Circle Of Confidence - Hypnose und Selbstbewusstsein

22/06/2008

[Trigami-Review]

Für diesen Trigami Auftrag konnte ich es mir im wahrsten Sinne des Wortes gut gehen lassen. Denn es geht darum, Circle of Confidence, die Website des Coaches und Hypnotiseurs Ludwig Reithofer, zu präsentieren und seine angebotene kostenlose Hypnose Testsitzung downzuloaden und auszuprobieren. Ich weiß nicht, wie’s euch geht, aber ich kann mir schlimmeres vorstellen.

Ein Wort dazu: Ich weiß, dass Hypnose funktioniert. Ich weiß, dass es manchmal ausreicht, eine bestimmte Tonlage einzunehmen, dass Worte jemanden in eine Art völlig bewussten Trancezustand versetzen kann. Mit Sprache kann man sehr viel erreichen. Trotzdem ist meine Skepsis groß- und ich bin mir nicht sicher, ob ich mich auch in Gegenwart einer MP3 (ist ja auch nichts anderes, letztendlich) so fallen lassen kann.

Die Website

Die Website erwartet uns relativ schlicht. Und mit schlicht meine ich vor allem den HTML Aufbau. Was überhaupt nicht schlimm ist, nur vielleicht ein bisschen öde. Aber macht ja nichts, schließlich soll der Fokus auf dem Inhalt liegen. Es ist alles schön strukturiert aufgezählt, erklärt und erläutert. Man findet viel über die Hypnose an sich heraus, es gibt viele Angebote und Seminare die man eventuell in Anspruch nehmen kann. Und es steht was zu den Preisen da, was recht cool ist weil man sich nicht noch zusätzlich informieren muss. Überraschenderweise ist es nicht ganz so teuer wie ich es mir vorgestellt hatte… bzw. was ich so von Hypnose bisher gehört habe. Na immerhin.

Aber es geht noch weiter: Man kann sich sogar zum Hypnotiseur ausbilden lassen. In 12 Ausbildungsstunden. …. Irgendwie möchte ich das nicht kommentieren. Da fällt mir ein, dass ich gar nichts über den Betreiber und Hypnotiseur weiß, der mich später hypnotisieren möchte. Und auf der Website ist nichts über seinen Werdegang zu finden, was schon mal sehr schade ist, da ich eigentlich wenig Lust habe, mir in meinem Kopf rumpfuschen zu lassen (wäre jedenfalls mein erster Gedanke, wenn ich potentieller Kunde wäre und an Hypnose glaube). Nun gut.

Der Download

Leider etwas umständlich. Erst trägt man sich ein (auf dieser Seite). Dann war’s das erstmal. Später wird man eine Email bekommen, die in die Mailing List einträgt. Dann kommt endlich der Download Link. Ich habe mindestens 120 Mal dagesessen und irgendwie nicht gewusst, was als nächstes kommt. Aber vielleicht liegt’s auch an mir.

Seit 5 Tagen höre ich mir nun diese MP3 in verschiedenen Situationen an. Ich kann nicht ernsthaft behaupten, dass es  merklich etwas gebracht hätte, im Sinne der Hypnose. Ich glaube, dafür bin ich selbst einfach zu skeptisch, obwohl ich ein bisschen mehr Selbstvertrauen auf jeden Fall vertragen könnte. Denn darum geht es bei dieser Sitzung: Um Selbstvertrauen und Selbstliebe.

Allerdings, und das ist echt schon schwere Arbeit bei mir, konnte ich mich schon lange nicht mehr so gut entspannen. Die Stimme ist sehr beruhigend, leise, und ich erreiche zumindest immer einen dösigen Zustand. Das größte Problem an dieser MP3 sind aber die Fehler in der Aufnahmequalität. Mittendrin gibt’s mal einen ziemlich nervigen, lauten Riss, als ob man mit dem Fingernagel über eine Tafel ziehen würde. Uncool. Besonders, wenn man gerade in einer Phase der tiefsten Entspannung ist. Vielleicht sollte man das nochmal überarbeiten.

Mein persönliches Fazit

Circle of Confidence muss definitiv erstmal etwas an der Präsentation machen, um seriöser zu wirken. Leider ist durch den relativ laienhaften Aufbau der Website (um nicht zu sagen, dass sie schlecht aussieht, aber irgendwie ein bisschen unbeholfen), und durch jegliche fehlende Information zum Coach immer eine hochgezogene Augenbraue präsent. Die Idee mit der kostenlosen Sitzung ist natürlich nett und vielleicht auch hilfreich, um sich seine Vorstellungen machen zu können, allerdings bezweifle ich die volle Wirkung einer Hypnose über MP3- selbst bei mehrmaligem hören und Kopfhörern. Entspannend ist es auf jeden Fall, und wer interessiert ist, sollte es ausprobieren. Trotzdem ist für eigentlich alles andere gesorgt: genug Infos, einen Shop und sogar ein hauseigenes (wenn auch nicht sonderlich belebtes) Forum.

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Digitale Plauze

22/06/2008

Sogenannte Reportagen über fette Menschen sind mein Verderben.

Ich bin ja nicht so der Fernsehglotzer. Nicht, weil ich so intelligent bin, mich von der dummen Masse abzuheben, sondern einfach, weil ich keinen funktionierenden Fernseher in diesem Haus entdecken kann, Digital-TV einen beschissenen Empfang hat und die Fernbedienungen immer getreten werden müssen, bevor man umschalten kann, und bei dem Werbeanteil einer durchschnittlichen Sendung bin ich mir dann doch zu faul dafür.

