Es ist nicht vorbei, es klingt nur anders.

Web To Go

Posted: August 2nd, 2009 | Author: septemberRAVEr | Filed under: Mitmachthemen | Comments Off

Ich bin ja ein ehrenhaftes Mitglied trnd.com-Mitglied. Word of Mouth Marketing ist ein anstrengendes Feld. Berichte schreiben (wobei ich dahingehend eher nachlässig bin), Leuten Gutscheine in die Hand drücken und Produkte empfehlen (wenn sie empfehlenswert sind). Leider gab’s bisher nicht viele Sachen, bei denen sich die Mühe gelohnt hat.

Das letzte Produkt, dass ich testen durfte, hat mir aber regelrecht den Arsch gerettet, als ich die letzten zwei Wochen zu Hause war und keine regelmäßige Internetverbindung hatte (was mich in eine regelrechte Gossip Girl Abhängigkeit stürzte, aber das ist ein anderes Thema). UMTS! UMTS! UMTS! Sieht aus wie ein Technobeat…

Ernsthaft: Ich habe den Fonic Surf Stick getestet. Das Teil ist ziemlich nice. Schnelle Verbindung, Prepaid, kein Vertrag, Kostenkontrolle.. zwar doch recht teuer wenn man es jeden Tag benutzen möchte (2,50 pro Tag, allerdings wirklich nur, wenn man den Stick benutzt), aber für das hin- und wieder ist es absolut empfehlenswert.

Ich konnte die meiste Zeit (auch bei 200 km/h auf der Autobahn) mit UMTS-Geschwindigkeit surfen, ab und zu hat es nur für GPRS oder EDGE gereicht, war aber vollkommen in Ordnung. In Holland hat das Teil gar nicht erst funktioniert, aber gut, was will man machen. Einziges Manko (aber relativ verständlich): Das Gerät kostet inklusive SIM-Karte und allem drum und dran 80 €. Für mich wäre das schon eine kleine Investition, aber ich kann mir gut vorstellen, dass es sich für viele lohnt. Mitnehminternet und so.

Das waren meine two-cents, ich liebe das Teil, ich geh jetzt in den Park und bearbeite da meine E-Mails. Und dann gibt’s auch bald irgendwann mal wieder einen richtigen Blogeintrag.


Das Nest

Posted: July 13th, 2009 | Author: septemberRAVEr | Filed under: Kopfschuss, Weltkulturerbe | 10 Comments »

Achtundvierzig.

Ich dachte ja dass die Zahl des Jahres “Zehn” sei (zehn Kilo mehr braucht es, um bei mir Ohnmachtsanfälle auf dem Stepper zu verursachen). Ich irrte mich. Achtundvierzig.

Achtundvierzig Mückenstiche in zwei Wochen. An Armen und Beinen, unter den Achseln, zwischen den Arschbacken, auf der Kopfhaut, unter den Füßen und an unerreichbaren Stellen am Rücken. Und das sind auch nur die, die ich bisher gezählt habe.

Achtundfuckingvierzig.

Das war Gottes Rache dafür, dass ich vor zehn Jahren meinen fünfjährigen Cousin der vorzeitigen Völlerei einer Hochzeitstorte beschuldigt hatte, die auf meine eigene Sündenliste ging. So ist das.

Ich kann keine kurzen Hosen mehr anziehen, weil die Leute denken ich hätte eine tödliche Krankheit. Meine Arme sehen aus wie Leprabefallen, ich kann nachts nicht schlafen weil ich mit Cowboyhut und Peitsche bewaffnet die Ecken meines Zimmers durchjage. Literweise Blut habe ich bisher verloren. Sie nennen mich die Quaddel-Queen.

