Dafür gibt’s ja auch Studienfächer ohne NC (Medienkommunikation, Kommunikationsmanagement, Wirtschaftskommunikation, die ganzen Hipster-Fächer halt). Die kosten aber viel Geld, und mit meinem momentanen Kontostand (3,80 ungefähr) kann ich mir nicht mal die Zigarette leisten, die ich beim Lebenslauf tippen rauchen würde.
Aber zumindest habe ich die Perspektive von dem, was ich mal machen will. Das ist schon mal 100% mehr als die Kollegen aus der Schule wissen, die höchstens “raus hier” möchten oder “Spaß haben” oder was auch immer. Ins Ausland wollen sie, dieses Pack! Diese Illusion hatte ich auch bis vor einem Jahr, wo für mich eine Weltreise das höchste der Gefühle war. Dann hat sich das immer mehr reduziert. Vielleicht doch nur ein Jahr Australien? Ein halbes Jahr Amerika? Drei Monate in Spanien? Und letztendlich merke ich, je näher dieser Punkt rückt, wie unrealistisch das ohne Geld ist. Mein Beruf ist nicht Tochter, er ist Tochter von armen Menschen, und deswegen kann ich das knicken. Bei meinem Luxusleben das Sparen anzufangen wäre jetzt sowieso zu spät, darüber hätte man sich zu angemessener Zeit (vor 8 Jahren) Gedanken machen müssen.
Egal. Nach der Schule ist erst mal EM und entspannen. Schöön. Irgendwann zwischen Juni und August fahre ich für 2 Wochen nach Barcelona, ein bisschen Urlaub kann man sich ja mal gönnen. Aber danach hört’s auch auf. Klar, ich muss mich an der Uni bewerben. An den UniS, pardon, sind ja einige da, die mich ablehnen könnten. Wahrscheinlich alle, aber man kann’s ja versuchen. Und jetzt kommen wir zu den spannenden Fragen, die in der Schule bisher ungeklärt offen gelassen wurden: Wie, zur Hölle, bewirbt man sich eigentlich bei Universitäten?
Also, ich bewerbe mich online, und dann? Die müssen doch mein Zeugnis sehen! Und wann weiß ich, wann ich genommen werde, wenn es ein NC Fach ist und die noch nicht mal meinen Schnitt kennen? Das muss man ja angeblich nachreichen. Und dann? Der ganze Scheiss mit Zulassung yadda yadda, wer soll denn da noch durchblicken! Aber selbst wenn ich das irgendwie hinbekomme, sagen die mir rechtzeitig bescheid, damit ich auch umziehen kann (nach Berlin, falls ihr es vergessen haben solltet)- was ist, wenn ich zwar umziehe und zugelassen werde, aber keine Wohnung finde in der Zeit? Oder noch schlimmer: Wann kommt mein erstes Bafög Geld, und wann weiß ich überhaupt, wieviel ich bekomme? Denn das kann man ja nur beantragen, wenn man schon zugelassen ist. Toll, dann werd ich zugelassen, stelle fest, dass ich warum-auch-immer nur 200 Öcken im Monat vom Staat bekomme und wie soll ich dann damit alles bezahlen? Selbst wenn ich nicht auf eine private FH gehe, reicht das ja wohl kaum, um eine Wohnung zu bezahlen. Nicht mal für’s Studienheim reicht das! Nebenbei arbeiten ist ganz klar, aber was? Das muss ich ja auch machen! Horror, der wahre Horror!