In einsamen Momenten, Montagmittags zum Beispiel, wenn ich von irgendwelchen spannenden Abenteuern mit ganz viel Action, Spaß und Inline-Skating oder sowas nach Hause komme und mich für einen kurzen Augenblick entspannen möchte (das heisst, einschlafen), mach ich den Kasten trotzdem an. Jetzt kann man nicht direkt von Entspannung reden, wenn man sich strunzdummes Gelaber und frauenverdammende Vanish-Oxy-Action Werbung geben muss, aber ich kann eben am gediegensten Ruhen (also einschlafen), wenn ich mich zu Tode langweile (die Flucht ins Koma, sozusagen). Direkt mal Sam oder irgendein anderes, vergleichbar beschränktes Mittagsmagazin einschalten und losschnarchen.

Denkste. Das hat früher vielleicht funktioniert. Heute steigt mein Puls auf Dreimillionen wenn ich mir diese wirklich beschränkten Menschen anschauen darf. Und vor allem, so ganz objektiv, mir darüber Gedanken mache, wer sich sowas freiwillig und vor allem völlig bewusst und aktzeptierend anschaut. Da bekommt man 20 Minuten lang aufgetischt, wie fette Menschen abnehmen wollen, und wo ihre Fehler liegen. Fluchen kann ich da den ganzen Tag! Menschen, die noch nie eine Zuchini gesehen haben, Menschen, die gekachelte Fliesentische mit Musterung im Wohnzimmer stehen haben, das “modern”, also völlig in hellem Holz und “mediteranem” Anstrich eingerichtet ist, Menschen, die, und dafür lege ich meine Hand ins Feuer, um nicht jetzt und gleich an der Menschheit zu verzweifeln, einfach für so viel Dummheit bezahlt werden. Dafür kriegt man doch Geld, oder?

Ich hab nichts gegen fette Menschen. Wirklich. Jeder Mensch ist eben so, wie er ist, und ich schleppe mittlerweile, dank ausgiebigem Faulenzen und Nichtstun und Fressen auch ‘ne kugelige Plauze vor mich her. Aber ich weiß zumindest, woran es liegt, und ich weiß, dass es ungesund ist, ich weiß, wie ich es ändern kann, und ich weiß, dass es gewisse gierige Züge im Leben einer Frau sind, die einen zur Tonne mutieren lassen. Diese Menschen jedoch- die wissen ja nicht mal, was Eiweiße oder Kohlenhydrate sind! Die denken, okay, ich hab jetzt 20 Minuten Sport gemacht, dann gönn ich mir jetzt mal einen Kakao und einen Berliner, da sind vielleicht hundert Kalorien drin. SCHÄTZCHEN! WACH AUF! DU MUSST DIE FETTRESERVEN ANGREIFEN! DA BRINGTS AUCH NIX EINEN BRUCHTEIL DEINER ZEIT MIT STRAMPELN ZU VERBRINGEN! AAH!

Naja, so oder so ähnlich hocke ich 4 Minuten vor dem Fernseher, bevor ich mir überlege, doch lieber keinen Mittagsschlaf zu machen und stattdessen mal gesund zu essen. Da merkt man, dass es manchen nicht an Disziplin oder gesundem Menschenverstand fehlt, sondern schlicht und einfach an Allgemeinbildung. Wer allerdings solche Sendungen braucht, um darauf aufmerksam gemacht zu werden, gehört genauso links und rechts geschlagen, weil es im Prinzip nur darum geht, sich daran aufzugeilen, wie dumm und fett andere sind, die da so bloßgestellt werden. Was ich mir dabei denke? Ich denke, es sollte ein spezielles Schulfach für Ernährung geben. Überall.

Ich glaube, ich habe mir gerade zehn Mal selbst widersprochen, aber irgendwie regt mich das ganze gerade endlos tierisch auf. Links und rechts will ich die alle klatschen. So einen Stuss sich anzugucken! So doof zu sein, dabei mitzumachen! Dann zu denken, oha, die sind jetzt belehrt und guck mal, so könnten die aussehen, wenn sie sich gesund ernähren! Oh Gott ich fall gleich tot um, wo ist Arte?

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Der Grund

18/06/2008

Die meisten Fragen, warum ich mir das antue. Warum die Zickereien, warum die Allüren, warum diese stressigen Situationen, die mich manchmal sehr sichtlich verletzt, gedemütigt, geschlagen und zerbrochen zurücklassen. Wieso ich mir diese Mühe gebe, wieso ich soviel aufopfere, warum da eigentlich nie etwas zurück kommt und wenn doch, eher aus Verpflichtung und gefüllt mit Halbherzigkeit.

Ich hab mich das noch nie gefragt. Für mich war zwar nicht von Beginn an klar, was auf mich zukommt- und ja, sehr oft hatte ich mir gewünscht, dass es irgendwie aufhört, dass ich mich losreissen kann, dass es zerbricht - aber es war, irgendwie, schon immer eine so große Selbstverständlichkeit da, ja, eine gewisse Perfektion in dieser Beziehung, dass es mir nichts ausgemacht hat. Und ja, ja! Ich habe mich schon oft genug in den Körper eines 150 Kilo Muckimann gewünscht, einfach nur, damit mal Schicht im Schacht ist, aber es war okay. Es war okay, und es hat sich gelohnt, immer wieder, dann manchmal ist das, was zurückkommt, unsichtbar für alle anderen da draußen, die es nicht verstehen.

