Ich lebe mit der Philosophie, dass man andere für sich sprechen lassen muss, wenn man selber nicht weiß, wie man bestimmte Dinge ausdrücken soll. Und weil das relativ häufig vorkommt in letzter Zeit und ich erstmal klarkommen muss mit all den Dingen, gibt es jetzt die einzige Interpretation von dem, die ich mir vorstellen kann:
So, ich gebe es endgültig auf. Wenn sich bitte mal jemand freiwillig zum Theme Redesign für septemberRAVE.com melden würde, das wäre großartig, ich kann die Kotzerei hier nicht mehr sehen. Wenn ich niemanden finde, kann ich nichts mehr schreiben – und wer möchte auf den Genuss meiner Schreiberei schon verzichten? – und wenn ich nicht mehr schreiben kann, kann ich gleich dicht machen.
Okay. Und wenn’s keine Freiwillige gibt, gibt es auch eine geringfügige Entschädigung. Nacktbilder, FREUNDE, ES IST SO WEIT!
Nein im Ernst. Wer Lust hat der kann mich per Email kontaktieren, und wer meine Email Adresse nicht hat/kennt einfach seine in den Kommentaren hinterlassen. Mit Referenzen (ab Porsche können wir reden).
Ich hab nicht viel zu sagen, weil alles, was ich sagen würde, mich und andere in tiefe Depressionen stürzen würde. Das, oder ich kann es einfach nur nicht formulieren, was irgendwie für mich das Gleiche ist.
Ich hab mir in meinem Leben eigentlich nicht viel gewünscht; tatsächlich habe ich nie irgendwas von irgendwem verlangt, materiell gesehen. Aufmerksamkeit, Musik und einige geringe Kalorien reichen, um meine Existenz abzusichern. Momentan keine wirklich besondere Existenz.
Aber wenn es eines gab, was ich mein Leben lang wollte, dann war das ein Begleiter, der mich mental festigt. Kein Hund, auch keine Katze- die würde ich sehr schnell wahrscheinlich töten.
Ich wollte schon immer eine Schildkröte. Einen Opa-Ersatz. Ein Tier, das mich mit Weisheit gegen die Wand klatscht. Eines, dass ich nicht auf seinen Knuddelwert reduziere, sondern in seiner ganzen Form wahrnehmen kann. Ich weiß nicht, wieso, ich weiß nicht, wie es kam. Ich weiß nur, wenn ich das sehe, muss ich weinen, und zwar ganz stark, und kann mich auf nichts mehr konzentrieren, und bin wieder ein kleines Mädchen mit unheimlich viel Liebe in mir.
Mein RSS Feed war/ist kaputt. Danke für alle, die mich darauf hingewiesen haben. Müsste jetzt wieder funktionieren, wenn nicht, solltet ihr einfach alle 3 Minute hierher surfen. Gahaha.
Hach, irgendwie ist mir gerade alles wieder zu viel. Meine Augen brennen und meine T-Shirt-Kragen riechen nach Döner, und gestern hat auch noch die U-Bahn versucht, mich umzubringen. Denn es ist nicht immer alles Heiterkeit und Ponyhof, wenn die Technik versagt, und Berliner Schienenverkehr keine automatische “Fuß-in-der-Tür”-Erkennung haben. Dann gehen Dinge eben daneben.
Wenn man allerdings nicht mit dem Fuß, sondern fast dem ganzen Körper zwischen der Tür steckt, muss man mit der Blamage leben, ein ungebetener Gast in einem fahrenden Zug zu sein. Ich könnte die ganze Geschichte jetzt in eine einzige, riesengroße Metapher packen, aber das ändert leider nicht die Tatsache, dass ich nur in dieser peinlichen Situation gelandet bin, weil ich schon wieder irgendwo in Gedanken rumgetrödelt bin.