Wenn ich bis dahin angenommen werde, umziehe, und meinen Platz im Leben finde, ist ja alles schön und gut. Aber was ist, wenn die mich nirgendswo haben wollen? Dann habe ich die Bewerbungsfristen verpasst, und stehe Anfang Oktober mit nichts in der Hand da. Deshalb, so dachte ich, kann ich mir ja ein Jahr Auszeit nehmen. Was anderes machen. Aber da ich von zu Hause so schnell wie möglich abhauen möchte, bleibt mir ja nichts anderes übrig, als mir irgendwas im Ausland zu suchen. Aber was? Work & Travel ist zu teuer, das kann ich niemals niemals niemals bezahlen. Ganz abgesehen von meinen Eltern, aber die berücksichtigen wir mal nicht. So. Dann könnte ich mich auf ein Au Pair Jahr mit Vox’ “Auf und Davon” einlassen, aber darauf habe ich um ehrlich zu sein keinen Bock. Verschissene Plagen hüten während die Eltern schön am Strand faulenzen, genau, und dann dafür sorgen dass es noch mehr von diesen verhätschelten Monstern auf der Welt gibt. Nene. Davon gibt’s hier schon genug. Au Pair, pfff, das ist ja wie Sterbehilfe intelligente Menschen unserer Erde…
Trotzdem weg sein ohne weg zu sein wäre dann als Stewardess arbeiten. Abgesehen von den Klischees, die sich in meinem Fall höchstwahrscheinlich auch noch bestätigen würden, ist das ein lukrativer Job, bei dem man rumkommt. Was viel cooler ist: Irgendwo auf einem Schiff anheuern! Durch die Karibik cruisen! Dafür würde ich mir auch irgendwelche Plagegeister geben, ich sag’s euch. Tausendmillionen neue Leute kennenlernen wäre das! Abgefahren! Vielleicht nicht unbedingt realistisch, aber man kann es sich doch überlegen.
Gehen diese zwei Alternativen auch schief, dann bleibt mir nichts anderes übrig, als irgendwo einen Job zu suchen und in meinem verkackten Heimatort für immer rumzurotten bis ich dann doch irgendeinen Macker heirate der mich schwänger und so weiter. Traurige Geschichten wären das, und mein Zynismus auf ein neues Level reichen (Game Over, sozusagen). Heidenei. Ich bin wirklich überfordert. Ich will weg hier, aber ich will meine Zeit nicht mit Scheisse verbringen. Ich will etwas machen, was mir Spaß macht, was mir gefällt, was mich selbst auch irgendwie weiterbringt, was gut im Lebenslauf aussieht.
Man, diese Gesellschaft ist doch scheisse. Da ziehen diese Vollhorstis uns unser ganzes Leben lang groß und erzählen uns, nach der Schule wird alles so toll und blah blah blah, aber mal konkret zu sagen, was man eigentlich machen kann, davon haben die keine Ahnung. Und dann sollen wir auf einmal großartige Leistungen bringen und gucken das wir zurecht kommen! Die ham se ja wohl nich mehr alle…
So, heute abend wird dann also gesoffen, auf dass ich irgendwann mal nicht unter ‘ner Brücke aufwache und feststelle, dass alles scheisse war.
Freunde und Freundesfreunde: Ich bin befreit! Eben, spontan, einfach so, no strings attached. Ein bisschen steril, aber verdammt (!) tut das gut. Die Woche kann starten, ich sag’s euch.
So, was bitte schön ist an euch Typen eigentlich kaputt? Da stalkt mich dieser Kerl wochenlang, und ich suche mir die ganze Zeit Rechtfertigungen dafür, warum ich nicht will. Gar nicht so sehr für ihn, sondern für mich. Nein, zu alt, nein, zu uncool, nein dies, nein das. Endlich entscheide ich mich mal, mir selbst einen Ruck zu geben, für ein bisschen Action sogar meine (absolut nicht hohen) Ansprüche fallen zu lassen und mich einem völlig Fremden hinzugeben (im wahrsten Sinne des Wortes, meine Damen und Herren!), was nicht zuletzt wahrscheinlich am Timing liegt (Eisprung, PMS, die üblichen Verdächtigen halt), und DANN, DANN!!
“Och ja, wir können ja ‘nen Kaffe trinken gehen. Wie wär’s um 4?”
Bitte WAS? Ich hab da jetzt mehr so an Rotwein und nachts um 11 gedacht du Walldorfschüler! Egal, egal. Nachdem wir dann feststellen mussten, dass seine Wohnung saniert wird, bei mir ja mal gar nichts geht und die ganze Woche sowieso verplant ist, könnte ich gerade echt ‘nen Porno einlegen und dazu ‘ne Storyline schreiben.