Manchmal, wie heute, wenn man 20 Minuten lang einfach nur nebeneinandersitzt, die Arme aus dem Autofenster heraus, den Wind durch die Finger spürt, und man gemeinsam etwas teilt, was so viel unendlicher ist als bloße Worte oder Taten; ungreifbar, tief unten, und das ist definitiv nicht eingebildet, das ist die Gewissheit, dass es Liebe gibt, die keinem Bilderbuch entspricht, von der nicht in der Bibel steht, sondern Liebe zwischen zwei Augenblicken, in denen man gleichzeitig Lachen muss und der Zukunft hinterhertrauert, weil man weiß, dass man spätestens “irgendwann” nicht mehr zusammen sein kann, aber wenn doch, dass man den größten Spaß seines Lebens haben wird, dass man nie alleine ist, selbst wenn man sich danach sehnt, alleine zu sein, dass man nicht reden muss, weil man anders kommunziert, und dass man sich eine reinhauen kann, einfach nur als Absicherung, als Garantie dafür, dass sie tatsächlich existiert, diese andere Person, die einen nicht verurteilt, die einem nichts übel nimmt, die einen versteht, die einfach für immer zumindest irgendwie da ist, jemand, der einen verändert hat, jemand, der niemals vergessen ist.

Das alles ist so viel größer als die materiellen Verluste, die kleinen Opfer, die nächtlichen Anrufe, der Stress, der dabei entsteht, weil man selbst eben anders gestrickt ist, und die Enttäuschung, wenn der andere nicht ganz genauso reagiert, wie man es selbst machen würde. Das, das ist genug, und das ist der Grund, warum ich niemals meine großartigen Taten in Sachen Hilfe und Beistand an ihrem Charakter bemessen würde. Zu wissen, dass ich niemals Probleme haben werde, zu lachen. Zu wissen, dass jemand da ist, der mir gerne auch den Kopf wäscht wenn ich Scheisse baue, ohne Blatt vor dem Mund. Zu wissen, dass es jemanden gibt, der mich niemals belügen würde, egal, wie weh es tut. Zu wissen, dass diese Liebe beidseitig ist- das ist schon genug, und es funktioniert nur, weil ich genauso bin, wie ich bin. Das hat nichts mit Wert zu tun, nichts mit dem, was man verdient hat oder was nicht. Das hat etwas damit zu tun, dass ich gar nicht mehr oder weniger will.

Es ist, auf eine ganz perverse, unkonventionelle Art und Weise, die beste Freundschaft, die ich mir vorstellen kann, und was ich ihr gebe, sei es materiell oder mental, ist nicht in geringsterweise lobenswerter als das, was sie mit ihrer puren Existenz wett macht.

Das ist es, das war’s. Ich erwarte nicht, dass das jemand versteht, und ich erwarte auch nicht, dass alle jetzt aufhören, mich deshalb zu löchern. Es ist einfach so, und keiner muss es nachvollziehen. Es reicht, wenn ich es weiß. Diese Gewissheit ist alles, es ist das, was mich momentan sehr glücklich macht, denn selbst wenn ich es niemals wirklich verstehen kann, weiß ich zumindest, woher dieses Glück kommt, zumindest habe ich die Einsicht abgewartet, bevor ich etwas so wertvolles weggeschmissen habe. Es ist keine Illusion. Das sind wir beide. Wir sind kein Team. Wir sind nur zwei seltsame Figuren irgendwo auf einem schlecht gemalten Bild, aber wir sind zusammen auf diesem Bild drauf, und so lange das so ist, trage ich immer ein Lächeln in meinem Kopf mit mir herum.

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White Dresses

16/06/2008

Das war folgendermaßen: Ich verbrachte den ganzen Tag damit, mir die überflüssigen Hautschuppen von meinem Luxuskörper zu schrubben. Ich habe mehr als 200 Euro für Hübsch-Mach-Utensilien wie Kleid, Schminke, Friseur ausgegeben. Ich habe mir, ungelogen, meine Füße in den unbequemsten Schuhen der Welt kaputt gemacht, und sah dabei auch noch aus wie ein Trottel. Ein wiederholtes In-Die-Fresse schlagen hat leider nichts gebracht, sie dachten trotzdem, ich könne auf hohen Schuhen nicht laufen (was nur teilweise korrekt ist, da ich vielleicht ab 6 cm durchaus Probleme kriege, alles, was davor ist jedoch für Gewöhnlich recht gut zu bedienen ist). Dann war ich da, frierend, ein bisschen auch beleidigt, weil gestresst. Der Achselkaffee rann mir den Körper runter, meine Schminke klebte mir am Hinterkopf, meine Haare waren nach 8 Stunden leider nicht mehr topfit.

Und wisst ihr was? Ich hätte denen alle mit dem Arsch ins Gesicht springen können, weil es mir egal war! Es war mir egal. Und für wenige Tage dachte ich, man könnte sich in eine Art von Wehmut, oder Freude, reinsteigern, aber mir fällt auf: Es geht nicht. Ich bin nicht für eine Sekunde traurig darüber, dass die Schule vorbei ist. Ich bin auch nicht traurig, dass ich die Vollpfosten nie wieder sehen werde, im Gegenteil, ich hoffe ja fast, dass das das letzte Mal war. Und da standen die Trullas nun, eine nach der anderen takelten sie sich auf für die Beweisfotos, das einzige, was von so einem gesellschaftlichen Zwang eigentlich noch übrig bleibt. Die Eltern mit Pipi in den Augen, weil Klein-Lisa und Klein-Uwe es endlich geschafft haben, und wahrlich auch den Einstieg in die Wirtschaftswelt finden werden!