Das schönste an meiner letzten Woche, so kann man ja abschließend zusammenfassen, war das Fußballspiel mit meinen (überwiegend) männlichen Kollegen. Dieser Sport ist wunderbar, um seinen Penis auszupacken und auf den Tisch zu legen! Das fiel den Teilnehmern auch kaum schwer. Jeder durfte Mal das Leder als gefährliche Waffe gegen uns Mädchen benutzen. Währenddessen habe ich mich als 1,66 Meter großer Telefonmast mit gravierenden Koordinationsschwierigkeiten bewiesen. Wenn ich einen Funken Weiblichkeit in meinen Bewegungen hätte, wäre das vielleicht “süß” gewesen, aber ich glaube, es war mehr wie eine ganz bizarre Szene aus einer Hollywoodkomödie.. Alle coolen Leute spielen, bis die fette Oxana mit der Rotze in der Nase auch mal will, und man weiß nicht genau, ob Ekel oder Mitled bei den Zuschauern überwiegt.
Jedenfalls habe ich dabei die Erfahrung gemacht, dass man nach 6 Monaten nichts-tun tatsächlich auch mal von Sport kotzen kann. Damit wünsche ich euch einen schönen Feierabend und mir noch 5 weitere Stunden der Wortkotzerei.
Olé olé! Nachdem der gute alte Hermes Versand ungefähr alles falsch gemacht hat, was falsch zu machen geht, habe ich endlich meine Schnäppchen-SRL Kameras (jawohl, Mehrzahl!) für korrekte 40 € erhalten. Bevor ihr euch jetzt vor Neid die Haare einzeln ausreisst bzw. von einer Brücke springt (weil das an dieser Stelle eigentlich ja angebracht wäre), sollte ich vielleicht erwähnen, dass diese Kameras leider keinen jungfräulichen Touch mehr haben und eher an Zeiten vor Jesu Geburt erinnern.
Ganz im Sinne der kapitalistischen Weltförderer (aber das hatten wir ja schon) werde ich kleine, lokale Fotoläden unterstützen, indem ich meine Filme dort entwickeln lasse (ja, es sind analoge Kameras). Das heisst für mich im Prinzip, dass ich ab sofort permanent pleite sein werde, was zu vorher auch keinen Unterschied macht, aber auch, dass ich Bilder zum Anfassen haben werde, so im Gegensatz zu allen anderen Leuten, die Bilder auch nur noch für StudiVZ & Co machen.
(Wo wir gerade beim Thema sind: Kennt ihr das, wenn ihr im Club seid, was wahrscheinlich bei meinen erwachsenen und kultivierten Lesern nicht oft passiert, die treiben sich eher in Theatern und auf Vernissagen rum– also kennt ihr das, ihr seid im Club, und JEDER Mensch, mit dem ihr unterwegs seid, packt seine kleine, hässliche, kompakte Digicam aus und will “diesen großartigen Abend festhalten”?! Das Schlimme daran ist ja eigentlich nicht, dass die Bilder dann am nächsten Tag online gestellt werden, das kann durchaus erheiternd sein, wenn man sich an den Vorabend nicht erinnert, das Schlimme ist ja wohl dass 1) alle Fotos komplett gleich aussehen, d.h. es ändert sich mal der Grad des Zerstört-seins oder die Klamotten, die die Porträtierten anhaben, und 2) eigentlich wird nur noch zu 20% sozialisiert oder getanzt, den Rest der Zeit möchte man doch bitte belegen, dass man auch tatsächlich da war, damit das jeder weiß, und deshalb muss man die ganze Zeit fotographieren als wäre es das letzte, was man tut. So eine scheiss Digitale ist schlimmer als Handylautsprecher, jawohl).
Ich habe die Ältere von beiden, die Canon 1000N, heute mal zur Arbeit mitgeschleppt (dabei ist “schleppen” mit Sicherheit das richtige Wort, das Teil hat ein unglaubliches Gewicht, man könnte es als Anker für die Queen Mary benutzen) und Fotos vom Gendarmenmarkt gemacht. Ich würde sie ja gerne mit euch teilen, aber die Problematik dahinter brauche ich wahrscheinlich nicht zu erläutern.