Ameisen! Von mir aus, Ameisen kann man wenigstens ignorieren, oder EIDECHSEN, verdammte scheisse lieber Gott, GIB MIR EIDECHSEN WENN ICH NUR DIESE VERDAMMTEN MÜCKEN LOSWERDE! Andere Leute haben da mehr Glück als ich, die kriegen wenigstens noch sone coole Fledermäuse ab, die sie dann als Maskottchen im Schrank behalten dürfen. Währenddessen muss ich nacht für nacht bei gefühlten sechshundert Grad Außentemperatur im Schatten einen Frottee-Schlafanzug und Anti-Rutsch Socken anziehen um den nächsten Tag noch zu erleben. SOCKEN! BEIM! SCHLAFEN!

Und dann dieses Gesurre! Nicht, dass ich sowieso schon genug zu tun hätte und jeden Tag ins Bett kollabiere; in dem Augenblick, wo ich ins wohlverdiente Koma entgleite, fängt es an. Surrrrrr… und das im Doppler Effekt. Klatsch. Mein Ohr ist mittlerweile halbverstümmmelt von meinen nächtlichen Fehlschlägen. Aber das ist alles nur Ablenkung. Während ich mich mit den zwei todesmutigen Mücken in meiner Gesichtsgegend herumschlage, vergewaltigen zwölf andere meine Waden, Schenkel und die Haut zwischen meinen Fußzehen. Ich sehe aus als wäre ich von einer Cellullite-Seuche befallen weil die Narben Krater hinterlassen haben die der Kartographie eines außerirdischen Planeten entsprechen.

Und dann kommt sie, die Mutter-Mücke, und sticht mir, während ich in Späher-Position auf meinem Bett stehe und wie bekloppt in die Hände klatsche, direkt zwischen die Augen. Da tankt die Alte erstmal so viel dass ich ein bisschen ohnmächtig werde.

Das schlimmste: es ist kein Ende in Sicht! SIE SIND UNBESIEGBAR! Diese Steckdosenteile, eine Farce! Einen Vorrat habe ich mir gekauft, und was ist? Sie funktionieren nicht! SIE FUNKTIONIEREN NICHT!!!!!! Die Viecher tanzen drumherum als wären sie Diskokugeln, und den Suff ihres Lebens haben sie AN MEINEM WUNDERSCHÖNEN PRACHTKÖRPER.

Hausmittel, Schmausmittel! Alles habe ich ausprobiert, SOGAR NELKEN HABE ICH GEKAUFT, NELKEN! WAS MACHT MAN MIT DREIHUNDERTGRAMM NELKEN WENN SIE NICHT GEGEN MÜCKEN WIRKEN, HÄÄ, HÄÄ, KANN MIR DAS MAL JEMAND SAGEN????

Die Lotionen und Cremes– ich weiß nicht, ob sie an den Mücken funktionieren, ICH wäre allerdings fast selbst daran erstickt. Wenn ich es mir recht überlege, ziehe ich den Tod langsam sogar vor, wenn es so weiter geht. Mal unabhängig von dieser körperlichen Misshandlung, die mir nacht zu nacht vor den Augen der Welt zugefügt wird- ich kratze mich den ganzen Tag als hätte ich die übelste Sorte Geschlechtskrankheiten dreimal abbekommen und sehe dazu an den Armen auch noch so aus als käme ich gerade vom Nadelstrich für ‘nen neuen Schuss, weil die Stiche blutig sind. Wobei, zugegeben: mittlerweile wurde ich so oft gestochen dass mein Körper kaum noch Jucken signalisiert. Ein Anti-Allergen. Die Mücken und ich: wir werden eins.

Kein Licht mehr, schwitzend unter meiner Bettdecke, kotzend vor Nervosität, lauernd auf den Feind; so ist es im Krieg.

Ich habe Angst.


Summertime Blues

Posted: July 3rd, 2009 | Author: septemberRAVEr | Filed under: Lärmforschung | Comments Off

Es ist viel zu warm um meine tiefsinnigen Gedanken der Welt mitzuteilen. Ich fühle mich wie atomar zerschmolzen. Deshalb gibt es jetzt die Hymne des Sommers (die Hymne jedes Sommers.. jeden Sommers… scheiss Grammatik):


Sex/Fire

Posted: June 28th, 2009 | Author: septemberRAVEr | Filed under: Lärmforschung | 4 Comments »

Öhm. Wieso habe ich den Moment verpasst, als Caleb Followill, Lead Sänger der Kings of Leon, von dem hier (Bild hab ich rausgenommen, datt kann ich mir einfach nich jedes Mal angucken wenn ich aufn Blog gehe).