Ach, leckt mich doch alle. Dieser Abiball war nicht mal Ansatzweise gut, wobei ich mir einen besseren auch schwer vorstellen kann. Ich habe keine sentimentalen Verbindungen zur Schule, die Zeit war scheisse. Und um ehrlich zu sein hätte ich mich am liebsten an den Lehrertisch gesetzt, um mit denen ein letztes Mal einen zu heben. Denn bis auf Ausnahmen waren die Lehrer das einzige, was an der Schule noch irgendwie Spaß gemacht hat. Unser Streberjahrgang war eine Katastrophe, und mir ist es mittlerweile peinlich, zuzugeben, einen Einserschnitt zu haben- bei uns heisst das nur, okay, ich war ein Arschkriecher, und ich liebe es, in der Mittagspause die Bibelgruppe zu betreten und für meine Biopräsentation zu beten.

Nach dem kläglichen Dessert ging es auch schon nach Hause. Schön ins Bett gepfiffen, halb 11, und es war keine Minute zu früh. Mir taten sie leid, die Pappnasen, die da noch rumhocken mussten, diejenigen, die sich noch die Tränen von den Augen wischen mussten, weil sie so viele tolle Freundschaften liegen lassen werden, und die beste Zeit ihres Lebens, und, und… ich sag euch was: Ich kann’s nachvollziehen. Wirklich. Aber ich empfinde es nicht so, es war Geldverschwendung, da überhaupt hinzugehen, und obwohl ich ausnahmsweise mal wie eine richtige Frau aussah (sagten sie zumindest, die Idioten), brauche ich mich nicht für etwas zu verkleiden, was mir nicht einmal mehr Spaß macht.

Leute, nächsten Fasching hol ich wieder das Kleid raus, versprochen, und dann können wir zusammen abgehen, und zwar so, wie es sein soll. Ersoffen mit anschließendem Koma! Das Leben darf jetzt anfangen.

Fang mal bitte an.

Jetzt.

Jetzt, bitte…

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Al Termino!

11/06/2008

“Guten Tag, Hair Company XY, wie kann ich Ihnen helfen?”

“Ja, äh, guten Tag, ich will mir die Haare hochstecken lassen. Am Samstag. Abiball und so.”

“Aha am Samstag, wann wünschen Sie denn…”

“UND PONY SCHNEIDEN, puh, fast vergessen, jaja, Pony schneiden auch!”

“… äh, jaa, ist gar kein Problem. Wann wären Sie denn gerne da?”

“Öhm. Keine Ahnung. Hängt das nicht davon ab, wann SIE Zeit haben?”

“Ja, aber, eine Tendenz hätte ich gerne, einfach nur…”

“Also mein Abiball fängt um 18:00 an, ich weiß, eine scheiss Zeit, aber irgendwas davor ist schon okay..”

“Dann um 12:30!”

“Ja gut. Ich buchstabier dann mal meinen Nachnamen. So. Und äh, ja, was muss ich denn mitbringen?”

“Wie meinen Sie das?”

“Geldtechnisch. Der Spaß, was kostet der mich?”

“Ach so. Ja, also ungefähr 25 €”

“Plus/Minus?”

“Wie bitte?”

“Ungefähr.”

“Ich verstehe nicht… ”

“Ach egal, bis Samstag, tschüss”

— 5 Minuten später —

“Guten Tag, Hair Company XY, wie kann ich Ihnen helfen?”

“Ja, ich hab eben schon mal angerufen”

“… ja…”

“Ich hab vergessen wann mein Termin war.”

“Moment, da schaue ich mal nach. Ihr Name bitte?”

“.. das war echt eben vor 3 Minuten. Für Samstag. Sie wissen doch, Abiball, 18:00.”

“… Ihr Name bitte?”

“… ist das jetzt Ihr ernst?”

“Ja.”

“Mit wie vielen haben Sie denn in der Zwischenzeit telefoniert? Das wäre doch jetzt eigentlich nicht schwer gewesen sich an meinen Namen oder an meinen Termin zu erinnern…”

“Haben Sie doch selber nicht.”

“Touché. Okay, mein Name, Sara.”

“Samstag, 12:30, zum Hochstecken, 25..”

“UND PONY SCHNEIDEN AUCH!!”

“.. jaaa, Pony schneiden auch. Sagen Sie mal, haben sie was getrunken?”

DÜT DÜT DÜT

Hehehehehehe. Ja, hab ich. Muhahahaha.

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Das mit dem X

9/06/2008

Schön. Nutzen wir die testosterongeladene Zeit der Fußballmanie um mal für einen Moment über Männer zu philosophieren. Ich gebe zu, ich habe auf diesem Gebiet nicht viel Erfahrung gemacht, und möchte deshalb nicht pauschalisieren. Wobei, wenn ich so darüber nachdenke, ist das vielleicht genau der Grund, warum ich es tun sollte, und nach dem Motto “innocent until proven guilty” leben. Jawohl, so machen wir das.