Also. Ich, mit meinem großartigen Talent, werde also viele Fotos schießen, damit unglaublich erfolgreich sein und mein Geld mit spaßigen Dingen verdienen. Das wollte ich nur sagen.
Vielleicht liegt es daran, dass ich zwei Brüder habe. Oder dass meine Eltern wesentliche Fehler in meiner Erziehung gemacht haben, wer weiß. Am Ende zählt nur eins: Ich bin im Herzen ein Mann.
Ja, es hat lange gedauert, bis ich endlich an den Punkt kam, wo ich jetzt bin. Sehr lange. Aber man wird ja langsam erwachsen und geht daher mehr auf das andere Geschlecht ein. Übrigens das logischere Geschlecht.
Wie oft musste ich mir die ewig gleichen Situationen zuführen- wie Männer unter den Erwartungen ihrer Frauen, Mütter, Schwestern und Tanten leiden mussten! FRAUEN DIESER WELT! Wenn man im Urlaub ist, und vier Tage Zeit hat, um zu entspannen, sollte man sich nicht stundenlang darum kümmern, den Kofferinhalt wohlbedacht in den Schrank zu räumen! Wenn man es doch tut, dann tut man es für sich, und zwingt nicht den (männlichen) Begleiter, es auch zu tun! Es nennt sich nicht umsonst Urlaub.
Männer können lange andiskutieren, verlieren letztendlich aber doch- nicht, weil sie nicht mehr können, sondern weil ihre Argumente keine Angriffsfläche haben. Um also den letzten Funken Entspannung zu wahren, gehen sie auf die schwachsinnigen Forderungen ein, setzen aber ihre testosteronhaltige Signatur drunter: Die Klamotten waren immer noch im Koffer. Aber der war jetzt im Schrank.
Aber das sind nur Lappalien, die man als Frau belächeln kann. Die wirklich nervenzerfetzenden Logikdefizite liegen in anderen Bereichen. Zum Beispiel bei Sexpannen. Wenn einer Frau etwas “gesellschaftlich unangebrachtes” zwischen den Laken passiert, ist es für sie das schrecklichste, dass jemals passiert ist. Die Situation war nie peinlich- man hätte sie bedenkenlos übergehen können. Das Gekreische und die Tränen hingegen können schon für einen Abbruch des Aktes sorgen. Männer hingegen- Männer wissen, dass solche Situationen erst peinlich werden, wenn man sie nicht sorgfältig überspielt. Wenn ein Mann nach einer langen Zeit der Abstinenz endlich wieder zum Zug kommt, ist die Gefahr eines zu frühen Endes relativ hoch. Der Mann kennt die Lösung: Unbemerkt die Ladung an der Bettkante abschmieren, so tun als wäre nichts passiert, drei Minuten weitermachen, ruckartig aufstehen, sich verabschieden und nie wieder darüber sinnieren. Gut, die Dame, die mitgespielt hatte, weiß natürlich nicht, worum es ging- aber peinlich war es schließlich niemandem.
Das mit dem Fußball ist natürlich auch so eine Sache. Frauen können einfach nicht verstehen, dass ein Mann in seiner Natur nur für seine Triebe lebt. Er muss jeden Tag mit der Wahrheit leben, dass er ein Sklave der Frau ist, und dass er über die Jahrhunderte hinweg domestiziert wurde. Wenn er dann etwas findet, dass ihn wieder an seine ursprünglichen Instinkte erinnert, möchte er nicht davon getrennt werden. Hier kommt der Fußball ins Spiel, das Symbol der Männlichkeit: Die Jagd in abgeschwächter Form, das Spiel, der Schweiß, manchmal die Homosexualität und vor allem die Kameradschaft. Der erfolgreiche Jäger ernährt die Familie, kriegt also mehr Frauen. Wer kein erfolgreicher Jäger ist, der feuert den erfolgreichen an, um von seinem Ruhm etwas abzuhaben. Deshalb gucken Männer Samstags die Sportschau und gröhlen in Stadien wie die Bestien: Sie SIND Bestien. Eine Frau kann einen Mann nicht von seiner Natur befreien, und damit muss sie im Laufe ihres Lebens klarkommen.