… zu dem hier wurde:

Caleb Followill, Sexsklave weiblicher Gedanken

Und viel wichtiger: Warum hat mir keiner Bescheid gesagt?!

Ich sollte wohl wieder öfter mal ein paar Musikvideos laufen lassen. Seit das M in MTV für Müll steht klappt das aber nicht so wirklich. Jedenfalls werde ich Caleb (und eigentlich hatten alle Bandmitglieder so eine männliche Ausstrahlung, ich bin total überwältigt und habe wieder Hoffnung für die Menschheit) nun eine Rolle als Hauptdarsteller in meinem nächtlichen Kopfkino zuteilen. Jetzt, wo MJ tot ist, haben wir sowieso wieder einen Platz frei.* Ich hab auch eben gerade diese außerordentlich amüsante Timeline seines Aussehens entdeckt. Hallo? Aus welcher Zeit kommt denn der Typ! Der sah im Jahre 2000 aus wie ein Pornodarsteller aus den Siebzigern! Das nenn ich mal Vintage.

… nehm ich natürlich trotzdem.

Das Konzert. Paradoxerweise war ich so gespannt und voller Vorfreude, dass ich mich auf eine kleine Enttäuschung einstellte. Kings Of Leon sind die größte musikalische Inspiration in meinem Leben seit Radiohead und The Knife; das kann live einfach nicht so gut sein wie in meinem Kopf. Dachte ich.

Tatsächlich jedoch ist während des Konzerts mein Schädel einige Male explodiert, weil so viel Zauber und Energie und Euphorie und Hysterie einfach nicht reinpassen wollte. Zeitweise lag ich breitbeinig auf dem Boden und ergab mich dem auditiven Orgasmus. Ich habe vergessen zu atmen und die Uhr ging scheinbar rückwärts. Ich war tot und wurde wiederbelebt. Mein Leben macht wieder Sinn. Es war großartig.

Ich bin ja kein traditioneller Konzertefan, vergleichen kann ich also nicht so gut. Ich weiß, dass die Red Hot Chilli Peppers Show größer und schöner war. Da waren ganz viele bunte Lichter und viel mehr Platz für “Spaß” auf der Bühne, was aber auch mit dem Image der Band zusammen hängt. Wenn Flea da im Skelettkostüm abkackt hat das einen ganz anderen Effekt als die bitterernsten Whiskey-Leons. Deshalb waren die regungslosen Posen und die ernsten Gesichter keineswegs langweilig oder trocken. Stattdessen gaben sie der Spannung und der Stärke der Musik nochmal eine abschließende Würze, die das Bild perfekt machte.

Völlig entsetzt und fast schon peinlich berührt war ich von Mew. Ich bin ja normalerweise nicht so der Fan und kenne nur wenige Tracks, aber JesusMaria, was war das bitte schön für eine Scheisse? War das Muse auf Crack? War das M83 im Autotune? Man weiß es nicht. Es hat irgendwann so in den Ohren wehgetan, dass wir unsere (ja, ich gebe es zu:) Sitzplätze auf den oberen Rängen verließen um einfach in der Ecke zu stehen, weil selbst das besser war, als da zuzuhören.

Ja, Kings Of Leon. Jeder Song berührte das Herz, die Mimik des Leadsängers perfekt, jeder Griff, jeder Ton einfach so, wie er sein sollte. Diese Stimme ist nicht von dieser Welt. Auch dass er sich während eines Songs mehrmals bekreuzigte werde ich ihm verzeihen, dem alten Säufer.