Es gibt die eine Sorte Mann, bei der man genau weiß, woran man ist. Ficken, Beziehung, Heiraten, Affäre, Spaß, Freundschaft, Nichts. Das ist meistens leider die Sorte, die einen überhaupt nicht interessiert. Und dann gibt’s da nämlich noch die andere, viel signifikantere Typ Mann, die man ohne zu zögern mit “Mysterium” betiteln kann. Wirklich, ein einziges Geheimnis. Das sagt man ja für gewöhnlich von Frauen so. Aber mal ganz im Ernst, Frauen quatschen Tag für Tag ununterbrochen so einen Stuss, dass man lediglich rausfiltern muss, wo der harte Kern der Wahrheit eigentlich steckt. Männer reden irgendwie gar nicht.

Wirklich, da muss man so lange rumbohren, bis sie einem sagen, was sie wollen (wir reden hier überhaupt nicht über das Thema “Gefühle”- das Männer da generell so eine kleine Blockade haben, ist ja eine allgemeine, sich wacker haltende Legende), und dann wird man als “nervige Klette” abgestempelt. HALLO MEIN FREUND ICH MAG ES MIT DIR ZU VÖGELN ABER KÖNNEN WIR VIELLEICHT ZWISCHEN DEM STELLUNGSWECHSEL AUCH MAL DARÜBER REDEN WELCHE MARKE BIER DU BEVORZUGST?! VIELLEICHT?!

Und wie wird das interpretiert?! “Oh mein Gott, ich möchte aber gar keine Beziehung!” … schön das wir das geklärt hätten, ich nämlich auch nicht. “Ja was willst du dann?” “Och, nichts, aber wenn wir grade schon dabei bist, ich koste 89,90 die Nacht, freundschaftlicher Preis für Menschen mit denen ich das auch gerne mache!”

Früher war es immer die Frage, “Wann ruft er mich an?”- heute ist es der ständige Blick auf das Handy, “Oh shit, es könnte ja eine SMS kommen.” Das nervt mich an meinen Freundinnen schon so tierisch, dass ich mit dem Kopf gegen die Wand rennen könnte. Blutig schlagen könnt ich die Trullas! Und die Typen erst, die manchmal einfach nur SMS-Beziehungen führen. Was machen die denn damit? Ich hab noch nie eine SMS gespeichert um sie mir nachts durchzulesen, also warum dann diese kostenlastigen Rotzesachen, die sowieso zu nichts führen, weil man am Ende im Prinzip nur damit prahlen wollte, sich wichtig fühlen wollte, wenn man mit seinen Freunden was trinken geht und alle 10 Minuten eine SMS tippt und die nächsten damit verbringt, die Antwort zu lesen. Kicher kicher, sind wir schon 16 geworden oder was? So Menschen könnte ich quer durch die Bar ein Cocktailglas an den Schädel werfen. Meine Manieren sind echt auf das Wesentliche beschränkt (nicht mit offenem Mund kauen, Bierflaschen nicht an Tischkanten aufmachen), aber sowas geht mal gar nicht.

Ich meine, versteht mich nicht falsch, wenn man mal eine schnelle SMS tippt oder einen Blick auf sein Handy wirft ist das keineswegs ein Verbrechen, aber den ganzen Abend dazusitzen und einen metaphorischen Schwanzvergleich hinzulegen, wer denn jetzt die besseren SMS-Konversationen führt, anstatt sich mal mit seinem Gegenüber zu beschäftigen, boah, Krätze.

Aber egal wie, das ist ja gar nicht das Thema. Das Thema, um das es hier geht, ist wenn Männer nicht sagen, was sie wollen, und wenn Frauen keinen Anhaltspunkt finden, an den sie anknüpfen können. Was sind wir jetzt? Freunde? Befreundet? Flüchtige Bekannte mit Bettgeschichte? Irgendwie zusammen, aber auch nicht? Affäre? Können wir hier mal klare Verhältnisse schaffen?

Dabei spreche ich nicht mal für mich (okay, ein bisschen vielleicht). Ich spreche für alle Frauen, die sich auf eine flüchtige Sache einlassen, die sich dann fortsetzt- und dann plötzlich nicht mehr. Nur um dann 4 Wochen später von anderen hören zu müssen, “Also er hat gemeint er hätte einfach nur keine Lust mehr”. Ich verstehe nicht, was so schwer daran sein soll, das einfach mal anzusprechen. Wenn man doch merkt, dass der andere nach Aufmerksamkeit oder ‘nem guten Fick oder was-auch-immer bettelt, dann kann man doch mal die Eier haben, demjenigen mitzuteilen, “Hey, hör zu, irgendwie geht da bei mir nichts mehr, adios amigo”. Ist echt nicht schwer, tut nicht weh, kostet ca. 20 Cent und lohnt sich. Stattdessen lassen sich alle gehörig feiern obwohl sie keine Egoparty verdienen.

Ich hab irgendwie vergessen, worüber ich mich gerade überhaupt aufrege. Ach so, ja, Männer. Männer, die denken, Bumsbeziehungen hätten keine Regeln. Falsch gedacht. Sie mögen zwar unverbindlich sein, aber sie haben gewisse Prinzipien der Fairness. Genauso, wie es auch unfair ist, den Ball wegzutreten, wenn er im Aus ist. Gelbe Karte. Denkt mal darüber nach, es macht Sinn.