So könnte es Ewigkeiten weitergehen- dass der Bierkasten eben mehr ist als nur ein Bierkasten, sondern ein Zeichen der Gastfreundschaft bei Fußballspielen; dass Ordnung für einen Single Mann bedeutet, dass er sich an seine Mutter erinnert, die eine Frau ist, und dass er sich eigentlich nicht an Frauen erinnern möchte, weil er Single ist und nicht zum Schuss kommt, und deshalb lieber unordentlich lebt; dass eine ausgewogene Ernährung aus Pizza, Döner, Burger und Aufbackbrötchen mehr Geld und Zeit für Spielekonsolen oder lange Nächte lässt.
Aber ich breche an dieser Stelle ab, um mir selbst auf die Schulter zu klopfen, weil ich all diese Dinge für mich erkannt habe, und verleihe mir hiermit den “Mann Im Herz Ehrenaward”, der übrigens nur einmal im Leben vergeben wird, nämlich an mich.
Es ist mal wieder so weit, eine legendäre Kurzschluss Ausgabe ist am Start und die legendäre Franzi S., auch bekannt für ihren Super-Blog “Patsy Jones” (den es seit irgendwann nicht mehr gibt; ist euch aufgefallen, dass genau um die Zeit herum die Finanzkrise anfing, diverse Kriege gestartet wurden und die Welt generell nicht mehr schön ist?), hat einen Beitrag dazu verfasst. Mir gebührt die Ehre, diesen Beitrag hier zu präsentieren. Lasst uns nun beten dass Franzi bald wieder ihre eigene Plattform dafür hat und diese Erde wieder einen Grund zum Leben findet.
—Die heutige und bislang 4.Ausgabe von Kurzschluss behandelt das Thema Befreiung. Im folgenden Text steckt Wahrheit. Weitere Beiträge dieser Ausgabe findet ihr bei Bea, Cassiopeia (Gastbeitrag auf dem Neubaublog), Anna Licht und Patsy Jones (Gastbeitrag bei saripari’s septemberRave).—
Befreiung
„Weist du was das Tückische ist?“ Sie nahm einen Schluck aus ihrem Becher. Er war mit Wasser gefüllt. Er wunderte sich dass sie Wasser trank. Oder nein, vielleicht wunderte es ihn doch nicht.
“Was?“
“Solange du es versuchst, schaffst du es nicht. Es ist eine der wenigen Dinge im Leben die niemals gelingen, solange du es versuchst.“
Durch das milchige Glas der Tür erlebte er die Party ohne wirklich dabei zu sein. Er verlagerte sein Gewicht vom einen Bein aufs andere, es war ungemütlich auf der alten Holztreppe.
“Ich finde, man sollte es immer versuchen. Du kannst doch nicht ernsthaft glauben, dass Dinge sich automatisch regeln oder dass du wie von selbst zu einer anderen Person wirst.“
“Warum denn nicht?“ Sie schaute zu ihm hoch, während der Zeigefinger ihrer rechten Hand am Becherrand herumfummelte.
Er zuckte die Schultern. Was sollte er darauf jetzt sagen?
“Ich hab es so oft versucht.“ Sie schaute in die Ferne, als schien zwischen ihr und dem was da draußen war nichts zu sein, auch nicht die hohe, kalte Mauer, die sie mit ihren Augen beiseite zu schieben schien. „Alles was ich geschafft habe ist, dass ich wie angewurzelt stehen geblieben bin. Und wenn die Leute mir gesagt haben ´Trink ein Bier, dann wirst du lockerer´, dann hab ich innerlich genickt und gedacht wie Recht sie doch haben.“ Er schaute sie schweigend an. Ihr wortloser Blick, der hundertmal in einer Sekunde seine Aussage änderte – Sie hatte keine Ahnung wie sehr dieser Blick ihm gefiel.