Noch eine kleine Enttäuschung gab es allerdings doch irgendwie. Ich hatte das Gefühl, von ungefähr 10.000 Besuchern, waren drei tatsächlich über Only By The Night hinaus gekommen. Ja, auch ich finde, dass es das stärkste Album der Kings Of Leon ist. Aber es ist nicht das einzige, und das schienen viele gar nicht zu wissen. Mit Fragezeichen in der Birne drehten sie sich jeweils zu aneinanderum, “hää?”. Das hat die Stimmung manchmal ein bisschen von “Ausrasten” auf “mittlere Freude” zurückgeschraubt, das macht bei so vielen Leuen auch was aus. Mitsingen konnte ich auch nicht ausnahmslos jeden Song, ich hab natürlich trotzdem aus Prinzip mitgegröhlt.
Schön war die heterogene Masse trotzdem. Von alten Menschen bis hin zu Eltern, die ihre Kinder im Schlepptau hatten, war alles dabei. Deshalb war es auch glaube ich extrem ruhig im Saal, als die Jungs ein paar agressivere Töne ansagten. Ich kann mir gut vorstellen dass das in einer kleineren Location mit dem Fokus auf “den gewohnten” Rockfans noch intensivere Auswirkungen auf das Publikum gehabt hätte. Vielleicht ist das aber auch schwer zu sagen, wenn man oben sitzt und auf gefühlte drei Millionen Leute runterblickt.

Über Sitzplätze kann man jetzt auch noch sagen was man will, sie erlauben es einem wenigstens, die Musik richtig zu verinnerlichen. Wenn ich in der Crowd stehe, habe ich meistens das Problem, dass ich überhaupt nichts sehe und außerdem für mein Leben kämpfen muss. Ich wäre glaube ich tausend Tode gestorben, hätte ich auch nur einen Moment von der Bühne wegschauen müssen. Spätestens aber bei Sex On Fire, als einfach mal Ausnahmezustand in der Arena war, hatte ich nicht wenig Lust einfach komplett die Ränge runter zu springen und mit zu rocken. Kann man aber nicht alles haben, deshalb war es so schon ganz okay. Nach dem Konzert habe ich eine halbe Stunde überlegt, wo die Band wohl zum Feiern hingehen würde, um sie zu stalken; aber dann dachte ich fuck it und bin auf eine Party, wo ich jedem nochmal mein Ticket ins Gesicht gehalten und mich im Neid anderer gesuhlt habe.

Und weil es so schön ist, hier der Track, bei dem ich bis heute nicht verstehe, was der Typ eigentlich singt:


Kings of Leon – King Of The Rodeo (Official Music Video)

*immer diese Mediendramatik. Auch ich habe eine Vergangenheit, die MJ beeinflusst hat, auch ich habe als Kind dazu getanzt und auch ich habe mir Gedanken zu den Entwicklungen seiner Persönlichkeit und seines Aussehens gemacht. Fakt ist aber, dass er seit zehn Jahren keine gute Musik mehr gemacht hat. Für mich war er die ganze Zeit schon tot, nur dass jetzt die Wahrscheinlichkeit auf ein (erfolgreiches) Comeback nicht mehr gegeben sind.


King Of The Rodeo

Posted: June 23rd, 2009 | Author: septemberRAVEr | Filed under: Lärmforschung, Sperrmüll | 8 Comments »

Die Welt geht unter, mein Arsch tut weh vom Sitzen und bald gibt’s das Internet nicht mehr, IST ABER ALLES SCHEISS EGAL DENN ICH GEH AM SONNTAG AUF DAS KINGS OF LEON KONZERT!

SO LONG SUCKERS!


Zensursula

Posted: June 19th, 2009 | Author: septemberRAVEr | Filed under: Mitmachthemen | 6 Comments »

Ich hatte mir vor einigen Tagen überlegt, ob ich nicht – aus Solidarität mit den Protesten im Iran – mein Theme in Grün kleiden sollte. Ich war bisher nicht dazu gekommen und wollte das dieses Wochenende nachholen.