[Die Redaktion möchte betonen, dass erwähnte Situationen und Konversationen nicht unbedingt der Wahrheit entsprechen. Vielleicht tun sie das, aber wahrscheinlich nicht. Und wenn doch, dann würde die Autorin das niemals erwähnen, was viel besser für alle Beteiligten ist]

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Flachwichser

7/06/2008

Ey.. boah.. ich glaub ich war in meinem Leben noch nicht so wütend wie jetzt gerade. Wie kann man nur ein so bescheuertes, völlig apathisches Arschloch sein! WIE!! WIE! Wie kann man nur sein GANZES beschissenes Leben damit verschwenden, sich schön faul und breit hinzulegen, alle Verantwortung von sich abzuschieben..

asdflajsdlfkajsdlfjalsdfjasdf

sadf!!!!!!!!!1

BOAH!!! MEIN VERKACKTER BRUDER!! ICH KOTZE! Ohne Scheiss da fang ich fast an zu heulen weil ich dieser Agression keine andere Form geben kann… aah… ich möchte gerade was zusammenschreien. Nach außen hin klingt die Situation bestimmt total bescheuert und belanglos aber es bringt mal wieder schön auf den Punkt was der eigentlich für ein Einzellerhirn hat..

Der sitzt die ganze Woche beim Bund und macht da laut eigener Aussage NICHTS. Den ganzen TAG! DIE GANZE WOCHE! Dann muss man ihn auch wirklich jedes Wochenende vom Bahnhof abholen, wo er sich direkt seine ersten 4000 Gramm Gras Tüte ansteckt. Im Laufe der Wochen begeht er dann tausend Unfälle und ist immer so stoned oder besoffen dass er nur noch peinlich ist. NICHTS kann der Mann mit seinem Leben anstellen, und wo normalerweise bei mir vielleicht etwas wie Verständnis oder etwas Mitleid oder Fürsorge auftritt, ist gerade einfach nur Wut und Verachtung. Meine Eltern sind die letzten zwei Wochen nicht zu Hause gewesen, meine Mutter zumindest immer erst spät nachts, das heisst, an mir bleibt die ganze Verantwortung im Haushalt kleben, ich muss hier putzen, da kochen, da aufräumen, dann noch arbeiten, babysitten und der ganze andere Schmonz. Das mag vielleicht nicht viel klingen aber so sollte das Leben nicht sein wenn man die erste freie Woche nachdem man mit der Schule abgeschlossen hat etwas genießen will, und zu all dem kommen noch meine Geldsorgen, die Jobsuche und diverse Projekte… aber egal, ich beschwer mich nicht, ich sag nur, okay, ich hab Verantwortung und die muss ich auch umsetzen, UND DA KANN ICH MIR NICHT EINFACH MAL SO DIE BIRNE BREIT HAUEN UND MICH AUF MEINEN FETTEN ARSCH LEGEN UND DER REST DER WELT IST MIR SCHEISS EGAL!

So, und dieser Bastard meint, er kann einfach herkommen und nichts tun. Schleppt sich bekifft wie er ist runter in sein Zimmer, will was essen, und anstatt tatsächlich mal was zu kochen und mal seine Bumsbirne einzuschalten, nervt der mich ungelogen drei Stunden, dass ich ihn bitte zum Döner fahre, wo er sich dann den Wanst fettfressen kann. ICH LEG MICH HIN WEIL ICH NACH 20 MINUTEN ARBEITEN MUSS, UND DER KOMMT UND WILL DASS ICH IHN HINFAHRE WEIL DER ZU BREIT IST UM SEINEN EIGENEN SCHWANZ ZU FINDEN. Und mich ausruhen kann ich mich sowieso nicht, weil er mich “LIEBEVOLL”!!!!!!!!!!!!!!! totkitzelt und so ‘ne Scheisse veranstaltet. Da war ich gestern schon am Rande der Tränen, wie kann man das denn aushalten?! Entweder man macht was dieses Arschloch sagt oder man wird so lange geprügelt bis man sowieso nichts mehr machen kann.

Aber heute… heute hat er echt den Vogel abgeschossen. Nachdem ich gestern nach fast 6 Stunden Arbeit nachts nach Hause kam, waren die werten Herren natürlich unterwegs, aber wer durfte den ganzen SCHEISS aufräumen, den die hinterlassen haben? Ich. ICH. Klar kann ich’s liegen lassen, aber dann kommt meine Mutter heim und muss nach ihren 16 Stunden schaffen auch noch mal ran. Da war ich schon am ausflippen. Heute morgen habe ich ihn nur gebeten, er solle doch im Laufe des Tages Wasser holen. Da gab’s schon ‘ne Szene. Von wegen er würde ja nich mehr hier wohnen und dann bräuchte er ja auch nichts zu machen. TOLLE KARTE DU ARSCHLOCH DANN BRAUCHSTE JA AUCH NICH MEHR IN DAS KLO ZU KACKEN DASS ICH PUTZE UND DAS WASSER DASS ICH DANN SCHLEPPEN MUSS KANNST DU VON WEITEM BETRACHTEN.