Dann sah sie hoch, ihm direkt in die Augen und es erschreckte ihn, weil es nicht oft vorkam. Wenn er ehrlich war, lebte sie nur für sich. Für sich und die anderen sich´s drumherum, die ihr ähnlich waren. Oder es war eine falsche Annahme ähnlich all der anderen falschen Annahmen, die die Leute oft zu treffen schienen. „Ich seh es als Test mittlerweile.“ Sie lächelte. „Ich seh es als Test und wenn man es irgendwann schafft, nur noch sporadisch drüber nachzudenken… ich mein, über das was sie mir manchmal sagen – dann habe ich den Test bestanden. Und ich bin besser geworden.“
“Deine Selbstreflexion ist kein Nachteil.“
“Aber auch kein Vorteil. Weist du was beschissen ist? Man hat immer den verdammten Drang danach eine bestimmte Richtung einschlagen zu müssen. Wenn sie dir sagen, sei witzig, bist du witzig. Wenn sie dir sagen, hab Spaß, dann hast du Spaß. Wenn sie dir sagen, sei locker, dann bist du locker. Aber in jedem anderen Moment bist du witziger und lockerer und hast mehr Spaß als in diesem einen Moment. Du verarscht dich selbst, dein Leben lang.“
Wie Recht sie hatte, zumindest manchmal.
Er wollte irgendwas sagen, auch wenn er nicht so genau wusste, was seine Meinung war und ob es überhaupt nötig war eine Meinung über etwas zu haben was man ohnehin nicht aus der Welt schaffen konnte. Er hatte nur sein Leben lang daran geglaubt, dass man es versuchen muss. Versuchen, es den Leuten zumindest teilweise recht zu machen, ihnen irgendwie entgegen zu kommen. Es war einfach richtig. Er wollte nicht dazu gehören, nicht immer, nicht unbedingt. Aber es war richtig es so zu machen.
Sie dachte anders. Aus einer Mischung aus Bequemlichkeit, Resignation und Erfahrung dachte sie anders.
Dann lachte sie. Ein leises Lachen. Lachte sie sich selbst aus? Lachte sie die anderen aus?
„Ich schaffe es ungefähr drei oder vier Minuten lang so zu sein wie andere mich haben wollen.“, sagte sie leise. Entweder klang es traurig oder zynisch. „Und diese drei oder vier Minuten rauben einem eine Menge Kraft. In dem Moment wo du etwas anderes darstellen willst, brauchst du Energie. Künstliche Energie. Die du nicht hast. Nennen wir es mal so.“ Sie nahm einen Schluck von dem Wasser, dass sie sich zuvor aus dem Kran in der Küche in den Plastikbecher gefüllt hatte. Mittlerweile musste sie wieder nüchtern sein.
Da fiel ihm ein dass sie gar nicht besoffen gewesen war. Sie war es oft nicht. Aber die anderen waren es bestimmt mittlerweile.
Sie zog ein Gesicht als würde sie gleich irgendetwas weltbewegendes sagen. Manchmal erkannte er an ihrem Gesicht, dass es ihr peinlich war, wenn sie mal irgendetwas sagte, was zumindest in diese Richtung ging.
„Das Geheimnis des Lebens ist nicht, dass man ihm einen Sinn gibt. Das sagen sie immer alle. Mit dreizehn hab ich das auch gesagt. Ein Buch wollte ich schreiben und den Sinn des Lebens finden. Ich glaube den einzigen Schritt, den man im Leben zu gehen hat, ist der, dass man sich von anderen befreien muss. Von ihren Ansprüchen. Und es sind noch nichtmal richtige Ansprüche. Es ist manchmal nur so dahergesagt. Es ist die Gesellschaft… weist du. Es kotzt mich an. Aber sie meinen´s nicht böse.“
“Ich respektiere das, auch wenn ich selbst einer von ihnen bin.“ Sie nickte und murmelte etwas das er nicht verstand. „Glaub nicht, dass du weniger wert bist.“
“Nein, schon gut.“ Sie hatte den Kopf gesenkt. Er wusste nicht ob sie müde war oder weinte oder ihn nur einfach so gesenkt hatte. Manchmal hielt sie ihn einfach nur so gesenkt. Demütig und schüchtern. Eine Unsichtbare zwischen vielen Nichtvorhandenen.