Das spar ich mir jetzt allerdings, weil ich feststellen musste, dass mein Heimatland – Deutschland – in Sache Regierungswillkür und Grundrechtsverletzungen auch kein Vorbild ist. Mit dem einzigen Unterschied, dass sich hier keine tausend Leute versammeln, um zu protestieren. Nicht, weil es das nicht wert wäre- sondern weil die Mehrheit überhaupt nicht versteht, worum es geht.

Andere Menschen haben schon viel besser ausgedrückt, als ich es je könnte, wieso Netzsperren im Internet lediglich ein Schritt in eine ungewisse, aber definitiv undemokratische Zukunft sind. Jetzt kann ich mit dem Finger auf alle Politiker zeigen und schreien: Du bist Deutschland. Ich nicht.

Die Dreizehn Lügen der Zensursula auf Netzpolitik
Der letzte Tag bei Anke Gröner

Vier Gründe gegen Netzsperren auf N-TV
Kommentierte Zensursula Linkliste auf Netzpolitik


Danke.

Posted: June 4th, 2009 | Author: septemberRAVEr | Filed under: Sperrmüll | 7 Comments »

Es fiel mir eben auf:  2.400 Kommentare, 250 Artikel (nach dem Großen Putz im Dezember 2008, wo mehr als 200 Artikel entfernt wurden). Danke für eure Hilfe, für eure Unterstützung, für eure Anmerkungen, für eure Kritik, für eure Aufmerksamkeit und für euren Humor.

Außerdem renn ich jetzt mit Titten raus und ner Dose Faxe über’n Berg und gröhl “Wir fahrn in Puff nach Barceloohhhna”, weil man sich ja sonst nichts gönnt.


Light My Fire

Posted: May 21st, 2009 | Author: septemberRAVEr | Filed under: Sperrmüll, Weltkulturerbe | 12 Comments »

Weil ich vor einigen Nächten im komatösen Zustand mein Mobiltelefon regelrecht von innen heraus zerfetzt habe*, musste ich mir übergangsweise ein altes Nokia-Feuerzeugfake ausleihen. Das aber auch hoffentlich nur bis nächste Woche, da müsste mein Sony Ericsson nämlich ankommen (nachdem mir die kleine ostsibirische Trümmerlotte von T-Mobile eigentlich ein iPhone zu traumhaften Konditionen versprach, nur um mich am nächsten Tag vom Rindvieh-Kollegen anzurufen und das Angebot zurückzuziehen, weil “ein interner Fehler vorlag”).

Anyway. Das Nokia Feuerzeug Modell ist ein Urgestein aus der Zeit des Handy-Hypes unter Jugendlichen, Kleinkindern, Yuppies und BCL**. Außerdem habe ich es nun so getauft, weil es tatsächlich Feuerzeuge in dieser Form gab (oder schändlicherweise irgendwo, vermutlich in Korea oder Taiwan, immer noch gibt) und ich im Übrigen keine Ahnung habe, wie das Teil wirklich heisst.

Da ist Snake drauf! SNAKE! Ich habe das letzte Mal Snake gespielt, da gab es noch nicht mal den Euro (achtung, hier wird schamlos übertrieben)! Und ich meine nicht das schäbige und völlig überbewertete Snake II, nein, ich meine das Originale Snake, das Snake. SNAKE! Ich raste gleich aus vor Freude!

Snake, man. Reiht sich direkt in die glorreiche Reihe der Spiele, die zu langen Toilettensessions führen: Tetris, Pacman, Minesweeper… Legenden in einer Jugendkultur, ein Muss für alle, die sich keine “richtigen” Konsolen (N64, ach du scheisse) leisten konnten… Ein Rekord nach dem anderen wurde im trägen Unterricht der achten Klasse geknackt, eine Liga der Profis, Freundschaften zerbrachen an dem riesigen Erfolgsdruck.
Jeder trug seine Zahl stolz auf der Brust. In den 69ern wurde mit Gewalt rebelliert. Wir erschufen neue Dimensionen der Langweile.