Ich muss um 5 arbeiten und einer muss noch einkaufen gehen, bzw. meine Mutter ruft IHN an, sagt ihm, er solle ihr doch bitte dies und das mitbringen, und er ruft MICH an, scheisst mich zusammen ich soll meinen “FETTEN, FAULEN ARSCH” hochbewegen und es selber machen. WIE BITTE?! WIE BITTE?!?!?!?!?!?!? EY, ich krieg nen Herzinfarkt! Ich hätte ihn echt fast durch’s Telefon getreten, wenn’s funktionieren würde, ich würd’s tun! Dieser mickrige, bekiffte Spasti meint allen ernstes, ich würde nur faul rumsitzen und nichts machen während er.. WÄHREND ER WAS?! Zu dumm für ‘ne gescheite Ausbildung, zu dumm für ‘nen Beruf, zu ungebildet für’s Studium, hockt da beim Bund und lässt sich die Eier schaukeln und meint wenn er nach Hause kommt ist er der King.

Dieser Penner kann mich gerade kreutzweise und ich hassse ihn augenblicklich mehr als jeden anderen, obwohl das morgen wieder anders aussieht. Denn eigentlich ist er ein netter, lustiger Typ, der auch immer für mich da ist, wenn ich ihn wirklich brauche. Ändert leider nichts daran, dass er ein beschissener Loser ist. Und ich denke mir, wenigstens weiß ich, welche Art von Mann ich in meinem Leben überhaupt nicht brauche.

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Planlos

6/06/2008

Ich streife immer noch planlos durch die Gegend um eine Möglichkeit zu finden, Geld zu verdienen. Viel Geld, das mir erlaubt, bald schon meine Höhenflüge zu verwirklichen und wenigstens für einige Momente des Lebens aus diesem öden Kaff zu verschwinden. Vielleicht die Dritte-Reich-Stimmung bei den amerikanischen Wahlen miterleben (immerhin der erste schwarze Mann, ob er gewinnt oder nicht), oder doch lieber den Sommer in Australien genießen, wo man bestimmt das Ozonloch auch mit eigenen Augen sehen kann? Diese Entscheidung ist hinfällig, wenn das Kleingeld nicht ausreichend klimpert.

Sommerverschwendung nennt man das, wenn das Wetter schwül und aufdringlich ist und man sehnsüchtig darauf wartet, dass die EM beginnt, damit man einen Grund hat, mehr Bier zu trinken als üblich und sich zu kleinen, aber feinen Freundesgrüppchen (allesamt bestehend aus Männern) zusammenzuschließen. Gründe dafür, das schwüle Wetter zu, pardon, “genießen”, selbst wenn es nicht wirklich genießbar ist. Man kann, das ist jetzt erwiesen, bei gutem Wetter (sprich: mehr als 20° Celsius) nicht zu Hause bleiben und nichts tun, wenn man nicht hundertprozentig weiß, dass die nächsten 5-10 Tage nicht mindestens genauso gut werden (also warm, also mindestens 20° Celsius). In Deutschland, hoffentlich bald im Finale gegen Griechenland oder Italien zu sehen, ich bin da nicht wählerisch, hat man diese Art von Garantie höchstens was Mettwurst und Formel 1 angeht. Unberechenbar.

Ist daher auch ein Grund, warum ich hier weg muss. Allerdings ist das ohne Geld kein Zuckerschlecken, wie man sich sicherlich denken kann. Mein “Erspartes”, was eigentlich das Ersparte meiner Eltern auf meinem Namen ist, sollte ich besser nicht anrühren, als Konsequenz könnte die Enterbung folgen. Meine Absicherung für später, sozusagen. Also malochen wie die blöden, der Wille ist da, die Gelegenheit jedoch- bleibt aus.

Einen Job zu finden, bei dem man nicht qualifiziert sein muss, und der nichts mit Gastronomie zu tun hat, ist wirklich verdammt schwierig. Wenn man ihn dann gefunden hat, sollte man sich bei der Bewerbung bemühen, sonst- ist nicht. Und so kreise ich durch das Internet, durch die Zeitungen, durch meine Kontakte, nichts, nichts, nichts. Alle haben für den Sommer eingepackt oder suchen mickrige Praktikanten. Ich, meine Damen und Herren, brauche einen Job, der mich weiterbringt. Harte, knüppelharte Arbeit, werde ich verrichten, und das mit Ehrgeiz.

Aber wo, wo, wo? Am liebsten würde ich direkt mal Jenny anhauen, die hat’s ja mit harter Arbeit (20%) und langen Beinen (80%) geschafft, zum Top-Model zu werden, und das sage ich jetzt so weil es gar nicht so abwegig erscheint, sie zu fragen, immerhin wohnt sie bei mir um die Ecke, und sie sollte sich langsam daran gewöhnen dass sie jetzt mehr Freunde haben wird als ihr lieb ist, da kann ich genau so gut den Anfang hinlegen. Ja, einen Job im Modelbusiness, obwohl ich natürlich auf das Rampenlicht verzichte und im Hintergrund arbeite. Als Statist, wenn es soetwas gibt. Womöglich ist es auch gar nicht so wichtig, was ich mir hier eigentlich zusammen texte, ich weiß nur, dass ich Geld brauche, ganz dringend, ganz jetzt, und ich möchte es mir nicht erhuren, ich möchte bei Gelegenheit noch etwas erleben, denn ich habe keine Ahnung, was ich machen soll.

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Zerbrechlich

2/06/2008

Ich weiß nicht, was los ist mit mir, mit meinem Leben. Ich will nicht sagen, dass alles perfekt läuft, das ganz und gar nicht. Aber es scheint so, als würde mich das Schicksal dazu bringen wollen, für immer hier zu bleiben. Erstmal zwei Jahre lang scheisse zu mir sein und auf einmal.. auf einmal habe ich Spaß (JAHA, GENAU VON DIESER ART SPASS REDEN WIR HIER!!), auf einmal habe ich Freunde, und zwar nicht nur die obligatorischen drei besten Freunde, sondern auch Bekannte, auch Menschen, die ich gerne um mich habe, ohne großartige Verpflichtungen eingehen zu müssen.