Ich raff das wirklich nicht. Wenn man mal mehr von ‘nem Typen will, als nur das ewige Rumgeficke, ist das entweder ein Arschloch der einen direkt zum nächsten schiebt, oder man hat’s einfach versäumt, da mal mehr rumzustricken. Will man einfach nur gut dönern, trifft man auf irgendwelche Vollidioten die die Zeichen nicht lesen können (”Äh, ach, mich stört’s nicht, wenn du grad sanierst, ich bring auch ‘ne Flasche Rotwein mit.” “Nee, das sieht echt voll hässlich aus!”), die sowieso nur aus Verzweiflung gewählt wurden, und eigentlich auch nur hormonellen Dates entsprechen die keine Zukunft haben. Nein, der denkt jetzt direkt an’s Kinder kriegen!
Boah. Kopp gegen die Wand, echt jetzt.
Ich habe heute den besten Teil des Tages (der, wo die Sonne scheint und kleine Kinder lachend durch den Hof rennend und ich sowieso vor der Glotze sitze und fernsehe) damit verbracht, einer Freundin bei einem Projekt für die Schule zu helfen. Sie geht auf die beste Schule der Welt. Zumindest kann man da Mathe für Typographie abwählen, was schon mal ein riesengroßer Pluspunkt ist. Warum ich mich damals nicht dort beworben habe, weiß ich bis heute noch nicht, aber nun gut, sinnieren wir lieber über andere Dinge.
Das Projekt bestand darin, eine Website für eine Band aus der Umgebung zu gestalten. Eigentlich sollte das ganze Cooperate Design entwickelt werden, aber das hatte die Gruppe vorher schon gemacht, und nun ging es daran, tatsächlich eine funktionierende, auf HTML basierende Website zu bauen. An und für sich ist das für mich überhaupt kein Ding, ich hab mir mit 13 Jahren mal ein HTML Buch von vorne bis hinten durchgelesen, und mein von Ästhetik geprägter Sinn hat bisher immer nur Top-Designs hergestellt, jawohl! …
Problematisch war daran, dass die Gruppe vorher die ganze Seite sozusagen als Bild in Photoshop gestaltet hatte. Das Design war extrem respektabel, aber scheisse verdammte, es sah aus wie etwas dass nur mit Flash gemacht werden kann. Und dann ging es halt darum, es umzusetzen. Da ich seit ungefähr 4 Jahren keinen HTML Editor berührt habe, war es für mich dann doch schwer, mein Old Skool wissen auf die neuen Medien (sprich: Browser) anzuwenden. Also habe ich meinen Plan, mit so viel CSS wie möglich zu arbeiten, hingeworfen und mich auf die ganzen Loser Tricks eingestellt. Das Bild in Photoshop einfach geslicet, eine Tabelle erstellt, sogar einen IFrame benutzt und einen einzigen CSS Code benutzt. Siehe da: Die Seite sieht sowohl in Firefox wie auch im IE optimal aus, nur dass natürlich im IE der CSS Rollover spinnt und damit schon mal die Hälfte der Zeit für scheisse verkackt wurde.
Perfekt war es trotzdem nicht, weil ich durch meine lapidare Umsetzung auch viele Ideen und kreative Ansätze der Gruppe verwerfen musste. Aber nach 4 Stunden arbeit war es trotzdem recht gelungen, und ich bin irgendwie auch froh, dass mal wieder gemacht zu haben. Es erinnert mich daran, dass ich absolut nichts mit Design zu tun haben möchte. Nicht, weil ich darin so grottenschlecht bin. Ich denke, mit ein bisschen Übung und Erlernung des Handwerkes (bzw. wenn ich mal mit dem Fortschritt mitgehen würde, anstatt immer mal wieder “keinen Bock mehr” zu haben!) würde ich auf jeden Fall das Fach meistern. Nein, ich hab nur keinen Bock auf mösige Kunden, die irgendwelche Vorstellungen haben, die ich überhaupt nicht umsetzen WILL, weil’s einfach scheisse aussieht. Ich habe bestimmte Ideen und die gefallen mir. Ich bin da überhaupt nicht kompromiss- oder gar teamfähig. Am Arsch! Ich hab recht, und nur so sieht’s gut aus (so minimal und farblos wie möglich, damit das Auge nicht überreizt wird).