Als eben eine SMS ankam und dieser berühmte Nokia SMS Ton erklang, fühlte ich mich sekundenlang wieder wie fünfzehn: ich liege in der Sonne am örtlichen Skate Park, unter der Quarter Pipe, neben mir die Bong und meine Freunde, in meinem Gesicht ein verzocktes Grinsen und in meinem Magen absoluter Hunger-Aufstand. Die Skater skaten, wir rauchen und trinken, aus den Boxen dröhnt Ska- und Punk Musik oder die neue Aggro Platte (ich höre sie tatsächlich noch gröhlen… “Westberlin, West-West-Berlin”, “Wer hat das Gras weggeraucht? Der Neeee..”, “Dapdapapadaaadaaaa, dapdapapadapaaaaadaaa”, “Carlo Coxxx Nutten, du Opfer musst dich ducken”, “Ich mach dich nebenbei klar wie Snake, da wird gar nicht überlegt..”), und ich überlegte mir, welchen verpickelten Teenager-Typen ich wohl heute gut fand.

Es ist schon seltsam, was dieses Handy eben mit mir angerichtet hat. Eine verrückte Zeitreise in meine Vergangenheit; vielleicht das erste Mal, dass mir das bewusst passiert. Klar habe ich eine Vergangenheit, aber das mieste, an das ich mich erinnere, liegt nicht so weit zurück. Ein paar Jahre. Diese ganz besondere Erinnerung, an eine völlig andere Zeit, die ist irgendwie anders. Das ist nicht wie “letztes Jahr”, wo man sich noch in die Situation reinversetzen kann, nee. Das ist wie, als würde man sich selbst von außen betrachten, ohne wirklich einen Einblick zu haben.

Das ist einerseits schade, weil man tatsächlich nie wieder jung sein wird. Weil man doch nicht seine Versprechen sich selbst gegenüber hält- weil man irgendwann halt so wird wie seine Eltern, weil man doch nicht so cool ist, weil man nicht bis man 40 wird nur von Cornflakes zum Frühstück lebt und weil man nicht Skateboarder, Rockstar oder Tauchlehrer wurde. Sucks.

Aber es ist auch irgendwie gut. Tatsächlich erinnere ich mich nur noch an ein bestimmtes Bild, aber es ist ein schönes Bild. Weil ich mich selbst kenne, weiß ich dass es nicht so idyllisch gewesen sein kann. Trotzdem fühle ich das nicht. Und das heisst, ich bin nicht unzufrieden mit dem, was war. Und das heisst, dass ich vielleicht heute wegen etwas scheisse drauf bin, mich aber in vier Jahren nur noch an die guten Momente erinnere, oder zumindest an die, die es wert sind. Eine Ansammlung an Dingen, in denen die guten überwiegen und die schlechten vergessen lassen. Ein Freifahrtsschein zum Scheisse bauen.

Dieses Handy schickt mich echt auf Drogen. Jeder bräuchte mal in seinem Leben ein kleines und unbedeutendes Nokia, dass für einen Moment den Boden komplett wegzieht, einem ‘ne dicke Tüte in die Hand drückt (mit VORgebauten Blunts… VORGEBAUT!), einen falschen Ausweis in die Hosentasche steckt und Schule schwänzen lässt.

Tütütüt-tütüt, tütütüt.

*im Halbschlaf schön das Aufladekabel falschherum in das Handy gesteckt. Nachdem ich merkte, dass das Teil nicht richtig reinpasst, hab ich es einfach mit Anlauf bis zum Anschlag reingeballert. Das Kabel ist ganz, das Telefon ist quasi völlig traumatisiert nach diesem Angriff.

**Besonders Coole Leute


Berlin Calling

Posted: May 18th, 2009 | Author: septemberRAVEr | Filed under: Lärmforschung, Metropolis, Weltkulturerbe | 4 Comments »

Gestern habe ich mir, als ungefähr letzter Mensch auf diesem Planeten, auch endlich mal Berlin Calling angesehen. Nachdem ich ja schon seit Monaten den (überaus) großartigen Soundtrack besitze und Paul Kalkbrenner schon live erlebt habe, kam die Gelegenheit per Instant Messenger und einem Wochenende in Langweile zu Hause.