Plötzlich scheint alles ganz cool, obwohl meine Zukunft sowas von Ungewiss ist. Noch rette ich mich in das “erst mal Pause machen” Loch, das hält dann genau so lange an, bis ich mein Abizeugnis in der Hand halte. Noch halte ich mich mit dem Gedanken an der EM über Wasser, zu wissen, da kommt ja etwas das mich täglich beschäftigen wird. Und ich meine, klar, wenn man jetzt auf einmal gar nicht mehr so viel Unbehagen seinem kleinen Kaff entgegenbringen kann, wird der Drang, oder eher der innere Druck, weggehen zu müssen, auch zunehmend geringer.

Ich habe Angst, dass sich das irgendwie manifestiert. Angst mit diesem “zufrieden geben” Status- nicht, dass das schlecht wäre, manchmal muss man halt auch wissen, wo es endet. Aber soll das jetzt alles sein? Ist das der Zenit meines Glücks, ab und zu mal weggehen, ein paar Leute kennen zu lernen, ein bisschen Abwechslung im Tagesablauf aber im Grunde genommen- alles gleich? Ich weiß nicht.

Eine Großstadt! Eine berufliche Zukunft, oder wenigstens eine akademische! Ich fühle doch, wie ich regelrecht verblöde, jeden Tag am See oder im Club oder am Saufen und am Kette rauchen!

Ab morgen mache ich mich definitiv auf Jobsuche. Irgendwas relativ festes für die nächsten 2-3 Monate, etwas, dass mir genug Geld bringt, um hier abzuhauen, ohne noch mal zurück zu blicken..

Am See

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Murphys Law

30/05/2008

Es war ja klar. Wirklich, nein, ich bin überhaupt nicht aggressiv oder genervt oder sowas, denn es war klar, eindeutig, dass jetzt sowas kommen würde. Denn, okay, ich hab sturmfrei, was ziemlich cool ist, davon gehe ich zumindest mal aus. Und heute ist der erste Freitag nach meiner Schulzeit, was auch extrem gut ist, das heisst, es existiert unweit von hier ein reges Nachtleben. Ich habe tatsächlich Freunde, die ihre Zeit mit mir verbringen möchten, ohne dass ich sie dafür bezahlen muss, was immerhin ein Fortschritt zu den gesamten Jahren meines Lebens ist. Auch wenn ich weiß, dass das nicht für immer halten kann, ich muss es doch ausnutzen.

Das Wetter war die ganze Zeit super optimal um feiern zu gehen- nachts frieren ist vorbei, meine Kameraden und Kollegen! Im Bikini in den Club, sag ich dazu nur! Schwitzen, nachdem man schon drei Stunden draußen steht! DAS ist eine echte Party! Nie wieder fette Taschen mitnehmen um die klobigen Jacken da rein zu stopfen, sobald man drinnen steht! Nie wieder die Schals und Mützen vor den Türstehern verstecken, die immerhin ein bisschen Mühe erwarten! Nie wieder, zumindest für ein paar Monate.

Um das alles abzurunden, bin ich auch noch im Besitz von Geld. GELD. Ich habe nicht nur genug Geld, um mich ordentlich zuzuschütten, was ja nach 13 Jahren Schule auch mal sein darf, nein, ich habe sogar so viel, dass ich nicht bis zur ersten S-Bahn am nächsten morgen warten muss, sondern tatsächlich mit einem Taxi nach Hause fahren kann. Da ich aber sowieso so viel Lust habe, Party zu machen, dass ich wahrscheinlich auch freiwillig bis um 8 Uhr morgens abfeier, brauche ich dieses Geld nicht mal auszugeben.

Eigentlich.

EIGENTLICH.

Denn ich stehe nichts ahnend in der Videothek rum (es nennt sich Arbeit, bei gutem Wetter hat es allerdings mehr mit am Sack kratzen zu tun), und auf einmal höre ich es. Donner.  Im ersten Augenblick erschrocken, im nächsten muss ich über mich selbst lachen und denke mir: Naja, klar, ist ja auch schwül draußen, da darfs gerne jetzt ein bisschen regnen und abkühlen und dann hörts ja auch direkt wieder auf.

AM ARSCH.

Seht ihr, das ist jetzt mehr als eine Stunde her. In der Zwischenzeit hat es einen monsunartigen Niederschlag geregnet, es hat Fußballbälle gehagelt und von meiner Frisur, die ich bis dahin noch nicht mal zurecht gemacht sondern nur im Grundprinzip aufgearbeitet habe… über die wollen wir jetzt bitte nicht reden, sonst muss ich weinen.

Naja, jedenfalls warte ich quasi gerade auf den Anruf von Menschen, die mir mitteilen, dass sie bei so einem Chaoswetter nicht das Haus verlassen werden und lieber eine Flasche Wein vor der Glotze kippen. Und wo wir gerade dabei sind: Dieses Drecks Digital TV funktioniert bei so einem Wetter nicht. Und ein Buch, das ich nicht zufälligerweise auswendig kenne, habe ich auch keins mehr. Und das Internet hab ich durchgespielt.

Ich werd wahnsinnig ich sags euch.

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