Ich glaube, wie eine gelungene Website soll später auch mal meine Wohnung aussehen. Schwarz/Weiß/Grau mit einer EINZIGEN Farbe als Lichtpunkt. Und alles in Leder. Und so wenige Möbelstücke wie möglich. Es wird keine Pop-Ups geben, wichtige Informationen sind in Schubladen und stylishen Kartons (die in der Wand eingebettet sind) verschwinden. Ein einziges Ikea Regal (gleicht dem Copy&Paste), der Rest Handarbeit aus Skandinavien (NICHT IKEA, HANDARBEIT!!).
Nur, damit wir uns da verstanden haben.

Freunde der französischen Electromusik aus dem Hause Ed Banger, es gibt eine neue Compilation, sie nennt sich Ed Rec III und beinhaltet nicht nur das Debut des Videokünstlers So Me (das Genie, dass für Kanye West und Justice Wunder vollbracht hat), sondern auch die neuen Tracks von Feadz und, uh uh uh, Uffie of course!
Eigentlich nichts besonderes, möchte man meinen, Uffie hat sich die letzten 20 Tracks immer gleich angehört, mittlerweile gibt es schon bekloppte Schwedinnen, die Musik machen wie Uffie, und der Rest der Welt ist schon leicht angeödet. Nachdem ich mir dann aber das Snippet zu Gemüt führte und die ganzen Leaks wie ein Suchtkrüppel im Internet sammelte, musste ich fast begeistert feststellen, dass Uffie sich zumindest etwas flexibilisiert hat, was ihren komischen Ghettorap angeht. Mir gefällt der Track. Und ich werd mir die Scheibe ganz sicher holen, sobald ich wieder mehr Partyfeeling empfinde.
Für alle, die kein schlechtes Gewissen haben, sich die Leaks zu holen, hier zumindest mal “Robot Oeuf” von Uffie auf ZShare.
Demnächst wird es von mir auch mal wieder ein paar neue Tracklists, Mixtapes und Reviews auf MSBWY geben, also dranbleiben.
Ich war gestern “feiern” und heute im Zoo. Das war zu 30% schön, zu 50% ermüdend und zu 20% extrem bescheuert, alles zusammen, aber egal. Ich war da, es hat halbwegs Spaß gemacht und weil ich ausnahmsweise mal meine Kamera dabei hatte gibt es sogar eine visuelle Dokumentation. Alle mal Juchee schreien bitte.
Ich bin ein Nerd. So, jetzt ist es raus, es ist gesagt, zugegeben! Kein Weg mehr zurück! Ich bin ein NERD. Bei mir fehlt echt die schwarze Hornbrille und der Pokemon Rucksack. Ich bin’s, das war’s. Manchmal erwische ich mich selbst bei meiner Nerdigkeit und dann schäme ich mich ein bisschen dafür. Andere Mädchen in meinem Alter belegen Tanzkurse, knutschen wild mit ihren Freunden rum, führen 4 jährige Beziehungen, haben Kinder, beziehen ihre eigenen Wohnungen oder führen den Haushalt! Die anderen, die können Eiskunstlaufen oder machen Party in der Disco um zumindest am sozialen Leben teilzuhaben! Wiederrum andere gehen für’s Leben gerne shoppen oder werden Topdesigner oder lassen sich ungewollt schwängern!
Ich sage: NEIN DANKE, Initative Minesweeper für Mädchen ab 3 Jahren! Genau so sieht’s aus. In meinem Leben kommt so ein Firlefanz nämlich nicht vor. Arschgeweih, Pelzmantel, hallo, bin ich blöd oder was! Ich höre immerhin mit Inbrunst Radiohead! Da ist nichts mit rumpoppen!