Um es kurz und knackig zu machen: So genau verstehe ich den Hype nicht. Lernt man einen Cineasten, Druffie oder einfach nur Berliner kennen, alle sind sich einig, dass dieser Film eine gewisse Bedeutung für die Berliner Techno-Subkultur trägt. Ich vermute dahinter allerdings blinde Loyalität zu einer sehr gerne gesehenen und vor allem auch erlebten Bewegung. Egal ob in den Clubs, auf den diversen Freiluft-Raves oder in der U-Bahn. Die Kids wollen Techno, auch wenn ich mich manchmal frage, ob sie es wollen, um eine Rechtfertigung für chemische Zusatzstoffe zu haben oder ob diese tatsächlich nur ein Mittel zum Zweck sind. Die Grenzen verschwimmen da sehr häufig.

Und so ging es mir auch mit diesem Film. Zugegeben, er war mir nicht unsympathisch, was wohl an der beruhigenden Deutsch-Film-Dramatik liegt, die nicht versucht, etwas aufzubauschen, das es nicht gibt (wie es etwa die amerikanischen Dramen gerne tun). Nein, die Geschichte war eigentlich recht langweilig, unspektakulär und vor allem: nichtsaussagend. Oder?

Noch mal von vorne: DJ Ickarus schiebt sich ein paar böse Teile in der Produktionszeit seines neuen Albums. Man sieht ihn in der Klapse auf einem Egotrip, er versaut sich seine Freundin, sein Label, sein Leben. Nach der Intervention seiner Familie und Freunde (die im Film recht kurz, bündig und selbstverständlich abläuft) geht es aber wieder bergauf, er stellt sein Album fertig und rockt alle weg. Und wenn ich das jetzt so trocken erzähle, dann nicht, weil ich zu einem Punkt kommen will, sondern weil der Film tatsächlich genau so gerade erzählt wurde. Drei Sätze. Das war es eigentlich auch schon.

Der Film überzeugt in seiner Schönheit, aus seiner Perspektive; ein Film, der auch ein großes Bild sein könnte. Auch wenn der Unterhaltungsgrad bei Berlin Calling nicht wirklich existent war, geben die Bilder vielleicht ein bisschen das Spiegelbild einer hedonistisch-ausgelassenen Kultur wider, welches sogar recht akkurat ist. Welche Stadt könnte da am ehesten als Sammelbecken für etwas so großes/gefährliches dienen?

Ich weiß nicht, was ich erwartet hatte- man hätte auch beim Soundtrack bleiben können. Paul Kalkbrenner tanzt morgens wie in Trance zu Sky & Sand. Diese Szene alleine kompensiert die Schlichtheit des Filmes und ergreift mit einer Sehnsucht das Herz jedes Nachtmenschen, der sich für den Moment fallen lassen kann. Deshalb lege ich Berlin Calling denjenigen ans Herz, die beim Feiern mal ganz kurz die Luft anhalten sollten, bevor der Beat wieder losgeht.


Komasaufen

Posted: May 15th, 2009 | Author: septemberRAVEr | Filed under: Sperrmüll | 2 Comments »

Woah. Fünf Stunden völlig verkomert Auto fahren ohne jegliches Zeitgefühl und mit komplett verbappten Augen. Fünf Stunden später finde ich mich im alten, irgendwie kleinwirkenden und vor allem spießigen Frankfurt wieder.

Ich freue mich wie Katz und Maus, dass ich meine Mama sehen darf. Und vor allem dass meine Mama kocht, was großartig ist. Großartig, hört ihr! Und weil mir jetzt nichts anderes einfällt außer “Das hätte ich auch twittern können”, verabschiede ich mich in die Dusche und dann ins Bett und dann zum Saufen.


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