“Jedenfalls ist es das.“, murmelte sie. „Und je älter ich werde desto besser ist mein Testergebnis. Und auch meine Meinung über die Leute. Eine Befreiung ist es nicht nur, auf die Ansprüche der anderen manchmal nicht mehr einzugehen. Es ist auch eine Befreiung, eine Hälfte der Schuld auf sich zu nehmen in allem was falsch läuft. Egal ob das gerecht ist oder nicht. Scheißegal.“ Zum zweiten Mal an diesem Abend ging ihr Blick durch die Wand hindurch. „Und ich gönne mir das, weist du? Ich gönne mir das, auf die dummen Wünsche und Ansprüche und die gesellschaftlichen Zwänge meiner Mitmenschen, meiner FREUNDE und meiner Familie nicht eingehen zu müssen aber ihnen gleichzeitig die Hälfte der Schuld abnehmen zu können. Man muss…“ Sie überlegte kurz. „Man muss ein Arschloch sein um ihnen an anderer Stelle wieder die Hände reichen zu können. Zumindest versuche ich das.“
Sie lächelte wieder. Dann stand sie auf und ging langsam die Treppe runter in Richtung Tür. Durch das milchige Glas der Tür erlebten sie die Party ohne wirklich dabei zu sein.
Ihr findet den Rest der glorreichen Kurzschlussbeitrage bei Herrn Hpunkt, besser bekannt als BastiH, dem Genie hinter diesem Projekt. Viel Spaß!
Ich habe mir endlich eine Matratze für mein Hochbett gekauft. Eine, die nicht seit 20 Jahren von irgendwelchen saufenden, rauchenden und rumhurenden Studenten durchgelegen ist. Eine, die das Geld lohnt- nicht irgendein Schaumstoffmatratzending ohne Durchhaltevermögen.
Eine, die nach eigener Einschätzung meinerseits ungefähr sechs Mal höher ist als die, die vorher da lag.
Und obwohl mich dieses Ding viel Kraft gekostet hat (es war ja klar, dass JEDE zur Auswahl gestandene Matratze bei Ikea im SB-Bereich ZUSAMMENGEROLLT zur Verfügung gestanden hätte, nur dieses Monster von 140 Breite und 200 Länge stand da wie Gott sie schuf und wartete darauf, in einen Ford Escort geknetet zu werden), und ich auf den Treppenstufen bis in den 4. Stock fast einen Herzkreislaufkollaps erleidet hätte, musste ich fast kapitulieren, als ich es endlich, endlich auf mein 2 Meter hohes Bett hochgewuchtet habe.
Sie überragt mein Geländer.
Bitte lasst euch das jetzt mal durch den Kopf gehen.
SIE ÜBERRAGT MEIN FUCKING GELÄNDER.
Nicht, dass mein Geländer jemals tauglich gewesen wäre, das nicht, nein. Dieser do-it-yourself-Ast von einer kranken Basilikumpflanze diente eher symbolisch als Grenze, aber es war zumindest eine. So. Und jetzt muss ich mich ab sofort entweder jede Nacht an die Wand tapen, oder ich muss befürchten, irgendwann runterzukrachen. Zwei Meter tief, harte Dielen, ihr wisst bescheid.
Höchstwahrscheinlich dann Genick- und Schädelbasisbruch, da mein Schreibtisch im perfekten Winkel unter dem Bett steht. Immerhin würde es schnell gehen. Bei dieser Überlegung fällt mir ein, dass ich ja auch endlich wieder gut schlafen kann und nicht jeden morgen vor Schmerzen und völlig gerädert aufwachen werde, wenn ich überhaupt je wieder aufwache, das heisst aber auch, dass ich gar nicht realisieren werde, dass ich runterfliege, weil ich so einen komatösen Schlafzustand einnehmen werde, was ja auch ganz praktisch sein kann. So ein schneller Tod, ne.