Das wichtigste Indiz dafür, dass ich ein Nerd bin, ist dass ich gerne ein Autist wäre. Oh ja. Nerds wären gerne Autisten, weil sie dann keine Rechtfertigung mehr für ihr asoziales Benehmen brauchen. Richtig alleine kann man da sein! Primzahlen im Kopf errechnen, STUNDENLANG! Quadratische Gleichungen lösen, OHNE TASCHENRECHNER! Das, meine Damen und Herren, ist ein wahrer, purer Nerd. Eigenständig denkende Roboter bauen! Bei Jugend Forscht abräumen (gut, gut, da hab ich nie mitgemacht, zugegeben, aber ich hätte gerne, mir fehlte es nur an IQ und Mut, zwei weitere Indikatoren für Nerdigkeit).
Also, aber um mal das weite Feld von Nerds, Geeks und Kollegen einzugrenzen, können wir mal einfach davon ausgehen, dass ich ein Trottel bin. Ich bin kein fetter Trottel oder unmodischer Trottel (ein bisschen unmodisch, vor allem ein bisschen faul was die Mode angeht), oder gar ein unlustiger Trottel- aber eben ein Trottel. Jemand, der krampfhaft versucht cool zu sein und ungefähr sechs Mal am Tag dabei gegen eine Tür rennt, schreit “ABER DA STEHT DOCH DRÜCKEN DRAUF!!” und wie bekloppt dran zieht. Ich flieg auch ein paar mal auf die Fresse, Grunze beim Lachen und manchmal läuft auch Milch durch meine Nase.

Der Typ zum Beispiel. Der sieht extrem trottelig aus, nech? Und genauso trottelig wie der aussieht, genau so trottelig ist mein Charakter. Aha! Wichtige Information! Ich bin insofern also noch nerdiger, weil ich ein Nerd bin, der sich hinter einer un-nerdigen Fassade versteckt.Reden wir jedoch nicht um den heißen, gefährlichen Brei drumherum. Wenn ich hier schon mein großes Coming-Out habe, kann ich wenigstens auch die Punkte auflisten, die mich zum Nerd machen.
(more…)
Ich bin ein Spaziergängermensch. Wirklich. Steck mir Musik ins Ohr und latsch dir die Stadt rauf und runter, so lange jedenfalls, bis der Achselkaffee die Unterschenkel erreicht, dann ist’s auch bei mir vorbei. Aber mit Sport kann man mich jagen. Der Sinn von joggen ist völlig entfremdet. Warum joggen, wenn man laut einer Studie (keinen Bock zu googeln) 20 Minuten joggen durch 3 Minuten lachen kompensieren kann? Siehste. Völlige Quacksalberei, das hat nur mit dem Laufschuhumsatz was zu tun, nicht mit der Gesundheit. Das jedenfalls dazu.
Was mich hingegen stört ist diese Spaziergängerrei mit anderen Menschen. Ich hab kein Problem damit quer durch die City zu latschen und dabei ein Eis, das mir sowieso größenteils auf der Jeans landen wird, zu schlecken, und mit meiner dicken Busenfreundin (die, by the way, dickere Busen hat als ich) über die triste Einsamkeit in so einem weiblichen Leben zu sinnieren, wirklich nicht. Am besten mit viel Kohle in den Taschen oder zumindest mal ein paar Oberteile bei H&M klauen, echt gar kein Ding und so. Aber ich latsch doch nicht von A nach B und unterhalte mich dabei mit anderen! Nein! Tu mir das nicht an!
Das habe ich früher immer schon so gehasst, wenn ich auf dem Weg vom Bahnhof nach Hause (nach der Schule) mich zwangsweise in irgendwelche belanglosen Konversationen begeben musste, weil irgendwelche Pappnasen zufälligerweise den gleichen Weg hatten. Und da kann man ja nicht so sagen: Hier, du, lauf mal bitte ein paar Schrittchen schneller, ich hätt jetzt lieber meine Stöpsel im Ohr (ja gut, das kann ich mittlerweile schon, aber damals hab ich tatsächlich noch Gedanken um meinen Ruf gemacht, schreckliche, beklemmende Zeiten waren das!). Ganz schrecklich war das auch morgens, wenn man da jemanden getroffen hat, bei mir hieß es immer: rennen, rennen, rennen, damit die einen ja nicht erwischen. Das sind dann die, die morgens wirklich Unterhaltungen führen können, LEUTE, ich kann morgens höchstens mal scheissen gehen und ‘ne Kippe rauchen und bis 11:30 bin ich definitiv nicht ansprechbar, vor allem nicht für euch!! Aber bis das mal einer gerafft hat war ich schon 3 Jahre älter und fuhr prinzipiell mit dem Auto.
In den raren Zeiten, in denen ich wirklich zur Arbeit laufe oder sonstirgendwo hin und mein Ipod mit neuer Musik bestückt ist und ich mich wirklich freuen darf, bin ich entweder zu fett und rolle irgendwelche Abhänge entlang oder irgendwer (wie behindert ist DAS bitte schön?!?!) kommt die Straße in seinem 3er BMW entlanggebraust und fragt, ob man mitgenommen werden will. Und höflich ablehnen, pah, kann man ja auch nicht, weil… keine Ahnung wieso, jedenfalls nervt mich das.
Kann man nicht mal mehr in Ruhe spazieren gehen, hä! Ich meine, man geht ja auch zu keinem Jogger und sagt, “Hey, soll ich dich ma mitnehmen, Schätzke, siehst aus als hättest du kein Auto heute!” Und man geht ganz bestimmt nicht hin und fragt ob man mal mitjoggen kann, da joggt man einfach schneller oder langsamer bis sich dieses peinliche Aufeinandertreffen von alleine löst, ja!! SO MACHT MAN DAS! Und wenn ich schon die Mukke im Ohr hab sollte das wohl ein glasklares Zeichen sein!
Das ist im Auto und in der S-Bahn mindestens genauso schlimm! Schön, das wir uns in der 4. Klasse kannten, so, jetzt haben wir uns gegrüßt KÖNNTEST DU BITTE WEITER LAUFEN UND NICHT NEBEN MIR SITZEN UND MICH MIT DEINEM SCHEISS VOLLSABBELN DA LÄUFT NÄMLICH EIN TOLLES LIED UND ICH KOMM JA SONST NICHT DAZU MUSIK ZU HÖREN WEIL ICH AUCH OHNE DEINE KACKE GENUG STRESS HAB VIELEN DANK TSCHÜSS.
Aber da reagiert ja keiner drauf. Da haben sie wieder alle selber watt in den Ohren…
Hier, also, die Schule ist dann fast vorbei und so. Fehlen noch die mündlichen Prüfungen Ende Mai, bis dahin komplett pleite. Ansonsten Arbeit und Babysitten und immer nur mit Spasten rumhängen und keine Party machen weil a) zu müde und b) zu deprimiert. Den Rest der Zeit damit verbringen, vergebene Männer anzumachen, weil ich Angst vor tatsächlichen Begebenheiten habe und mich lieber hinter einer selbst erbauten Schutzummantelung verstecke. Eltern drehen total am Rad und die Zukunft ist schwarz. Der geistige Zerfall schreitet fort, das konstante Sabbern ist nunmehr Teil meines Charakters. Der Behindertenverein löst sich auf, aus Gründen des Todes. Wenn ein fettes Mädchen im Wald stolpert, lachen dann die Bäume? Anyway, ich will neue Klamotten. Ich finde auch keine Socken mehr, nur noch knallrote oder knallpinke. Schuhe sind auch fein. Fressen ist an der Tagesordnung, gehört zum Frust. Pony macht mich jünger und 20 von 21 Leuten bevorzugen das Stirnversteck. Meine Leser sind auch alle weg, liegt am Gestank.
« Previous Entries
» Next Entries
Letzte Kommentare